[:de]Zweiter Supermuskel in der Chamäleonzunge entdeckt[:en]Scientists discover second ’super muscle‘ in chameleon tongues[:]

[:de]Zweiter Supermuskel in der Chamäleonzunge entdeckt[:en]Scientists discover second ’super muscle‘ in chameleon tongues[:]

Wissenschaft

[:de]

Wissenschaftler beschäftigen sich seit Menschengedenken damit, wie die Zunge von Chamäleons so extrem lang aus dem Maul herausgeschossen werden kann. US-amerikanishe Biologen  haben nun ein weiteres Puzzlestück zur Funktion der Chamäleonzunge klären könen.

In der Studie wurde an 15 Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) verschiedenen Experimente durchgeführt. Alle 15 Tiere wurden zunächst mittels überdosierter Gasnarkose narkotisiert, um sie dann mittels Dekapitation zu töten.  Die vier Zungenmuskeln wurden dann herauspräpariert und in Messgeräte eingespannt. Mittels Stroms wurden die Muskeln stimuliert und die passive/aktive Kräfte sowie verschiedene Muskellängen gemessen. Anschließend wurden eine Reihe Berechnungen durchgeführt und Muskeln histologisch untersucht. Zusätzlich wurden Embryonen immunhistochemisch untersucht, die man zuvor aus Eiern gewonnen hatte, um festzustellen, ob die Zungenmuskeln in ihrer Entwicklung aus der gleichen oder zwei unterschiedlichen Muskelanlagen hervorgehen.

Die Ergebnisse der Studie sind sehr interessant und stützen sich vor allem auf die sogennanten Sarkomere der Muskeln. Ein Sarkomer ist die kleinste kontraktile Einheit des Muskels – also der Teil, der für die Ausdehnung und Kontraktion der Muskulatur zuständig ist. An beiden Enden jedes Sarkomers liegen die sogenannten Zwischenscheiben, abgekürzt Z-Scheiben. Quergestreifte Muskulatur, also unter anderem die Muskeln, die Arme, Beine und Körperstamm eines Wirbeltieres bewegen, können sich etwa auf die Hälfte ihrer Ruhelänge verkürzen. Bei Chamäleons gibt es jedoch einen ganz speziellen Typ Muskel, den sogenannten superkontrahierenden Muskel. Dabei handelt es sich per Definition um einen quergestreiften Muskel, dem es möglich ist, sich auch auf weniger als die Hälfte seiner Ruhelänge zu verkürzen. Beim Rektraktor der Zunge, dem Musculus hyoglossus, handelt es sich um genau so einen Muskel. Bei diesem Muskel sorgen perforierte Z-Scheiben an den Sarkomeren dafür, dass er sich weitaus besser ausdehnen kann als normale quergestreifte Muskulatur.

In der vorliegenden Studie wurde festgestellt, dass noch ein zweiter superkontrahierender Muskel am Zungenschuss beteiligt ist: Der Musculus sternohyoideos superficialis. Bei seinem Gegenstück, dem Musculus sternohyoideus profundus, konnten jedoch keine perforierten Z-Scheiben an den Sarkomeren nachgewiesen werden. Sein Längen-Spannungs-Verhältnis entsprach jedoch den beiden superkontrahierenden Zungenmuskeln. Das könnte aber durch den sehr breiten Ansatz des Muskels am Zungenbein kompensiert werden. Während des Zungenschusses werden diese Bereiche des Zungenbeins schnell gedreht, was die Sarkomere mechanisch verändern könnte.

Mittels Immunhistochmie konnten die Biologen außerdem an Chamäleon-Embryonen zeigen, dass die beiden Muskeln sich aus unterschiedlichen Anlagen entwickeln, was zur unterschiedlichen Ausprägung der Sarkomere passt. Sowohl der Musculus hyoglossus als auch die Musculi sternohyoidei bilden einen gemeinsamen Muskelapparat, wobei einer der Muskeln sogar bis ans Brustbein reicht. Das bedeutet, dass die maximale Länge der Chamäleonzunge beim Schuss nicht nur durch die besonderen Eigenschaften der Zungenmuskulatur ermöglicht wird, sondern auch durch die Gesamtlänge des Muskelapparates. Bei keinem anderen Wirbeltier weltweit wurden bisher zwei superkontrahierende Muskeln nachgewiesen.

Feats of supercontractile strength: functional convergence of supercontracting muscle properties among hyoid musculature in chameleons
Nikole G. Schneider, Nicholas A. Henchal, Raul E. Diaz Jr., Christopher V. Anderson
Proceedings B of Royal Society Publishing, 2025
DOI: 10.1098/rspb.2025.0078

Abbildung: Schematische Darstellung der Zungenmuskulatur und des Zungenbeins beim Jemenchamäleon aus der genannten Publikation[:en]

Scientists have been investigating how chameleons‘ tongues can shoot out of their mouths to such an extreme length for as long as anyone can remember. US biologists have now been able to solve another piece of the chameleon tongue puzzle.

