Chamäleons in Hadejia Wetlands (Nigeria)       

Chamäleons in Hadejia Wetlands (Nigeria)       

Verbreitung Wissenschaft

Biologen aus Nigeria haben kürzlich eine Studie zur Datenerhebung bezüglich der Herpetofauna des Hadejia Wetlands National Park (Nigeria) durchgeführt. Die Hadejia-Nguru Wetlands liegen im Norden Nigerias, südlich der Sahelwüste. Sie werden regelmäßig von den Flüssen Kafin Hausa und Katagum geflutet und verfügen über eine Fläche von 320 km².

Während der Regen- und der Trockenzeit 2025 suchten je drei Personen je drei Stunden am Tage und in der Nacht entlang 1 km lange Transekte visuell nach Reptilien. Einige wurden zwecks Identifikation gefangen und 50 m entfernt freigelassen, andere nur fotografiert.

Insgesamt wurden 141 Reptilien gefunden, die zu 21 Arten gehörten. Zwei Chamäleon-Arten wurden dabei nachgewiesen: Zwei Chamaeleo gracilis und vier Chamaeleo africanus. Chamaeleo gracilis wurde ausschließlich im Wald gefunden, bei Chamaeleo africanus wurden drei Individuen im Wald und eines in der Savanne entdeckt. Beide Arten sind aus Nigeria bekannt, die letzten dokumentierten Sichtungen aus Hadejia waren aber nicht aktuell.

Species composition and diversity of reptile in Hadejia Wetlands National Park Jigawa State, Nigeria
Tukur Yahuza Nasir, Ali Abubakar, Callistus Akosim
Journal of Science Research and Reviews
DOI: 10.70882/josrar.2026.v3i4.239
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Foto: Chamaeleo gracilis, Creative Commons Attribution 4.0 kogia

Chamäleons in drei Waldfragmenten Ruandas

Chamäleons in drei Waldfragmenten Ruandas

Verbreitung Wissenschaft

Viele Teile des ostafrikanischen Grabens sind heute erforscht. Andere, vor allem kleinere Waldfragmente, warten noch immer auf Forscher. Im Bereich des Albertine-Grabens in Ruanda haben Wissenschaftler nun die Herpetofauna drei kleiner Waldreste untersucht. Alle drei Waldreste sind massiv von Abholzung für Feuerholz und Brandrodung zur Gewinnung neuer landwirtschaftlicher Flächen bedroht.

Sanza ist ein Waldfragment im Westen Ruandas, das auf Höhen zwischen 1600 und 1950 m liegt. Seit Mitte der 1980er Jahre ist der Wald um über 50% geschrumpft und besteht aktuell nur noch aus einer Waldfläche von 0,24 km².  Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 15 bis 18°C.

Die Waldreste Nyagasenyi und Ibanda-Makera dagegen liegen beide an der östlichen Grenze Ruandas zu Tansania. Nyagasenyi liegt auf Höhen zwischen 1315 und 1340 m. Auch die Fläche dieses Waldrest hat sich seit den 1980er Jahren um fast 60% reduziert, so dass es 2015 nur noch 0,19 km² waren. Ibanda-Makera ist mit aktuell 1,69 km² noch etwas größer und liegt auf Höhen zwischen 1300 und 1400 m.

Insgesamt wurden während der Regenzeit an 12 Tagen für je ein bis anderthalb Stunden an bis zu 18 Punkten pro Wald Übersichtsstudien durchgeführt. Dazu wurde mit dem bloßen Auge nach Reptilien gesucht, während Amphibien vorwiegend gekeschert wurden. Alle Tiere wurden soweit möglich artbestimmt und dann wieder freigelassen

Insgesamt konnten 17 Amphibien- und 13 Reptilienarten dokumentiert werden. Unter den gefundenen Arten befanden sich zwei Chamäleons: Trioceros ellioti und Trioceros rudis. Dabei wurden mehrere Trioceros ellioti in Nyagasenyi und Ibanda-Makera gefunden, in Sanza dagegen lediglich zwei Individuen von Trioceros rudis. Trioceros rudis ist endemisch im Albertine Rift, während Trioceros ellioti weiterverbreitet ist. Trioceros ellioti schien dabei vor allem nicht-überflutete Sträucher gebunden zu sein, während Trioceros rudis vor allem am Waldrand vorkam.

