Exporte von Nachzucht-Chamäleons aus Kenia gestiegen

Exporte von Nachzucht-Chamäleons aus Kenia gestiegen

Allgemeines Wissenschaft

Eine Ökologin, ein Umweltwissenschaftler und ein Tierarzt haben sich kürzlich mit den CITES-Exportzahlen für Kenia beschäftigt. Sie untersuchten dabei ausschließlich Exporte, bei denen die Tiere in Gefangenschaft gezüchtet oder auf Farmen nachgezogen wurden, innerhalb eines Zeitraumes von 2013 bis 2023.

Insgesamt wurden in diesen zehn Jahren 886 Exporte unter CITES als Nachzuchten oder Farmzuchten gemeldet. Die Zahlen stiegen dabei zwischen 2013 und 2023 deutlich an: Waren es 2013 nur 53 Exporte dieser Art, wurden 2023 über doppelt so viele, nämlich 110 Exporte, gezählt.

80% der Exporte waren lebende Tiere, in Zahlen 871,783 Individuen in zehn Jahren. 20% der Exporte entfielen auf Federn, Häute (vor allem von Krokodilen), Gewebeproben, Fleisch und zwei einzelne Skelette. Reptilien lagen bei den Lebendexporten von Nach- oder Farmzuchten mit über 96% zahlenmäßig an erster Stelle. Erst weit davon abgeschlagen waren mit 15% Vögel und nur 3,5% Säugetiere exportiert worden. Die am häufigsten exportierten Nach- oder Farmzuchten bei den Reptilien waren Stigmochelys pardalis, Trioceros jacksonii, Trioceros hoehnelli, Kinyongia boehmei sowie Trioceros ellioti. Bei den Chamäleons wurde keines als Farmzucht exportiert. Alle Chamäleons waren entweder in Gefangenschaft gezüchtet oder lediglich in Gefangenschaft geboren/geschlüpft.

Interessanterweise befanden sich auch einzelne Kinyongia fischeri und Furcifer pardalis unter den Exporten. Es handelte sich hier vermutlich um bereits früher importierte Tiere, denn die beiden Arten kommen in Kenia selbst nicht natürlicherweise vor.

Die Zielländer der Exporte waren mit 43 Nationen vielfältig. Die Mehrheit ging mit 177 Exporten in die USA, dahinter steht Deutschland mit 95 und Spanien mit 62 Exporten als Zielland. Das am zweithäufigsten in die USA importierte Tier war Trioceros jacksonii mit insgesamt 55.944 Chamäleons in zehn Jahren. Direkt dahinter lagen in den USA Trioceros hoehnelli it 14.266 Tieren und Kinyongia boehmei mit 11497 Tieren, die zwischen 2013 und 2023 importiert wurden. In der gleichen Zeit importierte Deutschland nur 5.577 Trioceros jacksonii und 4.456 Kinyongia boehmei.

Zwei der gehandelten Chamäleonarten, Kinyongia boehmei und Kinyongia fischeri, gelten als potenziell gefährdet (‚near threatened‘). Die Autoren bemängeln, dass bei diesen und anderen Chamäleon-Arten der Wissensstand um die aktuelle Populationsgröße und -trends unzureichend ist. Ob der Handel mit diesen Tieren deshalb nachhaltig ist, kann nur eingeschränkt beurteilt werden. Ebenfalls stellen sie die Frage, ob es sich bei den gehandelten Tieren tatsächlich um Nachzuchten handelt und inwiefern das individuelle Tierwohl bei Exporten generell berücksichtigt wird.

Hinweis: Alle drei Autoren der Studie arbeiten bei World Animal Protection, es kann hier also ein gewisser Interessenskonflikt nicht ausgeschlossen werden.

Rising reptile trade from Kenya: Analysis of CITES-listed captive-bred wildlife exports
Angie Elwin, Ephraim Batungbacal, Patrick Muinde
Conservation 2026, 6: 56
DOI: 10.3390/conservation6020056
Kostenloser Download des Artikels

Foto: Trioceros hoehnelli, fotografiert von Marius Burger, CC0

Vortrag in Krefeld über Kenia

Vortrag in Krefeld über Kenia

Reiseberichte Vorträge

Am Freitag, den 08.05.2026, werden Stefanie und Stefan Leber einen reich bebilderten Vortrag über eine Reise durch Kenia halten.

Von Mitte November bis Anfang Dezember verbrachten die beiden mehrere Wochen in Kenia im Osten Afrikas. Der Start lag in den berühmtem Aberdare Mountains auf 3700 m, wo sie auf Tuchfühlung mit Elefanten gingen und das ein oder andere Chamäleon entdecken konnten. Im weiteren Verlauf der Reise ging es auf eine kleine, traumhafte Insel im Lake Baringo und auf eine Snake Safari mit Watamu Snake Farm und in den Kakamega Forest. Und nach einem Abstecher nach Nairobi ging es zum Abschluss der Reise ins Rukinga Sanctuary in Tsavo West, einem tollen Gebiet nicht nur für Herper, sondern auch fürs Birdwatching! Dieser Vortrag sprudelt nur so vor Fotos und Tierbegegnungen. Und Chamäleons gab es in Kenia auch einige zu sehen, unter anderem Trioceros ellioti, Trioceros hoehnelli und Rhampholeon boulengeri.

Stefan und Stefanie Leber Unbekanntes Afrika – Abenteuer im südlichen Kenia
DGHT Regionalgruppe Krefeld, Mönchengladbach und Umgebung
Vereinsheim SC 08 Schiefbahn
Siedlerallee 27
47877 Willich-Schiefbahn
Vortragsbeginn 20.00 Uhr

Foto: Trioceros ellioti, fotografiert von den Vortragenden während ihrer Keniareise

[:de]Vortrag in Dortmund über Kenia[:en]Presentation in Dortmund about Kenya[:]

[:de]Vortrag in Dortmund über Kenia[:en]Presentation in Dortmund about Kenya[:]

Vorträge

[:de]

Regina Liebel zeigt am Freitag, 04. Juli 2025 nahe Dortmund (Nordrhein-Westfalen) einen bilderreichen Vortrag über eine Kenia-Safari. Das Land im Osten Afrikas ist vor allem bekannt für seine „Big Five“. Dass auch die kenianische Herpetofauna einiges zu bieten hat und sich keinesfalls verstecken muss, zeigt dieser Vortrag. Regina Liebel begibt sich mit ihrern Zuhörern auf eine Reise durch fünf Nationalparks.

Regina Liebel Kenia-Safari durch fünf Nationalparks
DGHT Stadtgruppe Dortmund
Restaurant Olympia – Zur alten Post
Im alten Dorf 2
59192 Bergkamen – Weddinghofen
Veranstaltungsbeginn 19.30 Uhr[:en]

On Friday, 4 July 2025, Regina Liebel will be giving an illustrated talk about a Kenya safari near Dortmund (North Rhine-Westphalia). The country in East Africa is best known for its ‘Big Five’. This lecture shows that the Kenyan herpetofauna also has a lot to offer and certainly has nothing to hide. Regina Liebel takes her audience on a journey through five national parks.

Regina Liebel Kenya safari through five national parks [German]
DGHT City group Dortmund
Restaurant Olympia – Zur alten Post
Im alten Dorf 2
59192 Bergkamen – Weddinghofen
Event starts at 7.30 pm[:]