Fotowettbewerb 2026

Fotowettbewerb 2026

AG Interna Allgemeines
Da fiel die Entscheidung schwer: Unser Fotowettbewerb auf der Jahrestagung in Hannover hatte wieder einmal eine ganze Reihe tolle Fotobeiträge. In zwei Kategorien konnten alle Tagungsteilnehmer über ihre Favoriten abstimmen. In der Kategorie Naturaufnahmen gewann Markus Bartels mit einem Foto von Brookesia betschi aus dem Regenwald von Marojejy auf Madagaskar. Den zweiten und dritten Platz belegten Thorsten Negro mit der Aufnahme eines Furcifer lateralis aus dem südlichen Hochland Madagaskars und Lars Dwinger mit dem Foto einer noch unbeschriebenen Calumma-Art. In der Kategorie Terraristik konnte Benjamin Ludwig mit seiner Aufnahme eines Trioceros jacksonii merumontanus die Tagungsteilnehmer überzeugen. Auf den weiteren Plätzen folgten Michael Schuchard mit seinem Foto eines Kinyongia boehmei Weibchens und Gerd Fritzsche mit einer Aufnahme zweier Bradypodion damaranum.
👏 Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und Platzierten!
🙏 Ein besonders herzliches Dankeschön geht an unsere Sponsoren Exo Terra, QB Insects und Der Terraristik Laden. Dank ihrer Unterstützung konnten die Sieger mit ExoTerra TerraSky UV-Lampen und die weiteren Platzierten mit tollen Gutscheinen bedacht werden.
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Fotowettbewerb 2026

Tagungsbericht 2026

Tagungsbericht 2026

Tagungsberichte

Vom 29. bis 31. Mai 2026 trafen sich die Mitglieder und Freunde der AG Chamäleons zu ihrer erst zweiten „Auswärtstagung“, die diesmal in Hannover stattfand. Bereits am Freitagabend kamen die ersten Teilnehmer im italienischen Restaurant XII Apostel im Pelikanviertel zusammen. Viele neue Gesichter sorgten für angeregte Gespräche und einen lebhaften Austausch. Selbst ein abendliches Unwetter konnte der guten Stimmung nichts anhaben, sodass der Auftakt der Tagung in entspannter Atmosphäre verlief.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Chamäleons. Nach der Begrüßung durch DGHT-Präsident Uli Joger im Stadtteilzentrum Lister Turm eröffnete Dr. Johannes Hetterich von der Tierärztlichen Hochschule Hannover das Vortragsprogramm. Der Fachtierarzt für Reptilien berichtete aus seinem Praxisalltag und stellte neben klassischen Fällen von Rachitis bei Jemenchamäleons auch eher ungewöhnliche Krankheitsbilder wie Aufnahmen eines Chamäleons mit einem Darmprolaps durch die Haut vor.

Anschließend gewährte Christoph Trappe Einblicke in ein sehr spezielles Haltungsprojekt. Im Kellerraum eines Mietshauses pflegt er verschiedene Trioceros-Arten und erläuterte, wie er die klimatischen Bedingungen für die Haltung montaner Chamäleons technisch umsetzen konnte. Dabei ging er offen auf die Herausforderungen ein, die von kleineren Überschwemmungen durch die Klimaanlage über die Ableitung warmer Lampenluft bis hin zu den Vor- und Nachteilen einer Haltung von Chamäleons außerhalb der eigentlichen Wohnräume generell reichen.

 

Dr. Alex Negro stellte danach den Bau mehrerer Außengehege für Parsons Chamäleons (Calumma parsonii parsonii) vor. Ihre Tiere verbringen bei geeigneter Witterung mehrere Sommermonate im Freien. Die automatische Beregnung über einen Perlschlauch erleichtert die Pflege erheblich, bringen jedoch auch unerwartete Besucher wie Wespen mit sich. Darüber hinaus müssen Außengehege zuverlässig gegen nächtliche Besucher wie Waschbären und Dachse, aber ebenso gegen menschliche Eindringlinge gesichert werden.

