[:de]Vorkommen des Europäischen Chamäleons in Tlemcen (Algerien)[:en]Occurrence of the European chameleon in Tlemcen (Algeria)[:]

[:de]Vorkommen des Europäischen Chamäleons in Tlemcen (Algerien)[:en]Occurrence of the European chameleon in Tlemcen (Algeria)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Das 21,6 km² große Tlemcen Hunting Reserve liegt im Norden Algeriens, in der gleichnamigen Provinz. Das Klima ist mediterran, die Provinz grenzt an das Alborán-Meer (den westlichsten Teil des Mittelmeers) und liegt direkt gegenüber dem Südosten Spaniens. Das Reservat liegt rund 26 km südwestlich der Stadt Tlemcen, der zweitgrößten Stadt Algeriens, und überspannt die höchsten Gebiete der Tlemcenberge.

Ein Tierarzt und eine Biologin vor Ort haben kürzlich eine Übersichtsstudie durchgeführt, welche Tiere aktuell im Reservat vorkommen. Um die Herpetofauna zu untersuchen, wurde entlang abgemessener Transekte manuell gesucht oder Fallen gestellt. Chamaeleo chamaeleon wurde mehrfach während der Studie vorgefunden.

Inventory of wildlife in the Tlemcen Hunting Reserve
Rafiq Rahmouni, Louiza Derouiche
Genetics and Biodiversity Journal 8(2), 2024
DOI: nicht vorhanden

Foto: Chamaeleo chameleon, fotografiert von Peter A. Mansfeld, Lizenz Creative Commons Attribution 3.0 Unported[:en]

The 21.6 km² Tlemcen Hunting Reserve is located in the north of Algeria, in the province of the same name. The climate is Mediterranean, the province borders the Alborán Sea (the westernmost part of the Mediterranean Sea) and lies directly opposite south-east Spain. The reserve is located around 26 kilometres southwest of the city of Tlemcen, the second largest city in Algeria, and spans the highest areas of the Tlemcen Mountains.

A local veterinarian and biologist recently carried out a survey study of the animals currently found in the reserve. In order to investigate the herpetofauna, manual searches or traps were set along measured transects. Chamaeleo chamaeleon was found several times during the study.

Inventory of wildlife in the Tlemcen Hunting Reserve
Rafiq Rahmouni, Louiza Derouiche
Genetics and Biodiversity Journal 8(2), 2024
DOI: not available

Picture: Chamaeleo chameleon, photographed by Peter A. Mansfeld, licence Creative Commons Attribution 3.0 Unported[:]

[:de]Neue Berechnungsmodelle zum Artenverlust auf Madagaskar[:en]New modelling of species loss in Madagascar[:]

[:de]Neue Berechnungsmodelle zum Artenverlust auf Madagaskar[:en]New modelling of species loss in Madagascar[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Seit Längerem gibt es verschiedene Programme und Algorithmen, die auf Grund vorgegebener Daten verschiedene Vorhersagen darüber treffen können, wie viele Arten eines Landes oder einer Region in Zukunft vom Aussterben bedroht sein können. Bisher waren dafür für die jeweiligen Tierarten stets eine ganze Reihe Fundorte und Daten als Basis notwendig. Diese liegen für seltene Arten aber oft gar nicht vor.

Italienische Wissenschaftler haben nun einen Algorithmus namens ENphylo entwickelt, der Prognosen bereits ab zwei Beobachtungen pro Art tätigen kann. Er wurde parallel zu herkömmlichen Algorithmen an einem Modell mit 56 Chamäleon-Arten aus Madagaskar getestet. Vorkommen und Fundorte der Chamäleons wurden aus der Global Biodiversity Information Facility entnommen. Verschiedene Szenarien des Klimawandels sowie der fortschreitenden veränderten Flächennutzung wurden unter zu Hilfenahme von CHELSA und anderen Datenbanken für den Zeitraum zwischen den Jahren 2071 und 2100 inszeniert. Für jede der Chamäleon-Arten wurden in der Studie 45 Modellvorhersagen errechnet.

