[:de]Eingeschleppte Chamäleons in Subsahara-Afrika[:en]Invasive chameleons in subsaharan Africa[:]

[:de]Eingeschleppte Chamäleons in Subsahara-Afrika[:en]Invasive chameleons in subsaharan Africa[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Ein polnischer Biologe hat kürzlich ausgewertet, wie viele eingeschleppte Reptilien- und Amphibienarten es in Subsahara-Afrika gibt.

Unter den in andere Länder eingeschleppte Arten finden sich auch einige Chamäleons: Das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) wurde bereits vor 1830 in La Réunion eingeführt. Es kommt bis heute auf der Insel vor. Das Kap-Zwergchamäleon (Bradypodion pumilum) wurde in den 1990er Jahren in Namibia ausgesetzt und bildete kleine Populationen in Swakopmund, Walvis Bay, Lüderitz und Windhoek. Alle diese Populationen sind heute jedoch ausgestorben. Das Parsons Chamäleon (Calumma parsonii parsonii) wurde in den 1960er Jahren von Madagaskar nach Mauritius gebracht. Eine überlebensfähige Population wurde daraus jedoch nicht. Das Lappenchamäleon (Chamaeleo dilepis) wurde vor 1978 in die südafrikanische Provinz Freistaat verschleppt, scheint dort aber ebenfalls keine eigenständige Population gebildet zu haben. Und zuletzt wurden verschiedene Zwergchamäleon-Arten (Bradypodion ssp.) im Jahr 1939 in die Provinz Freistaat in Südafrika gebracht. Auch sie erzeugten keine bleibende Population.

Insgesamt sind vor allem Echsen in Subsahara-Afrika in fremde Länder eingeschleppt worden (23 Arten), direkt dahinter kommen Amphibien (21 Arten) und Schlangen (14 Arten). Die meisten eingeschleppten Arten werden in Südafrika beobachtet, außerdem aber auch in Madagaskar, den Maskarenen und umliegenden Inseln. Unklar ist, ob weiter nördlich gelegene afrikanische Länder eingeschleppte Arten geringer beobachten oder dort tatsächlich weniger vorhanden sind. Zwei Drittel der eingeschleppten Arten, die eigene Populationen etablierten konnten, kamen aus anderen Regionen Afrikas oder der umliegenden Inseln sowie dem Orient. Bei den Arten, die sich nach ihrer Verschleppung nicht vermehren konnten, sieht das deutlich anders aus.

Die frühesten Verschleppungen in Subsahara-Afrika sind aus dem 17. Jahrhundert bekannt, darunter der Vierkrallengecko (Gehyra mutilata) und der Maskarenenfrosch (Ptychadena mascareniensis). Mit dem Kolonialismus steigen die Zahlen verschleppter Arten stark an. Ein weiterer Peak liegt ab etwa 2000 mit steigendem internationalem Handel.

Die Gründe für die Verschleppungen sind vielfältig, zumeist aber passiert es unbeabsichtigt. Vor allem Geckos und Frösche werden häufig als blinde Passagiere mit Obsttransporten, Container auf Schiffen oder im Gepäck von Touristen verschleppt. Seltener werden Reptilien und Amphibien absichtlich ausgesetzt, wie im Fall des Kap-Zwerggecko (Lygodactylus capensis), der in einer Gärtnerei ausgesetzt wurde. Das Aussetzen von als Haustieren gehaltenen Reptilien und Amphibien führt meist nicht zur Etablierung von sich vermehrenden Populationen. Zwei Fälle von beabsichtigtem Aussetzen zur biologischen Kontrolle anderer Tierarten sind bekannt, ebenfalls drei beabsichtigte Freilassungen ohne Gründe.

Potenzielle Probleme der eingeschleppten Arten sind vor allem die Verdrängung anderer einheimischer Arten, aber auch das Fressen einheimischer Arten. Die Hybridisierung mit einheimischen Arten findet sehr selten statt. Die Verbreitung von Krankheiten, beispielsweise Parasitosen, ist ein häufiges Problem. Von verschleppten Chamäleons ist bisher keines dieser Probleme bekannt, allerdings gibt es auch vielerorts kaum Studien zum Thema.