Nach der Mittagspause berichtete Dr. Timo Weiß über die erfolgreiche Haltung und Nachzucht des Namaqua-Chamäleons (Chamaeleo namaquensis), das aufgrund seiner Lebensweise oft als das „am wenigsten chamäleonartige Chamäleon“ bezeichnet wird. Die Art bewohnt offene Sandflächen und niedriges Buschwerk, jagt aktiv laufend nach Insekten und nutzt Feuchtigkeit am frühen Morgen als wichtige Wasserquelle. Besonders interessant waren die Beobachtungen zur Fortpflanzung, etwa die rosa Färbung paarungsbereiter Weibchen im Terrarium. Diskutiert wurde außerdem die Empfehlung einiger Halter, Männchen vor der Verpaarung über Nacht sehr kühl unterzubringen, um die Befruchtungsrate zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den rechtlichen Aspekten der Haltung. Da für die Art derzeit keine CITES-Quote besteht, sind lückenlose Herkunftsnachweise – hier über rund 20 Jahre – von Bedeutung.

 

Andreas Augustin widmete sich anschließend Calumma parsonii cristifer und den Besonderheiten des Reproduktionszyklus gegenüber Calumma parsonii parsonii. Sein Bestand geht auf ursprünglich beschlagnahmte Tiere zurück, die ihm zur Haltung und Nachzucht überlassen wurden. Er berichtete über Probleme wie dem sogenannten „Eierwerfen“ trächtiger Weibchen, Augenfehlbildungen bei bestimmten Verpaarungen sowie den teilweise erheblichen Farbunterschieden innerhalb der Populationen.

Ein Highlight des Nachmittags war der Fotowettbewerb, der in diesem Jahr wieder in zwei Kategorien ausgetragen wurde. Bei den Naturaufnahmen setzte sich Markus Bartels mit einem beeindruckenden Foto von Brookesia betschi aus dem Regenwald von Marojejy auf Madagaskar durch. In der Kategorie Terraristik überzeugte Benjamin Ludwig mit seiner Aufnahme eines Trioceros jacksonii merumontanus. Beide Gewinner erhielten ExoTerra Terrasky-UV-Lampen im Gesamtwert von 280 Euro. Weitere Platzierungen gingen bei den Naturaufnahmen an Thorsten Negro mit einem Teppichchamäleon sowie Lars Dwinger mit einer bislang unbeschriebenen Chamäleonart. In der Kategorie Terraristik belegten Michael Schuchard mit einem Kinyongia boehmei und Gerd Fritzsche mit zwei Bradypodion damaranum die Plätze zwei und drei. Sie wurden mit Gutscheinen von Der Terraristikladen beziehungsweise QB Insects ausgezeichnet.

Die Gewinner des Fotowettbewerbs: Hintere Reihe von links Dr. Gerd Fritzsche, Benjamin Ludwig, Lars Dwinger und AG-Sprecherin Alex Negro, vordere Reihe von links Michael Schuchard, Thorsten Negro und Markus Bartels

Im Anschluss nahm Dr. Philip-Sebastian Gehring die Teilnehmer mit auf eine Reise in die Evolutions- und Forschungsgeschichte der madagassischen Chamäleons. Warum beherbergt gerade Madagaskar eine derart außergewöhnliche Vielfalt dieser Tiere? Wie gelangten ihre Vorfahren überhaupt auf die Insel? Und welche Erkenntnisse haben die letzten zwei Jahrzehnte gebracht? Besonders die modernen genetischen Untersuchungsmethoden haben zahlreiche neue Einblicke ermöglicht und viele lange offene Fragen beantwortet. Gleichzeitig zeigen sie, dass vermeintlich bekannte Artenkomplexe wie Calumma gallus in Wirklichkeit aus einer Vielzahl nah verwandter Arten besteht. Trotz aller Fortschritte bleibt die Erforschung der madagassischen Chamäleonfauna ein Wettlauf gegen die Zeit, denn viele bislang unerforschte Waldfragmente sind akut von Abholzung bedroht. Dass die Zahl der derzeit 100 beschriebenen Chamäleonarten auf Madagaskar weiter steigen wird, gilt als gesichert.