In the study, experiments were carried out on 15 Veiled chameleons (Chamaeleo calyptratus). All 15 animals were first anaesthetised using overdosed gas anaesthesia and then killed by decapitation. The four tongue muscles were then dissected out and clamped in measuring devices. The muscles were stimulated with an electric current and the passive/active forces and various muscle lengths were measured. A series of calculations were then carried out and muscles were examined histologically. In addition, embryos previously obtained from eggs were analysed immunohistochemically to determine whether the tongue muscles develop from the same or two different muscle systems.

The results of the study are very interesting and focus primarily on the so-called sarcomeres of the muscles. A sarcomere is the smallest contractile unit of the muscle – i.e. the part that is responsible for the expansion and contraction of the muscles. At both ends of each sarcomere are the so-called intermediate discs (German „Zwischenscheibe“), abbreviated as Z-discs. Transverse striated muscles, i.e. the muscles that move the arms, legs and trunk of a vertebrate, can shorten to about half their resting length. In chameleons, however, there is a very special type of muscle, the so-called supercontracting muscle. By definition, this is a striated muscle that is able to shorten to less than half its resting length. The rectractor of the tongue, the hyoglossus muscle, is just such a muscle. In this muscle, perforated Z-discs on the sarcomeres ensure that it can stretch far better than normal striated muscles.

In the present study, it was found that a second supercontracting muscle is involved in the tongue shot: the sternohyoid superficialis muscle. In its counterpart, the sternohyoid profundus muscle, surprisingly, no perforated Z-discs could be detected at the sarcomeres. However, its length-tension ratio corresponded to the two supercontracting tongue muscles. This could be compensated for by the very broad attachment of the muscle to the hyoid bone. During tongue shooting, these areas of the hyoid bone are rapidly rotated, which could mechanically alter the sarcomeres.

Using immunohistochemistry, the biologists were also able to show in chameleon embryos that the two muscles develop from different origins, which is consistent with the different sarcomeres. Both the hyoglossus muscle and the sternohyoid muscles form a muscular unit, with one of the muscles even extending to the sternum. This means that the maximum length of the chameleon tongue when shooting is not only made possible by the special properties of the tongue muscles, but also by the overall length of the muscular unit. No other vertebrate in the world has ever been found to have two supercontracting muscles.

Feats of supercontractile strength: functional convergence of supercontracting muscle properties among hyoid musculature in chameleons
Nikole G. Schneider, Nicholas A. Henchal, Raul E. Diaz Jr., Christopher V. Anderson
Proceedings B of Royal Society Publishing, 2025
DOI: 10.1098/rspb.2025.0078

Figure: Schematic representation of the tongue muscles and hyoid bone in the Veiled chameleon from the aforementioned publication[:]

[:de]Jemenchamäleon in 12 weiteren Countys in Florida (USA) verbreitet[:en]Veiled chameleon distributed over 12 new counties in Florida (USA)[:]

[:de]Jemenchamäleon in 12 weiteren Countys in Florida (USA) verbreitet[:en]Veiled chameleon distributed over 12 new counties in Florida (USA)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Bereits mindestens seit 2002 leben eingeschleppte Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) in Florida (USA). Die ersten Funde wild lebender Jemenchamäleons stammten aus Collier County, zwei Jahre später wurden Tiere in Fort Myers in Lee County beobachtet. Es folgten Funde in Hendry, Miamia-Dade, Broward, St. Lucie, Palm Beach, Monroe, Alachua und Hillsborough. Nun berichet ein Autor im Herpetological Review von 12 weiteren Populationen in Florida: In Brevard, Charlotte, De Soto, Glades, Indian River, Lake, Manatee, Osceola, Pinellas, Polk, Sarasota und Seminole County.

Er verwendete dafür Funddaten von iNaturalist sowie EDDMapS. Der Autor vermutet, dass die meisten Neufunde sogenanntes Chameleon Ranching als Ursache haben könnten. Dabei werden Chamäleons gezielt in weiteren Lebensräumen ausgesetzt, um später die daraus resultierenden Jungtiere absammeln und verkaufen zu können. Aber auch ohne vorheriges Aussetzen ist das Absammeln der Tiere zu Verkaufszwecken eine Einkommensquelle in Florida geworden, was parallel dazu geführt hat, dass Verbreitungsdaten über neue Populationen kaum veröffentlicht werden. Inzwischen ist es eine übliche Freizeitbeschäftigung in Florida, nachts nach Jemenchamäleons zu suchen. Es gibt sogar kommerzielle Anbieter, die geführte Touren anbieten.

Ein Problem daran sind zunehmend die Eigentümer von Privatgrundstücken, die sich vom „Chamäleontourismus“ gestört fühlen. Die Auswirkungen auf einheimische Wildtiere in den USA ist bisher unklar. Theoretisch könnten Jemenchamäleons kleinere Säugetiere oder junge Vögel fressen, über derartige Vorkommnisse gibt es jedoch aus Florida bisher keinerlei Berichte.

Die eingeschleppten Jemenchamäleons wieder loswerden zu können, erscheint dabei immer unwahrscheinlicher. Ein einjähriger Versuch in Lake Worth Beach (Palm Beach) resultierte in 1043 gefangenen Chamäleons während 71 Sammelaktionen, jedoch nicht in der Elimination der dort lebenden Population.