Diversity and community composition of herpetofauna from Ibanda-Makera, Sanza, and Nyagasenyi remnant forests, Eastern Rwanda
Mapendo Mindje, Edmond Twagirayezu, Vensute Nsengimana
Discover environment 2026, 4: 370
DOI: 10.1007/s44274-026-00903-0
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Fotos: Links Trioceros rudis, rechts Trioceros ellioti, die in der Studie gefunden wurden

Chamäleons im Schutzgebiet Ivohiboro (Madagaskar)

Chamäleons im Schutzgebiet Ivohiboro (Madagaskar)

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Nachdem vor zwei Jahren eine erste kleine Studie über die Herpetofauna von Ivohiboro veröffentlicht wurde, gibt es nun weitere Forschungsarbeit von dort. Das Schutzgebiet Ivohiboro liegt im Südosten Madagaskars, südwestlich der südlichsten Ausläufer des Andringitra-Gebirges. Der Wald selbst ist rund 8,58 km² groß und nimmt damit nur einen kleinen Teil des 37,82 km² großen Schutzgebietes ein. Er ist umgeben von Savannen und überspannt Höhenlagen von 650 bis 1460 m über Meeresniveau. Das Schutzgebet wird derzeit von lokalen Organisationen sowie dem madagassischen Umweltministerium verwaltet.

2016 und 2023 wurden auf je 16 und 26 Bäumen sogenannten „vertical surveys“ in Ivohibory und Analamary durchgeführt. Dabei wird ein Baum von unten nach oben beklettert und jedes gefundene Tier dokumentiert und ggf. beprobt. Außerdem wird am Boden in einem 10 m Radius um den Baum nach Tieren gesucht. Leider setzte in beiden Jahren die Regenzeit verzögert ein, so dass es trockener als erwartet war, was für die Herpetofauna eher ungünstig ist. Zusätzlich wurden einige Einzelbeobachtungen in die Studie mit einbezogen.

Alle gefundenen Tiere wurden dokumentiert und, wenn möglich, bis auf Gattungs- oder Artebene bestimmt. Gefundene Frösche wurden zwecks genetischer Untersuchungen beprobt. Insgesamt konnten 22 verschiedene Arten von Amphibien und 32 Arten Reptilien gefunden werden.

An Chamäleons wurden Calumma andringitraense, Calumma crypticum, Calumma oshaughnessyi, eine bisher genetisch noch nicht untersuchte Population von Calumma cf. fallax, Furcifer lateralis und Palleon nasus in Ivohiboro gefunden. Dabei war auffällig, dass vor allem die Calumma-Arten im Mittel stets weit oben in den Bäumen gefunden wurden.

From ground to canopy: A molecularly verified herpetofaunal inventory of a Madagascar Protected Area
Edmund W. Basham, Matteo D. Masotti, Iris E. Schmeder, Miguel Vences, Denis Razafitsimialona, Georges M. Andrianantenaina, Dina Andrianoely, Chloé M. Allen-Love, Brett R. Scheffers, Kelly R. Zamudio, Patricia C. Wright
Journal of Herpetology 60(2), 2026: 1-12
DOI: 10.1670/2644616
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Foto: In Ivohiboro gefundenen Chamäleons, von links oben nach rechts unten Calumma crypticum, Calumma andringitraense, Calumma fallax und Calumma oshaughnessyi, aus der genannten Publikation

Neuer Fundort von Rhampholeon temporalis (Tansania)

Neuer Fundort von Rhampholeon temporalis (Tansania)

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Rhampholeon temporalis war bisher nur von den East Usambara Mountains und dem Magrotto Hill im Osten Tansanias bekannt. Auf einer Forschungsreise nach Tansania haben Wissenschaftler die Art rund 40 km entfernt gefunden: Während einer Nachtexkursion in den West Usambara Bergen entdeckten sie vier Individuen der Art nahe eines kleinen Baches in Mitten eines Regenwaldfragments. Der Fundort liegt rund 240 m höher als die bisher bekannten Höhenlagen, auf denen Rhampholeon temporalis vorkommt.

