Chamaeleo africanus in Griechenland außerhalb Pylos nachgewiesen

Chamaeleo africanus in Griechenland außerhalb Pylos nachgewiesen

Verbreitung Wissenschaft

Dass Chamaeleo africanus in der Lagune von Gialova, Region Pylos (Griechenland) vorkommt, ist inzwischen lange bekannt. Es unterscheidet sich nicht nur optisch, sondern auch genetisch von den im südlichen Europa relativ weit verbreiteten Chamaeleo chameleon. Sporadische Berichte von weiteren Vorkommen von Chamaeleo africanus in Griechenland gibt es immer wieder, bisher fehlte jedoch ein wissenschaftlicher Nachweis der Art in anderen Gebieten als Pylos.

Wissenschaftler haben nun eine zweite Population der Art identifiziert. Sie konnten mindestens sieben Individuen der Art rund 130 km nördlich der Gialova-Laguna auf dem Peloponnes finden. Die Chamäleons leben in einem Natura 2000-Gebiet namens Limnothalassa Kalogrias /Dasos Strogylias Kai Elos Lamias. Ein Jungtier wurde per Backenabstrich beprobt, um genetisch die Art Chamaeleo africanus zu bestätigen.

Genetic evidence for the presence of Chamaeleo africanus in Greece outside the Pylos region
Erika Lego, Maria Koutsokali, Michael Valachas
Conservation Genetics Resourecs 18(5), 2026
DOI: 0.1007/s12686-026-01409-w
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Foto: Chamaeleo africanus, fotografiert von Benny Trapp, CC BY-SA 3.0

[:de]Erstmalig beobachtet: Uhu erbeutet Chamäleon[:en]Eagle owl captures chameleon[:]

[:de]Erstmalig beobachtet: Uhu erbeutet Chamäleon[:en]Eagle owl captures chameleon[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte einheimische Eule Europas und hat ein großes Verbreitungsgebiet, das bis nach Griechenland reicht. Er ist nicht nur sehr anpassungsfähig, was genutzten Lebensraum angeht, sondern auch bei seiner Beute. Zu bekannten und üblichen Beutetieren zählen im Mittelmeerraum vor allem kleine bis mittlere Säugetiere und andere, kleinere Vögel. Ampihibien, Reptilien, Fische und Wirbellose wie Insekten werden zwar auch erbeutet, galten bisher aber stets eher als Notbehelf vor allem in Gegenden von Griechenland, wo ein Mangel an größeren Beutetieren herrscht.

Eine sehr spezielle Beobachtung zum Beutespektrum der Eulenart haben kürzlich griechische Autoren in der Gegend um Pylos in der westlichen Peloponnes gemacht. Im Juli 2024 beobachteten die Autoren am frühen Morgen einen Uhu bei der Jagd. Er erbeutete zu ihrer Überraschung ein Chamaeleo africanus. Dies ist die erste veröffentlichte Beobachtung, bei der ein Uhu ein Chamäleon erbeutete. Weitere Forschung darüber wäre wünschenswert, denn tatsächlich fehlt es insgesamt an Daten zum Beutespektrum von Uhus in der Peloponnes.

An exceptionally rare predation on a chameleon species (Squamata: Chamaeleonidae) by a Eurasian Eagle-Owl (Aves: Strigidae)
Apostolos Christopoulos, Luca Cornacchia, Christos Kotselis, Yiannis G. Zevgolis
Diversity 17, 2025: 333
DOI: 10.3390/d17050333

Foto: aus der genannten Publikation[:en]

The eagle owl (Bubo bubo) is the largest native owl in Europe and has a large range that extends as far as Greece. It is not only very adaptable in terms of the habitat it uses, but also in terms of its prey. Known and common prey in the Mediterranean region include small to medium-sized mammals and other smaller birds. Ampihibians, reptiles, fish and invertebrates such as insects are also preyed upon, but have always been considered more of a stopgap, especially in areas of Greece where there is a lack of larger prey.