New County Records for the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Florida, USA
Kevin M. Enge
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: nicht verfügbar

Foto: Chamaeleo calyptratus, gefunden und fotografiert in Fort Myers (USA) von Andrew Durso, CC-BY[:en]

Introduced Veiled chameleons (Chamaeleo calyptratus) have been living in Florida (USA) since at least 2002. The first wild Veiled chameleons were found in Collier County, two years later animals were observed in Fort Myers in Lee County. This was followed by findings in Hendry, Miamia-Dade, Broward, St. Lucie, Palm Beach, Monroe, Alachua and Hillsborough County. Now an author in the Herpetological Review reports on 12 further populations in Florida: in Brevard, Charlotte, De Soto, Glades, Indian River, Lake, Manatee, Osceola, Pinellas, Polk, Sarasota and Seminole County.

He used data from iNaturalist and EDDMapS. The author suspects that most of the new finds could be due to so-called chameleon ranching. Chameleons are deliberately released into other habitats in order to later collect and sell the resulting juveniles. But even without prior release, collecting (‚harvesting‘) animals for sale has become a source of income in Florida, which has also led to the fact that distribution data on new populations is rarely published. It is now a common recreational activity in Florida to search for Veiled chameleons at night. There are even commercial operators offering guided tours.

One problem is increasingly the owners of private property who feel disturbed by ‘chameleon tourism’. The impact on native wildlife in the USA is still unclear. Theoretically, Veiled chameleons could eat smaller mammals or young birds, but there have been no reports of such incidents in Florida to date.

It seems increasingly unlikely that it will be possible to get rid of the introduced Veiled chameleons. A one-year trial in Lake Worth Beach (Palm Beach) resulted in 1043 chameleons being caught during 71 collection campaigns, but not in the elimination of the population living there.

New County Records for the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Florida, USA
Kevin M. Enge
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: not available

Photo: Chamaeleo calyptratus, found and photographed in Fort Myers (USA) by Andrew Durso, CC-BY[:]

[:de]Interessenten für Nachzuchtprojekt mit Chamaeleo calyptratus calcarifer gesucht[:en]Interested parties wanted for breeding project with Chamaeleo calyptratus calcarifer[:]

[:de]Interessenten für Nachzuchtprojekt mit Chamaeleo calyptratus calcarifer gesucht[:en]Interested parties wanted for breeding project with Chamaeleo calyptratus calcarifer[:]

Abzugeben Projekte

[:de]

Die größere Unterart des Jemenchamäleons, Chamaeleo calyptratus calcarifer, aus der Tihama auf der arabischen Halbinsel hat in den letzten Jahren eher wenig Beachtung in der Terraristik erhalten. So wundert es nicht, dass Notizen zu dieser Unterart in der aktuellen Literatur nicht besonders häufig sind und es auch an Haltungs- und Nachzuchtberichten mangelt. Sophie Obermaier, Mitglied der AG Chamäleons aus Berlin, möchte das gerne ändern und die Art langfristig nachzüchten. Sie selbst hat einige adulte Tiere der Art und bereits über 50 Eier, die derzeit inkubiert werden. Wer Erfahrungen mit der Unterart gemacht hat, sich selbst gerne mit der Haltung einiger Tiere beteiligen oder Jungtiere für wissenschaftliche Arbeiten übernehmen möchte, ist herzlich eingeladen, sich per Mail bei Sophie unter chartar.0702@gmail.com zu melden.

[:en]

The larger subspecies of the Veiled Chameleon, Chamaeleo calyptratus calcarifer, from the Tihama on the Arabian Peninsula has received little attention in the herpetoculture hobby in recent years. It is therefore not surprising that notes on this subspecies are not particularly frequent in the current literature and that there is also a lack of husbandry and breeding reports. Sophie Obermaier, a member of AG Chamäleons from Berlin, would like to change this and breed the species in the long term. She herself has several adults of the species and already has over 50 eggs that are currently being incubated. Anyone who has had experience with the subspecies, would like to participate by keeping a few animals themselves or would like to take on young animals for scientific work is cordially invited to contact Sophie by email at chartar.0702@gmail.com.

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[:de]Jemenchamäleons suchen neue Halter[:]

[:de]Jemenchamäleons suchen neue Halter[:]

Abzugeben

[:de]

Gestern sind in der Auffangstation für Reptilien in München zwei Jemenchamäleons angekommen. Beide Tiere stammen aus einer Beschlagnahmung und werden nicht an die ursprünglichen Halter zurückgehen, so dass sie voraussichtlich schon in Kürze zur Vermittlung freigegeben werden können. Es handelt sich um zwei adulte Weibchen, die bisher einen gesunden Eindruck machen. Die Ergebnisse des Blut-Check-Ups sowie die Quarantäne der Auffangstation stehen aber noch aus. Wer sich jedoch schon für die beiden bzw. eines der Weibchen interessiert, kann sich gerne bereits jetzt an die Auffangstation wenden. Ein Fragebogen für Interessenten findet sich auf der Website.