In anderen Regenwaldfragmenten in der näheren Umgebung konnten sie die Art jedoch nicht entdecken. Das scheint die Annahme zu bestätigen, dass Rhampholeon temporalis ein größeres Verbreitungsgebiet als gedacht hat. Genetische Untersuchungen sollten jedoch zunächst klären, ob es sich bei den gefundenen Tieren tatsächlich um Rhampholeon temporalis und nicht eine nah verwandte, noch unbeschriebene Art oder das ähnlich aussehende Rhampholeon viridis handelt.

A record of the chameleon Rhampholeon cf. temporalis in West Usambara, eastern Tanzania
Frank Glaw, David Prötzel, Carlos Zanotelli
Spixiana 48(2): 214
DOI:  nicht verfügbar
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Foto: Eines der gefundenen Chamäleons aus der genannten Publikation

Das Europäische Chamäleon auf Malta

Das Europäische Chamäleon auf Malta

Verbreitung Wissenschaft

Das Europäische Chamäleon, Chamaeleo chamaeleon, ist schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf Malta nachgewiesen und vermutlich von Menschenhand auf die Insel gebracht worden. Über seine aktuelle Verbreitung und Ökologie auf der Insel ist allerdings bisher eher wenig bekannt. Maltesische Biologen haben nun eine Studie durchgeführt, um genau das zu ändern.

Sie führten Datenerhebungen in 37 Transekten von je 100 x 10 m Größe an 13 verschiedenen Orten auf Malta durch: In l-Aħrax tal-Mellieħa, Ghadira Nature Reserve, il-Miżieb, Simar Nature Reserve, Kennedy Grove, Dwejra Lines, Chadwick Lakes, Ta’qali, Buskett, Siggiewi, Xrobb l-ghagin, Bormla Gardens und Wied ghollieqa. Pro Datenerhebung wurde ein Transekt zwei Mal in verschiedener Richtung in der Nacht durchlaufen. Die meisten Orte wurden zwischen Juli und Oktober besucht, einige zusätzliche Besuche im Januar und Februar gab es in l-Aħrax tal-Mellieħa, Kennedy Grove und il-Miżieb.

Für jedes gefundene Chamäleon wurde die Pflanze, auf der das Tier entdeckt wurde, notiert, die Sitzposition und -höhe des Chamäleons, sowie ob weitere Chamäleons in 3 m Umgebung schliefen. Die Chamäleons wurden während der gesamten Studie nicht angefasst, es wurden lediglich Fotos gemacht, um die Körpergröße der Chamäleons zu bestimmen. Die Daten wurden anschließend statistisch ausgewertet.

An allen 13 Orten auf Malta konnte Chamaeleo chamaeleon nachgewiesen werden. Die höchste Chamäleondichte fand sich in Kennedy Grove mit 12,5 Individuen pro 1000 m² und il-Miżieb mit 12 Individuen pro 1000 m². Im Zentrum und Süden Maltas wurden geringere Chamäleondichten gefunden, vermutlich wegen des weniger geeigneten Lebensraums. Während des maltesischen Winters wurden deutlich weniger Chamäleons gefunden als im Sommer. Je weiter ein Transekt von Straßen entfernt war, desto mehr Chamäleons hielten sich dort auf. Da Koniferen an den meisten Standorten dominierten, fanden sich auch die meisten Chamäleons auf Koniferen und anderen Bäumen. Deutlich weniger häufig hielten die Tiere sich in Büschen und niedriger Vegetation auf. Die meisten Chamaeleo chamaeleon schliefen auf Höhen zwischen 1 und 3 m über dem Boden, wobei kleinere Chamäleons niedriger zu finden waren. Die Mehrheit der aufgefundenen Chamäleons war zwischen 2,6 und 7 cm groß. Die Tiere schliefen vorwiegend solitär.

