[:de]Unbekanntes Chamäleon im Wald von Ivohiboro (Madagaskar) entdeckt[:en]Unknown chameleon discovered in Ivohiboro forest (Madagascar)[:]

[:de]Unbekanntes Chamäleon im Wald von Ivohiboro (Madagaskar) entdeckt[:en]Unknown chameleon discovered in Ivohiboro forest (Madagascar)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Auf Madagaskar gibt es auch heute noch nahezu unerforschte Gebiete. Der Regenwald von Ivohiboro liegt im Südosten der Insel im gleichnamigen Schutzgebiet, südwestlich der südlichsten Ausläufer des Andringitra-Gebirges. Der Wald selbst ist rund 8,58 km² groß und nimmt damit nur einen kleinen Teil des Schutzgebietes ein. Er ist umgeben von Savannen und überspannt Höhenlagen von 650 bis 1460 m über Meeresniveau. Das Schutzgebiet wird derzeit von lokalen Organisationen sowie dem madagassischen Umweltministerium verwaltet. Die letzte Expedition zur Erkundung des Waldes von Ivohiboro fand 1924 statt. Seit 2016 haben nun Forscher aus den USA und Großbritannien sechs Expeditionen in den kleinen Wald unternommen, um die Artenvielfalt an Pflanzen, Vögeln, Säugetieren, Reptilien und Amphibien dort genauer zu untersuchen.

Zum Nachweis von Reptilien und Amphibien wurde der Wald in neun Transekte von rund 200 x 20 m geteilt, die jeweils mehr als 200 m voneinander entfernt waren. Mehrere Tage und Nächte wurden die Transekte durchsucht. Alle gefundenen Tiere wurden dokumentiert und, wenn möglich, bis auf Gattungs- oder Artebene bestimmt.

Im Ergebnis konnten die Wissenschaftler 107 Arten Wirbeltiere und 219 Pflanzen identifizieren. Diese enorme Artenvielfalt unterstreicht die Wichtigkeit, den Wald im Sinne des Artenschutzes zu erhalten und deutet auf ein gut funktionierendes Ökosystem hin. Unter den gefundenen Arten befanden sich zwei Chamäleons: Eine Palleon-Art sowie ein kleines Calumma. Zu ersterer gibt die Publikation leider keine weiteren Informationen. Das kleine Calumma wies einen auffällig blau gefärbten Nasenfortsatz auf, wie er bei Calumma linotum oder Calumma boettgeri im hohen Norden Madagaskar vorkommt. Da genetische Untersuchungen noch fehlen, ist unklar, ob es sich bei diesen Chamäleons um eine extrem weite Erweiterung des Verbreitungsgebietes handelt – Ivohiboro liegt rund 1000 km südlich der Verbreitungsgebiete von Calumma boettgeri und Calumma linotum – oder ob es vielleicht sogar eine neue, noch unbeschriebene Art ist.

A surprising haven: The biodiversity of an old-growth forest amidst a scorched landscape in Madagascar
Beatriz Otero Jimenez, Ren Montaño, Ryan S. Rothman, Rachel C. Williams, Patricia C. Wright
Conservation Science and Practice, 2023
DOI: 10.1111/csp2.12993[:en]

There are still almost unexplored areas on Madagascar today. The Ivohiboro rainforest is located in the southeast of the island in the protected area of the same name, southwest of the southernmost foothills of the Andringitra Mountains. The forest itself is about 8.58 km² in size and thus only occupies a small part of the protected area. It is surrounded by savannahs and spans altitudes from 650 to 1460 m above sea level. The protected area is currently managed by local organisations and Madagascar’s Ministry of Environment. The last expedition to explore the Ivohiboro forest took place in 1924. Since 2016, researchers from the USA and Great Britain have now undertaken six expeditions to the small forest to study the biodiversity of plants, birds, mammals, reptiles, and amphibians there in more detail.

To detect reptiles and amphibians, the forest was divided into nine transects of about 200 x 20 m, each more than 200 m apart. The transects were searched for several days and nights. All animals found were documented and, if possible, identified down to genus or species level.

As a result, the scientists were able to identify 107 species of vertebrates and 219 plants. This enormous diversity of species underlines the importance of preserving the forest in terms of species conservation and indicates a well-functioning ecosystem. Among the species found were two chameleons: a Palleon species and a small Calumma. Unfortunately, the publication does not provide any further information on the former. The small Calumma had a conspicuous blue coloured rostral appendage, as it is found in Calumma linotum or Calumma boettgeri in the far north of Madagascar. As genetic studies are still lacking, it is unclear whether these chameleons are an extremely wide range extension – Ivohiboro lies about 1000 km south of the ranges of Calumma boettgeri and Calumma linotum – or whether it is perhaps even a new, as yet undescribed species.

A surprising haven: The biodiversity of an old-growth forest amidst a scorched landscape in Madagascar
Beatriz Otero Jimenez, Ren Montaño, Ryan S. Rothman, Rachel C. Williams, Patricia C. Wright
Conservation Science and Practice, 2023
DOI: 10.1111/csp2.12993[:]

[:de]Genom des Pantherchamäleons entschlüsselt[:en]Genome of the panther chameleon decoded[:]

[:de]Genom des Pantherchamäleons entschlüsselt[:en]Genome of the panther chameleon decoded[:]

Wissenschaft

[:de]

In den letzten Jahrzehnten hat die Genforschung sich rasant entwickelt. Seit 2009 steht für die Sequenzierung von Genomen das sogenannte high fidelity (HiFi) Pacbio Sequenzierungs-Verfahren zur Verfügung. Trotzdem tut sich gerade im Reptilienbereich relativ wenig. Sogenannte Referenzgenome gibt es für Reptilien nur rund hundert, von Chamäleons gibt es gar keine. Wissenschaftler aus China haben nun ein Referenzgenom für das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) veröffentlicht.

Für die Analyse wurde ein 5 Jahre altes, männliches Pantherchamäleon mittels Isofluran getötet und anschließend seziert. Verschiedene Gewebe wurden in flüssigem Stickstoff eingefroren. Für die Kurzsequenzierung der Genom-DNA und die HI-C-Sequenzierung wurde Skelettmuskel verwendet. Für die HiFi-Sequenzierung wurde Leber genutzt. RNA aus Herz, Leber, Milz, Hoden, Lunge, Nieren und Haut wurden für die Transkriptom-Sequenzierung verwendet.