Foto: Eines der weiblichen Jemenchamäleons, fotografiert in der Auffangstation für Reptilien, München[:en]

Two Veiled Chameleons arrived at the reptile rescue centre in Munich yesterday. Both animals were confiscated and will not be returned to their original owners, so they will probably be released for rehoming shortly. They are two adult females who so far appear to be healthy. The results of the blood check-up and the quarantine at the rescue centre are still pending. However, anyone who is already interested in the two or one of the females is welcome to contact the rescue centre now. A questionnaire for interested parties can be found on their website.

Photo: One of the female Veiled Chameleons, photographed at the reptile rescue centre, Munich

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[:de]Geschlechtschromosomen bei Chamäleons[:en]Sex chromosomes in chameleons[:]

[:de]Geschlechtschromosomen bei Chamäleons[:en]Sex chromosomes in chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Welches bei Chamäleons die Geschlechtschromosomen sind, ist bisher eher spärlich untersucht worden. Von der madagassischen Chamäleongattung Furcifer ist bekannt, dass sie über Z und W-Chromosomen verfügen, wobei manchmal auch mehrere Z-Chromosomen auftreten, so genannte Neo-Geschlechtschromosomen. Kürzlich wurde nun in Tschechien mehr dazu geklärt.

Blut- und Gewebeproben wurden von 13 Chamäleon entnommen, um DNA zu isolieren. Zu den beprobten Tieren gehörten jeweils ein Männchen und ein Weibchen der Arten Brookesia therezieni, Calumma glawi, Calumma parsonii, Chamaeleo calyptratus, Furcifer campani, Furcifer labordi, Furcifer lateralis, Furcifer oustaleti, Furcifer pardalis, Furcifer rhinoceratus, Furcifer viridis, Kinyongia boehmei und Trioceros johnstoni. Lediglich bei den Furcifer oustaleti wurden zwei Weibchen beprobt. Anschließend wurden die Z1-Chromosomen der Pantherchamäleons und die Z- und W-Chromosomen mittels Mikrodissektion untersucht. Gene Coverage Analysen wurden für Teppich- und Pantherchamäleons durchgeführt. Außerdem wurden qPCRs durchgeführt, um die Homologie der Z-Chromosomen zu vergleichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Morphologie der Z1-Chromosomen von Pantherchamäleons dem Z-Chromosom der gesamten Gattung Furcifer entspricht. Das Z1-Chromosom der Pantherchamäleons entspricht damit dem Z-Chromosom bei Furcifer oustaleti. Das Z2-Chromosom der Pantherchamäleons dagegen ist ein Neo-Geschlechtschromosom. Sowohl das Z- als auch das W-Chromosom bei Furcifer oustaleti sind wahrscheinlich pseudautosomal. 42 Gene wurden als spezifisch für das W-Chromosom beschrieben.

Insgesamt wurden 16.947 Gene in Furcifer lateralis und 16.909 Gene in Furcifer pardalis identifiziert. Das Verhältnis der Genzahl zwischen Weibchen und Männchen beträgt 0,35 und 0,65 für die beiden Arten. Bei Panther- und Teppichchamäleons stellte sich heraus, dass die meisten Gene der W- und Z-Chromosomen gleich sind, verhältnismäßig wenige Gene fanden sich nur auf dem W-Chromosom. Diese Erkenntnis ist überraschend, da die Forscher eigentlich erwartet hätten, dass das heterochromatische W bei Furcifer-Arten einen Großteil seiner Gene gegenüber dem Z-Chromosom verloren hätte.

Die Geschlechtschromosomen der Gattung Furcifer haben sich wahrscheinlich vor mindestens 20 Millionen Jahren entwickelt, was etwa dem Zeitpunkt der Absplittung der Art Furcifer campani von den übrigen Furcifer-Arten entspricht.

Heteromorphic ZZ/ZW sex chromosomes sharing gene content with mammalian XX/XY are conserved in Madagascan chameleons of the genus Furcifer
Michail Rovatsos, Sofia Mazzoleni, Barbora Augstenová, Marie Altmanová, Petr Velenský, Frank Glaw, Antonio Sanchez, Lukáš Kratochvíl
Scientific Reports 14, 2024: 4898.
DOI: 10.1038/s41598-024-55431-9[:en]

Which sex chromosomes are present in chameleons has so far been studied rather sparsely. The Madagascan chameleon genus Furcifer is known to have Z and W chromosomes, although sometimes several Z chromosomes occur, so-called neo-sex chromosomes. Recently in the Czech Republic, scientists examined this deeper.

Blood and tissue samples were taken from 13 chameleons to isolate DNA. The animals sampled included one male and one female each of the species Brookesia therezieni, Calumma glawi, Calumma parsonii, Chamaeleo calyptratus, Furcifer campani, Furcifer labordi, Furcifer lateralis, Furcifer oustaleti, Furcifer pardalis, Furcifer rhinoceratus, Furcifer viridis, Kinyongia boehmei and Trioceros johnstoni. Only in Furcifer oustaleti were two females sampled. Subsequently, the Z1 chromosomes of the panther chameleons and the Z and W chromosomes were analysed by microdissection. Gene coverage analyses were performed for carpet and panther chameleons. In addition, qPCRs were performed to compare the homology of the Z chromosomes.