Greek authors recently made a very special observation on the prey spectrum of the owl species in the area around Pylos in the western Peloponnese. In July 2024, the authors observed an eagle owl hunting in the early morning. To their surprise, it preyed on a Chamaeleo africanus. This is the first published observation of an eagle owl preying on a chameleon. Further research on this would be desirable, as there is a general lack of data on the prey spectrum of eagle owls in the Peloponnese.

An exceptionally rare predation on a chameleon species (Squamata: Chamaeleonidae) by a Eurasian Eagle-Owl (Aves: Strigidae)
Apostolos Christopoulos, Luca Cornacchia, Christos Kotselis, Yiannis G. Zevgolis
Diversity 17, 2025: 333
DOI: 10.3390/d17050333

Photo: from the publication mentioned[:]

[:de]Potenzielle neue Verbreitungsgebiete des Europäischen Chamäleons[:en]Potential new distribution areas of the European chameleon[:]

[:de]Potenzielle neue Verbreitungsgebiete des Europäischen Chamäleons[:en]Potential new distribution areas of the European chameleon[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Das europäische Chamäleon (Chamaeleo chameleon) kam historisch in einigen kleinen Gebieten des Mittelmeerraums und in Mittelasien vor. Heute jedoch ist es viel weiter verbreitet. Man geht heute davon aus, dass die Tiere durch Menschen in ihre neuen Verbreitungsgebiete gebracht wurden und sich dort auf Grund der günstigen klimatischen Verhältnisse weiter vermehren konnten. Wissenschaftler haben sich nun damit beschäftigt, wo es weitere geeignete Habitate für das europäische Chamäleon gibt und wie die vorhandenen Populationen sich in den nächsten 50 Jahren entwickeln könnten.

Untersucht wurden die drei Unterarten Chamaeleo chamaeleon chamaeleon, Chamaeleo chamaeleon musae und Chamaeleo chamaeleon reticrista. Erstere ist bisher vom südlichen Rand Portguals und Spaniens sowie aus Süditalien, Algerien, Ägypten, Libyen, Malta, Marokko, Tunesien, der westlichen Sahara und aus dem Jemen bekannt. Zweitere Unterart kommt aktuell im Jordan, Israel und Ägypten vor. Die dritte Unterart kommt zwischen Griechenland und der Türkei vor, auf Zypern, in Israel, im Libanon und Syrien, ist aber eigentlich beheimatet im Norden Afrikas und im Mittleren Osten. Sie wurde wohl von Menschen im Süden Spaniens und Portguals eingeführt, wird dort heute aber als native species angesehen.

Zur Studie wurden die bisher vorhandene Literatur durchforstet, Beprobungen durch den Autor selbst, OpenStreetMaps und Informationen der Global Biodiversity Information Facility (GBIF) herangezogen und statistisch aufbereitet sowie ausgewertet. Klima, Topographie, Habitat der Fundorte und Verbindungen der bestehenden Poplationen wurden für Vorhersagen zu potenziell geeigneten neuen Lebensräumen genutzt.

Insgesamt flossen 553 Funde von Chamaeleo chamaeleon in die Studie ein. 22% der Funde konnten Stadtgebieten zugeordnet werden, 21% Buschland und 18% fielen auf landwirtschaftlich genutzten Grund. Die meisten Funde wurden auf Höhen von 0 bis 100 m üNN gemacht. Nicht verwunderlich war, dass die aktuell von Chamaeleo chamaeleon besiedelten Gebiete sich als sehr geeignetes Habitat erwiesen. Potenzielle gut geeignete, neue Verbreitungsgebiete in der Zukunft könnten die Iberische Insel zwischen Murcia und der Algarve in Portugal sein, Sizilien, Kalabrien, Apulien und Sardinien in Italien, Marokko, Tunesien, Libyen, die Region zwischen Israel und dem Libanon im Mittleren Osten, Zypern sowie alle Küsten und Inseln des Ägäischen Meeres sein. Insgesamt wird für die nächsten 50 Jahre eine progressive Zunahme an allen schon vorhandenen Habitaten des europäischen Chamäleons vermutet. Davon ausgenommen sind wahrscheinlich lediglich einige Regionen in Tunesien sowie der Türkei. Weitere Habitatsverluste werden an der Ägäischen Küste in der Türkei und Israel angenommen. In Spanien und Portgual könnte das Verbreitungsgebiet sich nach Westen verschieben.