Herping the African Continent: Alien Amphibians and Reptiles in Sub-Saharan Africa
Grzegorz Kopij
Biology 2026, 15: 639
DOI: 10.3390/biology15080639
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Foto: Ein Furcifer pardalis auf La Réunion, fotografiert von Jason Berger, CC BY 4.0[:en]

A Polish biologist has recently assessed the number of introduced reptile and amphibian species in sub-Saharan Africa.

Among the species introduced into other countries are also a number of chameleons: the panther chameleon (Furcifer pardalis) was introduced to Réunion before 1830. It is still found on the island today. The Cape dwarf chameleon (Bradypodion pumilum) was released in Namibia in the 1990s and established small populations in Swakopmund, Walvis Bay, Lüderitz and Windhoek. However, all these populations are now extinct. The Parsons’ chameleon (Calumma parsonii parsonii) was introduced from Madagascar to Mauritius in the 1960s. However, this did not result in a viable population. The frilled chameleon (Chamaeleo dilepis) was introduced to the South African province of the Free State before 1978, but does not appear to have established a self-sustaining population there either. Finally, various species of dwarf chameleon (Bradypodion ssp.) were introduced to the Free State province in South Africa in 1939. They, too, failed to establish a permanent population.

Overall, lizards have been introduced into non-native countries in sub-Saharan Africa more than any other group (23 species), followed closely by amphibians (21 species) and snakes (14 species). Most introduced species are observed in South Africa, but also in Madagascar, the Mascarene Islands and surrounding islands. It is unclear whether introduced species are observed less frequently in African countries further north, or whether they are actually less prevalent there. Two-thirds of the introduced species that managed to establish their own populations originated from other regions of Africa or the surrounding islands, as well as the Middle East. The situation is quite different for species that were unable to reproduce after being introduced.

The earliest cases of species introduction in sub-Saharan Africa date back to the 17th century, including the four-clawed gecko (Gehyra mutilata) and the Mascarene frog (Ptychadena mascareniensis). With the advent of colonialism, the number of introduced species rose sharply. A further peak occurred from around the year 2000 onwards, coinciding with an increase in international trade.

There are many reasons why animals are transported unintentionally, but in most cases it happens by accident. Geckos and frogs, in particular, are frequently transported as stowaways in fruit shipments, in shipping containers, or in tourists’ luggage. Less commonly, reptiles and amphibians are deliberately released, as in the case of the Cape dwarf gecko (Lygodactylus capensis), which was released at a nursery. The release of reptiles and amphibians kept as pets does not usually lead to the establishment of breeding populations. Two cases of deliberate release for the purpose of biological control of other animal species are known, as are three deliberate releases for no apparent reason. The release of reptiles and amphibians kept as pets does not usually lead to the establishment of breeding populations. Two cases of deliberate release for the purpose of biological control of other animal species are known, as are three deliberate releases for no apparent reason.

The main potential problems posed by introduced species are the displacement of other native species, but also predation on native species. Hybridisation with native species occurs very rarely. The spread of diseases, such as parasitic infections, is a common problem. None of these problems have been reported in relation to introduced chameleons to date; however, there are very few studies on the subject in many places.

Herping the African Continent: Alien Amphibians and Reptiles in Sub-Saharan Africa
Grzegorz Kopij
Biology 2026, 15: 639
DOI: 10.3390/biology15080639
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Photo: A Furcifer pardalis on Réunion, photographed by Jason Berger, CC BY 4.0[:]

[:de]Jemenchamäleon in 12 weiteren Countys in Florida (USA) verbreitet[:en]Veiled chameleon distributed over 12 new counties in Florida (USA)[:]

[:de]Jemenchamäleon in 12 weiteren Countys in Florida (USA) verbreitet[:en]Veiled chameleon distributed over 12 new counties in Florida (USA)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Bereits mindestens seit 2002 leben eingeschleppte Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) in Florida (USA). Die ersten Funde wild lebender Jemenchamäleons stammten aus Collier County, zwei Jahre später wurden Tiere in Fort Myers in Lee County beobachtet. Es folgten Funde in Hendry, Miamia-Dade, Broward, St. Lucie, Palm Beach, Monroe, Alachua und Hillsborough. Nun berichet ein Autor im Herpetological Review von 12 weiteren Populationen in Florida: In Brevard, Charlotte, De Soto, Glades, Indian River, Lake, Manatee, Osceola, Pinellas, Polk, Sarasota und Seminole County.