Den Abschluss des Vortragsprogramms gestaltete Dr. Frank Glaw. Gemeinsam mit seinem Sohn Timon hatte er vor zwei Jahren eine Forschungsreise in den Nordosten Madagaskars unternommen. Die Expedition führte in den Parc Naturel de Makira sowie in weitgehend unerforschte Bereiche des Nationalparks Masoala und das Schutzgebiet Bobangira. Ziel war die Suche nach bislang unentdeckten Amphibien und Reptilien – mit Erfolg. Neben zahlreichen seltenen Arten konnten auch unbeschriebene Erdchamäleons nachgewiesen werden. Eindrucksvolle Beobachtungen von Calumma vatosoa, Calumma marojezense und Calumma cucullatum rundeten den Vortrag ab. Ebenso spannend waren die Berichte über die Strapazen der Expedition: einfachste Feldlager, schwierige Wege während der Regenzeit, ein Motorradunfall mit glücklicherweise nur leichten Verletzungen sowie mehrtägige Märsche durch abgelegene Regionen bis zur nächsten Siedlung.

 

Eine kurze Mitgliederversammlung beendeten den Samstagnachmittag. AG-Sprecherin Dr. Alex Negro blickte in ihrem Jahresbericht auf die vielfältigen Aktivitäten des Leitungsteams im vergangenen Jahr zurück. Neben der Organisation der Jahrestagung, der Beantwortung zahlreicher Anfragen sowie der Betreuung der Social-Media-Kanäle wurden unter anderem neue Care Sheets für verschiedene Chamäleonarten erarbeitet. Diese sollen künftig als kostenlose Downloads auf der Website der AG zur Verfügung stehen und auf Terraristikbörsen interessierten Einsteigern als Informationsmaterial dienen. Darüber hinaus wurden regelmäßig Newsletter verschickt und ein neues Roll-Up für die Öffentlichkeitsarbeit angeschafft. Mit Blick auf die kommenden Monate steht bereits das nächste große Projekt fest: Die 50. Jubiläumsausgabe der CHAMAELEO.

Der Samstagabend klang schließlich in geselliger Runde im benachbarten Restaurant Pharos aus, wo die Gespräche über die Vorträge und die gemeinsame Leidenschaft für Chamäleons bis in die späten Abendstunden fortgesetzt wurden.

 

Am Sonntag stand – auch dies erst das zweite Mal in den letzten Jahren – eine Exkursion auf dem Programm. Ziel war der Zoo Hannover, wo die Teilnehmer das erst vor zwei Jahren eröffnete Amphibium besuchten. Die gemeinsam mit Citizen Conservation entwickelte Anlage entstand in einem ehemaligen Restaurantgebäude des Zoos und präsentiert auf rund 250 Quadratmetern eindrucksvoll gestaltete Terrarien, Paludarien und Aquarien. Bei einer exklusiven Führung erhielten die Teilnehmer zudem spannende Einblicke hinter die Kulissen und viele Informationen, wie das Thema „Haltung rettet Arten“ hier dem Besucher nahegebracht wird.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Vortragenden, die mit ihren abwechslungsreichen und informativen Beiträgen zum Erfolg der Tagung beigetragen haben. Ebenso bedanken wir uns besonders bei den Sponsoren des Fotowettbewerbs – ExoTerra, Der Terraristikladen und QB Insects – für ihre großzügige Unterstützung. Zum Abschluss der Tagung gab es außerdem noch zwei Spenden an die AG:  Jutta Dwinger spendete den Erlös der von ihr verkauften, handgenähten Taschen in Höhe von 70 €. Caro Vierbücher spendete ihre 125 € Einnahmen aus dem Verkauf handbemalten Porzellans. Einen ganz herzlichen Dank an beide!

Vortrag in Stuttgart über Namibia

Vortrag in Stuttgart über Namibia

Reiseberichte Vorträge

Am Samstag, den 23.05.2026, werden Tobias Machts und Philipp Zimmer einen reich bebilderten Vortrag über ihre Reise nach Namibia halten.