Habitat suitability and connectivity modelling predict a latitudinal-driven expansion in the Mediterranean basin for a historically introduced reptile
Davide Serva, Viviana Cittadino, Ilaria Bernabò, Maurizio Biondi, Mattia Iannella
European Journal of Wildlife Resarch 70 (27), 2024
DOI: 10.1007/s10344-024-01780-9

Die beiden Grafiken stammen beide aus der genannten Veröffentlichung.[:en]

The European chameleon (Chamaeleo chameleon) was historically found in some small areas of the Mediterranean and Central Asia. Today, however, it is much more widespread. It is now assumed that the animals were brought to their new distribution areas by humans and were able to reproduce there due to the favourable climatic conditions. Scientists have now investigated where there are further suitable habitats for the European chameleon and how the existing populations could develop over the next 50 years.

The three subspecies studied were Chamaeleo chamaeleon chamaeleon, Chamaeleo chamaeleon musae and Chamaeleo chamaeleon reticrista. The former is known from the southern edge of Portgual and Spain as well as from southern Italy, Algeria, Egypt, Libya, Malta, Morocco, Tunisia, the western Sahara and Yemen. The second subspecies is currently found in Jordan, Israel and Egypt. The third subspecies occurs between Greece and Turkey, in Cyprus, Israel, Lebanon and Syria, but is actually native to northern Africa and the Middle East. It was probably introduced by people in southern Spain and Portgual, but is now considered a native species there.

For the study, the existing literature, sampling by the author himself, OpenStreetMaps and information from the Global Biodiversity Information Facility (GBIF) were used, statistically processed and analysed. Climate, topography, habitat of the sites and connections of existing populations were used to predict potentially suitable new habitats.

A total of 553 Chamaeleo chamaeleon findings were included in the study. 22% of the finds could be assigned to urban areas, 21% to scrubland and 18% to agricultural land. Most of the finds were made at altitudes of 0 to 100 metres above sea level. Not surprisingly, the areas currently colonised by Chamaeleo chamaeleon proved to be very suitable habitat. Potential well-suited new distribution areas in the future could be the Iberian Islands between Murcia and the Algarve in Portugal, Sicily, Calabria, Apulia and Sardinia in Italy, Morocco, Tunisia, Libya, the region between Israel and Lebanon in the Middle East, Cyprus and all coasts and islands of the Aegean Sea. Overall, a progressive increase in all existing habitats of the European chameleon is expected over the next 50 years. The only exceptions to this are probably some regions in Tunisia and Turkey. Further habitat losses are assumed on the Aegean coast in Turkey and Israel. In Spain and Portgual, the distribution area could shift westwards.

Habitat suitability and connectivity modelling predict a latitudinal-driven expansion in the Mediterranean basin for a historically introduced reptile
Davide Serva, Viviana Cittadino, Ilaria Bernabò, Maurizio Biondi, Mattia Iannella
European Journal of Wildlife Resarch 70 (27), 2024
DOI: 10.1007/s10344-024-01780-9

The two graphics are both from the publication mentioned.[:]

[:de]Online Vortrag über Parasiten bei Reptilien[:en]Online lecture about parasites in reptiles[:]

[:de]Online Vortrag über Parasiten bei Reptilien[:en]Online lecture about parasites in reptiles[:]

Tiermedizin Webinare

[:de]

Mit dem digitalen Stammtisch hat die DGHT dieses Jahr ein Novum geschaffen. Jeden letzten Donnerstag im Monat treffen sich Reptilienhalter aus ganz Deutschland, um sich über ein vorgegebenes Thema und einen dazugehörigen Vortrag auszutauschen. Dabei muss niemand weite Wege in Kauf nehmen, denn die Vortragenden und die Teilnehmer kommen bequem per Onlineschaltung ins eigene Wohnzimmer.

