[:de]Frugivorie und Temperatur steuerndes Verhalten des Knysna-Zwergchamäleons[:en]Frugivory and temperature-regulated behaviour in the Knysna dwarf chameleon[:]

[:de]Frugivorie und Temperatur steuerndes Verhalten des Knysna-Zwergchamäleons[:en]Frugivory and temperature-regulated behaviour in the Knysna dwarf chameleon[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Südafrikanische Wissenschaftler haben sich im Zuge einer Beobachtungsstudie mit dem Verhalten des Knysna-Zwergchamäleons Bradypodion damaranum beschäftigt. Ort der Studie war ein Park in George in der Provinz Westkap. Der Park wird vorwiegend von Fußgängern, Radfahrern und Hundehaltern zur Erholung genutzt, so dass die Chamäleons dort an Menschen in gewissem Rahmen gewöhnt sind.

Sechs adulte Bradypodion damaranum wurden abends im Licht von Taschenlampen gefunden und mit Transmittern versehen. Die Transmitter wurden mit Gewebekleber an die Flanke geklebt. Tagsüber wurde dann je ein Chamäleon von einem Wissenschaftler für bis zu 4,5 h beobachtet, darunter auch unbesenderte Tiere. Anschließend wurden die besenderten Chamäleons aufgesucht und die Sender wieder entfernt.

Insgesamt konnten 30 Chamäleons beobachtet werden, davon sechs besenderte und 24 unbesenderte Tiere. Bei steigenden Temperaturen mit Spitzen zwischen 36 und 40°C um die Mittagszeit konnten insgesamt sechs Bradypodion damaranum dabei beobachtet werden, wie sie sich zügig in schattigere, niedriger gelegenere Bereiche der Vegetation verzogen. Die meisten färbten sich dabei deutlich heller als zuvor. An einem anderen Tag lagen die Temperaturen bei Sonnenaufgang erst bei 8°C. Mehrere Chamäleons wurden dabei beobachtet, wie sie sich sehr langsam zu Sonnenplätzen bewegten. Zwei wurden bei 12°C bei der Futteraufnahme beobachtet.

Zudem wurde zwei Mal verschiedene Bradypodion damaranum bei der Aufnahme reifer Beeren von Fruchtsträuchen (Halleria lucida) gesehen. Frugivorie war bisher von dieser Art nicht bekannt. Ein weiteres Chamäleon wurde dabei beobachtet, wie es die Blüte eines Blitzstrauches (Clutia pulchella) verzehrte. Insgesamt scheint dies aber selten vorzukommen, da es während 142 Stunden Beobachtungszeit nur wenige Male beobachtet werden konnte.

Natural history observation of the Knsysna Dwarf Chameleon, Bradypodion damaranum (Boulenger, 1887): thermal extremes and feeding on flora
Krystal A. Tolley, Jody M. Barends, Wade K. Stanton-Jones, Graham J. Alexander
Herpetology Notes 19, 2026: 219-228.
DOI: nicht verfügbar
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Foto: Ein Bradypodion damaranum, dass vor den steigenden Temperaturen Zuflucht am Stamm eines Karminroten Zylinderputzers (Callistemon citrinus) gesucht hat, aus der genannten Publikation

[:en]

South African scientists have conducted an observational study into the behaviour of the Knysna dwarf chameleon (Bradypodion damaranum). The study was carried out in a park in George, in the Western Cape province. The park is mainly used by walkers, cyclists and dog owners for recreational purposes, meaning that the chameleons there are, to a certain extent, accustomed to people.

Six adult Bradypodion damaranum were found in the evening by torchlight and fitted with transmitters. The transmitters were attached to their flanks using tissue adhesive. During the day, one chameleon at a time was observed by a researcher for up to 4.5 hours, including those without transmitters. The chameleons fitted with transmitters were then located and the transmitters removed.

A total of 30 chameleons were observed, six of which were tagged and 24 untagged. As temperatures rose, peaking between 36 and 40°C around midday, a total of six Bradypodion damaranum were observed quickly retreating to shadier, lower-lying areas of the vegetation. Most of them turned noticeably paler than before. On another day, temperatures at sunrise were only 8°C. Several chameleons were observed moving very slowly towards sunny spots. Two were observed feeding at 12°C.

In addition, two Bradypodion damaranum were observed feeding on ripe berries from fruit bushes (Halleria lucida). Frugivory had not previously been recorded in this species. Another chameleon was observed consuming the flower of a Clutia pulchella. Overall, however, this appears to be a rare occurrence, as it was observed only a few times during 142 hours of observation.

Natural history observation of the Knsysna Dwarf Chameleon, Bradypodion damaranum (Boulenger, 1887): thermal extremes and feeding on flora
Krystal A. Tolley, Jody M. Barends, Wade K. Stanton-Jones, Graham J. Alexander
Herpetology Notes 19, 2026: 219-228.
DOI: not available
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Photo: A Bradypodion damaranum that has sought refuge from the rising temperatures on the trunk of a carmine-red bottlebrush (Callistemon citrinus), from the publication mentioned

[:]

[:de]Vorkommen des kleinsten Chamäleons der Welt (Madagaskar)[:en]Abundance of the world’s smallest chameleon (Madagascar)[:]

[:de]Vorkommen des kleinsten Chamäleons der Welt (Madagaskar)[:en]Abundance of the world’s smallest chameleon (Madagascar)[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Das aktuell kleinste Chamäleon der Welt wurde vor wenigen Jahren in Sorata im Norden Madagaskars entdeckt. Der Wald von Sorata gehört zum Korridor Marojejy-Anjanaharibe Süd-Tsaratanana, einem Gebiet von fragmentierten Waldresten zwischen den genannten großen Nationalparks und dem Réserve Naturelle Intégrale. Er wird derzeit vom WWF in Zusammenarbeit mit einer lokalen Organisation namens Ambodimandresy Miaro ny Ala verwaltet.