Als Ergebnis sagen die Wissenschaftler für die Arten Brookesia decaryi, Brookesia brunoi, Calumma globifer, Brookesia desperata, Brookesia karchei, Brookesia micra, Brookesia tristis, Calumma amber, Calumma guibei, Calumma ambreense, Calumma nasutum, Calumma fallax, Calumma peltierorum, Calumma boettgeri, Furcifer petteri und Furcifer willsii einen Habitatsverlust von über 90% voraus. Diese Arten würden dadurch bis ins Jahr 2100 durch Klimawandel und veränderte Landnutzung auf Madagaskar unmittelbar vom Aussterben bedroht sein. Die größten flächenmäßigen Verluste in potenziellen Lebensräumen seien in Trockenwäldern des Westens und Nordwestens und Tieflandregenwäldern der Ostküste zu erwarten. Dabei soll der potenzielle Habitatsverlust auch Arten betreffen, die nur in einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet vorkommen, aber dort sehr häufig sind, wie Brookesia tuberculata.

Eine zunehmende Entwicklung des Lebensraumes wird lediglich für Furcifer oustaleti, Furcifer rhinoceratus, Calumma parsonii (leider ohne Angabe der Unterart), Calumma oshaughnessyi, Calumma crypticum, Calumma brevicorne und Brookesia supericilaris vermutet. Bis zum Jahr 2100 könnte Madagaskar nach den unterschiedlichen Berechnungsmodellen zwischen acht und elf Chamäleonarten verlieren.

Modelling reveals the effect of climate and land use change on Madagascar’s chameleons fauna
Alessandro Mondanaro, Mirko di Febbraro, Silvia Castiglione, Arianna Morena Belfiore, Girogia Girardi, Marina Melchionna, Carmela Serio, Antonella Esposito, Pasquale Raia
Communications Biology 7, 2024: 889
DOI: 10.1038/s42003-024-06597-5

 

Foto: Calumma crypticum in Ranomafana, Madagaskar, fotografiert von Alex Laube[:en]

For some time now, there have been various programmes and algorithms that can make various predictions about how many species in a country or region could be threatened with extinction in the future based on given data. Until now, this has always required a whole series of locations and data for the respective animal species as a basis. However, these are often not available for rare species.

Italian scientists have now developed an algorithm called ENphylo, which can make predictions from just two observations per species. It was tested in parallel to conventional algorithms on a model with 56 chameleon species from Madagascar. The occurrence and locations of the chameleons were taken from the Global Biodiversity Information Facility. Various scenarios of climate change and progressive changes in land use were modelled using CHELSA and other databases for the period between 2071 and 2100. For each of the chameleon species, 45 modelled predictions were calculated in the study.hnet.

As a result, the scientists predict a habitat loss of over 90% for the species Brookesia decaryi, Brookesia brunoi, Calumma globifer, Brookesia desperata, Brookesia karchei, Brookesia micra, Brookesia tristis, Calumma amber, Calumma guibei, Calumma ambreense, Calumma nasutum, Calumma fallax, Calumma peltierorum, Calumma boettgeri, Furcifer petteri and Furcifer willsii. As a result, these species would be directly threatened with extinction by 2100 due to climate change and changes in land use in Madagascar. The greatest area losses in potential habitats are expected in the dry forests of the west and north-west and the lowland rainforests of the east coast. The potential habitat loss is also expected to affect species that only occur in a very small distribution area but are very common there, such as Brookesia tuberculata.

An increasing development of the habitat is only assumed for Furcifer oustaleti, Furcifer rhinoceratus, Calumma parsonii (unfortunately without indication of the subspecies), Calumma oshaughnessyi, Calumma crypticum, Calumma brevicorne and Brookesia supericilaris. According to the various calculation models, Madagascar could lose between eight and eleven chameleon species by the year 2100.

Modelling reveals the effect of climate and land use change on Madagascar’s chameleons fauna
Alessandro Mondanaro, Mirko di Febbraro, Silvia Castiglione, Arianna Morena Belfiore, Girogia Girardi, Marina Melchionna, Carmela Serio, Antonella Esposito, Pasquale Raia
Communications Biology 7, 2024: 889
DOI: 10.1038/s42003-024-06597-5

 

Photo: Calumma crypticum in Ranomafana, Madagascar, photographed by Alex Laube[:]

[:de]Chamäleons in der traditionellen Heilkunde in Sierra Leone[:en]Chameleons in traditional medicine in Sierra Leone[:]

[:de]Chamäleons in der traditionellen Heilkunde in Sierra Leone[:en]Chameleons in traditional medicine in Sierra Leone[:]

Wissenschaft

[:de]

In Sierra Leone im Westen Afrikas werden auch heute noch Teile von Tieren in der traditionellen Heilkunde verwendet. Welche genau und wofür, das haben nun zwei Wissenschaftler der Universität Nala untersucht.