The results show that the morphology of the Z1 chromosomes of panther chameleons corresponds to the Z chromosome of the entire genus Furcifer. The Z1 chromosome of panther chameleons thus corresponds to the Z chromosome of Furcifer oustaleti. The Z2 chromosome of panther chameleons, on the other hand, is a neo-sex chromosome. Both the Z and W chromosomes in Furcifer oustaleti are probably pseudautosomal. 42 genes have been described as specific for the W chromosome.

A total of 16,947 genes were identified in Furcifer lateralis and 16,909 genes in Furcifer pardalis. The ratio of the number of genes between females and males is 0.35 and 0.65 for the two species. In panther and carpet chameleons, most of the genes on the W and Z chromosomes were found to be the same, with relatively few genes found only on the W chromosome. This finding is surprising, as the researchers had actually expected that the heterochromatic W in Furcifer species would have lost most of its genes compared to the Z chromosome.

The sex chromosomes of the genus Furcifer probably evolved at least 20 million years ago, which roughly corresponds to the time when the species Furcifer campani split off from the other Furcifer species.

Heteromorphic ZZ/ZW sex chromosomes sharing gene content with mammalian XX/XY are conserved in Madagascan chameleons of the genus Furcifer
Michail Rovatsos, Sofia Mazzoleni, Barbora Augstenová, Marie Altmanová, Petr Velenský, Frank Glaw, Antonio Sanchez, Lukáš Kratochvíl
Scientific Reports 14, 2024: 4898.
DOI: 10.1038/s41598-024-55431-9

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[:de]Neue Fallberichte zur Hemipenesamputation[:en]New case reports on hemipenes amputation[:]

[:de]Neue Fallberichte zur Hemipenesamputation[:en]New case reports on hemipenes amputation[:]

Tiermedizin

[:de]

Von der Universität Sofia (Bulgarien) stammt eine neue Veröffentlichung mit mehreren Fallberichten, in denen auch Chamäleons vorkommen. Die Autoren beschreiben 16 Fälle verschiedener Echsen, die einen Hemipenisvorfall erlitten und deren Behandlung.

Unter den Echsen waren ein Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) und zwei Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus). Alle drei Patienten wurden den Tierärzten mit beidseitigem Hemipenesvorfall vorgestellt. Zunächst wurden die Vorfälle in 20%iger Dextrose-Lösung gebadet, danach konnten die Hemipenes manuell zurückverlagert werden. Die Vorfälle traten danach jedoch erneut auf, so dass man sich für eine chirurgische Lösung entschied. Unter intramuskulär verabreichter Vollnarkose und Lokalanästhesie wurden die Hemipenes abgesetzt, die Wunde vernäht und der verbliebene kleine Stumpf zurück in die jeweilige Hemipenestasche verlagert. Als Schmerzmittel wurde Meloxicam einmal täglich über 5 Tage nach der Operation verabreicht. Nur Echsen, bei denen das Operationsfeld bei den Nachuntersuchungen abzusterben schien, wurden für 10  Tage unter Antibiose gesetzt.

Hemipenectomy in leopard geckos, chameleons and bearded dragons
Seven Mustafa & Iliana Ruzhanova-Gospodinova
Tradition and Modernity in Veterinary Medicine, 2024
DOI: nicht vorhanden

Foto: Pantherchamäleon, fotografiert von Alex Laube auf Madagaskar[:en]

The University of Sofia (Bulgaria) has published a new paper with several case reports involving chameleons. The authors describe 16 cases of different lizards that suffered a hemipenis prolapse and their treatment.

The lizards included a panther chameleon (Furcifer pardalis) and two Veiled Chameleons (Chamaeleo calyptratus). All three patients were presented to the veterinarians with bilateral hemipenes prolapse. Initially, the prolapses were bathed in 20% dextrose solution, after which the hemipenes were manually repositioned. However, the prolapses then recurred, so surgery was the final solution. Under general and local anaesthesia administered intramuscularly, the hemipenes were removed, the wound sutured and the remaining small stump repositioned in the respective hemipenes pocket. Meloxicam was administered as an analgesic once a day for 5 days after the operation. Only lizards in which the surgical field appeared to be dying off during the follow-up examinations were given antibiotics for 10 days.

Hemipenectomy in leopard geckos, chameleons and bearded dragons
Seven Mustafa & Iliana Ruzhanova-Gospodinova
Tradition and Modernity in Veterinary Medicine, 2024
DOI: nicht vorhanden

Photo: Panther chameleon, photographed by Alex Laube in Madagascar[:]

[:de]Histologie der Chamäleonleber[:en]Histology of the chameleon liver[:]

[:de]Histologie der Chamäleonleber[:en]Histology of the chameleon liver[:]

Tiermedizin Wissenschaft

[:de]

Histologische Untersuchungen von Organgewebe gehören zu jeder pathologischen Untersuchung in der Tiermedizin. Bei Reptilien werden sie ebenfalls häufig angefertigt, Studien zur Histologie von gesundem Organgewebe gibt es aber wenige. Eine arabische Publikation beschäftigt sich jetzt mit histologischen Schnitten von Chamäleonlebern.

Sieben adulte Jemenchmäleons wurden in Abha City in der Region Aseer gefangen und anschließend mit Äther-Inhalation getötet. Die Lebern wurden in Formalin eingelegt, um sie dann in Paraffin zu gießen und Schnitte anzufertigen.