Wissenschaftler der Universitäten von Antsiranana und Antananarivo haben nun in Sorata die Bestandsdichte von Brookesia nana untersucht. 14 Tage lang suchten sie während der Regenzeit nachts entlang 14 je 150 m langer Transekte nach den kleinen Chamäleons.

Insgesamt fanden die Wissenschaftler 0,33 Individuen pro 100 m. Konkret bedeutet das, dass auf 2100 m Transekt nur sieben Brookesia nana überhaupt gefunden wurden. Die Weibchen waren etwas größer als die Männchen. Alle Chamäleons wurden auf sehr niedrigen Pflanzen schlafend gefunden, im Schnitt nur 7 cm über dem Boden.

Das niedrige Vorkommen macht weitere Studien in weiteren Wäldern des COMATSA-Korridors notwendig, um die exakte Verbreitung von Brookesia nana herauszufinden. Interessant ist außerdem, dass Brookesia nana offenbar seltene vorzukommen scheint als andere Arten der minima-Gruppe und damit möglicherweise eine höhere Gefährdung der Art vorliegt.

A brief overview of the natural history of the recently described, miniaturised leaf chameleon, Brookesia nana Glaw et al., 2021, from Sorata Forest, northeastern Madagascar
Jeanneney Rabearivony, Andriatsitohaina Ranaivojaona, Asmeralie Willian, Crispin Jaohasy, Moussaïna Jao, Achille P. Raselimanana
Herpetology Notes 19, 2026: 123-128.
DOI: nicht verfügbar
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Foto: Brookesia nana, die in der genannten Studie gefunden wurden, fotografiert von Asmeralie William[:en]

The world’s smallest known chameleon was discovered a few years ago in Sorata, in northern Madagascar. The Sorata Forest forms part of the Marojejy-Anjanaharibe-South Tsaratanana corridor (COMATSA), an area of fragmented forest remnants situated between the major national parks mentioned and the Réserve Naturelle Intégrale. It is currently managed by the WWF in collaboration with a local organisation called Ambodimandresy Miaro ny Ala.

Scientists from the universities of Antsiranana and Antananarivo have now investigated the abundance of Brookesia nana in Sorata. For 14 nights during the rainy season, they searched for the tiny chameleons along 14 transects, each 150 metres long.

In total, the scientists found 0.33 individuals per 100 m. In concrete terms, this means that only seven Brookesia nana were found across the 2,100 m of transects. The females were slightly larger than the males. All the chameleons were found sleeping on very low vegetation, on average just 7 cm above the ground.

The low abundance necessitates further studies in other forests of the COMATSA corridor to determine the exact distribution of Brookesia nana. It is also interesting to note that Brookesia nana appears to be rarer than other species of the minima group, suggesting that the species may be at greater risk of extinction.

A brief overview of the natural history of the recently described, miniaturised leaf chameleon, Brookesia nana Glaw et al., 2021, from Sorata Forest, northeastern Madagascar
Jeanneney Rabearivony, Andriatsitohaina Ranaivojaona, Asmeralie Willian, Crispin Jaohasy, Moussaïna Jao, Achille P. Raselimanana
Herpetology Notes 19, 2026: 123-128.
DOI: not available
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Photo: Brookesia nana, found in the study mentioned, photographed by Asmeralie William[:]

[:de]Chamäleons als moralische Instanz[:en]Chameleons as moral authorities[:]

[:de]Chamäleons als moralische Instanz[:en]Chameleons as moral authorities[:]

Beobachtungen

[:de]

Obwohl die Gegend um Maroantsetra im Norden Madagaskars sich größtenteils zum Christentum bekennt, ist der Ahnenkult nach wie vor weit verbreitet. Dazu gehören auch heilige Tiere, Orte, Ver- oder Gebote sowie über Generationen überlieferte Tabus. Ein Theologe hat nun untersucht, was es in der Umgebung des Masoala Nationalparks mit dem sogenannten hiaña auf sich hat.

Er befragte dazu innerhalb dreier Monate 20 Personen im Alter zwischen 12 und über 60 Jahren aus Maroantsetra. Elf männliche und neun weibliche Personen, alle aus der Volksgruppe der Betsimisaraka, nahmen an der Befragung teil. Zusätzlich beobachtete der Theologe Interaktionen mit Chamäleons in und um Maroantsetra.

Die Befragten gaben an, dass Chamäleons in der Gegend bevorzugt amboalava, übersetzt langer Hund, genannt werden. In anderen Regionen Madagaskars werden überwiegend die Begriffe tanalahy und tarondro genutzt, bei den Betsimisaraka aus Maroantsetra finden diese weniger Anwendung.

Unter hiaña verstanden die Befragten eine spirituelle, gottgegebene Kraft, die vor allem Chamäleons, aber auch besonderen Orten innewohnt. In Maroantsetra soll besonders das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) hiaña besitzen, vermutlich weil man es mit am häufigsten antrifft. Andere Befragte gaben an, dass Chamäleons sogar als eine Art moralische Instanz fungieren, durch die die Ahnen die Belange der Lebenden steuern.