Die Genomgröße des Pantherchamäleons aus der K-mer-Analyse liegt bei 1,61 Gigabasenpaaren (Gbp), wobei es nur 22 sogenannte contigs, Sätze überlappender DNA, enthält. Der Karyotyp enthält 11 Chromosome, das aus jeweils ein bis vier contigs besteht. Zehn von elf Chromosomen weisen Repeatsequenzen auf (TAACCC). Die BUSCO-Analyse wies eine hohe Vollständigkeit des Genoms nach. Das Genom kann im NCBI BioProjekt unter der Nummer PRJNA974816 sowie in der ScienceDataBank eingesehen werden.

Efficient and highly continuous chromosome-level genome assembly of the first chameleon genome
Hongxin Xie, Zixuan Chen, Shuai Pang, Weiguo Du
Genome Biology and Evolution 131, 2023
DOI: 10.1093/gbe/evad131

 

Foto: Alex Laube[:en]

In recent decades, genetic research has developed rapidly. Since 2009, the so-called high fidelity (HiFi) Pacbio sequencing method has been available for sequencing genomes. Nevertheless, relatively little is being done in the reptile field. There are only about a hundred so-called reference genomes for reptiles, and none at all for chameleons. Scientists from China have now published a reference genome for the panther chameleon (Furcifer pardalis).

For the analysis, a 5-year-old male captive panther chameleon was killed using isoflurane and then dissected. Different tissues were frozen in liquid nitrogen. Skeletal muscle was used for short genome DNA sequencing and HI-C sequencing. Liver was used for HiFi sequencing. RNA from heart, liver, spleen, testis, lung, kidney, and skin were used for transcriptome sequencing.

The genome size of the panther chameleon from the K-mer analysis is 1.61 gigabase pairs (Gbp), containing only 22 so-called contigs, sets of overlapping DNA. The karyotype contains 11 chromosomes, each consisting of one to four contigs. Ten out of eleven chromosomes have repeat sequences (TAACCC). BUSCO analysis demonstrated a high completeness of the genome. The genome can be viewed in the NCBI BioProject under the number PRJNA974816 and in ScienceDataBank.

Efficient and highly continuous chromosome-level genome assembly of the first chameleon genome
Hongxin Xie, Zixuan Chen, Shuai Pang, Weiguo Du
Genome Biology and Evolution 131, 2023
DOI: 10.1093/gbe/evad131

 

Picture: Alex Laube[:]

[:de]Zoonotisches Potenzial von Jemenchamäleons auf Gran Canaria (Spanien)[:en]Zoonotic potential of Yemen chameleons in Gran Canaria (Spain)[:]

[:de]Zoonotisches Potenzial von Jemenchamäleons auf Gran Canaria (Spanien)[:en]Zoonotic potential of Yemen chameleons in Gran Canaria (Spain)[:]

Wissenschaft

[:de]

Die kanarischen Inseln liegen nordwestlich von Afrika nahe der Küste von Marokko. Auf Gran Canaria, der zweitgrößten Insel, sind von über 1000 Pflanzen- und Tierarten rund 290 eingeschleppt, also Arten, die ursprünglich nicht dort vorkommen. Seit mindestens 2017 gibt es freilebende Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) auf Gran Canaria. Spanische Wissenschaftler haben nun untersucht, ob von dieser eingeschleppten Chamäleonpopulation zoonotisches Potenzial ausgehen könnte.

Untersucht wurden 40 Jemenchamäleons, die von Red de Alerta Temprana de Canarias para la Detección e Intervención de Especies Exóticas Invasoras in Arucas zuvor gefangen und getötet worden waren. 36 der Chamäleons waren adult, vier juvenil. Bei jedem Chamäleon wurde Darminhalt entnommen und mittels diverser Methoden auf das Vorkommen verschiedener Bakterien untersucht.

Bei 28 der Jemenchamäleons wurde mindestens eine der gesuchten Bakterien gefunden. Rund die Hälfte der Chamäleons wies Yersinia enterocolitica auf, was die höchste bisher für dieses Bakterium nachgewiesene Prävalenz bei Reptilien ist. Das Bakterium kann beim Menschen unter anderem Durchfall verursachen. Unklar ist, wie die Jemenchamäleons sich damit infizierten – möglicherweise über Insekten. 16 der Jemenchamäleons wiesen Salmonellen im Darm auf. Salmonellen sind sehr häufig bei Reptilien und wurde auf Gran Canaria sogar schon bei endemischen Arten nachgewiesen. Ebenfalls häufig bei Reptilien gefunden werden Pseudomonas, die im Darm von 13 Tieren nachgewiesen werden konnten. Zwei Jemenchamäleons waren mit Campylobacter infiziert, bei einem davon konnte Campylobacter lari identizifiert werden. Dieses Bakterium kann selten bei Menschen zu Erkrankungen führen, für die sonst bei Reptilien üblichen Arten ist jedoch kein krankmachendes Potenzial für den Menschen bekannt. Campylobacter lari wurde bisher vor allem in Meeresfrüchten und Vögeln nachgewiesen – möglich ist, dass das Jemenchamäleon an der Küste das Bakterium aufgenommen hat und nicht selbst mitbrachte. Drei Jemenchamäleons wiesen Escherichia coli auf, was bei Menschen in seltenen Fällen zum hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) führen kann. Weitere zwei Chamäleons hatten Listeria monocytogenes im Darm, was bei Aufnahme mit dem Essen bei Schwangeren gefährlich werden kann. Fünf Jemenchamäleons hatten Mykobakterien, davon wurden mehrere als nicht-tuberkulös infiziert. Staphylokokken wurden in sieben Chamäleons nachgewiesen, sie gehören allerdings zur normalen Hautflora. Fünf Isolate waren jedoch positiv für Resistenzen gegenüber bestimmten Antibiotika, was bei Staphylococcus aureus beim Menschen zunehmend zum Problem wird. Zuletzt konnte in einem einzelnen Jemenchamäleon Vibrio nachgewiesen werden, von denen einige Arten Durchfall beim Menschen auslösen können. Das Bakterium wurde früher schon bei eingeschleppten Anolis auf Teneriffa nachgewiesen.