Morphologisch zeigte sich in der Sektion – wie bereits bekannt – die Leber als zweilappiges, dunkelbraunes Organ von ungefähr 3,7 x 2 cm Größe, das in der Coelomhöhle vor dem Magen liegt und die Gallenblase umschließt. Wie bei anderen Tieren umschließt eine Kapsel aus Bindegewebe die Leber.

Histologisch ähnelt die Leber bei Jemenchamäleons dem anderer Wirbeltiere in vielen Aspekten. Die Leberkapsel besteht aus dicht beieinander liegenden, kollagenen Fasern und glatten Muskelfasern. Normalerweise teilt trabekuläres Bindegewebe die Leber selbst in viele kleine Läppchen, eine solche Struktur scheint bei Jemenchamäleons aber nicht vorhanden zu sein. Die Leberzellen (Hepatozyten) sind auch im Gegensatz zu Säugetieren nicht radiär um jeweils eine Vene angeordnet, sondern eher unregelmäßig in Follikeln oder Alveolen. Die Hepatozyten sind von kapillaren Blutgefäßen umgeben. In den Blutgefäßen sind sogenannte Melanomakrophagen zu sehen, die es bei Vögeln und Säugetieren nicht gibt. Die Hepatozyten beim Jemenchamäleon sind polyedrisch oder pyramidenförmig und enthalten meistens mehrere große, runde Zellkerne in der Peripherie. Die Zellkerne enthalten auffällig dunkle Nucleoli. Hin und wieder sind Zellkerne zentral. Unter Hämatoxylin-Eosin-Färbung (HE) wirken die Hepatozyten sehr eosinophil. Im Bindegewebe konnten Zweige der Pfortader, Leberarterie, kleine Gallengänge und Lymphgefäße dargestellt werden. Im Bereich direkt unter der Leberkapsel konnte hämatopoetisches Gewebe gefunden werden.

Neben der histologischen Untersuchung wurden mehrere Leberstücke außerdem mittels Transmissionselektronenmikroskopie untersucht. Aufnahmen beider Untersuchungsmethoden finden sich in der Veröffentlichung.

Histomorphological, histochemical and ultrastructural studies on the healthy liver of Yemen Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Southern Saudi Arabia
Amin A. Al-Doaiss, Mohammed A. Alshehri, Ali A. Shati, Mohammad Y. Alfaifi, Mohammed A. Al-Kahtani, Ahmed Ezzat Ahmed, Refaat A. Eid, Laila A. Al-Shuraym, Fahd A. Al-Mekhlafi, Mohammed Al Zahrani, Mohammed Mubarak
International Journal of Morphology 41(5), 2023: pp. 1513-1526.
DOI: nicht vorhanden

Bild: Histologisches Schnittbild der Leber eines Jemenchamäleons aus der oben genannten Veröffentlichung[:en]

Histological examinations of organ tissue are part of every pathological examination in veterinary medicine. They are also frequently carried out in reptiles, but there are few studies on the histology of healthy organ tissue. An Arabic publication now deals with histological sections of chameleon livers.

Seven adult Yemen chameleons were captured in Abha City in the Aseer region and then killed with ether inhalation. The livers were placed in formalin and then poured into paraffin to make sections.

Morphologically, the liver was found to be a two-lobed, dark brown organ approximately 3.7 x 2 cm in size, which lies in the coelomic cavity in front of the stomach and surrounds the gall bladder. As in other animals, a capsule of connective tissue surrounds the liver.

Histologically, the liver of Yemen chameleons resembles that of other vertebrates in many respects. The liver capsule consists of closely spaced collagenous fibres and smooth muscle fibres. Normally, trabecular connective tissue divides the liver itself into many small lobules, but such a structure does not appear to be present in Yemen chameleons. In contrast to mammals, the liver cells (hepatocytes) are not arranged radially around a vein, but rather irregularly in follicles or alveoli. The hepatocytes are surrounded by capillary blood vessels. So-called melanoma macrophages, which are not found in birds and mammals, can be seen in the blood vessels. The hepatocytes in the Yemen chameleon are polyhedral or pyramid-shaped and usually contain several large, round cell nuclei in the periphery. The nuclei contain conspicuously dark nucleoli. Occasionally nuclei are central. Under haematoxylin-eosin (HE) staining, the hepatocytes appear very eosinophilic. In the connective tissue, branches of the portal vein, hepatic artery, small bile ducts and lymphatic vessels could be visualised. Haematopoietic tissue was found in the area directly under the liver capsule.

In addition to the histological examination, several pieces of liver were also examined using transmission electron microscopy. Images of both examination methods can be found in the publication.