Er verwendete dafür Funddaten von iNaturalist sowie EDDMapS. Der Autor vermutet, dass die meisten Neufunde sogenanntes Chameleon Ranching als Ursache haben könnten. Dabei werden Chamäleons gezielt in weiteren Lebensräumen ausgesetzt, um später die daraus resultierenden Jungtiere absammeln und verkaufen zu können. Aber auch ohne vorheriges Aussetzen ist das Absammeln der Tiere zu Verkaufszwecken eine Einkommensquelle in Florida geworden, was parallel dazu geführt hat, dass Verbreitungsdaten über neue Populationen kaum veröffentlicht werden. Inzwischen ist es eine übliche Freizeitbeschäftigung in Florida, nachts nach Jemenchamäleons zu suchen. Es gibt sogar kommerzielle Anbieter, die geführte Touren anbieten.

Ein Problem daran sind zunehmend die Eigentümer von Privatgrundstücken, die sich vom „Chamäleontourismus“ gestört fühlen. Die Auswirkungen auf einheimische Wildtiere in den USA ist bisher unklar. Theoretisch könnten Jemenchamäleons kleinere Säugetiere oder junge Vögel fressen, über derartige Vorkommnisse gibt es jedoch aus Florida bisher keinerlei Berichte.

Die eingeschleppten Jemenchamäleons wieder loswerden zu können, erscheint dabei immer unwahrscheinlicher. Ein einjähriger Versuch in Lake Worth Beach (Palm Beach) resultierte in 1043 gefangenen Chamäleons während 71 Sammelaktionen, jedoch nicht in der Elimination der dort lebenden Population.

New County Records for the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Florida, USA
Kevin M. Enge
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: nicht verfügbar

Foto: Chamaeleo calyptratus, gefunden und fotografiert in Fort Myers (USA) von Andrew Durso, CC-BY[:en]

Introduced Veiled chameleons (Chamaeleo calyptratus) have been living in Florida (USA) since at least 2002. The first wild Veiled chameleons were found in Collier County, two years later animals were observed in Fort Myers in Lee County. This was followed by findings in Hendry, Miamia-Dade, Broward, St. Lucie, Palm Beach, Monroe, Alachua and Hillsborough County. Now an author in the Herpetological Review reports on 12 further populations in Florida: in Brevard, Charlotte, De Soto, Glades, Indian River, Lake, Manatee, Osceola, Pinellas, Polk, Sarasota and Seminole County.

He used data from iNaturalist and EDDMapS. The author suspects that most of the new finds could be due to so-called chameleon ranching. Chameleons are deliberately released into other habitats in order to later collect and sell the resulting juveniles. But even without prior release, collecting (‚harvesting‘) animals for sale has become a source of income in Florida, which has also led to the fact that distribution data on new populations is rarely published. It is now a common recreational activity in Florida to search for Veiled chameleons at night. There are even commercial operators offering guided tours.

One problem is increasingly the owners of private property who feel disturbed by ‘chameleon tourism’. The impact on native wildlife in the USA is still unclear. Theoretically, Veiled chameleons could eat smaller mammals or young birds, but there have been no reports of such incidents in Florida to date.

It seems increasingly unlikely that it will be possible to get rid of the introduced Veiled chameleons. A one-year trial in Lake Worth Beach (Palm Beach) resulted in 1043 chameleons being caught during 71 collection campaigns, but not in the elimination of the population living there.

New County Records for the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Florida, USA
Kevin M. Enge
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: not available

Photo: Chamaeleo calyptratus, found and photographed in Fort Myers (USA) by Andrew Durso, CC-BY[:]

[:de]Floridas eingeschleppte Pantherchamäleons[:en]Concerning Florida’s introduced panther chameleons[:]

[:de]Floridas eingeschleppte Pantherchamäleons[:en]Concerning Florida’s introduced panther chameleons[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Der „Sunshine State“ Florida in den USA verfügt wegen seines warmen Klimas über die größte Zahl nicht-einheimischer Arten an Reptilien weltweit. Zu den invasiven Arten, also solchen, die eigentlich nicht nach Florida gehören, sich aber dort inzwischen vermehren, gehört das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis). Eine Studie ist nun der Frage nachgegangen, was eigentlich die menschlichen Einwohner Floridas von den Chamäleons halten.