Die Autoren halten fest, dass ein zoonotisches Potenzial für den Mensch durch das Handling eingeschleppter Jemenchamäleons auf Gran Canaria besteht. Inwiefern eine reale Gefahr für Menschen als auch endemische Tierarten besteht, muss jedoch weiter untersucht werden.

Study of zoonotic pathogens in alien population of Veiled Chameleons (Chamaeleo calyptratus) in the Canary Islands (Spain)
Román Pino-Vera, Néstor Abreu-Acosta, Pilar Foronda
Animals 13 (14), 2023
DOI:  10.3390/ani13142288[:en]

The Canary Islands are located northwest of Africa near the coast of Morocco. On Gran Canaria, the second largest island, around 290 of over 1000 plant and animal species have been introduced, i.e. species that do not originally occur there. Since at least 2017, there have been free-living Veiled chameleons (Chamaeleo calyptratus) on Gran Canaria. Spanish scientists have now investigated whether this introduced chameleon population could have zoonotic potential.

They examined 40 Veiled chameleons that had previously been caught and killed by Red de Alerta Temprana de Canarias para la Detección e Intervención de Especies Exóticas Invasoras in Arucas. 36 of the chameleons were adults, four were juveniles. Intestinal contents were taken from each chameleon and analysed for the presence of different bacteria using various methods.

At least one of the bacteria sought was found in 28 of the Veiled chameleons. About half of the chameleons had Yersinia enterocolitica, which is the highest prevalence ever recorded for this bacterium in reptiles. The bacterium can cause diarrhoea in humans, among other things. It is unclear how the Veiled chameleons became infected with it – possibly via insects. 16 of the Veiled chameleons had salmonella in their intestines. Salmonella is very common in reptiles and has even been found in endemic species on Gran Canaria. Pseudomonas is also frequently found in reptiles and was detected in the intestines of 13 animals. Two Veiled chameleons were infected with Campylobacter, in one of them Campylobacter lari could be identified. This bacterium can rarely cause illness in humans, but no pathogenic potential for humans is known for the species otherwise common in reptiles. Campylobacter lari has so far been detected mainly in seafood and birds – it is possible that the Veiled Chameleons picked up the bacterium on the coast and did not bring it with them. Three Veiled chameleons had Escherichia coli, which in rare cases can lead to haemolytic uraemic syndrome (HUS) in humans. Another two chameleons had Listeria monocytogenes in their intestines, which can be dangerous for pregnant women if ingested with food. Five Veiled Chameleons had mycobacteria, several of which were found to be non-tuberculous infections. Staphylococci were detected in seven chameleons, but they are part of the normal skin flora. However, five isolates were positive for resistance to certain antibiotics, which is becoming an increasing problem with Staphylococcus aureus in humans. Most recently, Vibrio was detected in a single Yemen chameleon, some species of which can cause diarrhoea in humans. The bacterium has previously been detected in introduced anoles on Tenerife.

The authors state that there is a zoonotic potential for humans due to the handling of introduced Veiled Chameleons on Gran Canaria. However, the extent to which there is a real risk for humans as well as endemic species needs to be further investigated.

Study of zoonotic pathogens in alien population of Veiled Chameleons (Chamaeleo calyptratus) in the Canary Islands (Spain)
Román Pino-Vera, Néstor Abreu-Acosta, Pilar Foronda
Animals 13 (14), 2023
DOI:  10.3390/ani13142288[:]

[:de]Chamäleons im Montagne des Français (Madagaskar)[:en]Chameleons in the Montagne des Français (Madagascar)[:]

[:de]Chamäleons im Montagne des Français (Madagaskar)[:en]Chameleons in the Montagne des Français (Madagascar)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Der Montagne des Français ist ein Kalksteinmassiv mit Trockenwald im Norden Madagaskars. Es reicht bis zu 425 m über den Meeresspiegel und liegt in Sichtweite der größten Küstenstadt des Nordens, Antsiranana (französisch Diego Suarez). Seit 2007 gilt es als Schutzgebiet. Wissenschaftler aus Madagaskar und den USA haben 2014 und 2020 Zählungen von Reptilien und Amphibien im Montagne des Français durchgeführt.

Gezählt wurde im Januar und Mai, also während und zum Ende der Regenzeit. 2014 wurde sich auf die Region um Andavakoera konzentriert, 2020 dagegen um Sahabedara, Ampitiliantsambo und Andavakoera. Um Tiere zu finden, wurde zum einen tagsüber und nachts entlang vorgegebener Wege gesucht, teils gezielt in geeignet erscheinenden Habitaten, zum anderen wurden Fallgruben genutzt.

Insgesamt wurden 20 Amphibien- und 50 Reptilienarten nachgewiesen. Vier neue Amphibien und ein Reptil konnten erstmals im Montagne des Français gefunden werden. Die Schlange Langaha pseudoalluaudi wurde erstmals seit 2007 wieder entdeckt. Bei den Chamäleons haben sich kleinere Neuerungen ergeben. Brookesia stumpffi konnte nur 2014, aber nicht mehr 2020 gefunden werden – auf Grund der relativ weiten Verbreitung der Art sollte dies jedoch kein Problem für die gesamte Population darstellen. Brookesia tristis, eines der kleinsten Chamäleons der Welt, wurde ebenfalls nur 2014 entdeckt. Hier könnte die Körpergröße, die ein Auffinden stark erschwert, und die Jahreszeit (Mai ist relativ spät für diese Art) eine Rolle spielen. Brookesia ebenaui konnte 2014 in Andavakoera und 2020 in Sahabedara nachgewiesen werden. Die beiden Baumbewohner Furcifer oustaleti und Furcifer pardalis konnten in beiden Jahren in Andavakoera und Ampitiliantsambo gefunden werden. Furcifer petteri dagegen kam in beiden Jahren an allen untersuchten Orten vor.

