Katzenaugennatter frisst Chamäleonkadaver (Madagaskar)

Katzenaugennatter frisst Chamäleonkadaver (Madagaskar)

Beobachtungen Wissenschaft

Diese Woche wurde eine Beobachtung veröffentlicht, in der eine Katzenaugennatter an der Ostküste Madagaskars dabei gesehen wurde, wie sie ein bereits totes Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) verspeist. Das tote Chamäleon war bereits am Vortag auf dem Boden des Regenwalds gefunden worden, die Schlange traf offenbar zufällig darauf und bediente sich.

Die Schlangenart Madagascarophis colubrinus ist auf Madagaskar weit verbreitet und ist schon länger bekannt dafür, dass sie einen breit gefächerten Speiseplan zu haben scheint. Einige neuere Nachweise vom Verzehr von Amphibien und Geckos auf iNaturalist werden im Paper ebenfalls erwähnt. Dass Madagascarophis colubrinus auch Chamäleons frisst, wurde aber bisher nur von der Schwesternart Madagascarophis meridionalis nachgewiesen. Dass die Art sich auch über Kadaver hermacht, ist ebenfalls neu.

Rotten ready-to-eat: observation of a Malagasy Cat-eyed Snake, Madagascarophis colubrinus (Schlegel, 1837), feeding on the carcass of a Panther Chameleon, Furcifer pardalis (Cuvier, 1829)
Alexandra Negro, Harison Zoe Radimbiniaina
Herpetology Notes 19, 2026: 399-401
DOI: not available
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Parasiten bei Chamäleons in der Terraristik in Deutschland

Parasiten bei Chamäleons in der Terraristik in Deutschland

Tiermedizin Wissenschaft

Tierärzte der Uni Gießen und Exomed haben kürzlich eine retrospektive Studie zu Parasitenbefall bei Chamäleons in Menschenobhut durchgeführt. Dazu wurden zwischen 2012 und 2019 insgesamt 670 Kotproben von Chamäleons untersucht. Über 85% davon stammten von Privathaltern aus ganz Deutschland, die die Kotproben selbst zu ExoMed eingesandt hatten. 10% der Proben waren von Tierärztinnen und Tierärztinnen direkt eingeschickt worden, der Rest stammte aus Zoos. Alle Kotproben wurden mittels Nativausstrichen untersucht. Zusätzlich wurden 31 tote Chamäleons obduziert, aus deren Darm weitere Kotproben für Nativausstriche und Anzucht von Bakterien entnommen wurden.

Fast drei Viertel aller Kotproben stammte von Panther- und Jemenchamäleon (Furcifer pardalis und Chamaeleo calyptratus). Danach rangierten weit abgeschlagen mit 15% Kotproben, bei denen die Chamäleonart auf dem Einsendeformular leider nicht angegeben worden war. Die übrigen Kotproben teilten sich auf 23 weitere Chamäleonarten auf. In über einem Drittel aller eingesandten Kotproben konnten Parasiten nachgewiesen werden. In absteigender Reihenfolge der Häufigkeit waren dies Oxyuriden-Eier, Kokzidien-Oozysten, begeißelte Protozoen („Flagellaten“), Heterakiden-Eier, dünnschalige Nematodeneier (Strongyloides oder Rhabdias spp.), Trematodeneier, Pentastomideneier, Spulwurmeier, Amöbenzysten und Physalopteroides-Eier. Bandwurmeier wurden in keiner Kotprobe gefunden.

In knapp 10% der positiv getesteten Chamäleonkotproben wurde mehr als eine Parasitengattung gleichzeitig gefunden. Die häufigsten davon waren Kokzidien und Nematoden, weniger häufig traten Nematoden parallel zu Geißeltierchen oder Kokzidien parallel zu Geißeltierchen auf. Chamaeleo calyptratus hatte überdurchschnittlich häufig Oxyuriden im Vergleich zu Furcifer pardalis. Es fanden sich keine Zusammenhänge zwischen Parasitenbefall und Alter oder Geschlecht der Chamäleons.

Bei 61% der obduzierten toten Chamäleons zeigte sich Parasitenbefall, wobei dies bei mindestens 40% auch die Todesursache war. In absteigender Reihenfolge waren die zuletzt genannten an Kokzidien, Heterakiden, Oxyuriden und je ein Einzeltier an einer Coinfektion aus Leptomonaden, Trichomonaden und Filarien sowie einer Coinfektion mit Leptomonaden und Trichomonaden verstorben. Andere Todesursachen waren Gicht, Pilzbefall, bakterielle Infektionen, Verstopfung, mechanische Traumata, Adenokarzinome, Mangelernährung und Hypervitaminose D3 (bei den beiden letzten jeweils ein Einzeltier). Nur bei zwei der 31 Chamäleons konnte die Todesursache nicht sicher ermittelt werden.