Alle Befragten gaben an, dass das Verletzen eines Chamäleons negative Konsequenzen seitens der Ahnen nach sich zöge. Wie diese Konsequenzen allerdings aussehen, unterschied sich erheblich zwischen den Antworten der verschiedenen Personen. Eine Person berichtete, verletzte ein Mensch ein Chamäleon, werde dem Menschen die gleiche Verletzung widerfahren. Das verletzte hiaña müsse ähnlich eines Fluchs sodann durch das Ritual eines traditionellen Heilers wieder kuriert werden. Eine Person erzählte, dass er ein Chamäleon verletzt und danach selbst an starken Schmerzen gelitten habe. Erst, als er das verletzte Chamäleon tötete, hörten die Schmerzen auf. Eine andere Person berichtete, ihr Kind sei nach dem unbeabsichtigten Töten eines Chamäleons selbst verstorben. Es gibt also keine einheitliche Deutung des hiaña, sondern vielmehr individuelle Geschichten, die mit dem hiaña im Nachhinein verwoben und passend gedeutet werden.

Mehrere Befragte gaben an, dass Chamäleons zwar über hiaña verfügten, es einem gläubigen Christen aber nichts anhaben könne, da der christliche Glaube über dem althergebrachten Ahnenkult stehe. Interessanterweise gaben vor allem die jüngeren Menschen in den Interviews an, dass Chamäleons wichtige und eher friedlich gesinnte Lebewesen seien. Sie assoziierten die Tiere nicht negativ mit hiaña. Mehrere Jungen gaben an, bereits ohne negative Konsequenzen mit Chamäleons interagiert zu haben.

Hiaña as a moral-ecological system: Chameleons, sacred potency, and human-animal relations in Maroantsetra, Madagascar
Olivier Randrianjaka
Preprint
DOI: 10.13140/RG.2.2.30826.38088
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Foto: Furcifer pardalis in Maroantsetra, fotografiert von Alex Negro[:en]

Although the area around Maroantsetra in northern Madagascar is largely Christian, ancestor worship is still widespread. This includes sacred animals, places, commandments and prohibitions, as well as taboos passed down through generations. A theologian has now investigated what the so-called hiaña is all about in the area around Masoala National Park.

Over a period of three months, he interviewed 20 people aged between 12 and over 60 years from Maroantsetra. Eleven men and nine women, all from the Betsimisaraka ethnic group, took part in the survey. The theologian also observed interactions with chameleons in and around Maroantsetra.

The respondents stated that chameleons in the area are preferably called amboalava, which translates as long dog. In other regions of Madagascar, the terms tanalahy and tarondro are predominantly used, but these are less common among the Betsimisaraka people of Maroantsetra.

The respondents understood hiaña to be a spiritual, God-given power that is inherent primarily in chameleons, but also in special places. In Maroantsetra, the panther chameleon (Furcifer pardalis) is said to possess hiaña, presumably because it is the most commonly encountered species. Other respondents stated that chameleons even function as a kind of moral authority through which the ancestors control the affairs of the living.

Most respondents stated that harming a chameleon would result in negative consequences from the ancestors. However, the nature of these consequences differed considerably between the answers given by the various individuals. One person reported that if a human harmed a chameleon, the same injury would befall the human being. The injured hiaña would then have to be cured, similar to a curse, through the ritual of a traditional healer. One person said that he had injured a chameleon and then suffered severe pain himself. Only when he killed the still suffering chameleon did the pain stop. Another person reported that her child had died after accidentally killing a chameleon. There is therefore no uniform interpretation of hiaña, but rather individual stories that are retrospectively interwoven with hiaña and interpreted accordingly.

Several respondents stated that although chameleons possessed hiaña, it could not harm a devout Christian, as the Christian faith took precedence over the traditional ancestor cult. Interestingly, it was mainly the younger people in the interviews who stated that chameleons were important and rather peaceful creatures. They did not associate the animals negatively with hiaña. Several boys stated that they had already interacted with chameleons without any negative consequences.

Hiaña as a moral-ecological system: Chameleons, sacred potency, and human-animal relations in Maroantsetra, Madagascar
Olivier Randrianjaka
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DOI: 10.13140/RG.2.2.30826.38088
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Picture: Furcifer pardalis in Maroantsetra, photographed by Alex Negro[:]

[:de]Neue Verbreitungsdaten zu Rieppeleon brachyurus in Mosambik[:en]New distribution data of Rieppeleon brachyurus in Mozambique[:]

[:de]Neue Verbreitungsdaten zu Rieppeleon brachyurus in Mosambik[:en]New distribution data of Rieppeleon brachyurus in Mozambique[:]

Beobachtungen Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Rieppeleon brachyurus ist eine kleine Stummelschwanzchamäleon-Art, deren Erstbeschreibung vom Ende des 19. Jahhunderts von den Shire Highlands südlich des See Malawi berichtet. Die Art wurde seitdem in Malawi, Tansania und Mosambik gefunden. In Mosambik war sie bisher von Regen- und Galeriewäldern, sogenannten Miombo-Wäldern, bekannt. Bei Miombo-Wäldern handelt es sich um sehr offenenTrockenwälder, deren Boden nur spärlich von Gras bedeckt ist und daher einen eher savannenartigen Eindruck macht (daher auch der Begriff „Waldsavanne“). Der quer durch Mosambik verlaufende Fluss Sambesi galt bisher als natürliche Grenze für das Vorkommen von Rieppeleon brachyurus.