Amphibians and reptiles of the “Montagne des Français”: Update of the distribution and regional endemicity
Herizo Oninjatovo Radonirina, Bernard Randriamahatantsoa, Rabibisoa Harinelina Christian Nirhy, Christopher J. Raxworthy
Preprint
DOI: 10.20944/preprints202306.1499.v1

Foto: Furcifer petteri auf Madagaskar, fotografiert von A. Laube[:en]

The Montagne des Français is a limestone massif with dry forest in northern Madagascar. It reaches up to 425 m above sea level and is within sight of the largest coastal town in the north, Antsiranana (French Diego Suarez). It has been a protected area since 2007. Scientists from Madagascar and the USA conducted counts of reptiles and amphibians in the Montagne des Français in 2014 and 2020.

Counts were made in January and May, i.e. during and at the end of the rainy season. In 2014, the focus was on the region around Andavakoera, while in 2020 it was on Sahabedara, Ampitiliantsambo, and Andavakoera. In order to find animals, the search was conducted during the day and at night along predefined paths, partly in suitable habitats, and partly in pitfall pits.

A total of 20 amphibian and 50 reptile species were recorded. Four new amphibians and one reptile were found for the first time in the Montagne des Français. The snake Langaha pseudoalluaudi was discovered again for the first time since 2007. Among the chameleons, there were minor new discoveries. Brookesia stumpffi could only be found in 2014, but no longer in 2020 – however, due to the relatively wide distribution of the species, this should not be a problem for the entire population. Brookesia tristis, one of the smallest chameleons in the world, was also only seen in 2014. Here, the body size, which makes it very difficult to find, and the time of year (May is relatively late for this species) could play a role. Brookesia ebenaui was detected in Andavakoera in 2014 and in Sahabedara in 2020. The two tree dwellers Furcifer oustaleti and Furcifer pardalis were found in both years in Andavakoera and Ampitiliantsambo. Furcifer petteri, on the other hand, was present at all the sites surveyed in both years.

Amphibians and reptiles of the “Montagne des Français”: Update of the distribution and regional endemicity
Herizo Oninjatovo Radonirina, Bernard Randriamahatantsoa, Rabibisoa Harinelina Christian Nirhy, Christopher J. Raxworthy
Preprint
DOI: 10.20944/preprints202306.1499.v1

Photo: Furcifer petteri on Madagascar, photographed by A. Laube[:]

[:de]Habitat von Furcifer labordi in Andranomena (Madagaskar)[:en]Habitat of Furcifer labordi in Andranomena (Madagascar)[:]

[:de]Habitat von Furcifer labordi in Andranomena (Madagaskar)[:en]Habitat of Furcifer labordi in Andranomena (Madagascar)[:]

Wissenschaft

[:de]

Labordes Chamäleon (Furcifer labordi) ist seit einigen Jahren als kurzlebigstes Chamäleon der Welt bekannt. Drei Wissenschaftler aus Madagaskar haben nun ein bisher relativ unerforschtes Habitat der Art untersucht. Die Studie wurde durchgeführt im Spezialreservat Andranomena, das rund 30 km nördlich der Küstenstadt Morondava im Westen Madagaskars liegt. Das Spezialreservat verfügt über einen nachwachsenden sowie einen relativ intakten Teil Trockenwald, der auf Höhen von Meeresniveau bis 250 m liegt.

Zur Schätzung der Populationsdichte von Furcifer labordi wurde der Wald auf 150 m Breite in je drei Transekte unterteilt. Nachts wurden die Chamäleons dann mit der Taschenlampe gesucht und mit Nagellack farblich markiert. Tags darauf wurden pro Fundort je eine 5 x 5 m große Parzelle um den Fundort selbst sowie mindestens 5 m entfernt entlang der Transektlinie markiert. In allen Parzellen wurde der Deckungsgrad des Baumkronendach in Prozent, die Dicke der Laubschicht am Boden sowie Boden deckender Pflanzen in Zentimetern, die Anzahl der Sträucher bis 1 m, die Anzahl der Bäume über 1 m und die Anzahl gefällter und verbrannter Bäume gezählt. Fünf Tage nach der ersten Zählung wurden nachts erneut Chamäleons gesucht und gezählt. Zusätzlich wurden mittels Lichtfallen Insekten gefangen, gezählt und identifiziert. Außerdem wurden Greifvogel-Beobachtungen (Centropus toulou, Falco newtoni, Buteo brachyperus, Corvus albus und Accipiter francesii) entlang eines 1400 m langen Transekts alle 200 m gezählt. Weitere Prädatoren wie Schlangen (Madagascarophis colubrinus, Leiohterodon modestus, Mimophis mahfalensis, Dromicodryas bernieri) wurden ebenfalls durch Beobachtungen gezählt. Klimadaten  aus dem Stadtgebiet von Morondava wurden aufgenommen.

Statistische Auswertungen ergaben, dass mehr Furcifer labordi in Waldabschnitten vorkamen, in denen das Kronendach dichter sowie die Laubschicht am Boden dicker war und insgesamt mehr Bäume standen. In den Waldteilen, in denen überhaupt keine Chamäleons gefunden waren, wurden deutlich mehr gefällte Bäume gezählt. Wie zu erwarten war, konnten in der Trockenzeit wesentlich weniger Furcifer labordi entdeckt werden als während der Regenzeit. An Insekten wurden zehn verschiedene Familien gefunden, am häufigsten waren Homoptera (vor allem Zikaden), Coeloptera (Käfer), Dermaptera (Ohrwürmer) und Lepidoptera (Schmetterlinge). Die Verfügbarkeit der Insekten schien von Februar bis Mai gleichbleibend. Im Februar wurden mehr Schlangen gezählt als im März, die Anzahl der Greifvögel unterschied sich nicht im gesamten Beobachtungszeitraum.

Die Autoren überlegen, ob die Unterschiede zwischen den von Furcifer labordi bevorzugtem Mikrohabitat und nicht bewohnten Habitaten sich auf die Langlebigkeit der Art auswirken könnte. Eine Kausalität wurde leider nicht nachgewiesen.

Hinweis: Es handelt sich hier um eine Preprint-Publikation. Das bedeutet, dass noch kein Peer Review stattgefunden hat und sich Inhalte bis zur endgültigen Veröffentlichung in einem Journal noch ändern können. Nachtrag: Eine Besprechung des finalen Papers nach Peer Review findet sich hier.