Gastrointestinal protozoan and helminth parasite infections in captive chameleons in Germany
Paula Sapion-Miranda, Anja Taubert, Carlos Hermosilla, Malek J. Hallinger
Parasitology Research 125, 2026: 69
DOI: 10.1007/s00436-026-08704-3
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Fotos: Von links oben nach rechts unten Aufnahmen eines Oxyuriden-Ei, einer Isospora-Oozyste, einem angefärbten Leptomonas-Throphozoit, eines Trematoden-Ei, eines Pentastomiden-Ei und eines Spulwurmei aus den Kotproben verschiedener Chamäleons, Bilder aus der genannten Publikation

Lebenserwartung, Langlebigkeit und Nachzuchten von Chamäleons in Zoos

Lebenserwartung, Langlebigkeit und Nachzuchten von Chamäleons in Zoos

Wissenschaft

Tierärztinnen der Universität von Montreal (Kanada) haben kürzlich untersucht, welche Chamäleons weltweit in Zoos gehalten und nachgezüchtet werden. Sie nutzten dazu die sogenannte Species360 Datenbank des Zoologischen Informations-Management-System (ZIMS, früher ISIS), deren Chamäleondaten sie statistisch auswerteten. Rund 1400 Zoos, Aquarien und Forschungszentren aus rund 100 Ländern nutzen diese Datenbank und füttern sie mit den in ihren Institutionen gesammelten Daten. Die Datenbank ist nicht öffentlich zugänglich, sondern erfordert eine kostenpflichtige Mitgliedschaft.

Die Tierärztinnen untersuchten dabei Geburten oder Schlupfe zwischen Juli 2020 und Juli 2021 sowie Daten von 1980 bis 2024 zur Berechnung von Lebenserwartungen. Ausgenommen wurden Chamäleons, die abgegeben und nicht mehr nachverfolgbar waren oder bei denen Geburtsdaten ungenauer als der Monat angegeben waren. Zur Berechnung der Lebenserwartung wurden nur Arten genutzt, von denen mehr als 50 Individuen gehalten worden waren. Die Statistiken zur Langlebigkeit wurden nur bei solchen Arten durchgeführt, die mehr als 70 Individuen in Zoos aufwiesen. Dabei wurde jeweils der Durchschnitt der 5% der ältesten Individuen für beide Geschlechter errechnet. Chamäleons, die länger lebten als 99% ihrer Artgenossen sowie Tiere, die kürzer als einen Tag gelebt hatten, wurden von der Berechnung ausgeschlossen. Da teilnehmende Einrichtungen in Asien, Südamerika und Afrika weniger als 10 Chamäleons registriert hatten, wurden diese Kontinente aus der Studie entfernt.

Insgesamt wurden 2021 in 203 ZIMS-Institutionen 975 Chamäleons gehalten. Dabei waren weniger als 20% der weltweit beschriebenen Arten vertreten. Über zwei Drittel der gehaltenen Chamäleons waren Jemen- und Pantherchamäleon (Chamaeleo calyptratus und Furcifer pardalis). Alle anderen Arten folgten dahinter mit sehr weitem Abstand, an dritter Stelle stand Trioceros jacksonii ohne Nennung der Unterart mit 8,4%. Von acht Arten, darunter Brookesia stumpffi, Chamaeleo africanus, Furcifer verrucosus, Kinyongia boehmei und Trioceros cristatus, wurden überhaupt nur Einzeltiere in den teilnehmenden Zoos gehalten.

Die Zoos hatten 35% der Chamäleons als männlich, 22% als weiblich und beeindruckende 43% als „unbestimmt“ angegeben. Bei den Pantherchamäleons waren deutlich mehr Männchen vorhanden, während es bei Parsons Chamäleons (Calumma parsonii) und dem Europäischen Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon) mehr Weibchen waren.

Zwischen 2020 und 2021 waren zu 22% der gehaltenen Chamäleons Nachzuchten ins ZIMS eingetragen worden. Über 300 Geburten und Schlupfe waren registriert worden, davon entfielen über die Hälfte auf die Art Trioceros jacksonii, knapp 17 % auf Furcifer pardalis und über 11% auf Chamaeleo calyptratus. Nicht erwähnt wurde, wie viele Eier bei oviparen Arten gelegt worden waren.

Die Lebenserwartung bei Geburt wurde für elf Arten ermittelt. Sie lag für Chamaeleo calyptratus bei 2,1 Jahren, für Chamaeleo dilepis bei 1,1 Jahren, für Furcifer oustaleti bei 1,2 Jahren, für Furcifer pardalis bei 2,1 Jahren, für Rieppeleon brevicaudatus bei 1,2 Jahren und für Trioceros melleri bei 2,7 Jahren. Für Chamaeleo chamaeleon, Trioceros hoehnelli, Furcifer lateralis, Trioceros jacksonii und Trioceros montium wurden Lebenserwartungen von unter einem Jahr errechnet.

Sowohl bei Jemen- als auch bei Pantherchamäleons lebten Männchen länger als Weibchen. Die ältesten Calumma parsonii wurden im Schnitt 8 Jahre alt, ähnlich lagen die ältesten Chamaeleo calyptratus, Furcifer pardalis und Trioceros melleri.