Herpetologen haben nun festgestellt, dass die Art auch südlich des Flusses vorkommt. Sie fanden zwei juvenile Individuen und zwei adulte Weibchen der Art in Coutada 11, einer 5000 km² großen Jagdkonzession im Herzen Mosambiks. Die Tiere wurden dort in einem Sandwald, einem seltenen tropischen Waldtyp auf Sanddünen, direkt neben einem flachen Feuchtgebiet. Diese Beobachtungen erweitern das bisher bekannte Verbreitungsgebiet der Art um rund 250 km weiter nach Süden.

Die Autoren berichten außerdem von zwei weiteren, neuen Fundorten von Rieppeleon brachyurus in Taratibu und Montepuez Rubi Mining Concession, wobei diese beiden Orte nördlich des Sambesi liegen. Bei beiden Beobachtungen wurden die Erdchamäleons in Miombo-Wald auf Höhen zwischen 250 und 400 m gefunden.

Rieppeleon brachyurus (Günther, 1893) Beardless Pygmy Chameleon First records south of the Zambezi River
W. Conradie, D. Botma, C. Nanvonnamuquitxo
African Herp News 88, 2025: 28-33
DOI: nicht verfügbar
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Foto: Juveniles Rieppeleon brachyurus in Mosambik, fotografiert von Delport Botma, aus der oben genannten Publikation[:en]

Rieppeleon brachyurus is a small stump-tailed chameleon species, first described at the end of the 19th century from the Shire Highlands south of Lake Malawi. The species has since been found in Malawi, Tanzania and Mozambique. In Mozambique, it was previously known from rainforests and gallery forests, known as miombo forests. Miombo forests are very open dry forests with sparse grass cover, giving them a savannah-like appearance (hence the term ‘forest savannah’). The Zambezi River, which runs across Mozambique, was previously considered the natural boundary for the occurrence of Rieppeleon brachyurus.

Herpetologists have now discovered that the species also occurs south of the river. They found two juvenile individuals and two adult females of the species in Coutada 11, a 5000 km² hunting concession in the heart of Mozambique. The animals were found there in a sand forest, a rare type of tropical forest on sand dunes, right next to a shallow wetland. These observations extend the previously known range of the species by about 250 km further south.

The authors also report two further new locations where Rieppeleon brachyurus has been found, in Taratibu and Montepuez Rubi Mining Concession, both of which are located north of the Zambezi River. In both observations, the ground chameleons were found in miombo forest at altitudes between 250 and 400 m.

Rieppeleon brachyurus (Günther, 1893) Beardless Pygmy Chameleon First records south of the Zambezi River
W. Conradie, D. Botma, C. Nanvonnamuquitxo
African Herp News 88, 2025: 28-33
DOI: not available
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Photo: Juvenile Rieppeleon brachyurus in Mozambique, photographed by Delport Botma, from the above-mentioned publication[:]

[:de]Bradypodion pumilum: Doch ein Lauerjäger[:en]Cape dwarf chameleons are ambush predators[:]

[:de]Bradypodion pumilum: Doch ein Lauerjäger[:en]Cape dwarf chameleons are ambush predators[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Klassisch wurde lange nur zwischen zwei Varianten der Nahrungssuche unterschieden: Verfolgungsjäger (active forage) und Lauerjäger (sit and wait oder ambush foragers). Vor vielen Jahren stuften zwei Veröffentlichungen Chamäleons dann als „cruise forager“, also sich langsam durch das Gebüsch bewegende Jäger, ein. Eine Studie aus Südafrika beschäftigt sich nun damit, ob das stimmt und ob nicht weitere Faktoren zur Bewegung beitragen. Denn um den Modus der Nahrungssuche bewerten zu können, müsste man eigentlich auch Bewegung zur Regulation der Körpertemperatur, dem Ausweichen vor Fressfeinden oder Kontrahenten, der Suche nach Weibchen oder für Mate Guarding „herausrechnen“.

Dazu wurden 38 markierte (12 davon besenderte) Bradypodion pumilum über 10 Tage im April und 10 Tage im Februar begleitet. Die Chamäleons leben im Brümmer Park in Stellenbosch in der Provinz Westkap. Sie teilten sich auf in 17 männliche, 19 weibliche und 2 unbestimmte Bradypodion pumilum. Die Tiere wurden jeden Abend und jeden Morgen an den genannten Tagen mittels Telemetrie und bloßem Auge lokalisiert. Jedes Chamäleon wurde für 60 bis 180 Minuten am Stück beobachtet, wobei je zwei bis vier Beobachter sich dabei mit einem Fernglas zwischen 5 und 10 m vom zu beobachtenden Chamäleon weg befanden. Die Forscher zeichneten Bewegungen und stillsitzendes Verhalten auf und ordneten den Bewegungen jeweils die dazugehörige Motivation zu, nahmen Futteraufnahme und Schusszahlen auf.

Insgesamt kamen 171 Stunden Beobachtungszeit zusammen. Die überwiegende Zeit des Tages (über 75%) verbrachten die Bradypodion pumilum im Brümmer Park unbeweglich auf ihrem Ast. Am Morgen saßen sie sogar zu über 80% herum, wobei fast die Hälfte dieser Zeit gesonnt wurde, vermutlich um sich aufzuwärmen, und die andere Hälfte in schattiger Vegetation verbracht wurde. 26 Bradypodion pumilum fraßen im Beobachtungszeitraum insgesamt 110 Mal. Dabei fraßen sie signifikant häufiger (über 80%), wenn sie sich gerade nicht bewegten. Ein starker Faktor für Bewegung war die Interaktion mit Artgenossen – während den Beobachtungen wurde ein Männchen sogar von einem Weibchen so vertrieben, das es vom Baum fiel.