Variation longitudinale de longévité de Furcifer labordi et analyse de facteurs à l’origine de sa longue durée de vie dans la reserve spéciale d’Andranomena-Morondava, Madagascar
Ahy Nirindrainiarivony Philibertin Honoré Djadagna, Achille Philippe Raselimanana, Lily-Arison René de Roland
ESI Preprints 18, 2023
DOI: 10.19044/esipreprint.6.2023.p700

[:en]

Labordes‘ chameleon (Furcifer labordi) has been known for some years as the world’s shortest-lived chameleon. Three scientists from Madagascar have now studied a previously relatively unexplored habitat of the species. The study was conducted in the Andranomena Special Reserve, located about 30 km north of the coastal town of Morondava in western Madagascar. The special reserve has a regrowth part as well as a relatively intact part of dry forest, which lies at altitudes ranging from sea level to 250 metres.

To estimate the population density of Furcifer labordi, the forest was divided into three transects each 150 m wide. At night, the chameleons were searched for with a torch and colour-marked with nail polish. The next day, a 5 x 5 m plot was marked around each site and at least 5 m away along the transect line. In all plots, the canopy cover was counted in percent, the thickness of the foliage layer on the ground and ground-covering plants in centimetres, the number of shrubs up to 1 m, the number of trees over 1 m and the number of felled and burnt trees. Five days after the first count, chameleons were again searched for and counted at night. In addition, insects were caught, counted and identified using light traps. Furthermore, raptor observations (Centropus toulou, Falco newtoni, Buteo brachyperus, Corvus albus and Accipiter francesii) were counted every 200 m along a 1400 m transect. Other predators such as snakes (Madagascarophis colubrinus, Leiohterodon modestus, Mimophis mahfalensis, Dromicodryas bernieri) were also counted by observation. Climatic data from the urban area of Morondava were recorded.

Statistical analyses showed that more Furcifer labordi were found in forest sections where the canopy was denser and the foliage layer on the ground was thicker, and where there were more trees overall. In the forest sections where no chameleons were found at all, significantly more felled trees were counted. As was to be expected, considerably fewer Furcifer labordi were found in the dry season than during the rainy season. Ten different families of insects were found, the most common being Homoptera (mainly cicadas), Coeloptera (beetles), Dermaptera (earwigs), and Lepidoptera (butterflies). Insect availability seemed consistent from February to May. More snakes were counted in February than in March, and the number of birds of prey did not differ throughout the observation period.

The authors consider whether the differences between the microhabitats preferred by Furcifer labordi and non-habitats could have an impact on the longevity of the species. Unfortunately, causality was not proven.

Note: This is a preprint publication. This means that no peer review has yet taken place and content may still change before final publication in a journal. Addendum: A discussion of the final paper after peer review can be found here.

Variation longitudinale de longévité de Furcifer labordi et analyse de facteurs à l’origine de sa longue durée de vie dans la reserve spéciale d’Andranomena-Morondava, Madagascar
Ahy Nirindrainiarivony Philibertin Honoré Djadagna, Achille Philippe Raselimanana, Lily-Arison René de Roland
ESI Preprints 18, 2023
DOI: 10.19044/esipreprint.6.2023.p700

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[:de]Wie und wann Jemenchamäleons vibrieren[:en]How and when Veiled Chameleons show biotremors[:]

[:de]Wie und wann Jemenchamäleons vibrieren[:en]How and when Veiled Chameleons show biotremors[:]

Wissenschaft

[:de]

Manche Chamäleonarten können vibrieren wie Smartphones – das wissen die meisten Chamäleonhalter. Das bekannteste Beispiel für diese Fähigkeit ist das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus).  Gleich zwei neue Artikel von Wissenschaftlern aus den USA beschäftigen sich nun damit, wozu diese Vibrationen gut sind, wie sie entstehen und wie das Jemenchamäleon sie überhaupt einsetzt.

Neun adulte Jemenchamäleons (drei weiblich, sechs männlich) und sechs juvenile Jemenchamäleons (drei weiblich, drei männlich) nahmen insgesamt an den ersten Versuchen teil. Im ersten Experiment wurden elf davon einzeln nacheinander auf einem 77 cm langen und 5 mm dickem Holzstab platziert. Sobald sich das Chamäleon mittig daraufgesetzt hatte, wurde der Holzstab Vibrationen von 25, 50, 150, 300 und 600 Hz ausgesetzt. Nach jedem Stimulus wurde verglichen, ob das Chamäleon sich schneller, langsamer oder genauso wie vorher bewegte. Bei den Jungtieren wurde, um sie überhaupt zu Bewegung zu motivieren, nahe dem Ende des Holzstabes eine Pflanze angebracht. Zusätzlich sorgte ein kleiner Lüfter für die Imitation von leichtem Wind. Für das zweite Experiment wurden nacheinander alle 15 Jemenchamäleons in eine oben offene Holzbox auf einen 122 cm langen Holzstab gesetzt. Mit einer 27 G Kanüle wurde den Tieren in den Oberarm gepiekt. Ein auf den Helm, bei Jungtieren auf den Ast geklebter Beschleunigungssensor maß darauf erfolgte Reaktionen (Vibrationen) der Chamäleons.

Die Ergebnisse sind spannend: Adulte Jemenchamäleons reagierten auf 50 und 150 Hz zuverlässig mit „einfrieren“, also völliger Bewegungslosigkeit. Jungtiere dagegen reagierten mit diesem Verhalten auf andere Frequenzen, nämlich 50 und 300 Hz. Alle adulten Jemenchamäleons zeigten selbst Biotremore (Vibrationen). Bei den Jungtieren konnten die Wissenschaftler zwar bei allen Vibrationen spüren, aber nicht alle konnten mit dem Sensor nachgewiesen werden. Die Vibrationen wurden in zwei Klassen eingeteilt: „Hupen“ (hoots) mit durchschnittlich 7,5 dB und „Mini-Hupen“ (mini-hoots) mit -32,5 dB. Je länger die größeren Vibrationen andauerten, desto niedriger war die Frequenz.