Die Autoren vermuten, dass die höhere Zahl an Männchen bei Panther- und Jemenchamäleons vor allem an der höheren optischen Attraktivität der Männchen für Zoobesucher liegen könnte. Erstaunlicherweise wurden auch 50% der Jemenchamäleons als „unbestimmt“ ins ZIMS eingetragen, obwohl bei dieser Art das Geschlecht bereits beim Schlupf leicht zu erkennen ist. Die Autoren schlagen vor, dass auch Chamäleons langfristig in internationale Zuchtprogramme aufgenommen werden und dabei Hand in Hand mit Schutzprojekten in den Lebensräumen der Tiere gehen.

Evaluation of the sex and species distribution, breeding, and life expectancy of zoo-housed chameleons
Amélie Aduriz, Floriane Plard, Claire Vergneau-Grosset
Zoo Biology, 2026: 1-15
DOI: 10.1002/zoo.70078
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Foto: Kinyongia tavetana

Lebensräume verschiedener Chamäleons in Vohimana (Madagaskar)

Lebensräume verschiedener Chamäleons in Vohimana (Madagaskar)

Verbreitung Wissenschaft

Eine Studie zur Verbreitung und den Lebensräumen verschiedener Chamäleonarten wurde kürzlich in Vohimana in Madagaskar durchgeführt. Das Reservat Vohimana liegt zwischen 800 und 1000 m Höhe im östlichen Hochland der Insel. Es erstreckt sich über eine Fläche von 15 km², davon 6 km² Primärregenwald, 8,5 km² Sekundärvegetation und etwas über 1 km² Eukalyptusforst. Die Regenzeit reicht von Oktober bis Mai und ist vor allem von vermehrtem Regen gekennzeichnet, wobei die Trockenzeit ebenfalls über verhältnismäßig viele Niederschläge verfügt.

An insgesamt 195 Tagen, davon 158 in der Regenzeit und 37 in der Trockenzeit wurden Chamäleons innerhalb des Reservats entlang der vorhandenen Wege mit dem bloßen Auge gesucht. Dabei liefen verschiedene Personen insgesamt 350 km Strecke. 80% der Datenerhebung fand nachts statt, nur 20% tagsüber. Jedes gefundene Chamäleon wurde fotografiert sowie Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und UV-Index am Fundort gemessen. Die Daten wurden anschließend statistisch ausgewertet.

Während der gesamten Studienzeit konnten 577 Chamäleons dokumentiert werden. Darunter befanden sich ein einziges Calumma brevicorne, sieben Furcifer willsii, zwei Brookesia ramanantsoai, sieben Brookesia thieli, 143 Brookesia superciliaris und Brookesia therezieni (zusammengefasst zu einer Gruppe), 53 Calumma furcifer, 207 kleine Calumma des nasutum-Komplexes (auf Grund von Schwierigkeiten bei der der rein äußerlichen Artbestimmung zu einer Gruppe zusammengefasst), 24 Calumma parsonii, 118 Calumma pinocchio, 11 Furcifer bifidus und 4 Furcifer pardalis.

Am häufigsten in Vohimana waren Brookesia superciliaris und Brookesia therezieni, kleine Chamäleons des Calumma nasutum-Komplex und Calumma pinocchio. Brookesia superciliaris, Brookesia therezieni und Calumma furcifer wurden nur selten außerhalb des Primärwaldes aufgefunden. Calumma pinocchio war am häufigsten in einem kleinen Primärwaldrest im Nordosten des Reservats zu finden. Alle übrigen Arten konnten die Wissenschaftler sowohl in Primärwald als auch in Sekundärvegetation immer wieder entdecken. Calumma parsonii, Calumma pinocchio als auch Arten des nasutum-Komplexes wurden häufig im Bereich von Waldrändern gefunden.

Die Temperaturen der Fundorte lagen in der Regenzeit durchschnittlich bei 24,2°C, in der Trockenzeit dagegen bei durchschnittlich 18,3°C. Während der Regenzeit wurden tagsüber mehr Chamäleons an Orten mit höherem UV-Index gemessen (durchschnittlich 0,5). Die relative Luftfeuchtigkeit war in Vohimana das ganze Jahr über hoch mit einem Durchschnitt über 90% für beide Jahreszeiten. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Chamäleonarten waren eher gering, was die Mikroklimata anging. Einzelne Furcifer pardalis und Furcifer willsii wurde zu den höchsten gemessenen Tages- und Nachttemperaturen (29°C und 27,5° tagsüber, 25°C nachts) gefunden. Diese beiden Arten sonnten auch im höchsten durchschnittlich gemessenen UVI (8,2 für Furcifer pardalis und 7,7 für Furcifer willsii). Die UV-Indizes aller übrigen Arten lagen im Durchschnitt deutlich niedriger.

