[:de]Madagaskar-Riesenchamäleon frisst Teppichchamäleon[:en]Madagascar giant chameleon eats carpet chameleon[:]

[:de]Madagaskar-Riesenchamäleon frisst Teppichchamäleon[:en]Madagascar giant chameleon eats carpet chameleon[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Aus der Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo, berichten drei Autoren von einer interessanten Beobachtung. In der Nähe von Akamasoa beobachteten sie ein männliches Furcifer oustaleti, das gerade dabei war, ein anderes Chamäleon zu verschlingen. Das Tier war nicht beim Jagen beobachtet worden. Das Opfer, vermutlich ein Tepichchamäleon (Furcifer lateralis), wurde innerhalb weniger Minuten vollständig verschlungen.

Die Beobachtung reiht sich ein in wenige spannende Sichtungen von relativ großen Chamäleons, die auf den ersten Blick „zu große“ Beute fressen. Es scheint aber nicht allzu oft vorzukommen, denn die existenten wenigen Beobachtungen verteilen sich über mehrere Jahrzehnte. Interessant ist, dass die neue Beobachtung in der Trockenzeit gemacht wurde, wenn die Insektendichte im Vergleich zur Regenzeit deutlich niedriger ist.

Predation on Furcifer sp. by Oustalet’s Chameleon, Furcifer oustaleti (Mocquard, 1894), in the Central Highlands of Madagascar
Angelinah René de Roland, Duvivier Razarazafy, Séraphin Fabrice
Herpetology Notes 18: 305-306.
DOI: nicht vorhanden

Foto: aus der genannten Veröffentlichung[:en]

Three authors report an interesting observation from the capital of Madagascar, Antananarivo. Near Akamasoa, they observed a male Furcifer oustaleti in the process of devouring another chameleon. The animal had not been observed hunting. The victim, presumably a carpet chameleon (Furcifer lateralis), was completely devoured within a few minutes.

The observation is one of a few exciting sightings of relatively large chameleons that at first glance appear to eat ‘too large’ prey. However, this does not seem to happen very often, as the few existing observations are spread over several decades. It is interesting that the new observation was made in the dry season, when the insect density is significantly lower compared to the rainy season.

Predation on Furcifer sp. by Oustalet’s Chameleon, Furcifer oustaleti (Mocquard, 1894), in the Central Highlands of Madagascar
Angelinah René de Roland, Duvivier Razarazafy, Séraphin Fabrice
Herpetology Notes 18: 305-306.
DOI: not available

Photo: from the publication mentioned[:]

[:de]Furcifer verrucosus im Magen einer Schlange entdeckt[:en]Furcifer verrucosus discovered in the stomach of a snake[:]

[:de]Furcifer verrucosus im Magen einer Schlange entdeckt[:en]Furcifer verrucosus discovered in the stomach of a snake[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Einen kuriosen Fund machten Biologen der Universtität Michigan (USA) kürzlich: Sie untersuchten eine vor 31 Jahren präparierte Schlange der Art Langaha madagascariensis per Sektion und MikroCT. Das Präparat befand sich bereits seit 1994 weitestgehend unangetastet im Zoologischen Museum der Universität von Michigan. Ursprünglich gesammelt wurde die Schlange von R.A. Nussbaum im äußersten Süden Madagaskars, unweit von Tolagnaro. Über den Speiseplan der Blattnasennatter ist wenig bekannt, man weiß lediglich von anekdotischen Fallberichten. Nun reihen sich auch Chamäleons in die Reihe potenzieller Beutetiere ein: Im Magen der untersuchten weiblichen Blattnasennatter fand sich ein adultes Furcifer verrucosus.

Natural history notes: Langaha madagascariensis (Malagasy leaf-nosed snake)
Andressa L. Viol, Hayley L. Crowell, Justin L. Lee, Tristan D. Schramer
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: nicht verfügbar

Foto: Furcifer verrucosus, fotografiert von Nick Newberry, CC BY 4.0[:en]

Biologists from the University of Michigan (USA) recently made a curious discovery: they analysed a snake of the species Langaha madagascariensis that had been prepared 31 years ago using dissection and microCT. The specimen had been largely untouched in the Zoological Museum of the University of Michigan since 1994. The snake was originally collected by R.A. Nussbaum in the extreme south of Madagascar, not far from Tolagnaro. Little is known about the diet of the leaf-nosed snake, only anecdotal case reports are known. Chameleons have now been added to the list of potential prey: An adult Furcifer verrucosus was found in the stomach of the female leaf-nosed snake examined.