Distribution and microhabitat use of naturalized Common Chameleons, Chamaeleo chamaeleon (Linnaeus, 1758), in Malta
Kristyl Farrugia, Joseph A. Borg, Patrick J. Schembri
Herpetology Notes 19, 2026: 275-281
DOI: nicht verfügbar
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Foto: Chamaeleo chamaeleon im natürlichen Lebensraum, fotografiert von Markus Grimm

Lebensräume verschiedener Chamäleons in Vohimana (Madagaskar)

Lebensräume verschiedener Chamäleons in Vohimana (Madagaskar)

Verbreitung Wissenschaft

Eine Studie zur Verbreitung und den Lebensräumen verschiedener Chamäleonarten wurde kürzlich in Vohimana in Madagaskar durchgeführt. Das Reservat Vohimana liegt zwischen 800 und 1000 m Höhe im östlichen Hochland der Insel. Es erstreckt sich über eine Fläche von 15 km², davon 6 km² Primärregenwald, 8,5 km² Sekundärvegetation und etwas über 1 km² Eukalyptusforst. Die Regenzeit reicht von Oktober bis Mai und ist vor allem von vermehrtem Regen gekennzeichnet, wobei die Trockenzeit ebenfalls über verhältnismäßig viele Niederschläge verfügt.

An insgesamt 195 Tagen, davon 158 in der Regenzeit und 37 in der Trockenzeit wurden Chamäleons innerhalb des Reservats entlang der vorhandenen Wege mit dem bloßen Auge gesucht. Dabei liefen verschiedene Personen insgesamt 350 km Strecke. 80% der Datenerhebung fand nachts statt, nur 20% tagsüber. Jedes gefundene Chamäleon wurde fotografiert sowie Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und UV-Index am Fundort gemessen. Die Daten wurden anschließend statistisch ausgewertet.

Während der gesamten Studienzeit konnten 577 Chamäleons dokumentiert werden. Darunter befanden sich ein einziges Calumma brevicorne, sieben Furcifer willsii, zwei Brookesia ramanantsoai, sieben Brookesia thieli, 143 Brookesia superciliaris und Brookesia therezieni (zusammengefasst zu einer Gruppe), 53 Calumma furcifer, 207 kleine Calumma des nasutum-Komplexes (auf Grund von Schwierigkeiten bei der der rein äußerlichen Artbestimmung zu einer Gruppe zusammengefasst), 24 Calumma parsonii, 118 Calumma pinocchio, 11 Furcifer bifidus und 4 Furcifer pardalis.

Am häufigsten in Vohimana waren Brookesia superciliaris und Brookesia therezieni, kleine Chamäleons des Calumma nasutum-Komplex und Calumma pinocchio. Brookesia superciliaris, Brookesia therezieni und Calumma furcifer wurden nur selten außerhalb des Primärwaldes aufgefunden. Calumma pinocchio war am häufigsten in einem kleinen Primärwaldrest im Nordosten des Reservats zu finden. Alle übrigen Arten konnten die Wissenschaftler sowohl in Primärwald als auch in Sekundärvegetation immer wieder entdecken. Calumma parsonii, Calumma pinocchio als auch Arten des nasutum-Komplexes wurden häufig im Bereich von Waldrändern gefunden.