Diversity, distribution, and microclimatic conditions experienced by the chameleons of the Vohimana Reserve, Madagascar
Olivier Marquis, Marc Gansuana, Sébastian Métrailler
Herpetological Conservation and Biology 21(1), 2026: 101-119
DOI: nicht verfügbar
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Foto: Calumma pinocchio im Reservat von Vohimana, fotografiert von Alex Negro

Eingeschleppte Chamäleons in Subsahara-Afrika

Eingeschleppte Chamäleons in Subsahara-Afrika

Verbreitung Wissenschaft

Ein polnischer Biologe hat kürzlich ausgewertet, wie viele eingeschleppte Reptilien- und Amphibienarten es in Subsahara-Afrika gibt.

Unter den in andere Länder eingeschleppte Arten finden sich auch einige Chamäleons: Das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) wurde bereits vor 1830 in La Réunion eingeführt. Es kommt bis heute auf der Insel vor. Das Kap-Zwergchamäleon (Bradypodion pumilum) wurde in den 1990er Jahren in Namibia ausgesetzt und bildete kleine Populationen in Swakopmund, Walvis Bay, Lüderitz und Windhoek. Alle diese Populationen sind heute jedoch ausgestorben. Das Parsons Chamäleon (Calumma parsonii parsonii) wurde in den 1960er Jahren von Madagaskar nach Mauritius gebracht. Eine überlebensfähige Population wurde daraus jedoch nicht. Das Lappenchamäleon (Chamaeleo dilepis) wurde vor 1978 in die südafrikanische Provinz Freistaat verschleppt, scheint dort aber ebenfalls keine eigenständige Population gebildet zu haben. Und zuletzt wurden verschiedene Zwergchamäleon-Arten (Bradypodion ssp.) im Jahr 1939 in die Provinz Freistaat in Südafrika gebracht. Auch sie erzeugten keine bleibende Population.

Insgesamt sind vor allem Echsen in Subsahara-Afrika in fremde Länder eingeschleppt worden (23 Arten), direkt dahinter kommen Amphibien (21 Arten) und Schlangen (14 Arten). Die meisten eingeschleppten Arten werden in Südafrika beobachtet, außerdem aber auch in Madagaskar, den Maskarenen und umliegenden Inseln. Unklar ist, ob weiter nördlich gelegene afrikanische Länder eingeschleppte Arten geringer beobachten oder dort tatsächlich weniger vorhanden sind. Zwei Drittel der eingeschleppten Arten, die eigene Populationen etablierten konnten, kamen aus anderen Regionen Afrikas oder der umliegenden Inseln sowie dem Orient. Bei den Arten, die sich nach ihrer Verschleppung nicht vermehren konnten, sieht das deutlich anders aus.

Die frühesten Verschleppungen in Subsahara-Afrika sind aus dem 17. Jahrhundert bekannt, darunter der Vierkrallengecko (Gehyra mutilata) und der Maskarenenfrosch (Ptychadena mascareniensis). Mit dem Kolonialismus steigen die Zahlen verschleppter Arten stark an. Ein weiterer Peak liegt ab etwa 2000 mit steigendem internationalem Handel.

Die Gründe für die Verschleppungen sind vielfältig, zumeist aber passiert es unbeabsichtigt. Vor allem Geckos und Frösche werden häufig als blinde Passagiere mit Obsttransporten, Container auf Schiffen oder im Gepäck von Touristen verschleppt. Seltener werden Reptilien und Amphibien absichtlich ausgesetzt, wie im Fall des Kap-Zwerggecko (Lygodactylus capensis), der in einer Gärtnerei ausgesetzt wurde. Das Aussetzen von als Haustieren gehaltenen Reptilien und Amphibien führt meist nicht zur Etablierung von sich vermehrenden Populationen. Zwei Fälle von beabsichtigtem Aussetzen zur biologischen Kontrolle anderer Tierarten sind bekannt, ebenfalls drei beabsichtigte Freilassungen ohne Gründe.

Potenzielle Probleme der eingeschleppten Arten sind vor allem die Verdrängung anderer einheimischer Arten, aber auch das Fressen einheimischer Arten. Die Hybridisierung mit einheimischen Arten findet sehr selten statt. Die Verbreitung von Krankheiten, beispielsweise Parasitosen, ist ein häufiges Problem. Von verschleppten Chamäleons ist bisher keines dieser Probleme bekannt, allerdings gibt es auch vielerorts kaum Studien zum Thema.

Herping the African Continent: Alien Amphibians and Reptiles in Sub-Saharan Africa
Grzegorz Kopij
Biology 2026, 15: 639
DOI: 10.3390/biology15080639
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Foto: Ein Furcifer pardalis auf La Réunion, fotografiert von Jason Berger, CC BY 4.0

Chamäleons als moralische Instanz

Chamäleons als moralische Instanz

Beobachtungen

Obwohl die Gegend um Maroantsetra im Norden Madagaskars sich größtenteils zum Christentum bekennt, ist der Ahnenkult nach wie vor weit verbreitet. Dazu gehören auch heilige Tiere, Orte, Ver- oder Gebote sowie über Generationen überlieferte Tabus. Ein Theologe hat nun untersucht, was es in der Umgebung des Masoala Nationalparks mit dem sogenannten hiaña auf sich hat.