Den Start macht am 25. Januar 2024 Paula Sapion Miranda. Die Tierärztin forscht an der Justus-Liebig-Universität in Gießen an Parasiten von Reptilien und Amphibien und arbeitet außerdem bei Exomed, dem bekannten Veterinärlabor für Exoten. Sie erzählt von häufigen und selteneren unerwünschten Untermietern. Die Anmeldung folgt per E-Mail bis zum Vortag an bonsels@dght.de, am Tag des Stammtisches wird der Teilnahmelink verschickt.

Paula Sapion Miranda Parasiten bei Reptilien und Amphibien
1. Online-Stammtisch der DGHT
Beginn 20.00 Uhr[:en]

The DGHT has created a novelty this year with the digital regulars‘ table. Every last Thursday of the month, reptile keepers from all over Germany meet to discuss a given topic and a corresponding lecture. No-one has to travel far to attend, as the speakers and participants come to their living room via an online connection.

Paula Sapion Miranda will kick things off on 25 January 2024. The vet researches parasites in reptiles and amphibians at Justus Liebig University in Giessen and also works at Exomed, the well-known veterinary laboratory for exotic animals. She will talk about common and less common unwanted lodgers. Please register by e-mail to bonsels@dght.de by the day before, and the participation link will be sent out on the day of the regulars‘ table.

Paula Sapion Miranda Parasites in reptiles and amphibians
1st online regulars‘ table of the DGHT
Start 20.00 hrs[:]

[:de]Vortrag in Bern über Samos (Griechenland)[:en]Presentation in Bern about Samos (Greece)[:]

[:de]Vortrag in Bern über Samos (Griechenland)[:en]Presentation in Bern about Samos (Greece)[:]

Vorträge

[:de]

Markus Grimm, langjähriges Mitglied der AG Chamäleons und seit vielen Jahren in der Schweiz mit der Durchführung von Sachkunde-Kursen für die Chamäleonhaltung betraut, zeigt am 08. November 2023 in Bern (Schweiz) einen ausführlichen Vortrag über die Insel Samos (Griechenland).

Die giechische Insel Samos liegt in der Östlichen Ägäis und ist nur 1,2 km vom türkischen Festland entfernt. Genau diese geografische Lage macht das Eiland mit seiner Tier- und Pflanzenwelt extrem vielfältig und spannend. Eine Prise Kultur, eingebunden in die Natur der Pflanzen, mit einem Strauß Orchideen, umgeben von unzähligen Tieren wie Vögeln, Insekten, Spinnen, Skorpionen, Amphibien und Reptilien ergeben das Rezept für diesen Vortrag. Seit über 25 Jahren bereits Markus Grimm die Insel Samos und entdeckt dabei immer wieder Neues. Sein erster Besuch auf Samos galt dem Europäischen Chamäleon. Dabei blieb es jedoch nicht und so wurde die Fauna und Flora dieser einzigartigen Insel zu einem Teil seines Lebens.

Markus Grimm Samos – Die griechische Natur hautnah
SIGS Sektion Bern
Restaurant Kreuz
Jegenstorf (Schweiz)
Vortragsbeginn 20.00 Uhr

Foto: Markus Grimm[:en]

Markus Grimm, long-time member of AG Chamäleons and entrusted for many years in Switzerland with conducting expert courses for chameleon keeping, will show a detailed lecture on the island of Samos (Greece) on 08 November 2023 in Bern (Switzerland).

The Greek island of Samos is located in the Eastern Aegean Sea and is only 1.2 km away from the Turkish mainland. It is precisely this geographical location that makes the island with its flora and fauna extremely diverse and exciting. A pinch of culture, integrated into the nature of the plants, with a bouquet of orchids, surrounded by countless animals such as birds, insects, spiders, scorpions, amphibians and reptiles make up the recipe for this lecture. Markus Grimm has been visiting the island of Samos for more than 25 years, always discovering something new. His first visit to Samos was to see the European Chameleon. But it didn’t stop there and so the fauna and flora of this unique island became a part of his life.

Markus Grimm Samos – Die griechische Natur hautnah
SIGS Sektion Bern
Restaurant Kreuz
Jegenstorf (Schweiz)
Vortragsbeginn 20.00 Uhr

Foto: Markus Grimm[:]