Die Studie wurde in den Kommunalvolksgebieten („chiefdoms“) Kowa und Dasse zwischen März und Juli 2023 ausgeführt. Rund 24.000 Einwohner leben hier, fast alle von Landwirtschaft. Beide Gebiete liegen in der Region Moyamba im Osten Sierra Leones und sind bis auf vier urbane Regionen eher spärlich besiedelt. Die Wissenschaftler befragten 40 Personen und besuchten deren behandelte Patienten. Unter den befragten Personen befanden sich von der lokalen Bevölkerung ausgewählte Kräuterkundler, traditionelle Heiler, Fetischpriester sowie Geburtshelfer. Ortskundige Leute wurden zur vorkommenden Fauna befragt. Die verwendeten Tierbestandteile wurden, soweit möglich, fotografiert und beprobt.

Immerhin 17 der Befragten hatten eine weiterführende Schule nach der Grundschule besucht, 17 weitere jedoch gar keine schulische Bildung erhalten. Alle gaben an, die verwendeten Heilmethoden von ihren Vorfahren gelernt zu haben. 30 der 40 Befragten bestritten ihren Lebensunterhalt vom Einkommen aus der traditionellen Medizin und praktizierten seit rund 30 Jahren. Wenige gaben sogar Einkommen daraus an, es lag zwischen 2120 $ und 4230 $ im Jahr (der Durchschnitt eines Angestellten liegt in Sierra Leone bei 2900 $ im Jahr). Für die Heilkunde genutzt wurden 45 Tierarten, als Indikation wurden 40 Erkrankungen genannt.  Die meistgenutzten Tiere, rund ein Drittel, waren Reptilien, dahinter kamen direkt Amphibien und Schnecken sowie Säugetiere. Primaten machten alleine bereits 10% der genutzten Tiere aus.

Chamaeleo gracilis wurde achtzehn Mal während den Befragungen als potenzielles Heilmitel aufgezählt. Es wird lokal „Duqui“ genannt. Seine Haut, Muskelanteile und Gedärme sollen das Erinnerungsvermögen verbessern. Außerdem wird es für diverse mystische Zwecke verwendet. Die meisten Teile werden gekocht gegessen.

Traditional medicines containing animal parts: Use in Kowa and Dasse chiefdoms, Southern Sierra Leone
Jonathan Johnny, Alhassan Bangura
Journal of Pharmacognosy and Phytochemistry 2024, 13(3): pp. 308-317
DOI: 10.22271/phyto.2024.v13.i3d.14972

Foto: Chamaeleo gracilis fotografiert von kogia, Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 International[:en]

In Sierra Leone in West Africa, animal parts are still used in traditional medicine today. Two scientists from the University of Nala have now investigated exactly which ones and what they are used for.

The study was conducted in the chiefdoms of Kowa and Dasse between March and July 2023. Around 24,000 inhabitants live here, almost all of them farmers. Both areas are located in the Moyamba region in eastern Sierra Leone and are sparsely populated with the exception of four urban regions. The scientists interviewed 40 people and visited the patients they were treating. The interviewees included herbalists, traditional healers, fetish priests and obstetricians selected by the local population. People familiar with the area were asked about the fauna present. The animal parts used were photographed and sampled as far as possible.

As many as 17 of the interviewees had attended secondary school, while 17 others had received no schooling at all. All of them stated that they had learnt the healing methods used from their ancestors. 30 of the 40 interviewees made their living from traditional medicine and had been practising for around 30 years. A few even stated that they earned between $ 2120 and $ 4230 per year (the average for an employee in Sierra Leone is $ 2900 per year). Forty-five animal species were used for medicinal purposes, and 40 diseases were named as indications. The most frequently used animals, around a third, were reptiles, followed directly by amphibians, snails and mammals. Primates alone accounted for 10% of the animals used.

Chamaeleo gracilis was mentioned eighteen times during the interviews as a potential remedy. It is locally called ‘duqui’. Its skin, muscle parts and intestines are said to improve memory. It is also used for various mystical purposes. Most parts are eaten cooked.