Es wird schon seit Längerem diskutiert, ob Pantherchamäleons zu den Arten gehören, die gezielt zwecks „Ranching“ ausgesetzt wurden, das heißt um die Nachkommen der ausgesetzten Chamäleons zum Verkauf einzusammeln. Dass Privatleute Pantherchamäleons absammeln, ist unstrittig. Laut den Autoren werden Ranching-Populationen in Florida meist geheim gehalten. Über Social Media wurden sie 2019 auf eine kleine Population in Orange County aufmerksam. Daraufhin suchten sie mit Taschenlampen nachts nach den Tieren und fanden tatsächlich während mehrerer Begehungen 26 Pantherchamäleons. Sie begegneten dabei mehrfach Privatpersonen, die ebenfalls Chamäleons suchten.

2020 wurden dann Fragebögen persönlich und über Flyer mit QR-Codes an 248 Haushalte verteilt, die sich innerhalb des vermuteten 0,9 km² großen Verbreitungsgebietes der Pantherchamäleon-Population befanden. Gefragt wurde nach Sorgen bezüglich des Vorkommens der Pantherchamäleons, aber auch nach dem vorhandenen Wissen um invasive Arten generell. Die Anwohner wurden außerdem in drei Bereiche eingeteilt: Eine Kernregion, in der mehrfach Chamäleons beobachtet worden waren, eine Randregion mit wenigen Funden und eine Außenregion, in der gar keine Chamäleons mehr gesichtet worden waren.

44 Haushalte beantworteten den Fragebogen. Tatsächlich hatten alle 11 befragten Anwohner in der Außenregion keinerlei Chamäleons gesichtet. Von den 33 befragten Anwohner der Kern- und Randregion gab etwa ein Drittel an, bereits Pantherchamäleons beobachtet zu haben. Genauso viele hatten nachts das Licht von Taschenlampen gesehen. 86% der befragten Anwohner wussten, dass Pantherchamäleons eigentlich nicht in Florida heimisch sind. Nur vereinzelte Anwohner gaben an, sich Sorgen wegen des Vorkommens zu machen. Sieben Anwohner hatten Sammler mit Taschenlampen angesprochen und gaben an, die Sammler hätten alle gesagt, sie würden Chamäleons zu Forschungszwecken suchen. Nur einer der Sammler hatte laut den Anwohnern gesagt, Tiere zum Verkauf zu suchen. Ein Anwohner berichtete von einer Auseinandersetzung, nachdem ihm fremde Personen mehrfach sein Grundstück betreten hatten, um dort nach Chamäleons zu suchen. Ein anderer Anwohner rief wegen einer ganzen Gruppe von Sammlern auf dem Nachbargrundstück die Polizei.

Leider wurde der Fragebogen nach den Suchbemühungen der Autoren selbst ausgegeben, so dass in den Antworten nicht ersichtlich ist, wie viele der Begegnungen mit Anwohnern und wie viele Taschenlampen-Sichtungen die Autoren selbst waren. Bei der Veröffentlichung handelt es sich außerdem um einen Preprint, es hat also noch kein Review-Prozess stattgefunden. Nachtrag: Das Paper wurde in Human-Wildlife Interactions 2024 als Fallbericht veröffentlicht.

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Preprint, 2023
DOI: 10.1101/2023.08.10.552819

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Human-Wildlife Interactions 18(1), 2024

 

Foto: Pantherchamäleon auf Madagaskar, Alex Laube

[:en]

The „Sunshine State“ Florida in the USA has the largest number of non-native species of reptiles in the world because of its warm climate. The panther chameleon (Furcifer pardalis) is one of the invasive species, i.e. those that do not actually belong in Florida but are now reproducing there. A study has now investigated the question of what the human inhabitants of Florida actually think of the chameleons.

It has been discussed for a long time whether panther chameleons belong to the species that were deliberately released for the purpose of „ranching“, i.e. to collect the offspring of the released chameleons for sale. That private individuals collect panther chameleons is not in dispute. According to the authors, ranching populations in Florida are mostly kept secret. They became aware of a small population in Orange County via social media in 2019. They then searched for the animals at night with torches and actually found 26 panther chameleons during several walks. They encountered private individuals on several occasions who were also looking for chameleons.