Die Autoren schließen aus ihrer Studie, dass es sich bei Bradypodion pumilum wohl doch eher um einen Lauerjäger handelt.

 A multi-index approach to assessing foraging mode: a case study using chameleons
Wade K. Stanton-Jones, Krystal A. Tolley, Jody M. Barends, Graham J. Alexander
Current Zoology, 2025, zoaf065
DOI: 10.1093/cz/zoaf065
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Foto: Besendertes Bradypodion pumilum aus der genannten Studie[:en]

For a long time, only two types of foraging behaviour were distinguished: active foragers and sit-and-wait or ambush foragers. Many years ago, two publications classified chameleons as ‘cruise foragers’, i.e. hunters that move slowly through the bushes, stop to feed and then move on. A study from South Africa is now investigating whether this is true and whether other factors contribute to movement. In order to evaluate the mode of foraging, one would actually have to ‘factor out’ movement for regulating body temperature, evading predators or opponents, searching for females or mate guarding.

To this end, 38 tagged (12 of them radio-tagged) Bradypodion pumilum were tracked over 10 days in April and 10 days in February. The chameleons live in Brümmer Park in Stellenbosch in the Western Cape province. They were divided into 17 male, 19 female and 2 indeterminate Bradypodion pumilum. The animals were located every evening and every morning on the specified days using telemetry and the naked eye. Each chameleon was observed for 60 to 180 minutes at a time, with two to four observers using binoculars from a distance of 5 to 10 metres from the chameleon being observed. The researchers recorded movements and stationary behaviour and assigned the corresponding motivation to each movement, noting food intake and number of shots.

A total of 171 hours of observation time was accumulated. Bradypodion pumilum spent most of the day (over 75%) stationary on their branches in Brümmer Park. In the morning, over 80% of them were sitting around, with almost half of this time spent sunbathing, presumably to warm up, and the other half spent stationary in shady vegetation. During the observation period, 26 Bradypodion pumilum fed a total of 110 times. They ate significantly more often (over 80%) when they were not moving. A strong factor for movement was interaction with conspecifics – during the observations, one male was even chased away by a female, causing it to fall from the tree.

The authors conclude from their study that Bradypodion pumilum is more likely to be a ambush hunter.

A multi-index approach to assessing foraging mode: a case study using chameleons
Wade K. Stanton-Jones, Krystal A. Tolley, Jody M. Barends, Graham J. Alexander
Current Zoology, 2025, zoaf065
DOI: 10.1093/cz/zoaf065
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Photo: Bradypodion pumilum tagged with a transmitter from the study mentioned above[:]

[:de]Zeckenart erstmals an Chamäleon nachgewiesen[:en]Tick species detected on chameleon for the first time[:]

[:de]Zeckenart erstmals an Chamäleon nachgewiesen[:en]Tick species detected on chameleon for the first time[:]

Beobachtungen Tiermedizin

[:de]

Zecken sind bei Chamäleons ein eher seltener Parasit. Ein aktueller Fallbericht von Zeckenbefall bei einem Chamäleon kommt aus dem Süden der Türkei.

Ein Chamaeleo chamaeleon mit einer vollgesogenen Zecke über dem rechten Auge fiel direkt neben einem Weg auf dem Campus einer Abteilung der Behörde für Agrarforschung und -politik in Demre einem Tierarzt auf. Er entfernte die Zecke und ließ sie weiter untersuchen. Unter dem Mikroskop stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine Nymphe der Art Hyalomma aegypticum handelte. Hyalomma aegypticum ist bisher bei Reptilien vor allem von Schildkröten der Gattung Testudo bekannt, zum Spektrum möglicher Wirte zählen aber auch zahlreiche Säugetiere. Chamäleons waren bisher als Wirte nicht bekannt, es handelt sich also um den ersten Fall weltweit.

Seit etwa zehn Jahren gibt es Zecken der Gattung Hyalomma übrigens auch in Deutschland. Sie können im Gegensatz zu vielen anderen Zeckenarten „aktiv jagen“, das heißt ihren Wirt verfolgen, und sind dank medialer Übertreibung dadurch gewissermaßen „berühmt-berüchtigt“ geworden. Außerdem übertragen einige Arten das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber (CCHF), andere das Fleckfieber auf den Menschen. Bezugnehmend auf die aktuelle Veröffentlichung wäre interessant, ob andere Hyalomma-Arten, die hierzulande heimisch sind, möglicherweise potenzielle Wirte für Chamäleons in Außengehegen darstellen.

A novel host record: Hyalomma aegypticum (Linnaeus, 1758) infestation on the Mediterranean Chameleon, Chamaeleo chamaeleon (Linnaeus, 1758) in Türkiye
Gokhan Eren
Eurasian Journal of Veterinary Sciences 2025: 41:e0454
DOI: 10.63673/eurasianjvetsci.454

Foto: Die gefundene Zecke samt Wirtschamäleon aus der genannten Publikation[:en]

Ticks are a relatively rare parasite in chameleons. A recent case report of tick infestation in a chameleon comes from southern Turkey.

A Chamaeleo chamaeleon with an engorged tick above its right eye was noticed by a veterinarian right next to a path on the campus of a department of the Agricultural Research and Policy Authority in Demre. He removed the tick and had it examined further. Under the microscope, it turned out to be a nymph of the species Hyalomma aegypticum. Hyalomma aegypticum is known to date in reptiles, especially tortoises of the genus Testudo, but the spectrum of possible hosts also includes numerous mammals. Chameleons were not previously known as hosts, so this is the first case worldwide.