Traditional medicines containing animal parts: Use in Kowa and Dasse chiefdoms, Southern Sierra Leone
Jonathan Johnny, Alhassan Bangura
Journal of Pharmacognosy and Phytochemistry 2024, 13(3): pp. 308-317
DOI: 10.22271/phyto.2024.v13.i3d.14972

Photo: Chamaeleo gracilis photographed by kogia, licence Creative Commons Attribution 4.0 International[:]

[:de]Zur Population von Furcifer labordi in Andranomena (Madagaskar)[:en]The population of Furcifer labordi in Andranomena (Madagascar)[:]

[:de]Zur Population von Furcifer labordi in Andranomena (Madagaskar)[:en]The population of Furcifer labordi in Andranomena (Madagascar)[:]

Wissenschaft

[:de]

Nachdem wir bereits im letzten Jahr hier einen Preprint zum Habitat des Labordes Chamäleon (Furcifer labordi) in Andranomena, Madagaskar, besprochen haben, folgte nun die finale Veröffentlichung nach dem Peer Review. Tatsächlich wurde die Ausrichtung des Papers noch einmal überdacht und angepasst.

Labordes Chamäleon (Furcifer labordi) ist seit einigen Jahren als kurzlebigstes Chamäleon der Welt bekannt. Fünf Wissenschaftler aus Madagaskar haben zuletzt untersucht, welche Faktoren einen Einfluss auf die Verbreitung und Populationsgröße der Art haben. Die Studie wurde durchgeführt im Spezialreservat Andranomena, das rund 30 km nördlich der Küstenstadt Morondava im Westen Madagaskars liegt. Das Spezialreservat verfügt über verschiedene von den Chamäleons genutzte Lebensräume, so zum Beispiel intakter Trockenwald mit Gewässer-nahen und -fernen Anteilen sowie nachwachsenden / stark veränderten Wald.

Zur Schätzung der Populationsdichte von Furcifer labordi wurde sogenanntes Distance Sampling angewandt. Dazu wurde jeder Waldteil auf 150 m Breite in je drei 50 m-Transekte unterteilt. Nachts wurden die Chamäleons dann mit der Taschenlampe gesucht, ihr Fundort ausgemessen und die Tiere selbst mit Nagellack farblich markiert. Kotproben wurden gesammelt und untersucht. Tags darauf wurden pro Fundort je eine 5 x 5 m große Parzelle um den Fundort selbst sowie mindestens 5 m entfernt entlang der Transektlinie markiert. In allen Parzellen wurde der Deckungsgrad des Baumkronendach in Prozent, die Dicke der Laubschicht am Boden sowie Boden deckender Pflanzen in Zentimetern, die Anzahl der Sträucher bis 1 m, die Anzahl der Bäume über 1 m siwue due Anzahl gefällter und verbrannter Bäume gezählt. Fünf Tage nach der ersten Zählung wurden nachts erneut Chamäleons gesucht und gezählt. Zusätzlich wurden mittels Lichtfallen Insekten gezählt und identifiziert. Entlang eines 1400 m langen Transekts wurden außerdem exemplarisch Beobachtungen von sechs Arten von Greifvögeln und vier Arten von Schlangen gezählt. Die genauen Arten werden leider nicht mehr genannt.

Statistische Auswertungen ergaben, dass mehr Furcifer labordi in Waldabschnitten vorkamen, in denen das Kronendach dichter sowie die Laubschicht am Boden dicker war und insgesamt mehr Bäume standen. In den Waldteilen, in denen überhaupt keine Chamäleons gefunden waren, wurden deutlich mehr gefällte Bäume gezählt. Die beobachteten Prädatoren bzw. deren Vorkommen schienen keinen Einfluss auf die Populationsdichte der Chamäleons zu haben. Auch die vorkommenden vermuteten Futtertiere, mehrheitlich Insekten, zeigten erstaunlicherweise keinerlei Auswirkung auf die Verbreitung der Chamäleonpopulation. Die Höhe der Äste, auf denen Furcifer labordi aufgefunden wurden, varriierten stark über den Beobachtungszeitraum. Ein Zusammenhang konnte jedoch weder bei Alter noch Geschlecht gefunden werden. Vorlieben bei der Auswahl der genutzten Pflanzen konnten bei den Chamäleons nicht beobachtet werden. Die verschiedenen Altersgruppen zeigten des Weiteren keine deutliche Präferenz bei der Wahl ihres Mikrohabitats.