Eine zweite Versuchsreihe verwendete sechs adulte Jemenchamäleons (vier männlich, zwei weiblich), vier juvenile Jemenchamäleons sowie ein adultes Chamaeleo gracilis. Je zwei Chamäleons wurden in eine durch eine Plexiglasscheibe in zwei Abteile getrennte Holzbox gesetzt. Mittels Videoaufnahme und Beschleunigungssensor wurden die Reaktionen aufeinander gemessen. Getestet wurden gleichgeschlechtliche Jemenchamäleons, Paare von Jemenchamäleons, ein Jemenchamäleon mit Chamaeleo gracilis und adulte gegenüber juvenilen Jemenchamäleons. Die adulten Jemenchamäleons zeigten in rund 85% der Versuche Vibrationen im Zusammenhang mit anderen adulten Jemenchamäleons. Die Stärke der Vibrationen war individuell sehr unterschiedlich. Klarer Auslöser der Biotremore schien der visuelle Kontakt zu einem anderen Chamäleon zu sein. Drohgebärden und aggressives Verhalten führten mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Vibrationen. In der zweiten Versuchsreihe wurde neben dem Hupen eine dritte Variante von Biotremoren entdeckt, ein Grollen (rumbles).

Communication via biotremors in the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus): Part I – Biotremor production and response to substrate-borne vibrations
Kathryn L. Denny, Steve Huskey, Christopher V. Anderson, Michael E. Smith
Integrative and Comparative Biology, 2023
DOI: 10.1093/icb/icad085

Communication via biotremors in the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus): Part II – Social contexts
Kathryn L. Denny, Steve Huskey, Christopher V. Anderson, Michael E. Smith
Integrative and Comparative Biology, 2023
DOI: 10.1093/icb/icad084

[:en]

Some chameleon species can vibrate like smartphones – most chameleon keepers know this. The best-known example of this ability is the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus). Two new articles by scientists from the USA now deal with what these vibrations are good for, how they occur, and how the Veiled Chameleon uses them in the first place.

Nine adult Veiled Chameleons (three females, six males) and six juvenile Veiled Chameleon (three females, three males) took part in the first experiments. Eleven of them were placed individually one after the other on a 77 cm long and 5 mm thick wooden stick. As soon as the chameleon sat in the middle, the wooden stick was subjected to vibrations of 25, 50, 150, 300, and 600 Hz. After each stimulus, a comparison was made to see whether the chameleon moved faster, slower, or the same as before. In order to motivate the young animals to move, a plant was placed near the end of the wooden stick. In addition, a small fan was used to imitate a light wind. For the second experiment, all 15 Veiled Chameleons were placed one after the other in a wooden box open at the top on a 122 cm long wooden stick. The animals were poked in the upper arm with a 27 G cannula. An acceleration sensor stuck to the helmet, or to the branch in the case of young animals, measured the reactions (vibrations) of the chameleons.

The results are exciting: Adult Veiled Chameleons reacted reliably to 50 and 150 Hz with „freezing“, i.e. complete immobility. Juveniles, on the other hand, reacted with this behaviour to other frequencies, namely 50 and 300 Hz. All adult Veiled Chameleons showed biotremors (vibrations). In the juveniles, the scientists could feel vibrations in all of them, but not all could be detected with the sensor. The vibrations were divided into two classes: „hoots“ with an average of 7.5 dB and „mini-hoots“ with -32.5 dB. The longer the larger vibrations lasted, the lower the frequency.

A second series of experiments used six adult Veiled Chameleons (four males, two females), four juvenile Veiled Chameleons, and one adult Chamaeleo gracilis. Two chameleons each were placed in a wooden box separated into two compartments by a plexiglass pane. Video recordings and accelerometers were used to measure their reactions to each other. Same-sex Veiled Chameleons, pairs of Veiled Chameleons, a Veiled Chameleon with a Chamaeleo gracilis and adult versus juvenile Veiled Chameleons were tested. The adult Veiled Chameleons showed vibrations in association with other adults in about 85% of the trials. The strength of the vibrations varied greatly from individual to individual. The clear trigger of the biotremors seemed to be visual contact with another chameleon. Threatening gestures and aggressive behaviour were more likely to cause vibrations. In the second series of experiments, a third variant of biotremors was discovered in addition to honking, rumbles.

Communication via biotremors in the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus): Part I – Biotremor production and response to substrate-borne vibrations
Kathryn L. Denny, Steve Huskey, Christopher V. Anderson, Michael E. Smith
Integrative and Comparative Biology, 2023
DOI: 10.1093/icb/icad085

Communication via biotremors in the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus): Part II – Social contexts
Kathryn L. Denny, Steve Huskey, Christopher V. Anderson, Michael E. Smith
Integrative and Comparative Biology, 2023
DOI: 10.1093/icb/icad084

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[:de]Vergleichende Anatomie der Vorderarme verschiedener Chamäleons[:en]Comparative anatomy of the forearms of different chameleons[:]

[:de]Vergleichende Anatomie der Vorderarme verschiedener Chamäleons[:en]Comparative anatomy of the forearms of different chameleons[:]

Tiermedizin Wissenschaft

[:de]

Die Anatomie der Chamäleons scheint stark an ihre Lebensweise angepasst. Baumbewohner unterscheiden sich dabei in vielen Aspekten von Bodenbewohnern. Mehrere Untersuchungen an der Universität von South Dakota haben sich in diesem Jahr bereits mit verschiedenen anatomischen Aspekten bei Chamäleon beschäftigt. Eine neue Untersuchung widmet sich un den Händen und Armen.

Zur Untersuchung wurden aus bereits vorhandenen Mikrocomputertomographie-Scans von insgesamt 12 Chamäleons jeweils die Arme und Hände isoliert in 3D dargestellt. Diese wurden mittels einer Software auf rund 30 verschiedene Längen und Breiten vermessen. Scans der Arten Bradypodion damaranum, Bradypodion occidentale, Calumma hilleniusi, Calumma crypticum, Chamaeleo namaquensis, Chamaeleo zeylanicus, Furcifer balteatus, Furcifer campani, Rhampholeon spinosus, Rhampholeon temporalis, Trioceros goetzei goetzei und Trioceros werneri wurden ausgewertet. Bei der Auswahl der Arten wurde darauf geachtet, pro Gattung jeweils ein strikt Baum bewohnendes Chamäleon sowie ein mehr Boden bewohnendes Chamäleon auszuwählen.