In 2020, questionnaires were distributed in person and via flyers with QR codes to 248 households located within the presumed 0.9 km² distribution area of the panther chameleon population. They were asked about concerns regarding the occurrence of panther chameleons, but also about existing knowledge about invasive species in general. The residents were also divided into three areas: A core region where chameleons had been observed several times, a peripheral region with few findings, and an outer region where no chameleons had been sighted at all.

44 households answered the questionnaire.  In fact, all 11 interviewed residents in the outer region had not sighted any chameleons. Of the 33 residents interviewed in the core and peripheral region, about a third said they had already observed panther chameleons. The same number had seen the light of torches at night. 86% of the residents surveyed knew that panther chameleons are not actually native to Florida. Only a few residents said they were concerned about the occurrence. Seven residents had approached collectors with torches and said the collectors had all said they were looking for chameleons for research purposes. Only one of the collectors had said he/she was looking for animals to sell, according to the residents. One resident reported an altercation after strangers entered his property several times looking for chameleons. Another resident called the police because of a whole group of collectors on the neighbouring property.

Unfortunately, the questionnaire was given out after the search efforts of the authors themselves, so it is not apparent from the responses how many of the encounters were indeed with people looking for chameleons for sale purposes. The publication is also a preprint, so no review process has taken place yet. Addendum: The paper was published in Human-Wildlife Interactions 2024 as a case report.

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Preprint, 2023
DOI: 10.1101/2023.08.10.552819

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Human-Wildlife Interactions 18(1), 2024

Picture: Alex Laube[:]

[:de]Eingeschleppte Chamäleons in Florida[:en]Introduced chameleons in Florida[:]

[:de]Eingeschleppte Chamäleons in Florida[:en]Introduced chameleons in Florida[:]

Wissenschaft

[:de]

Der „Sunshine State“ Florida im Südosten der USA ist schon lange bekannt für eine Vielzahl eingeschleppter Reptilien. Studenten der Universität von Florida haben kürzlich eine kleine Broschüre über den aktuellen Stand dort eingeschleppter Chamäleon-Arten veröffentlicht.

Bereits in den späten 1800er Jahren fand nachweislich ein nicht-einheimisches Reptil mit einem Schiff den Weg nach Florida: Ein Anolis. Seitdem wurden rund 150 eingeschleppte Arten in dem US-Bundesstaat dokumentiert, darunter acht Arten Chamäleons. Drei davon sind inzwischen über die gesamte südliche Hälfte der Halbinsel verbreitet und vermehren sich sogar: Das Jemenchamäleon Chamaeleo calyptratus, das Madagaskar-Riesenchamäleon Furcifer oustaleti und das Pantherchamäleon Furcifer pardalis.

Aktuell bekannte Verbreitung von Panther-, Jemen- und Madagaskar-Riesenchamäleon in Florida

Man geht davon aus, dass alle drei Arten mit zunehmendem Zoohandel und der Privathaltung von Chamäleons ins Land kamen. Furcifer oustaleti ist seit mindestens dem Jahr 2000 in Florida. Bekannt wurden damals erste Funde in einer Avocadoplantage, die sich in direkter Nähe der Gebäude eines ehemaligen Importeurs in Miami – Dade County, befand. Chamaeleo calyptratus wurde nur wenig später, 2002, erstmals in Fort Myers auf einem leerstehenden Grundstück nachgewiesen. Furcifer pardalis folgte 2008.

Die Frage, ob eine der drei genannten Arten als invasiv zu betrachten ist, ist mangels Daten bisher schwierig zu beantworten. Als invasiv wird eine Art gesehen, die nicht-einheimisch ist, durch den Menschen eingeschleppt wurde und nachweislich Schaden an der einheimischen Flora und Fauna verursacht. Der letzte Punkt ist jedoch strittig. Während von Jacksons Chamäleons auf Hawaii nachgewiesen wurde, dass sie unter anderem einheimische bedrohte Schnecken-Arten verzehren, ist dergleichen aus Florida bisher unbekannt. Dort gelten die Tere aktuell eher als Lästlinge, allerdings mit Potenzial zur Bedrohung der einheimischen Wirbellosenfauna.