Er befragte dazu innerhalb dreier Monate 20 Personen im Alter zwischen 12 und über 60 Jahren aus Maroantsetra. Elf männliche und neun weibliche Personen, alle aus der Volksgruppe der Betsimisaraka, nahmen an der Befragung teil. Zusätzlich beobachtete der Theologe Interaktionen mit Chamäleons in und um Maroantsetra.

Die Befragten gaben an, dass Chamäleons in der Gegend bevorzugt amboalava, übersetzt langer Hund, genannt werden. In anderen Regionen Madagaskars werden überwiegend die Begriffe tanalahy und tarondro genutzt, bei den Betsimisaraka aus Maroantsetra finden diese weniger Anwendung.

Unter hiaña verstanden die Befragten eine spirituelle, gottgegebene Kraft, die vor allem Chamäleons, aber auch besonderen Orten innewohnt. In Maroantsetra soll besonders das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) hiaña besitzen, vermutlich weil man es mit am häufigsten antrifft. Andere Befragte gaben an, dass Chamäleons sogar als eine Art moralische Instanz fungieren, durch die die Ahnen die Belange der Lebenden steuern.

Alle Befragten gaben an, dass das Verletzen eines Chamäleons negative Konsequenzen seitens der Ahnen nach sich zöge. Wie diese Konsequenzen allerdings aussehen, unterschied sich erheblich zwischen den Antworten der verschiedenen Personen. Eine Person berichtete, verletzte ein Mensch ein Chamäleon, werde dem Menschen die gleiche Verletzung widerfahren. Das verletzte hiaña müsse ähnlich eines Fluchs sodann durch das Ritual eines traditionellen Heilers wieder kuriert werden. Eine Person erzählte, dass er ein Chamäleon verletzt und danach selbst an starken Schmerzen gelitten habe. Erst, als er das verletzte Chamäleon tötete, hörten die Schmerzen auf. Eine andere Person berichtete, ihr Kind sei nach dem unbeabsichtigten Töten eines Chamäleons selbst verstorben. Es gibt also keine einheitliche Deutung des hiaña, sondern vielmehr individuelle Geschichten, die mit dem hiaña im Nachhinein verwoben und passend gedeutet werden.

Mehrere Befragte gaben an, dass Chamäleons zwar über hiaña verfügten, es einem gläubigen Christen aber nichts anhaben könne, da der christliche Glaube über dem althergebrachten Ahnenkult stehe. Interessanterweise gaben vor allem die jüngeren Menschen in den Interviews an, dass Chamäleons wichtige und eher friedlich gesinnte Lebewesen seien. Sie assoziierten die Tiere nicht negativ mit hiaña. Mehrere Jungen gaben an, bereits ohne negative Konsequenzen mit Chamäleons interagiert zu haben.

Hiaña as a moral-ecological system: Chameleons, sacred potency, and human-animal relations in Maroantsetra, Madagascar
Olivier Randrianjaka
Preprint
DOI: 10.13140/RG.2.2.30826.38088
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Foto: Furcifer pardalis in Maroantsetra, fotografiert von Alex Negro

[:de]Ultraschall des Urogenitaltrakts bei Chamäleons[:en]Ultrasound of the urogenital tract in chameleons[:]

[:de]Ultraschall des Urogenitaltrakts bei Chamäleons[:en]Ultrasound of the urogenital tract in chameleons[:]

Tiermedizin Wissenschaft

[:de]

In den letzten Jahren gab es erste Studien zur Bildgebung in der Diagnose von Erkrankungen speziell bei Chamäleons. Eine weitere Untersuchung von Tierärzten der Universität Leipzig legt nun weitere Vergleichsdaten zum Urogenitaltrakt von Chamäleons vor.

Sie untersuchten Nieren, Blase und Geschlechtsorgane von 42 Echsen, die von privaten Haltern an der Uniklinik vorgestellt wurden, mittels Ultraschall. Unter den Patienten waren sieben Chamaeleo calyptratus, fünf Furcifer pardalis. Von diesen 12 Chamäleons waren sechs männlich und sechs weiblich. Alle Organe wurden vermessen, beschrieben und Beispielbilder gespeichert.

Leider konnten bei keinem der weiblichen Chamäleons die Geschlechtsorgane für die Studie beurteilt werden, da sie entweder krankhaft verändert oder mittels vorangehender Operation bereits entfernt worden waren. Als Ankopplungsort für den Ultraschall der Nieren stellte sich bei den Chamäleons eine seitliche Ankopplung etwa einen Zentimeter vor der Hüfte als günstig heraus. Der postpelvine Anteil der Nieren war stets kleiner als der präpelvine. Die Nieren wiesen bei allen männlichen Chamäleons heterogene Flecken auf, während die Nieren der Weibchen stets homogen waren. Diese Streifung ist vermutlich auf Sexualsegmente in den Nieren bei Männchen zurückzuführen. Das Nierengewebe war isoechogen zu Muskelgewebe und hypoechogener als Fettgewebe. Die Hoden der männlichen Chamäleons lagen jeweils im hinteren Drittel der Coelomhöhle direkt unter der Wirbelsäule und vor den Nieren. Der rechte Hoden lag jeweils etwas weiter vorne als der linke. Die Kapsel war bei allen Männchen hyperechogen, während die Hodenstruktur stets homogen war. Durchschnittliche Maße der Nieren und Hoden der Jemen- und Pantherchamäleons werden in der Studie ebenfalls angegeben.