Die Auswertung ergab, dass Baum bewohnende Chamäleons nur wenige Unterschiede in der Anatomie der Vordergliedmaße im Vergleich mit Boden bewohnenden Chamäleons aufweisen. Baum bewohnende Arten zeigten mehrheitlich getrennte Metacarpalknochen 1-3, während Boden bewohnende Arten miteinander verschmolzene Mittelhandknochen aufweisen. Interessanterweise unterscheidet sich die Untersuchung damit von früheren Studien anderer Autoren, die andere Ergebnisse brachten. Möglicherweise hängt die insgesamt relativ kleine Zahl untersuchter Tiere damit zusammen. Größer angelegte Studien könnten hier hilfreich sein.

Ecological and evolutionary drivers of chameleon forelimb variation
Ellie M. Schley
Honors Thesis 302 der Universität von South Dakota, 2023
DOI: gibt es nicht[:en]

The anatomy of chameleons seems to be strongly adapted to their way of life. Tree-dwellers differ in many aspects from ground-dwellers. Several studies at the University of South Dakota this year have already looked at various anatomical aspects of chameleons. A new study is dedicated to the hands and arms.

For the investigation, the arms and hands of a total of 12 chameleons were isolated from existing microcomputer tomography scans and displayed in 3D. These were measured to about 30 different lengths and widths using software. Scans of the species Bradypodion damaranum, Bradypodion occidentale, Calumma hilleniusi, Calumma crypticum, Chamaeleo namaquensis, Chamaeleo zeylanicus, Furcifer balteatus, Furcifer campani, Rhampholeon spinosus, Rhampholeon temporalis, Trioceros goetzei goetzei and Trioceros werneri were evaluated. When selecting the species, care was taken to select one strictly tree-inhabiting chameleon and one more ground-inhabiting chameleon per genus.

The evaluation revealed that tree-dwelling chameleons show few differences in forelimb anatomy compared to ground-dwelling chameleons. Tree-dwelling species showed a majority of separated metacarpal bones 1-3, while ground-dwelling species showed fused metacarpal bones. Interestingly, this study differs from earlier studies by other authors, which yielded different results. The relatively small number of animals studied may be related to this. Larger studies could be helpful here.

Ecological and evolutionary drivers of chameleon forelimb variation
Ellie M. Schley
Honors Thesis 302 der Universität von South Dakota, 2023
DOI: gibt es nicht[:]

[:de]Karyotypen bei Chamäleons[:en]Karyotypes in chameleons[:]

[:de]Karyotypen bei Chamäleons[:en]Karyotypes in chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Wissenschaftler aus Großbritannien und Italien haben sich jetzt mit den Chromosomen verschiedener Chamäleonarten beschäftigt. Sie untersuchten den Karyotyp von insgesamt 83 verschiedenen Chamäleon-Arten. Darunter befanden sich 57 madagassische Chamäleonarten, von denen 32 Karyotypen zum ersten Mal überhaupt beschrieben wurden. Für Calumma brevicorne, Calumma fallax, Calumma parsonii und Furcifer verrucosus waren sogar jeweils mehrere Tiere zur Untersuchung vorhanden. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass vermutlich die Verschmelzung (Fusion) von Chromosomen die Gesamtzahl von Chromosomen im Laufe der Evolution bei Chamäleons verringert hat. Vermutlich fusionierten dabei vor allem Mikrochromosomen (besonders kleine Chromosomen).

Microchromosome fusions underpin convergent evolution of chameleon karyotypes
Marcello Mezzasalma, Jeffrey W Streicher, Fabio M Guarino, Marc E H Jones, Simon P Loader, Gaetano Odierna, Natalie Cooper
Evolution, Juni 2023
DOI: 10.1093/evolut/qpad097[:en]

Scientists from Great Britain and Italy have now studied the chromosomes of different chameleon species. They examined the karyotype of a total of 83 different chameleon species. Among them were 57 Madagascan chameleon species, of which 32 karyotypes were described for the first time ever. For Calumma brevicorne, Calumma fallax, Calumma parsonii and Furcifer verrucosus, there were even several animals each available for examination. The scientists found out that presumably the fusion of chromosomes has reduced the total number of chromosomes in the course of evolution in chameleons. Presumably, it was mainly microchromosomes (particularly small chromosomes) that fused.

Microchromosome fusions underpin convergent evolution of chameleon karyotypes
Marcello Mezzasalma, Jeffrey W Streicher, Fabio M Guarino, Marc E H Jones, Simon P Loader, Gaetano Odierna, Natalie Cooper
Evolution, Juni 2023
DOI: 10.1093/evolut/qpad097

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[:de]Vergleich von Beckengürteln verschiedener Chamäleons[:en]Comparison of pelvic girdles in chameleons[:]

[:de]Vergleich von Beckengürteln verschiedener Chamäleons[:en]Comparison of pelvic girdles in chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Die Anatomie der Chamäleons ist stark an ihre Lebensweise angepasst. Baumbewohner unterscheiden sich dabei in vielen Aspekten von Bodenbewohnern. Der Beckengürtel ist anatomisch bei Chamäleons bisher wenig untersucht – eine Veröffentlichung aus den USA beschäftigt sich nun eingehender damit.

Zur Untersuchung wurden aus bereits vorhandenen Mikrocomputertomographie-Scans von insgesamt 22 Chamäleons jeweils die Beckengürtel isoliert in 3D dargestellt. Diese wurden mittels einer Software auf 16 verschiedene Längen und Winkel vermessen. Archaius tigris, Bradypodion damaranum, Calumma gallus, Calumma parsonii parsonii, Chamaeleo zeylanicus, Furcifer balteatus, Kinyongia matschiei, Kinyongia tavetana, Nadzikambia mlanjense und Trioceros quadricornis gracilior wurden den Baumbewohnern zugeteilt. Brookesia brygooi, Chamaeleo namaquensis, Palleon nasus nasus, Rhampholeon temporalis und Rieppeleon brachyurus wurden den Boden bewohnenden Arten zugeschrieben. Die Arten Bradypodion occidentale, Brookesia ebenaui, Chamaeleo anchietae, Furcifer campani, Rhampholeon spinosus, Rieppeleon kerstenii kerstenii und Trioceros goetzei goetzei wurden als semiarboreal eingestuft. Es wurden vorwiegend Männchen untersucht.