Der Vortrag wird einen Einblick in die parallelen Reiseerfahrungen zweier Familien geben, die das südwestafrikanische Land auf unterschiedliche Art und Weise erkundet haben. Beide Reisen fanden mit Kleinkindern statt und zeigen, wie sich auch anspruchsvolle Naturreisen familiengerecht gestalten lassen. Ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Herpetofauna Namibias mit Beobachtungen von Reptilien und Amphibien in verschiedenen Lebensräumen. Ergänzt wird dies durch die Eindrücke der vielfältigen Tierwelt des Landes, vor allem im Hinblick auf Spinnentiere und Großsäuger. Neben Naturbeobachtungen werden auch die praktischen Aspekte des Reisens mit Dachzelt und die unterschiedlichen Reiseansätze der beiden Familien beleuchtet. Bei einem Treffen in Namibia konnten sich die verschiedenen Schwerpunkte bei einer aufregenden „Familien-Herping-Tour“ vereinen.

Tobias Machts, Philipp Zimmer Familienurlaub in Namibia
DGHT Stadtgruppe Stuttgart
Restaurant „Zur alten Ziegelei“
Burgholzstraße 45
70376 Stuttgart-Hallschlag
Beginn des Vortrags um 19.00 Uhr

Foto: Collage, fotografiert von den beiden Vortragenden

Das Europäische Chamäleon auf Malta

Das Europäische Chamäleon auf Malta

Verbreitung Wissenschaft

Das Europäische Chamäleon, Chamaeleo chamaeleon, ist schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf Malta nachgewiesen und vermutlich von Menschenhand auf die Insel gebracht worden. Über seine aktuelle Verbreitung und Ökologie auf der Insel ist allerdings bisher eher wenig bekannt. Maltesische Biologen haben nun eine Studie durchgeführt, um genau das zu ändern.

Sie führten Datenerhebungen in 37 Transekten von je 100 x 10 m Größe an 13 verschiedenen Orten auf Malta durch: In l-Aħrax tal-Mellieħa, Ghadira Nature Reserve, il-Miżieb, Simar Nature Reserve, Kennedy Grove, Dwejra Lines, Chadwick Lakes, Ta’qali, Buskett, Siggiewi, Xrobb l-ghagin, Bormla Gardens und Wied ghollieqa. Pro Datenerhebung wurde ein Transekt zwei Mal in verschiedener Richtung in der Nacht durchlaufen. Die meisten Orte wurden zwischen Juli und Oktober besucht, einige zusätzliche Besuche im Januar und Februar gab es in l-Aħrax tal-Mellieħa, Kennedy Grove und il-Miżieb.

Für jedes gefundene Chamäleon wurde die Pflanze, auf der das Tier entdeckt wurde, notiert, die Sitzposition und -höhe des Chamäleons, sowie ob weitere Chamäleons in 3 m Umgebung schliefen. Die Chamäleons wurden während der gesamten Studie nicht angefasst, es wurden lediglich Fotos gemacht, um die Körpergröße der Chamäleons zu bestimmen. Die Daten wurden anschließend statistisch ausgewertet.

An allen 13 Orten auf Malta konnte Chamaeleo chamaeleon nachgewiesen werden. Die höchste Chamäleondichte fand sich in Kennedy Grove mit 12,5 Individuen pro 1000 m² und il-Miżieb mit 12 Individuen pro 1000 m². Im Zentrum und Süden Maltas wurden geringere Chamäleondichten gefunden, vermutlich wegen des weniger geeigneten Lebensraums. Während des maltesischen Winters wurden deutlich weniger Chamäleons gefunden als im Sommer. Je weiter ein Transekt von Straßen entfernt war, desto mehr Chamäleons hielten sich dort auf. Da Koniferen an den meisten Standorten dominierten, fanden sich auch die meisten Chamäleons auf Koniferen und anderen Bäumen. Deutlich weniger häufig hielten die Tiere sich in Büschen und niedriger Vegetation auf. Die meisten Chamaeleo chamaeleon schliefen auf Höhen zwischen 1 und 3 m über dem Boden, wobei kleinere Chamäleons niedriger zu finden waren. Die Mehrheit der aufgefundenen Chamäleons war zwischen 2,6 und 7 cm groß. Die Tiere schliefen vorwiegend solitär.