Histomorphological, histochemical and ultrastructural studies on the healthy liver of Yemen Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Southern Saudi Arabia
Amin A. Al-Doaiss, Mohammed A. Alshehri, Ali A. Shati, Mohammad Y. Alfaifi, Mohammed A. Al-Kahtani, Ahmed Ezzat Ahmed, Refaat A. Eid, Laila A. Al-Shuraym, Fahd A. Al-Mekhlafi, Mohammed Al Zahrani, Mohammed Mubarak
International Journal of Morphology 41(5), 2023: pp. 1513-1526.
DOI: none

Image: Histological section of the liver of a Yemen chameleon from the above-mentioned publication[:]

[:de]Jemenchamäleon sucht neue Halter[:en]Veiled Chameleon seeks new keeper[:]

[:de]Jemenchamäleon sucht neue Halter[:en]Veiled Chameleon seeks new keeper[:]

Abzugeben Allgemeines

[:de]

Ein weibliches, noch recht junges Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) aus einer amtlichen Beschlagnahmung suchen innerhalb Deutschlands neue und vor allem chamäleonkundige Halter. Bei Interesse schreibt uns gerne an info@agchamaeleons.de für weitere Informationen.

[:en]

A female, still quite young Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) from an official confiscation is looking for new and, above all, chameleon-friendly owners within Germany. If you are interested, please contact us at info@agchamaeleons.de for further information.

[:]

[:de]Zoonotisches Potenzial von Jemenchamäleons auf Gran Canaria (Spanien)[:en]Zoonotic potential of Yemen chameleons in Gran Canaria (Spain)[:]

[:de]Zoonotisches Potenzial von Jemenchamäleons auf Gran Canaria (Spanien)[:en]Zoonotic potential of Yemen chameleons in Gran Canaria (Spain)[:]

Wissenschaft

[:de]

Die kanarischen Inseln liegen nordwestlich von Afrika nahe der Küste von Marokko. Auf Gran Canaria, der zweitgrößten Insel, sind von über 1000 Pflanzen- und Tierarten rund 290 eingeschleppt, also Arten, die ursprünglich nicht dort vorkommen. Seit mindestens 2017 gibt es freilebende Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) auf Gran Canaria. Spanische Wissenschaftler haben nun untersucht, ob von dieser eingeschleppten Chamäleonpopulation zoonotisches Potenzial ausgehen könnte.

Untersucht wurden 40 Jemenchamäleons, die von Red de Alerta Temprana de Canarias para la Detección e Intervención de Especies Exóticas Invasoras in Arucas zuvor gefangen und getötet worden waren. 36 der Chamäleons waren adult, vier juvenil. Bei jedem Chamäleon wurde Darminhalt entnommen und mittels diverser Methoden auf das Vorkommen verschiedener Bakterien untersucht.

Bei 28 der Jemenchamäleons wurde mindestens eine der gesuchten Bakterien gefunden. Rund die Hälfte der Chamäleons wies Yersinia enterocolitica auf, was die höchste bisher für dieses Bakterium nachgewiesene Prävalenz bei Reptilien ist. Das Bakterium kann beim Menschen unter anderem Durchfall verursachen. Unklar ist, wie die Jemenchamäleons sich damit infizierten – möglicherweise über Insekten. 16 der Jemenchamäleons wiesen Salmonellen im Darm auf. Salmonellen sind sehr häufig bei Reptilien und wurde auf Gran Canaria sogar schon bei endemischen Arten nachgewiesen. Ebenfalls häufig bei Reptilien gefunden werden Pseudomonas, die im Darm von 13 Tieren nachgewiesen werden konnten. Zwei Jemenchamäleons waren mit Campylobacter infiziert, bei einem davon konnte Campylobacter lari identizifiert werden. Dieses Bakterium kann selten bei Menschen zu Erkrankungen führen, für die sonst bei Reptilien üblichen Arten ist jedoch kein krankmachendes Potenzial für den Menschen bekannt. Campylobacter lari wurde bisher vor allem in Meeresfrüchten und Vögeln nachgewiesen – möglich ist, dass das Jemenchamäleon an der Küste das Bakterium aufgenommen hat und nicht selbst mitbrachte. Drei Jemenchamäleons wiesen Escherichia coli auf, was bei Menschen in seltenen Fällen zum hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) führen kann. Weitere zwei Chamäleons hatten Listeria monocytogenes im Darm, was bei Aufnahme mit dem Essen bei Schwangeren gefährlich werden kann. Fünf Jemenchamäleons hatten Mykobakterien, davon wurden mehrere als nicht-tuberkulös infiziert. Staphylokokken wurden in sieben Chamäleons nachgewiesen, sie gehören allerdings zur normalen Hautflora. Fünf Isolate waren jedoch positiv für Resistenzen gegenüber bestimmten Antibiotika, was bei Staphylococcus aureus beim Menschen zunehmend zum Problem wird. Zuletzt konnte in einem einzelnen Jemenchamäleon Vibrio nachgewiesen werden, von denen einige Arten Durchfall beim Menschen auslösen können. Das Bakterium wurde früher schon bei eingeschleppten Anolis auf Teneriffa nachgewiesen.

Die Autoren halten fest, dass ein zoonotisches Potenzial für den Mensch durch das Handling eingeschleppter Jemenchamäleons auf Gran Canaria besteht. Inwiefern eine reale Gefahr für Menschen als auch endemische Tierarten besteht, muss jedoch weiter untersucht werden.