Die Daten entsprechen größtenteils den bereits von Aßmann 2015 zusammengetragenen Daten zum Ultraschall des Urogenitaltrakts von Chamäleons. Lediglich die Nierenlänge unterschied sich deutlich (länger) von vorhergehenden Untersuchungen.

Comparative sonographic studies of the urogenital tract of lizards
Nils B. Klützow, Volker Schmidt
Veterinary Radiology & Ultrasound 2025, 66:e70075
DOI: 10.1111/vru.70075
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In recent years, initial studies have been conducted on imaging in the diagnosis of diseases specifically in chameleons. A further study by veterinarians at the University of Leipzig (Germany) now presents additional comparative data on the urogenital tract of chameleons.

They examined the kidneys, bladder and reproductive organs of 42 lizards brought to the university hospital by private owners using ultrasound. Among the patients were seven Chamaeleo calyptratus and five Furcifer pardalis. Of these 12 chameleons, six were male and six were female. All organs were measured, described and sample images were saved.

Unfortunately, the sex organs of none of the female chameleons could be assessed for the study, as they were either pathologically altered or had already been removed during previous surgery. The most suitable location for coupling the ultrasound probe to the kidneys of the chameleons was found to be approximately one centimetre in front of the hip. The postpelvic portion of the kidneys was always smaller than the prepelvic portion. The kidneys of all male chameleons showed heterogeneous stripes, while the kidneys of the females were always homogeneous. This striping is probably due to sexual segments in the kidneys of males. The kidney tissue was isoechogenic to muscle tissue and more hypoechoic than adipose tissue. The testes of the male chameleons were located in the posterior third of the coelomic cavity, directly below the spine and in front of the kidneys. The right testicle was slightly further forward than the left. The capsule was hyperechoic in all males, while the testicular structure was always homogeneous. The study also provides average measurements of the kidneys and testicles of Yemen and panther chameleons.

The data largely correspond to the data already compiled by Aßmann in 2015 on ultrasound of the urogenital tract of chameleons. Only the kidney length differed significantly (longer) from previous studies.

Comparative sonographic studies of the urogenital tract of lizards
Nils B. Klützow, Volker Schmidt
Veterinary Radiology & Ultrasound 2025, 66:e70075
DOI: 10.1111/vru.70075
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[:de]Gencodierung bei Chamäleonzähnen[:en]Gene evolution in chameleon teeth[:]

[:de]Gencodierung bei Chamäleonzähnen[:en]Gene evolution in chameleon teeth[:]

Wissenschaft

[:de]

Chamäleons verfügen über akrodonte, das heißt dem Knochen direkt aufsitzende, Zähne. Säuger dagegen haben sogenannte Alveolen, in denen die Zähne sitzen. Wissenschaftler aus Michigan (USA) haben nun die genetische evolutionäre Entwicklung der Zahnstrukturen im Vergleich von Säugetieren zu akrodonten Reptilien untersucht.

Dazu verglichen sie die Genome von 24 akrodonten Reptilien und 12 Säugetierarten. Unter den akrodonten Reptilien befanden sich unter anderem die Chamäleonarten Furcifer pardalis, Trioceros harennae und Chamaeleo calyptratus sowie nicht auf Artebene bestimmte Chamäleons der Gattungen Chamaeleo, Bradypodion und Trioceros.  Die Gene für Aminosäuren, aus denen bestimmte Eiweiße des Zahnschmelzes gebaut werden, wurden mittels verschiedener Berechnungen und Analysen verglichen.

Dabei kam heraus, dass der Verlust des Zahnwechsels bei akrodonten Reptilien tatsächlich zu Veränderungen in den Genen für die Zahnschmelzbildung führte.

Reduction of tooth replacement disproportionately affects the evolution of enamel matrix proteins

John Abramyan, Gengxin Li, Hannah Khansa
Journal of Molecular Evolution 93, 2025: 494-510.
DOI: 10.1007/s00239-025-10258-4
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Foto: Präparat eines Pantherchamäleon-Schädels mit akrodonten Zähnen, fotografiert von Alex Negro[:en]

Chameleons have acrodont teeth, which means that their teeth are directly attached to the bone. Mammals, on the other hand, have so-called alveoli in which the teeth are seated. Scientists from Michigan (USA) have now investigated the genetic evolutionary development of tooth structures by comparing mammals with acrodont reptiles.