Distribution and microhabitat use of naturalized Common Chameleons, Chamaeleo chamaeleon (Linnaeus, 1758), in Malta
Kristyl Farrugia, Joseph A. Borg, Patrick J. Schembri
Herpetology Notes 19, 2026: 275-281
DOI: nicht verfügbar
Kostenloser Download des Artikels

Foto: Chamaeleo chamaeleon im natürlichen Lebensraum, fotografiert von Markus Grimm

Exporte von Nachzucht-Chamäleons aus Kenia gestiegen

Exporte von Nachzucht-Chamäleons aus Kenia gestiegen

Allgemeines Wissenschaft

Eine Ökologin, ein Umweltwissenschaftler und ein Tierarzt haben sich kürzlich mit den CITES-Exportzahlen für Kenia beschäftigt. Sie untersuchten dabei ausschließlich Exporte, bei denen die Tiere in Gefangenschaft gezüchtet oder auf Farmen nachgezogen wurden, innerhalb eines Zeitraumes von 2013 bis 2023.

Insgesamt wurden in diesen zehn Jahren 886 Exporte unter CITES als Nachzuchten oder Farmzuchten gemeldet. Die Zahlen stiegen dabei zwischen 2013 und 2023 deutlich an: Waren es 2013 nur 53 Exporte dieser Art, wurden 2023 über doppelt so viele, nämlich 110 Exporte, gezählt.

80% der Exporte waren lebende Tiere, in Zahlen 871,783 Individuen in zehn Jahren. 20% der Exporte entfielen auf Federn, Häute (vor allem von Krokodilen), Gewebeproben, Fleisch und zwei einzelne Skelette. Reptilien lagen bei den Lebendexporten von Nach- oder Farmzuchten mit über 96% zahlenmäßig an erster Stelle. Erst weit davon abgeschlagen waren mit 15% Vögel und nur 3,5% Säugetiere exportiert worden. Die am häufigsten exportierten Nach- oder Farmzuchten bei den Reptilien waren Stigmochelys pardalis, Trioceros jacksonii, Trioceros hoehnelli, Kinyongia boehmei sowie Trioceros ellioti. Bei den Chamäleons wurde keines als Farmzucht exportiert. Alle Chamäleons waren entweder in Gefangenschaft gezüchtet oder lediglich in Gefangenschaft geboren/geschlüpft.

Interessanterweise befanden sich auch einzelne Kinyongia fischeri und Furcifer pardalis unter den Exporten. Es handelte sich hier vermutlich um bereits früher importierte Tiere, denn die beiden Arten kommen in Kenia selbst nicht natürlicherweise vor.

Die Zielländer der Exporte waren mit 43 Nationen vielfältig. Die Mehrheit ging mit 177 Exporten in die USA, dahinter steht Deutschland mit 95 und Spanien mit 62 Exporten als Zielland. Das am zweithäufigsten in die USA importierte Tier war Trioceros jacksonii mit insgesamt 55.944 Chamäleons in zehn Jahren. Direkt dahinter lagen in den USA Trioceros hoehnelli it 14.266 Tieren und Kinyongia boehmei mit 11497 Tieren, die zwischen 2013 und 2023 importiert wurden. In der gleichen Zeit importierte Deutschland nur 5.577 Trioceros jacksonii und 4.456 Kinyongia boehmei.

Zwei der gehandelten Chamäleonarten, Kinyongia boehmei und Kinyongia fischeri, gelten als potenziell gefährdet (‚near threatened‘). Die Autoren bemängeln, dass bei diesen und anderen Chamäleon-Arten der Wissensstand um die aktuelle Populationsgröße und -trends unzureichend ist. Ob der Handel mit diesen Tieren deshalb nachhaltig ist, kann nur eingeschränkt beurteilt werden. Ebenfalls stellen sie die Frage, ob es sich bei den gehandelten Tieren tatsächlich um Nachzuchten handelt und inwiefern das individuelle Tierwohl bei Exporten generell berücksichtigt wird.

Hinweis: Alle drei Autoren der Studie arbeiten bei World Animal Protection, es kann hier also ein gewisser Interessenskonflikt nicht ausgeschlossen werden.

Rising reptile trade from Kenya: Analysis of CITES-listed captive-bred wildlife exports
Angie Elwin, Ephraim Batungbacal, Patrick Muinde
Conservation 2026, 6: 56
DOI: 10.3390/conservation6020056
Kostenloser Download des Artikels

Foto: Trioceros hoehnelli, fotografiert von Marius Burger, CC0

Vortrag in Ulm über Senegambia

Vortrag in Ulm über Senegambia

Reiseberichte Vorträge

Am Samstag, den 16.05.2026, wird Simon Heyler einen reich bebilderten Vortrag über seine Reise nach Senegambia halten.