Die Temperaturen der Fundorte lagen in der Regenzeit durchschnittlich bei 24,2°C, in der Trockenzeit dagegen bei durchschnittlich 18,3°C. Während der Regenzeit wurden tagsüber mehr Chamäleons an Orten mit höherem UV-Index gemessen (durchschnittlich 0,5). Die relative Luftfeuchtigkeit war in Vohimana das ganze Jahr über hoch mit einem Durchschnitt über 90% für beide Jahreszeiten. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Chamäleonarten waren eher gering, was die Mikroklimata anging. Einzelne Furcifer pardalis und Furcifer willsii wurde zu den höchsten gemessenen Tages- und Nachttemperaturen (29°C und 27,5° tagsüber, 25°C nachts) gefunden. Diese beiden Arten sonnten auch im höchsten durchschnittlich gemessenen UVI (8,2 für Furcifer pardalis und 7,7 für Furcifer willsii). Die UV-Indizes aller übrigen Arten lagen im Durchschnitt deutlich niedriger.

Diversity, distribution, and microclimatic conditions experienced by the chameleons of the Vohimana Reserve, Madagascar
Olivier Marquis, Marc Gansuana, Sébastian Métrailler
Herpetological Conservation and Biology 21(1), 2026: 101-119
DOI: nicht verfügbar
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Foto: Calumma pinocchio im Reservat von Vohimana, fotografiert von Alex Negro

Eingeschleppte Chamäleons in Subsahara-Afrika

Eingeschleppte Chamäleons in Subsahara-Afrika

Verbreitung Wissenschaft

Ein polnischer Biologe hat kürzlich ausgewertet, wie viele eingeschleppte Reptilien- und Amphibienarten es in Subsahara-Afrika gibt.

Unter den in andere Länder eingeschleppte Arten finden sich auch einige Chamäleons: Das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) wurde bereits vor 1830 in La Réunion eingeführt. Es kommt bis heute auf der Insel vor. Das Kap-Zwergchamäleon (Bradypodion pumilum) wurde in den 1990er Jahren in Namibia ausgesetzt und bildete kleine Populationen in Swakopmund, Walvis Bay, Lüderitz und Windhoek. Alle diese Populationen sind heute jedoch ausgestorben. Das Parsons Chamäleon (Calumma parsonii parsonii) wurde in den 1960er Jahren von Madagaskar nach Mauritius gebracht. Eine überlebensfähige Population wurde daraus jedoch nicht. Das Lappenchamäleon (Chamaeleo dilepis) wurde vor 1978 in die südafrikanische Provinz Freistaat verschleppt, scheint dort aber ebenfalls keine eigenständige Population gebildet zu haben. Und zuletzt wurden verschiedene Zwergchamäleon-Arten (Bradypodion ssp.) im Jahr 1939 in die Provinz Freistaat in Südafrika gebracht. Auch sie erzeugten keine bleibende Population.

Insgesamt sind vor allem Echsen in Subsahara-Afrika in fremde Länder eingeschleppt worden (23 Arten), direkt dahinter kommen Amphibien (21 Arten) und Schlangen (14 Arten). Die meisten eingeschleppten Arten werden in Südafrika beobachtet, außerdem aber auch in Madagaskar, den Maskarenen und umliegenden Inseln. Unklar ist, ob weiter nördlich gelegene afrikanische Länder eingeschleppte Arten geringer beobachten oder dort tatsächlich weniger vorhanden sind. Zwei Drittel der eingeschleppten Arten, die eigene Populationen etablierten konnten, kamen aus anderen Regionen Afrikas oder der umliegenden Inseln sowie dem Orient. Bei den Arten, die sich nach ihrer Verschleppung nicht vermehren konnten, sieht das deutlich anders aus.

Die frühesten Verschleppungen in Subsahara-Afrika sind aus dem 17. Jahrhundert bekannt, darunter der Vierkrallengecko (Gehyra mutilata) und der Maskarenenfrosch (Ptychadena mascareniensis). Mit dem Kolonialismus steigen die Zahlen verschleppter Arten stark an. Ein weiterer Peak liegt ab etwa 2000 mit steigendem internationalem Handel.