Study of zoonotic pathogens in alien population of Veiled Chameleons (Chamaeleo calyptratus) in the Canary Islands (Spain)
Román Pino-Vera, Néstor Abreu-Acosta, Pilar Foronda
Animals 13 (14), 2023
DOI:  10.3390/ani13142288[:en]

The Canary Islands are located northwest of Africa near the coast of Morocco. On Gran Canaria, the second largest island, around 290 of over 1000 plant and animal species have been introduced, i.e. species that do not originally occur there. Since at least 2017, there have been free-living Veiled chameleons (Chamaeleo calyptratus) on Gran Canaria. Spanish scientists have now investigated whether this introduced chameleon population could have zoonotic potential.

They examined 40 Veiled chameleons that had previously been caught and killed by Red de Alerta Temprana de Canarias para la Detección e Intervención de Especies Exóticas Invasoras in Arucas. 36 of the chameleons were adults, four were juveniles. Intestinal contents were taken from each chameleon and analysed for the presence of different bacteria using various methods.

At least one of the bacteria sought was found in 28 of the Veiled chameleons. About half of the chameleons had Yersinia enterocolitica, which is the highest prevalence ever recorded for this bacterium in reptiles. The bacterium can cause diarrhoea in humans, among other things. It is unclear how the Veiled chameleons became infected with it – possibly via insects. 16 of the Veiled chameleons had salmonella in their intestines. Salmonella is very common in reptiles and has even been found in endemic species on Gran Canaria. Pseudomonas is also frequently found in reptiles and was detected in the intestines of 13 animals. Two Veiled chameleons were infected with Campylobacter, in one of them Campylobacter lari could be identified. This bacterium can rarely cause illness in humans, but no pathogenic potential for humans is known for the species otherwise common in reptiles. Campylobacter lari has so far been detected mainly in seafood and birds – it is possible that the Veiled Chameleons picked up the bacterium on the coast and did not bring it with them. Three Veiled chameleons had Escherichia coli, which in rare cases can lead to haemolytic uraemic syndrome (HUS) in humans. Another two chameleons had Listeria monocytogenes in their intestines, which can be dangerous for pregnant women if ingested with food. Five Veiled Chameleons had mycobacteria, several of which were found to be non-tuberculous infections. Staphylococci were detected in seven chameleons, but they are part of the normal skin flora. However, five isolates were positive for resistance to certain antibiotics, which is becoming an increasing problem with Staphylococcus aureus in humans. Most recently, Vibrio was detected in a single Yemen chameleon, some species of which can cause diarrhoea in humans. The bacterium has previously been detected in introduced anoles on Tenerife.

The authors state that there is a zoonotic potential for humans due to the handling of introduced Veiled Chameleons on Gran Canaria. However, the extent to which there is a real risk for humans as well as endemic species needs to be further investigated.

Study of zoonotic pathogens in alien population of Veiled Chameleons (Chamaeleo calyptratus) in the Canary Islands (Spain)
Román Pino-Vera, Néstor Abreu-Acosta, Pilar Foronda
Animals 13 (14), 2023
DOI:  10.3390/ani13142288[:]

[:de]Zwillingsschlupf bei Jemenchamäleons in Lettland[:en]Twins in Veiled Chameleons in Latvia[:]

[:de]Zwillingsschlupf bei Jemenchamäleons in Lettland[:en]Twins in Veiled Chameleons in Latvia[:]

Kurzmitteilungen Nachzuchten

[:de]

Aus Riga wurde der Schlupf von zwei Zwilingspaaren bei Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) in Lettland gemeldet. Die Elterntiere leben im Zoo von Riga, die Jungtiere schlüpften im März 2022. Bei den Zwillingen handelte es sich um zwei männliche und zwei weibliche Jemenchamäleon, die jeweils als Paar in je einem Ei waren. Sie stammen aus einem Gelege von 85 Eiern, von denen letztendlich 48 schlüpften. Alle vier Jungtiere zeigten sich zunächst aktiv und nahmen Futter an. Im Alter von zwei Monaten starb eines der Jungtiere, die drei übrigen lebten im Februar 2023 noch immer.

Der Artikel gibt außerdem eine kurze Übersicht über Fälle von Zwillingen bei Reptilien aus der bereits vorhandenen Literatur.


A review of twinning in lizards and a report of Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) twin births
Alessandro di Marzio, Elza Birbele, Lucia Puchades, Andris Lazdiņš
Herpetology Notes 16: 471-476, 2023
DOI:

Foto: Eines der Zwillingspaare beim Schlupf[:en]

The hatching of two pairs of twins of Veiled Chameleons (Chamaeleo calyptratus) in Latvia has been reported from Riga. The parents live at Riga Zoo and the young hatched in March 2022. The twins were two male and two female Veiled Chameleons, each pair in one egg. They came from a clutch of 85 eggs, of which 48 eventually hatched. All four young animals were active at first and accepted food. At the age of two months, one of the juveniles died, the remaining three were still alive in February 2023.

The article also gives a brief overview of cases of twins in reptiles from the existing literature.

A review of twinning in lizards and a report of Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) twin births
Alessandro di Marzio, Elza Birbele, Lucia Puchades, Andris Lazdiņš
Herpetology Notes 16: 471-476, 2023
DOI:

Photo: One of the twin pairs at hatching[:]