Senegambia bezeichnet die geografische Region rund um Senegal und Gambia in Westafrika. Die Landschaft ist geprägt von Savannen, Mangroven, Flusslandschaften rund um den Gambia River sowie trockeneren Buschgebieten. Die Region ist vor allem für ihre reiche Vogelwelt bekannt, bietet aber auch spannende Beobachtungsmöglichkeiten für Reptilien und Amphibien. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich einen spannenden Reisebericht anzuschauen und zu -hören.

Simon Heyler Senegambia: Kleinod im Herzen Afrikas
DGHT Stadtgruppe Ulm
Il Mio Ristorante
Europastraße 15
89231 Neu-Ulm
Beginn des Vortrags um 19.30 Uhr, vorheriges Treffen ab 18.30 Uhr

Foto: Collage, fotografiert vom Vortragenden

Vortrag in Kassel über den Kongo

Vortrag in Kassel über den Kongo

Reiseberichte Vorträge

Am Samstag, den 16.05.2026, wird Raffael Ernst einen reich bebilderten Vortrag über seine Forschung im Kongo halten. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich diesen spannenden Bericht anzuschauen und zu -hören.

Raffael Ernst Biodiversitätsforschung im grünen Herzen Afrikas – unbekannte herpetologische Hotspots im Kongobecken
DGHT Stadtgruppe Kassel
Haus Schönewald
Wilhelmstraße 17
34233 Fuldatal Simmershausen
gemeinsames Essen ab 18.00 Uhr vor dem Vortragsbeginn

Foto: Collage, fotografiert vom Vortragenden im Kongobecken

Internationaler Chamäleontag

Internationaler Chamäleontag

Allgemeines Internationaler Chamäleontag

Schon zum dritten Mal findet der internationale Chamäleontag weltweit statt! Wildlife Madagascar hat 2024 den 09. Mai dazu ausgerufen. Und die AG Chamäleons beteiligt sich selbstverständlich daran. Wir haben nur drei Wochen später übrigens ein ganzes Chamäleon-Wochenende: Nämlich die Jahrestagung der AG Chamäleons, die dieses Jahr in Hannover stattfindet. Kommt uns gerne besuchen! Ein ganzes Wochenende unter Chamäleonfreunden wird sicher gut!

Was habt ihr für den heutigen Tag vorbereitet?

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Vortrag in Krefeld über Kenia

Vortrag in Krefeld über Kenia

Reiseberichte Vorträge

Am Freitag, den 08.05.2026, werden Stefanie und Stefan Leber einen reich bebilderten Vortrag über eine Reise durch Kenia halten.

Von Mitte November bis Anfang Dezember verbrachten die beiden mehrere Wochen in Kenia im Osten Afrikas. Der Start lag in den berühmtem Aberdare Mountains auf 3700 m, wo sie auf Tuchfühlung mit Elefanten gingen und das ein oder andere Chamäleon entdecken konnten. Im weiteren Verlauf der Reise ging es auf eine kleine, traumhafte Insel im Lake Baringo und auf eine Snake Safari mit Watamu Snake Farm und in den Kakamega Forest. Und nach einem Abstecher nach Nairobi ging es zum Abschluss der Reise ins Rukinga Sanctuary in Tsavo West, einem tollen Gebiet nicht nur für Herper, sondern auch fürs Birdwatching! Dieser Vortrag sprudelt nur so vor Fotos und Tierbegegnungen. Und Chamäleons gab es in Kenia auch einige zu sehen, unter anderem Trioceros ellioti, Trioceros hoehnelli und Rhampholeon boulengeri.