Die Gründe für die Verschleppungen sind vielfältig, zumeist aber passiert es unbeabsichtigt. Vor allem Geckos und Frösche werden häufig als blinde Passagiere mit Obsttransporten, Container auf Schiffen oder im Gepäck von Touristen verschleppt. Seltener werden Reptilien und Amphibien absichtlich ausgesetzt, wie im Fall des Kap-Zwerggecko (Lygodactylus capensis), der in einer Gärtnerei ausgesetzt wurde. Das Aussetzen von als Haustieren gehaltenen Reptilien und Amphibien führt meist nicht zur Etablierung von sich vermehrenden Populationen. Zwei Fälle von beabsichtigtem Aussetzen zur biologischen Kontrolle anderer Tierarten sind bekannt, ebenfalls drei beabsichtigte Freilassungen ohne Gründe.

Potenzielle Probleme der eingeschleppten Arten sind vor allem die Verdrängung anderer einheimischer Arten, aber auch das Fressen einheimischer Arten. Die Hybridisierung mit einheimischen Arten findet sehr selten statt. Die Verbreitung von Krankheiten, beispielsweise Parasitosen, ist ein häufiges Problem. Von verschleppten Chamäleons ist bisher keines dieser Probleme bekannt, allerdings gibt es auch vielerorts kaum Studien zum Thema.

Herping the African Continent: Alien Amphibians and Reptiles in Sub-Saharan Africa
Grzegorz Kopij
Biology 2026, 15: 639
DOI: 10.3390/biology15080639
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Foto: Ein Furcifer pardalis auf La Réunion, fotografiert von Jason Berger, CC BY 4.0

Chamäleons in Namoroka (Madagaskar)

Chamäleons in Namoroka (Madagaskar)

Verbreitung Wissenschaft

Die Tsingy de Namoroka liegen im heißen Westen Madagaskars. Sie bestehen aus nadelspitzem Karstgestein mit Grotten darunter und umgeben von Trockenwaldfragmenten. Obwohl die Tsingy inzwischen ein Nationalpark sind, ist der Zugang mangels jeglicher Infrastruktur und Wegen bisher nur äußerst schwierig und während der Regenzeit sogar überhaupt nicht möglich.

Die Wissenschaftler führten an drei verschiedenen Orten innerhalb des Nationalparks Übersichtsstudien durch. Dazu nutzten sie jeweils drei 1000 bis 1500 m Transektlinien an jedem Ort und Grubenfallen. Zusätzlich wurden spezielle Lebensräume wie Grotten gezielt aufgesucht.

Insgesamt wurden 57 Tierarten in Namoroka nachgewiesen werden, davon 41 Reptilienarten. An allen drei untersuchten Standorten konnten Brookesia brygooi, Furcifer angeli und Furcifer oustaleti nachgewiesen werden. Das in Namoroka endemische Brookesia bonsi dagegen konnte nur an einem einzigen Standort gefunden werden. Es handelt sich dabei um ein 87 m „hoch“ gelegenes Gebiet mit Bäumen zwischen 6 und 15 m Höhe und relativ offenem Blätterdach. Das Gebiet zeichnet sich durch dichtes, nahezu undurchdringbares Unterholz vor allem in feuchten, felsigen Schluchten zwischen den Tsingy aus.

Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass Brandrodung und daraus resultierende, unkontrollierbare Buschfeuer nach wie vor ein großes Risiko für die Lebensräume der Tiere in Namoroka darstellt. Auch Holzschlag sowie das Ernten wilden Honigs, wilden Wurzelknollen und Heilpflanzen sorgt dafür, dass die Lebensräume des Nationalparks gestört werden. Auch Zebus werden zum Weiden in den Nationalpark getrieben. Der tatsächliche Schutz des Gebiets ist auf Grund der ablegenen Lage und der hohen Armut der Bevölkerung vor Ort sehr schwierig.