Incidentally, ticks of the genus Hyalomma have also been present in Germany for about ten years. Unlike many other tick species, they can ‘actively hunt’, i.e. pursue their host, and have become ‘notorious’ thanks to media exaggeration. In addition, some species transmit Crimean-Congo haemorrhagic fever (CCHF) to humans, while others transmit spotted fever. With reference to the current publication, it would be interesting to know whether other Hyalomma species native to this country are potentially hosts for chameleons in outdoor enclosures.

A novel host record: Hyalomma aegypticum (Linnaeus, 1758) infestation on the Mediterranean Chameleon, Chamaeleo chamaeleon (Linnaeus, 1758) in Türkiye
Gokhan Eren
Eurasian Journal of Veterinary Sciences 2025: 41:e0454
DOI: 10.63673/eurasianjvetsci.454

Photo: The tick found, together with the host chameleon, from the publication mentioned above.[:]

[:de]Frugivorie bei Furcifer oustaleti[:en]Frugivory in Furcifer oustaleti[:]

[:de]Frugivorie bei Furcifer oustaleti[:en]Frugivory in Furcifer oustaleti[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Frugivorie, das Fressen von Früchten, ist bisher erst von wenigen Chamäleonarten bekannt. Dabei handelt es sich vor allem um einzelne Beobachtungen und wenige Studien. Japanische Wissenschaftler haben kürzlich untersucht, inwiefern Früchte fressenden Reptilien, darunter ein Chamäleon, zur Verbreitung von Pflanzensamen beitragen könnten.

Die Studie wurde im Nationalpark Ankarafantsika im Westen Madagaskars durchgeführt. Dazu wurden drei Arten von Reptilien während zweier Regenzeiten beobachtet und ihr Kot untersucht: Das Madagaskar-Riesenchamäleon Furcifer oustaleti, der Madagaskarleguan Oplurus cuvieri und die Schildechse Zonosaurus laticaudatus. Die Reptilien wurden tagsüber bei Frucht fressendem Verhalten gefilmt oder fotografiert und danach eingefangen. Chamäleons wurden vor allem nachts gefangen. Von Pflanzen, an denen Reptilien gefressen hatten, wurden Früchte mit Samen zur Bestimmung entnommen. Alle gefangenen Reptilien wurden für 6 Tage in Netzbehältern gehalten, bis Kot abgesetzt wurde. Danach wurden die Tiere mit Mikrochips versehen und wieder an ihren Fundorten ausgesetzt. Anschließend versuchten die Wissenschaftler, aus dem Kot der Tiere gewonnene Pflanzensamen zu gewinnen und auszusäen.

Insgesamt konnten 89 Chamäleons, 254 Madagaskarleguane und 38 Schildechsen für die Studie gefangen werden. 24,7% der beprobten Furcifer oustaleti hatten Pflanzensamen im Kot, während es bei den Leguanen 20,1% und bei den Schildechsen 15,8% waren. Die Beobachtungen ergaben, dass die Chamäleons und die Schildechsen von mindestens acht verschiedenen Pflanzen Früchte fraßen, während es bei den Leguanen sogar 18 verschiedene Pflanzenarten waren. Das Aussäen der aus dem Kot gewonnenen Pflanzensamen hatte teils Germinationsraten von über 50%.

Furcifer oustaleti fraß in der Beobachtungszeit in Ankarafantsika ausschließlich rote, schwarze oder braune Früchte mit maximal einem Zentimeter Durchmesser. Grüne oder größere Früchte wurden stets an den Pflanzen belassen. Die Früchte wurden meist zunächst mit der Zunge angetippt, bevor sie tatsächlich gefressen wurden. Manchmal wurden die Früchte auch mit der Zunge geschossen. Es wurden Früchte von Grangeria porosa, Terminalia boivinii, Trilepisium madagascariense, Antidesma madagascariense, Bridelia perviellana, Phyllanthus casticum, Chassalia princei und Doratoxylon chouxii von Furcifer oustaleti aufgenommen. Früchte wurden von den beiden Geschlechtern von Chamäleons und unabhängig von der Körpergröße in jedem der Beobachtungsmonate gefressen.

Die Autoren schließen daraus, dass alle drei Reptilienarten zur Verbreitung von Pflanzen in ihrem Lebensraum beitragen könnten. Bisher hielt man in Ankarafantsika vor allem den braunen Maki (Eulemur fulvus) für einen Saatgutverbreiter. Jetzt sollten die Überlegungen wohl auch auf Reptilien und ihre Rolle für das Ökosystem Wald erweitert werden – auch wenn der Anteil an Samen im Kot deutlich niedriger ist als der bei Lemuren.

Frugivory by three species of lizards in Madagascar: Implication for their ecological roles as seed disperser
Ryobu Fukuyama, Wataru Noyori, Shuichiro Tagane, Shouta Iyoda, Hiroki Sato
Biotropica 57(4): e70052
DOI: 10.1111/btp.70052

Foto: Furcifer oustaleti beim Verzehr von Früchten, Bild aus der oben genannten Publikation[:en]

Frugivory, the eating of fruit, is only known from a few chameleon species. These are mainly isolated observations. Japanese scientists have recently investigated the extent to which fruit-eating chameleons could contribute to the spread of plant seeds.