Natural history notes: Langaha madagascariensis (Malagasy leaf-nosed snake)
Andressa L. Viol, Hayley L. Crowell, Justin L. Lee, Tristan D. Schramer
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: not available

Photo: Furcifer verrucosus, photographed by Nick Newberry, CC BY 4.0[:]

[:de]Co-Sleeping bei Chamaeleo zeylanicus (Indien)[:en]Co-Sleeping in Chamaeleo zeylanicus (India)[:]

[:de]Co-Sleeping bei Chamaeleo zeylanicus (Indien)[:en]Co-Sleeping in Chamaeleo zeylanicus (India)[:]

Beobachtungen

[:de]

Eine kleine Veröffentlichung beschäftigte sich kürzlich sich mit Beobachtungen an Chamäleons in Indien. Vier Forscher waren im Bundesstaat Karnataka in Indien unterwegs und beobachteten dabei immer wieder Chamäleons in der Nacht. Gut 20 Mal seien es einzeln schlafende Tiere gewesen. Zwei Beobachtungen jedoch hoben sich von den anderen ab.

Im Juli 2021 beobachteten sie in Narasimha Betta zwei Chamaeleo zeylanicus, die weniger als fünf Zentimeter nebeneinander auf dem gleichen Ast schliefen. Ein ähnliches Bild bot sich ihnen wenig später im Juli des gleichen Jahres in Devarayana Durga, 53 km entfernt von der ersten Beobachtung. Die Chamäleons befanden sich jeweils in gut bewachsenem hügeligen Buschland, das von Gestein durchzogen war.

Leider konnten die Autoren die Geschlechter der Tiere nicht bestimmen. Da die Beobachtungen beide während des Monsuns, der Fortpflanzungssaison des Indischen Chamäleons, gemacht wurden, gehen sie von Mate Guarding aus. Dabei „bewacht“ ein Männchen ein begattetes Weibchen über mehrere Tage, um seinen Fortpflanzungserfolg zu erhöhen.

Co-Sleeping in the Indian Chameleon Chamaeleo zeylanicus Laurenti, 1768
Nitya P. Mohanty, Krishna Murthy, B.R. Ansil, Ashwin Viswanathan
Herpetology Notes 2024, 17: 679-681.
DOI: nicht vorhanden

Foto: Schlafendes Chamaeleo zeylanicus, fotografiert von Dr. Raju Kasambe, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International[:en]

A small publication recently focussed on observations of chameleons in India. Four researchers were travelling in the state of Karnataka in India and repeatedly observed chameleons at night. On a good 20 occasions, they observed single sleeping animals. However, two observations stood out from the others.

In July 2021, they observed two Chamaeleo zeylanicus sleeping less than five centimetres apart on the same branch in Narasimha Betta. A similar picture presented itself to them a little later in July of the same year in Devarayana Durga, 53 km away from the first observation. The chameleons were located in well vegetated hilly scrubland interspersed with rocks.

Unfortunately, the authors were unable to determine the sexes of the animals. As the observations were both made during the monsoon, the reproductive season of the Indian chameleon, they assume mate guarding. This involves a male ‘guarding’ a mated female for several days in order to increase his reproductive success.

Co-Sleeping in the Indian Chameleon Chamaeleo zeylanicus Laurenti, 1768
Nitya P. Mohanty, Krishna Murthy, B.R. Ansil, Ashwin Viswanathan
Herpetology Notes 2024, 17: 679-681.
DOI: not available

Photo: Sleeping Chamaeleo zeylanicus, photographed byDr. Raju Kasambe, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

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[:de]Die neue CHAMAELEO ist draußen![:en]The new CHAMAELEO is out now![:]

[:de]Die neue CHAMAELEO ist draußen![:en]The new CHAMAELEO is out now![:]

AG Interna Beobachtungen CHAMAELEO Haltungsberichte Wissenschaft

[:de]

Was lange währt, wird endlich gut: Soeben haben wir die aktuellen Hefte der CHAMAELEO 49 bekommen. Sie werden nun schnellstmöglich in die Post gehen und sind dann auf dem Weg zu allen AG-Mitgliedern. Die aktuellen Inhalte finden sich hier. Und wer noch nicht Mitglied der AG Chamäleons ist, möchte das vielleicht schnell noch werden! Wie gefällt euch die aktuelle Ausgabe? Gibt es Anmerkungen, Wünsche, Kritik? Zu dick, zu dünn, zu viel Englisch, zu wenig? ;) Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen!