Stefan und Stefanie Leber Unbekanntes Afrika – Abenteuer im südlichen Kenia
DGHT Regionalgruppe Krefeld, Mönchengladbach und Umgebung
Vereinsheim SC 08 Schiefbahn
Siedlerallee 27
47877 Willich-Schiefbahn
Vortragsbeginn 20.00 Uhr

Foto: Trioceros ellioti, fotografiert von den Vortragenden während ihrer Keniareise

Lebensräume verschiedener Chamäleons in Vohimana (Madagaskar)

Lebensräume verschiedener Chamäleons in Vohimana (Madagaskar)

Verbreitung Wissenschaft

Eine Studie zur Verbreitung und den Lebensräumen verschiedener Chamäleonarten wurde kürzlich in Vohimana in Madagaskar durchgeführt. Das Reservat Vohimana liegt zwischen 800 und 1000 m Höhe im östlichen Hochland der Insel. Es erstreckt sich über eine Fläche von 15 km², davon 6 km² Primärregenwald, 8,5 km² Sekundärvegetation und etwas über 1 km² Eukalyptusforst. Die Regenzeit reicht von Oktober bis Mai und ist vor allem von vermehrtem Regen gekennzeichnet, wobei die Trockenzeit ebenfalls über verhältnismäßig viele Niederschläge verfügt.

An insgesamt 195 Tagen, davon 158 in der Regenzeit und 37 in der Trockenzeit wurden Chamäleons innerhalb des Reservats entlang der vorhandenen Wege mit dem bloßen Auge gesucht. Dabei liefen verschiedene Personen insgesamt 350 km Strecke. 80% der Datenerhebung fand nachts statt, nur 20% tagsüber. Jedes gefundene Chamäleon wurde fotografiert sowie Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und UV-Index am Fundort gemessen. Die Daten wurden anschließend statistisch ausgewertet.

Während der gesamten Studienzeit konnten 577 Chamäleons dokumentiert werden. Darunter befanden sich ein einziges Calumma brevicorne, sieben Furcifer willsii, zwei Brookesia ramanantsoai, sieben Brookesia thieli, 143 Brookesia superciliaris und Brookesia therezieni (zusammengefasst zu einer Gruppe), 53 Calumma furcifer, 207 kleine Calumma des nasutum-Komplexes (auf Grund von Schwierigkeiten bei der der rein äußerlichen Artbestimmung zu einer Gruppe zusammengefasst), 24 Calumma parsonii, 118 Calumma pinocchio, 11 Furcifer bifidus und 4 Furcifer pardalis.

Am häufigsten in Vohimana waren Brookesia superciliaris und Brookesia therezieni, kleine Chamäleons des Calumma nasutum-Komplex und Calumma pinocchio. Brookesia superciliaris, Brookesia therezieni und Calumma furcifer wurden nur selten außerhalb des Primärwaldes aufgefunden. Calumma pinocchio war am häufigsten in einem kleinen Primärwaldrest im Nordosten des Reservats zu finden. Alle übrigen Arten konnten die Wissenschaftler sowohl in Primärwald als auch in Sekundärvegetation immer wieder entdecken. Calumma parsonii, Calumma pinocchio als auch Arten des nasutum-Komplexes wurden häufig im Bereich von Waldrändern gefunden.

Die Temperaturen der Fundorte lagen in der Regenzeit durchschnittlich bei 24,2°C, in der Trockenzeit dagegen bei durchschnittlich 18,3°C. Während der Regenzeit wurden tagsüber mehr Chamäleons an Orten mit höherem UV-Index gemessen (durchschnittlich 0,5). Die relative Luftfeuchtigkeit war in Vohimana das ganze Jahr über hoch mit einem Durchschnitt über 90% für beide Jahreszeiten. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Chamäleonarten waren eher gering, was die Mikroklimata anging. Einzelne Furcifer pardalis und Furcifer willsii wurde zu den höchsten gemessenen Tages- und Nachttemperaturen (29°C und 27,5° tagsüber, 25°C nachts) gefunden. Diese beiden Arten sonnten auch im höchsten durchschnittlich gemessenen UVI (8,2 für Furcifer pardalis und 7,7 für Furcifer willsii). Die UV-Indizes aller übrigen Arten lagen im Durchschnitt deutlich niedriger.

Diversity, distribution, and microclimatic conditions experienced by the chameleons of the Vohimana Reserve, Madagascar
Olivier Marquis, Marc Gansuana, Sébastian Métrailler
Herpetological Conservation and Biology 21(1), 2026: 101-119
DOI: nicht verfügbar
Kostenloser Download des Artikels

Foto: Calumma pinocchio im Reservat von Vohimana, fotografiert von Alex Negro