The study was carried out in the Ankarafantsika National Park in western Madagascar. Three species of reptiles in Madagascar were observed during two rainy seasons and their droppings were examined: The Madagascar giant chameleon Furcifer oustaleti, the Madagascar iguana Oplurus cuvieri and the plated lizard Zonosaurus laticaudatus. The reptiles were observed during the day and filmed or photographed while feeding on fruit and then captured. Chameleons were mainly caught at night. Fruits with seeds were collected for identification from plants on which reptiles of the three species mentioned had been feeding. All captured reptiles were kept in net containers for 6 days until faeces were deposited. The animals were then microchipped and released back into their habitats. The scientists then attempted to sow plant seeds obtained from the animals‘ excrement.

A total of 89 chameleons, 254 Madagascar iguanas and 38 shield lizards were captured for the study. 24.7% of the Furcifer oustaleti sampled had plant seeds in their feces, compared to 20.1% of the iguanas and 15.8% of the tortoiseshell lizards. The observations showed that the chameleons and the plated lizards ate fruit from at least eight different plants, while the iguanas ate from as many as 18 different plant species. Some of the plant seeds obtained from the feces had germination rates of over 50%.

During the observation period in Ankarafantsika, Furcifer oustaleti only ate red, black or brown fruits with a maximum diameter of one centimeter. Green or larger fruits were always left on the plants. The fruits were usually first tapped with the tongue before they were actually eaten. Sometimes the fruits were also shot with the tongue. Fruits of Grangeria porosa, Terminalia boivinii, Trilepisium madagascariense, Antidesma madagascariense, Bridelia perviellana, Phyllanthus casticum, Chassalia princei and Doratoxylon chouxii were ingested by Furcifer oustaleti. Fruits were recorded from both sexes of chameleons and regardless of body size in each of the observation months.

The authors conclude that all three reptile species could contribute to the spread of plants in their habitat. Until now, the brown maki (Eulemur fulvus) in Ankarafantsika was primarily thought to be a seed disperser. Now the considerations should probably be extended to reptiles and their role in the forest ecosystem – even if the proportion of seeds in their droppings is significantly lower than that of lemurs.

Frugivory by three species of lizards in Madagascar: Implication for their ecological roles as seed disperser
Ryobu Fukuyama, Wataru Noyori, Shuichiro Tagane, Shouta Iyoda, Hiroki Sato
Biotropica 57(4): e70052
DOI: 10.1111/btp.70052

Photo: Furcifer oustaleti eating fruit, image from the above-mentioned publication[:]

[:de]Vögel als Fressfeinde des Indischen Chamäleons[:en]Avian predators of the Indian Chameleon[:]

[:de]Vögel als Fressfeinde des Indischen Chamäleons[:en]Avian predators of the Indian Chameleon[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Diese Woche wurde eine Übersichtsarbeit veröffentlicht, in der ein indischer Biologe eine Reihe von Beobachtungen zusammenfasst, bei denen Vögel Chamäleons in Sri Lanka und Indien angegriffen haben. Es handelt sich dabei ausschließlich um Beobachtungen mit Chamaeleo zeylanicus, dem Indischen Chamäleon, als Beute.

Insgesamt wurde bereits sieben Vögel zwischen 2012 und 2023 dabei beobachtet, Chamaeleo zeylanicus entweder angegriffen oder auch gefressen zu haben. In Bhadreshwar am westlichen Rand Indiens konnte ein Heckenkuckuck (Centropus sinensis) dabei beobachtet werden, wie er ein Chamäleon erbeutete. Im Janbughoda Wildlife Sanctuary im Osten Indiens war es eine Wanderbaumelster (Dendrocitta vagabunda), die mit einem Chamäleon im Schnabel davonflog und dann beim Verzehr fotografiert werden konnte. In den Kolli Hills im Süden Indiens wurde ein Haubenschlangenadler (Spilornis cheela) beim Verzehr eines Indischen Chamäleons beobachtet. Drei weitere Haubenschlangenadler wurde im Wilpattu Nationalpark in Sri Lanka bei der Jagd gesehen. Eine andere Beobachtung im gleichen Nationalpark weist als Fressfeind von Chamäleons den Malabarhornvogel (Anthracoceros coronatus) aus.

Avian predators of the Indian Chameleon Chamaeleo zeylanicus
Raju Vyas
Biodiversity Observations 15, 2025: 96-98
DOI: 10.15641/bo.152

Foto: Wanderbaumelster beim Verzehr eines Indischen Chamäleons, das Foto stammt aus der genannten Publikation[:en]

This week, a review paper was published in which an Indian biologist summarizes a series of observations in which birds have attacked chameleons in Sri Lanka and India. These are exclusively observations with Chamaeleo zeylanicus, the Indian chameleon, as prey.

A total of seven birds have already been observed either attacking or eating Chamaeleo zeylanicus between 2012 and 2023. In Bhadreshwar on the western edge of India, a greater coucal (Centropus sinensis) was observed preying on a chameleon. In the Janbughoda Wildlife Sanctuary in eastern India, it was a rufous treepie (Dendrocitta vagabunda) that flew away with a chameleon in its beak and was then photographed eating it. In the Kolli Hills in southern India, a crested serpent eagle (Spilornis cheela) was observed eating an Indian chameleon. Three other crested serpent eagles were seen hunting in Wilpattu National Park in Sri Lanka. Another observation in the same national park shows the Malabar pied hornbill (Anthracoceros coronatus) as a predator of chameleons.