[:en]

Good things come to those who wait: we have just received the latest issues of CHAMAELEO 49. They will now go into the mail as soon as possible and will then be on their way to all AG members. The current contents can be found here. And if you are not yet a member of the AG Chameleons, you might want to become one soon! How do you like the current issue? Do you have any comments, wishes or criticism? Too thick, too thin, too much English, too little? ;) We look forward to your feedback!

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[:de]Chamäleons als Beute von Compsophis infralineatus[:en]Chameleons as prey of Compsophis infralineatus[:]

[:de]Chamäleons als Beute von Compsophis infralineatus[:en]Chameleons as prey of Compsophis infralineatus[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Einige interessante Beobachtungen wurde kürzlich im zentralen Osten Madagaskars gemacht. Zwei Schlangen der Art Compsophis infralineatus, wurden dabei beobachtet, wie sie versuchten, Chamäleons als Beute zu verschlingen. Insgesamt weiß man von diesen Schlangen nicht besonders viel, man hielt sie jedoch lange vor allem für Frosch- und Eierfresser. Eine Beobachtung von 2018 berichtet bereits von einem Fressversuch einer anderen Compsophis-Art bei einem Chamäleon, das jedoch wieder ausgewürgt wurde.

Die aktuellen Beobachtungen wurden im privaten Regenwald von Vallombre Natiora nahe Mandraka gemacht. Bei Nachtwanderungen konnte eine adulte Compsophis infralineatus beim Verzehr eines adulten Calumma gastrotaenia entdeckt werden. Es wurde nicht der gesamte Prozess des Verzehrs beobachtet, die Schlange war bei Rückkehr an den Ort verschwunden, das Chamäleon ebenfalls. Die Autoren gehen davon aus, dass das Chamäleon erfolgreich verschlungen wurde. In der gleichen Nacht wurde eine weitere Schlange der gleichen Art beim Versuch, ein adultes Calumma crypticum zu fressen, gesehen. Das Chamäleon lebte noch und versuchte sich von der Umwindung der Schlange zu befreien, was jedoch zunächst nicht gelang. Später wurde die gleiche Schlange erneut gesehen, sie hing mit dem Maul im Rücken des offenbar noch lebenden, aber nicht mehr von der Schlange umschlungenen Chamäleons. Auf dem Foto scheint es, als würde das Chamäleon noch leben.

Predation on the chameleons Calummy crypticum Raxworthy and Nussbaum, 2006 and C. gastrotaenia (Boulenger, 1888) by the snake Compsophis infralineatus (Günther 1882) near Mandaka, Madagascar
Devin A. Edmonds and Samina S. Sam-Edmonds
Herpetology Notes (17), 2024: pp. 327-328
DOI:  nicht vorhanden

Foto: entstammt der oben genannten Publikation, CC BY-NC-ND 4.0[:en]

Some interesting observations were recently made in central eastern Madagascar. Two snakes of the species Compsophis infralineatus were observed trying to devour chameleons as prey. Overall, not much is known about these snakes, but they were long thought to be primarily frog and egg eaters. An observation from 2018 already reports an attempt by another Compsophis species to eat a chameleon, which was regurgitated.

The current observations were made in the private rainforest of Vallombre Natiora near Mandraka. During night walks, an adult Compsophis infralineatus was discovered eating an adult Calumma gastrotaenia. The entire process of consumption was not observed, the snake had disappeared on return to the site, as had the chameleon. The authors assume that the chameleon was successfully devoured. On the same night, another snake of the same species was seen attempting to eat an adult Calumma crypticum. The chameleon was still alive and tried to free itself from the snake’s coils, but seemed unsuccessful first. Later, the same snake was seen again, hanging with its mouth in the back of the chameleon, which was apparently still alive but no with the snake wrapped around it. In the photo, it appears that the chameleon is still alive.

Predation on the chameleons Calummy crypticum Raxworthy and Nussbaum, 2006 and C. gastrotaenia (Boulenger, 1888) by the snake Compsophis infralineatus (Günther 1882) near Mandaka, Madagascar
Devin A. Edmonds and Samina S. Sam-Edmonds
Herpetology Notes (17), 2024: pp. 327-328
DOI:  not available

Picture: from the above-mentioned publication, CC BY-NC-ND 4.0[:]