To do this, they compared the genomes of 24 acrodont reptiles and 12 mammal species. The acrodont reptiles included the chameleon species Furcifer pardalis, Trioceros harennae and Chamaeleo calyptratus, as well as chameleons of the genera Chamaeleo, Bradypodion and Trioceros that were not identified at the species level. The genes for amino acids, from which certain proteins in tooth enamel are built, were compared using various calculations and analyses.

The results showed that the loss of tooth replacement in acrodont reptiles did indeed lead to changes in the genes responsible for tooth enamel formation.

Reduction of tooth replacement disproportionately affects the evolution of enamel matrix proteins
John Abramyan, Gengxin Li, Hannah Khansa
Journal of Molecular Evolution 93, 2025: 494-510.
DOI: 10.1007/s00239-025-10258-4
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Photo: Specimen of a panther chameleon skull with acrodont teeth, photographed by Alex Negro[:]

[:de]Geschlechtschromosomen bei Chamäleons[:en]Sex chromosomes in chameleons[:]

[:de]Geschlechtschromosomen bei Chamäleons[:en]Sex chromosomes in chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Welches bei Chamäleons die Geschlechtschromosomen sind, ist bisher eher spärlich untersucht worden. Von der madagassischen Chamäleongattung Furcifer ist bekannt, dass sie über Z und W-Chromosomen verfügen, wobei manchmal auch mehrere Z-Chromosomen auftreten, so genannte Neo-Geschlechtschromosomen. Kürzlich wurde nun in Tschechien mehr dazu geklärt.

Blut- und Gewebeproben wurden von 13 Chamäleon entnommen, um DNA zu isolieren. Zu den beprobten Tieren gehörten jeweils ein Männchen und ein Weibchen der Arten Brookesia therezieni, Calumma glawi, Calumma parsonii, Chamaeleo calyptratus, Furcifer campani, Furcifer labordi, Furcifer lateralis, Furcifer oustaleti, Furcifer pardalis, Furcifer rhinoceratus, Furcifer viridis, Kinyongia boehmei und Trioceros johnstoni. Lediglich bei den Furcifer oustaleti wurden zwei Weibchen beprobt. Anschließend wurden die Z1-Chromosomen der Pantherchamäleons und die Z- und W-Chromosomen mittels Mikrodissektion untersucht. Gene Coverage Analysen wurden für Teppich- und Pantherchamäleons durchgeführt. Außerdem wurden qPCRs durchgeführt, um die Homologie der Z-Chromosomen zu vergleichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Morphologie der Z1-Chromosomen von Pantherchamäleons dem Z-Chromosom der gesamten Gattung Furcifer entspricht. Das Z1-Chromosom der Pantherchamäleons entspricht damit dem Z-Chromosom bei Furcifer oustaleti. Das Z2-Chromosom der Pantherchamäleons dagegen ist ein Neo-Geschlechtschromosom. Sowohl das Z- als auch das W-Chromosom bei Furcifer oustaleti sind wahrscheinlich pseudautosomal. 42 Gene wurden als spezifisch für das W-Chromosom beschrieben.

Insgesamt wurden 16.947 Gene in Furcifer lateralis und 16.909 Gene in Furcifer pardalis identifiziert. Das Verhältnis der Genzahl zwischen Weibchen und Männchen beträgt 0,35 und 0,65 für die beiden Arten. Bei Panther- und Teppichchamäleons stellte sich heraus, dass die meisten Gene der W- und Z-Chromosomen gleich sind, verhältnismäßig wenige Gene fanden sich nur auf dem W-Chromosom. Diese Erkenntnis ist überraschend, da die Forscher eigentlich erwartet hätten, dass das heterochromatische W bei Furcifer-Arten einen Großteil seiner Gene gegenüber dem Z-Chromosom verloren hätte.

Die Geschlechtschromosomen der Gattung Furcifer haben sich wahrscheinlich vor mindestens 20 Millionen Jahren entwickelt, was etwa dem Zeitpunkt der Absplittung der Art Furcifer campani von den übrigen Furcifer-Arten entspricht.

Heteromorphic ZZ/ZW sex chromosomes sharing gene content with mammalian XX/XY are conserved in Madagascan chameleons of the genus Furcifer
Michail Rovatsos, Sofia Mazzoleni, Barbora Augstenová, Marie Altmanová, Petr Velenský, Frank Glaw, Antonio Sanchez, Lukáš Kratochvíl
Scientific Reports 14, 2024: 4898.
DOI: 10.1038/s41598-024-55431-9[:en]

Which sex chromosomes are present in chameleons has so far been studied rather sparsely. The Madagascan chameleon genus Furcifer is known to have Z and W chromosomes, although sometimes several Z chromosomes occur, so-called neo-sex chromosomes. Recently in the Czech Republic, scientists examined this deeper.