Avian predators of the Indian Chameleon Chamaeleo zeylanicus
Raju Vyas
Biodiversity Observations 15, 2025: 96-98
DOI: 10.15641/bo.152

Photo: Rufous treepie eating an Indian chameleon, the photo was taken from the open source publication mentioned above[:]

[:de]Invasive Pflanze tötet Chamäleons[:en]Invasive plant kills chameleons[:]

[:de]Invasive Pflanze tötet Chamäleons[:en]Invasive plant kills chameleons[:]

Beobachtungen

[:de]

Eine interessante Beobachtung machte ein Madagaskarreisender mit seinem Guide im letzten Jahr: In Ranomafana im südlichen Hochland der Insel beobachtete er zwei Mal, dass Calumma oshaughnessyi Jungtiere sich in einer invasiven Pflanze verfangen und offenbar in Folge dessen gestorben waren. Die Autoren vermuten, dass die Tiere sich nicht mehr von den kleinen, feinen Widerhaken der Pflanze lösen konnten und dadurch möglicherweise verhungerten.

Die betreffende Pflanze ist der Spanische Klee (Desmodium uncinatum), der sich heute bereits weltweit verbreitet hat. Er ist eine gute Futterpflanze für Vieh, das auf Madagaskar einen hohen Symbolwert hat. Aus Indien und Australien gibt es jedoch Fallberichte, laut denen sich Fledermäuse und andere kleine Säugetiere an den klett-ähnlichen Pflanzenstängeln verfingen und starben. Untersuchungen zu diesem Thema wären sicher spannend und insbesondere für Jungtiere von Chamäleons auch durchaus wichtig.

Natural History Notes: Calumma oshaughnessyi
Michael Nash, Patrick Adriamihaja
Herpetological Review 55(3), 2024
DOI: nicht vorhanden

Foto: aus der genannten Publikation[:en]

An interesting observation was made by a Madagascar traveler and his guide last year: in Ranomafana in the southern highlands of the island, he observed Calumma oshaughnessyi juveniles twice becoming entangled in an invasive plant and apparently dying as a result. The authors suspect that the animals were unable to free themselves from the small, fine barbs of the plant and may have starved to death as a result.

The plant in question is the Spanish clover (Desmodium uncinatum), which has already spread worldwide. It is a good fodder plant for cattle, which has a high symbolic value in Madagascar. However, there are case reports from India and Australia of bats and other small mammals becoming entangled in the Velcro-like plant stems and dying.

Natural History Notes: Calumma oshaughnessyi
Michael Nash, Patrick Adriamihaja
Herpetological Review 55(3), 2024
DOI: not available

Photo: from the publication mentioned[:]

[:de]Erstmalig beobachtet: Uhu erbeutet Chamäleon[:en]Eagle owl captures chameleon[:]

[:de]Erstmalig beobachtet: Uhu erbeutet Chamäleon[:en]Eagle owl captures chameleon[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte einheimische Eule Europas und hat ein großes Verbreitungsgebiet, das bis nach Griechenland reicht. Er ist nicht nur sehr anpassungsfähig, was genutzten Lebensraum angeht, sondern auch bei seiner Beute. Zu bekannten und üblichen Beutetieren zählen im Mittelmeerraum vor allem kleine bis mittlere Säugetiere und andere, kleinere Vögel. Ampihibien, Reptilien, Fische und Wirbellose wie Insekten werden zwar auch erbeutet, galten bisher aber stets eher als Notbehelf vor allem in Gegenden von Griechenland, wo ein Mangel an größeren Beutetieren herrscht.

Eine sehr spezielle Beobachtung zum Beutespektrum der Eulenart haben kürzlich griechische Autoren in der Gegend um Pylos in der westlichen Peloponnes gemacht. Im Juli 2024 beobachteten die Autoren am frühen Morgen einen Uhu bei der Jagd. Er erbeutete zu ihrer Überraschung ein Chamaeleo africanus. Dies ist die erste veröffentlichte Beobachtung, bei der ein Uhu ein Chamäleon erbeutete. Weitere Forschung darüber wäre wünschenswert, denn tatsächlich fehlt es insgesamt an Daten zum Beutespektrum von Uhus in der Peloponnes.

An exceptionally rare predation on a chameleon species (Squamata: Chamaeleonidae) by a Eurasian Eagle-Owl (Aves: Strigidae)
Apostolos Christopoulos, Luca Cornacchia, Christos Kotselis, Yiannis G. Zevgolis
Diversity 17, 2025: 333
DOI: 10.3390/d17050333

Foto: aus der genannten Publikation[:en]

The eagle owl (Bubo bubo) is the largest native owl in Europe and has a large range that extends as far as Greece. It is not only very adaptable in terms of the habitat it uses, but also in terms of its prey. Known and common prey in the Mediterranean region include small to medium-sized mammals and other smaller birds. Ampihibians, reptiles, fish and invertebrates such as insects are also preyed upon, but have always been considered more of a stopgap, especially in areas of Greece where there is a lack of larger prey.

Greek authors recently made a very special observation on the prey spectrum of the owl species in the area around Pylos in the western Peloponnese. In July 2024, the authors observed an eagle owl hunting in the early morning. To their surprise, it preyed on a Chamaeleo africanus. This is the first published observation of an eagle owl preying on a chameleon. Further research on this would be desirable, as there is a general lack of data on the prey spectrum of eagle owls in the Peloponnese.

An exceptionally rare predation on a chameleon species (Squamata: Chamaeleonidae) by a Eurasian Eagle-Owl (Aves: Strigidae)
Apostolos Christopoulos, Luca Cornacchia, Christos Kotselis, Yiannis G. Zevgolis
Diversity 17, 2025: 333
DOI: 10.3390/d17050333

Photo: from the publication mentioned[:]