Die Auswertung ergab wie erwartet, dass Baum bewohnende Chamäleons schmalere, kürzere Hüftgürtel aufwiesen als Boden bewohnende. Der schmalere Beckengürtel vereinfacht es, sich hinter Ästen verstecken und den Körper maximal abflachen zu können. Außerdem sorgt er dafür, dass der Körperschwerpunkt näher am Ast ist und erhöht so die Stabilität beim Klettern. Boden bewohnende Chamäleons dagegen wiesen größere und breitere Beckengürtel auf. Diese ermöglichen ihnen eine schnellere Schrittfolge und höhere Stabilität beim Laufen auf Bodenflächen.

How phylogeny and arboreality affect pelvic girdle anatomy of chameleons
Dakota J. John
Honors Thesis 299 der Universität von South Dakota, 2023
DOI: nicht vorhanden[:en]

The anatomy of chameleons is strongly adapted to their way of life. Tree-dwellers differ in many aspects from ground-dwellers. The pelvic girdle has been little studied anatomically in chameleons so far – a publication from the USA now deals with it in more detail.

For the study, the pelvic girdles of 22 chameleons were isolated from existing microcomputer tomography scans and displayed in 3D. These were measured to 16 different lengths and angles using software. Archaius tigris, Bradypodion damaranum, Calumma gallus, Calumma parsonii parsonii, Chamaeleo zeylanicus, Furcifer balteatus, Kinyongia matschiei, Kinyongia tavetana, Nadzikambia mlanjense and Trioceros quadricornis gracilior were assigned to tree dwellers. Brookesia brygooi, Chamaeleo namaquensis, Palleon nasus nasus, Rhampholeon temporalis and Rieppeleon brachyurus were attributed to ground-dwelling species. The species Bradypodion occidentale, Brookesia ebenaui, Chamaeleo anchietae, Furcifer campani, Rhampholeon spinosus, Rieppeleon kerstenii kerstenii and Trioceros goetzei goetzei were classified as semiarboreal. Mainly males were examined.

As expected, the evaluation showed that tree-dwelling chameleons had narrower, shorter girdles than ground-dwelling ones. The narrower pelvic girdle makes it easier to hide behind branches and flatten the body to the maximum. It also ensures that the body’s centre of gravity is closer to the branch and thus increases stability when climbing. Ground-dwelling chameleons, on the other hand, had larger and wider pelvic girdles. These allow them to step more quickly and provide greater stability when walking on ground surfaces.

How phylogeny and arboreality affect pelvic girdle anatomy of chameleons
Dakota J. John
Honors Thesis 299, University of South Dakota, 2023
DOI: none

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[:de]Das arabische Chamäleon in Abyan (Jemen)[:en]The Arabian Chameleon in Abyan (Yemen)[:]

[:de]Das arabische Chamäleon in Abyan (Jemen)[:en]The Arabian Chameleon in Abyan (Yemen)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Übersichtsstudien zum Vorkommen von Reptilien im Jemen stammen mehrheitlich aus den 1990er Jahren. Jüngere Forschung stützt sich vor allem auf stadtnahe Gebiete, aber weniger auf abgelegenere Regionen. Zwei Biologen der Universitäten von Aden und Abyan haben kürzlich eine Übersicht zum Vorkommen von Reptilien in Abyan veröffentlicht.

Das Gouvernement Abyan liegt im Süden des Jemen auf der arabischen Halbinsel. Es grenzt im Süden an den Golf von Aden und im Westen, Norden und Osten an die Gouvernements Aden, Lahji, Al Bayda, und Shabwa. 44 Gebiete in Abyan wurden innerhalb eines ganzen Jahres untersucht. Reptilien wurden von Hand gefangen und teils lediglich dokumentiert, teils getötet und konserviert. Insgesamt wurden 202 Tiere untersucht.

Insgesamt wurden 24 verschiedene Reptilienarten gefunden. Chamaeleo arabicus konnte in den Bezirken Lawdar, Zinjibar, Khanfir und Jayshan nachgewiesen werden. Von den 23 Funden wurden dabei die meisten im Westen Khanfirs unweit der Stadt Zinjibar gemacht. Zwei Chamäleons wurden im Norden Lawdars gefunden und nur eines im Süden Jayshans. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Chamäleons vor allem in Kulturlandschaft vorkommen.

Distribution of lizards in Abyan Governorate, Yemen
Salem M. Busais, Wafa A. Abo-Alib, Hasan M. Alrahowi
Electronic Journal of University of Aden for Basic and Applied Sciences 4 (1), 2023
DOI: 10.47372/ejua-ba.2023.1.220[:en]

The majority of overview studies on the occurrence of reptiles in Yemen date back to the 1990s. More recent research is mainly based on areas close to cities, but less on more remote regions. Two biologists from the Universities of Aden and Abyan have recently published a survey on the occurrence of reptiles in Abyan.

The Abyan governorate is located in the south of Yemen on the Arabian Peninsula. It borders the Gulf of Aden to the south and the governorates of Aden, Lahji, Al Bayda, and Shabwa to the west, north and east. 44 areas in Abyan were surveyed within a whole year. Reptiles were caught by hand and some were merely documented, while others were killed and preserved. A total of 202 animals were examined.

A total of 24 different reptile species were found. Chamaeleo arabicus was found in the districts of Lawdar, Zinjibar, Khanfir and Jayshan. Of the 23 finds, most were made in western Khanfir, not far from the town of Zinjibar. Two chameleons were found in northern Lawdar and only one in southern Jayshan. The authors point out that the chameleons are mainly found in cultivated landscapes.

Distribution of lizards in Abyan Governorate, Yemen
Salem M. Busais, Wafa A. Abo-Alib, Hasan M. Alrahowi
Electronic Journal of University of Aden for Basic and Applied Sciences 4 (1), 2023
DOI: 10.47372/ejua-ba.2023.1.220[:]