Blood and tissue samples were taken from 13 chameleons to isolate DNA. The animals sampled included one male and one female each of the species Brookesia therezieni, Calumma glawi, Calumma parsonii, Chamaeleo calyptratus, Furcifer campani, Furcifer labordi, Furcifer lateralis, Furcifer oustaleti, Furcifer pardalis, Furcifer rhinoceratus, Furcifer viridis, Kinyongia boehmei and Trioceros johnstoni. Only in Furcifer oustaleti were two females sampled. Subsequently, the Z1 chromosomes of the panther chameleons and the Z and W chromosomes were analysed by microdissection. Gene coverage analyses were performed for carpet and panther chameleons. In addition, qPCRs were performed to compare the homology of the Z chromosomes.

The results show that the morphology of the Z1 chromosomes of panther chameleons corresponds to the Z chromosome of the entire genus Furcifer. The Z1 chromosome of panther chameleons thus corresponds to the Z chromosome of Furcifer oustaleti. The Z2 chromosome of panther chameleons, on the other hand, is a neo-sex chromosome. Both the Z and W chromosomes in Furcifer oustaleti are probably pseudautosomal. 42 genes have been described as specific for the W chromosome.

A total of 16,947 genes were identified in Furcifer lateralis and 16,909 genes in Furcifer pardalis. The ratio of the number of genes between females and males is 0.35 and 0.65 for the two species. In panther and carpet chameleons, most of the genes on the W and Z chromosomes were found to be the same, with relatively few genes found only on the W chromosome. This finding is surprising, as the researchers had actually expected that the heterochromatic W in Furcifer species would have lost most of its genes compared to the Z chromosome.

The sex chromosomes of the genus Furcifer probably evolved at least 20 million years ago, which roughly corresponds to the time when the species Furcifer campani split off from the other Furcifer species.

Heteromorphic ZZ/ZW sex chromosomes sharing gene content with mammalian XX/XY are conserved in Madagascan chameleons of the genus Furcifer
Michail Rovatsos, Sofia Mazzoleni, Barbora Augstenová, Marie Altmanová, Petr Velenský, Frank Glaw, Antonio Sanchez, Lukáš Kratochvíl
Scientific Reports 14, 2024: 4898.
DOI: 10.1038/s41598-024-55431-9

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[:de]Neue Fallberichte zur Hemipenesamputation[:en]New case reports on hemipenes amputation[:]

[:de]Neue Fallberichte zur Hemipenesamputation[:en]New case reports on hemipenes amputation[:]

Tiermedizin

[:de]

Von der Universität Sofia (Bulgarien) stammt eine neue Veröffentlichung mit mehreren Fallberichten, in denen auch Chamäleons vorkommen. Die Autoren beschreiben 16 Fälle verschiedener Echsen, die einen Hemipenisvorfall erlitten und deren Behandlung.

Unter den Echsen waren ein Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) und zwei Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus). Alle drei Patienten wurden den Tierärzten mit beidseitigem Hemipenesvorfall vorgestellt. Zunächst wurden die Vorfälle in 20%iger Dextrose-Lösung gebadet, danach konnten die Hemipenes manuell zurückverlagert werden. Die Vorfälle traten danach jedoch erneut auf, so dass man sich für eine chirurgische Lösung entschied. Unter intramuskulär verabreichter Vollnarkose und Lokalanästhesie wurden die Hemipenes abgesetzt, die Wunde vernäht und der verbliebene kleine Stumpf zurück in die jeweilige Hemipenestasche verlagert. Als Schmerzmittel wurde Meloxicam einmal täglich über 5 Tage nach der Operation verabreicht. Nur Echsen, bei denen das Operationsfeld bei den Nachuntersuchungen abzusterben schien, wurden für 10  Tage unter Antibiose gesetzt.

Hemipenectomy in leopard geckos, chameleons and bearded dragons
Seven Mustafa & Iliana Ruzhanova-Gospodinova
Tradition and Modernity in Veterinary Medicine, 2024
DOI: nicht vorhanden

Foto: Pantherchamäleon, fotografiert von Alex Laube auf Madagaskar[:en]

The University of Sofia (Bulgaria) has published a new paper with several case reports involving chameleons. The authors describe 16 cases of different lizards that suffered a hemipenis prolapse and their treatment.

The lizards included a panther chameleon (Furcifer pardalis) and two Veiled Chameleons (Chamaeleo calyptratus). All three patients were presented to the veterinarians with bilateral hemipenes prolapse. Initially, the prolapses were bathed in 20% dextrose solution, after which the hemipenes were manually repositioned. However, the prolapses then recurred, so surgery was the final solution. Under general and local anaesthesia administered intramuscularly, the hemipenes were removed, the wound sutured and the remaining small stump repositioned in the respective hemipenes pocket. Meloxicam was administered as an analgesic once a day for 5 days after the operation. Only lizards in which the surgical field appeared to be dying off during the follow-up examinations were given antibiotics for 10 days.

Hemipenectomy in leopard geckos, chameleons and bearded dragons
Seven Mustafa & Iliana Ruzhanova-Gospodinova
Tradition and Modernity in Veterinary Medicine, 2024
DOI: nicht vorhanden

Photo: Panther chameleon, photographed by Alex Laube in Madagascar[:]