Problematisch ist, dass wohl nach wie vor Chamäleons ausgesetzt werden – teils entlaufen sie unabsichtlich, teils werden jedoch auch gezielt Tiere ausgesetzt, um später den Nachwuchs einzusammeln und zu verkaufen. Für letzteres benötigt man eine Genehmigung in Florida. Interessant dazu: Jeder darf eingeschleppte Chamäleons auf dem eigenen Grundstück „auf humane Weise“ töten. An einigen Orten werden bereits gezielt Chamäleons abgesammelt, um sie an Privathalter zu vermitteln.

Die Studenten rufen dazu auf, Beobachtungen von Chamäleons in Florida im Internet über IveGot1.org oder über die gleichnamige App zu melden. Bisher sind nicht alle Populationen bekannt, da viele Informationen nur unter der Hand weitergegeben werden. Des Weiteren bitten sie darum, „lästig gewordene“ Chamäleons nicht auszusetzen, sondern beim Exotic Pet Amnesty Program der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission abzugeben. Die Abgabe dort ist kostenlos, das EPAP sucht letztlich neue Halter für die Tiere.

Florida’s introduced reptiles: Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus), Oustalet’s chameleon (Furcifer oustaleti), and panther chameleon (Furcifer pardalis)
Max Maddox, Karissa Beloyan, Natalie M. Claunch, Steve A. Johnson
Veröffentlichung des Wildlife Ecology and Conservation Department, Universität of Florida
DOI: 10.32473/edis-UW501-2022

[:en]

The „Sunshine State“ Florida in the southeast of the USA has long been known for a variety of introduced reptiles. Students at the University of Florida recently published a small brochure on the current status of chameleon species introduced there.

As early as the late 1800s, a non-native reptile was documented to have found its way to Florida by ship: an anole. Since then, some 150 introduced species have been documented in the US state, including eight species of chameleons. Three of them are now spread over the entire southern half of the peninsula and even reproduce: the Yemen chameleon Chamaeleo calyptratus, the Malagasy Giant chameleon Furcifer oustaleti, and the panther chameleon Furcifer pardalis.

Current known distribution of Panther, Veiled, and Malagasy Giant Chameleons in Florida.

All three species are thought to have come into the country with increasing pet trade and private keeping of chameleons. Furcifer oustaleti has been in Florida since at least the year 2000. At that time, the first findings became known in an avocado plantation located in the immediate vicinity of the buildings of a former importer in Miami – Dade County. Chamaeleo calyptratus was first recorded in Fort Myers on a vacant lot only a little later, in 2002. Furcifer pardalis followed in 2008.

The question of whether any of the three species mentioned should be considered invasive is difficult to answer so far due to a lack of data. A species is considered invasive if it is non-native, has been introduced by humans, and has been proven to cause damage to native flora and fauna. The last point, however, is debatable. While Jackson’s chameleons in Hawaii have been shown to consume endangered native snail species, among others, the same is not yet known from Florida. There, the animals are currently considered more of a nuisance, but with the potential to threaten the native invertebrate fauna.

The problem is that chameleons are still being released – sometimes they escape unintentionally, but sometimes they are deliberately released in order to collect and sell the offspring later. For the latter, you need a permit in Florida. Interesting to note: Anyone is allowed to kill introduced chameleons on their own property „in a humane way“. In some places, chameleons are already being collected to be sold to private owners.

The students call for observations of chameleons in Florida to be reported on the internet via IveGot1.org or via the app of the same name. So far, not all populations are known, as much information is only passed on by hand. Furthermore, they ask that chameleons that have become a nuisance should not be abandoned, but handed into the Exotic Pet Amnesty Program of the Florida Fish and Wildlife Conservation Commission. The surrender there is free of charge, and the EPAP is ultimately looking for new keepers for the animals.

Florida’s introduced reptiles: Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus), Oustalet’s chameleon (Furcifer oustaleti), and panther chameleon (Furcifer pardalis)
Max Maddox, Karissa Beloyan, Natalie M. Claunch, Steve A. Johnson
Veröffentlichung des Wildlife Ecology and Conservation Department, Universität of Florida
DOI: 10.32473/edis-UW501-2022

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