Aperçu des amphibiens et des reptiles du Parc National de Namoroka: Diversité biologique, intérêt biogéographique et représentativité en matière de conservation
Hajaniaina Rasoloarison, Bernard Ranriamahatantsoa, Nirhy Rabibisoa, Christopher J. Raxworthy
Malagasy Nature 2026, 20: 30-46.
DOI: nicht verfügbar
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Foto: Brookesia bonsi in Namoroka, aus der genannten Publikation

Chamaeleo africanus in Griechenland außerhalb Pylos nachgewiesen

Chamaeleo africanus in Griechenland außerhalb Pylos nachgewiesen

Verbreitung Wissenschaft

Dass Chamaeleo africanus in der Lagune von Gialova, Region Pylos (Griechenland) vorkommt, ist inzwischen lange bekannt. Es unterscheidet sich nicht nur optisch, sondern auch genetisch von den im südlichen Europa relativ weit verbreiteten Chamaeleo chameleon. Sporadische Berichte von weiteren Vorkommen von Chamaeleo africanus in Griechenland gibt es immer wieder, bisher fehlte jedoch ein wissenschaftlicher Nachweis der Art in anderen Gebieten als Pylos.

Wissenschaftler haben nun eine zweite Population der Art identifiziert. Sie konnten mindestens sieben Individuen der Art rund 130 km nördlich der Gialova-Laguna auf dem Peloponnes finden. Die Chamäleons leben in einem Natura 2000-Gebiet namens Limnothalassa Kalogrias /Dasos Strogylias Kai Elos Lamias. Ein Jungtier wurde per Backenabstrich beprobt, um genetisch die Art Chamaeleo africanus zu bestätigen.

Genetic evidence for the presence of Chamaeleo africanus in Greece outside the Pylos region
Erika Lego, Maria Koutsokali, Michael Valachas
Conservation Genetics Resourecs 18(5), 2026
DOI: 0.1007/s12686-026-01409-w
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Foto: Chamaeleo africanus, fotografiert von Benny Trapp, CC BY-SA 3.0

Vorkommen des Lappenchamäleons im Norden Mosambiks

Vorkommen des Lappenchamäleons im Norden Mosambiks

Verbreitung Wissenschaft

Wissenschaftler haben kürzlich nach Reptilien in der Gemeinde Mocuba im Norden Mosambiks gesucht, um die vorkommenden Arten zu inventarisieren. Sie untersuchten dabei einen sogenannten Miombo-Trockenwald (eine Art weitständige Waldsavanne mit kaum Unterholz) sowie einen nahe gelegenen Granitfelsen namens Mount Morué, der nur insgesamt 361 m hoch ist.

Während mehrerer Monate in der Regen- und Trockenzeit wurde für jeweils sieben Tage (insgesamt 42) beide Habitate durchsucht. Die Wissenschaftler nutzten Grubenfallen und suchten mit dem bloßen Auge tagsüber entlang festgelegter Transekte. Reptilien wurden an Hand vorhandener Field Guides und mit Hilfe von Experten identifiziert. Zusätzlich wurden einige Tiere getötet und der Sammlung der Universtität Zambezi zugeführt.

Insgesamt wurden 23 verschiedene Reptilienarten beobachtet. Chamaeleo dilepis wurde sechs Mal gefunden. Alle Chamäleons wurden im Miombo woodland gefunden und kein einziges Chamäleon auf dem Granitfelsen Mount Morué. Zwei Chamäleons befanden sich zwei gerade auf Beutesuche, zwei andere befanden sich noch in Schlafposition bei Fund am frühen Morgen. Ein weiteres Lappenchamäleon war in einer Grubenfalle gelandet. Die Art ist in Mosambik bereits von vielen Funden bekannt. Von Mocuba standen Funde bisher jedoch noch aus.

Beyond the asymptote: a near-complete reptile inventory in the Miombo woodland and on Mount Morué, Mocuba Municipality, with a major range extension for the lizard Nucras boulengeri Neumann, 1900
Avelino R. Miguel, Berta I. Sitole, Nando A.M. Calonga, Celso H. Duarte, Dolescêncio Armando, Célia J.A. Nanvonamuquitxo, Hinrich Kaiser
Herpetology Notes 18: 1051-1071.
DOI: unbekannt
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Foto: Chamaeleo dilepis an einer Fundstelle in den Miombo Woodlands, fotografiert von Miguel Avelino