Die Autoren schließen daraus, dass die sinkende Populationsgröße vor allem durch den Verlust des Lebensraumes zustande kommt. Der Lebensraumverlust in Andanomena ist fast nur menschlichen Ursprungs (Abholzung für Landwirtschaft und Viehweiden, Brandrodung).

Analyses spatiales de population de Furcifer labordi (Grandidier, 1972) dans la Réserve Spéciale d’Andranomena, Morondava-Madagascar
Philibertin Honoré Djadagna Ahy Nirindrainiarivony, Achille Philippe Raselimanana, Lily-Arison René de Roland, Willy Nathoo Veriza, Daudet Andriafidison
European Scientific Journal 20 (15), 2024,
DOI: 10.19044/esj.2024.v20n15p48
Informationen zum Preprint

 [:en]

After we already discussed a preprint on the habitat of the Labordes chameleon (Furcifer labordi) in Andranomena, Madagascar, last year, the final publication now followed after a long peer review. In fact, the focus of the paper was reconsidered and adapted.

Labordes chameleon (Furcifer labordi) has been known for several years as the world’s shortest-lived chameleon. Five scientists from Madagascar have recently investigated which factors influence the distribution and population size of the species. The study was carried out in the Andranomena Special Reserve, which is located around 30 kilometres north of the coastal town of Morondava in western Madagascar. The special reserve has various habitats used by the chameleons, such as intact dry forest with parts near and far from water as well as regrowing / heavily modified forest.

Distance sampling was used to estimate the population density of Furcifer labordi. For this purpose, each part of the forest was divided into three 50 metre transects over a width of 150 metres. At night, the chameleons were then searched for with a torch, their location measured and the animals themselves marked in colour with nail varnish. Faecal samples were collected and analysed. The following day, a 5 x 5 metre plot was marked around each site and at least 5 metres away along the transect line. In all plots, the degree of canopy cover in per cent, the thickness of the foliage layer on the ground and ground-covering plants in centimetres, the number of shrubs up to 1 m, the number of trees over 1 m and the number of felled and burnt trees were counted. Five days after the first count, chameleons were again searched for and counted at night. In addition, insects were counted and identified using light traps. Along a 1400 metre transect, observations of six species of birds of prey and four species of snakes were also counted as examples. Unfortunately, the exact species are no longer named.

Statistical analyses showed that more Furcifer labordi were found in forest sections where the canopy was denser, the foliage layer on the ground was thicker and there were more trees overall. In the parts of the forest where no chameleons were found at all, significantly more felled trees were counted. The predators observed or their presence did not appear to have any influence on the population density of the chameleons. Surprisingly, the suspected feeders present, mostly insects, also showed no effect on the distribution of the chameleon population. The height of the branches on which Furcifer labordi were found varied greatly over the observation period. However, no correlation was found between age and sex. Preferences in the choice of plants used could not be observed in the chameleons. Furthermore, the different age groups showed no clear preference in their choice of microhabitat.

The authors conclude that the declining population size is primarily due to habitat loss. Habitat loss in Andanomena is almost exclusively of human origin (deforestation for agriculture and cattle grazing, slash-and-burn).

Analyses spatiales de population de Furcifer labordi (Grandidier, 1972) dans la Réserve Spéciale d’Andranomena, Morondava-Madagascar
Philibertin Honoré Djadagna Ahy Nirindrainiarivony, Achille Philippe Raselimanana, Lily-Arison René de Roland, Willy Nathoo Veriza, Daudet Andriafidison
European Scientific Journal 20 (15), 2024,
DOI: 10.19044/esj.2024.v20n15p48
Informations about the preprint

[:]

[:de]Das Lappenchamäleon auf Serra da Neve (Angola)[:en]The flap-necked chameleon on Serra da Neve (Angola)[:]

[:de]Das Lappenchamäleon auf Serra da Neve (Angola)[:en]The flap-necked chameleon on Serra da Neve (Angola)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Der Inselberg Serra da Neve liegt in der Provinz Namibe im Südwesten Angolas am Südwestrand Afrikas. Auf ihm befindet sich der zweithöchste Berg des Landes mit 2489 m üNN. Die isolierte Lage in Mitten von Savannen macht den Inselberg zu einem Refugium der Artenvielfalt, doch diese ist bisher was Herps angeht eher schlecht erforscht. Wissenschaftler aus den USA, Portugal und Deutschland haben kürzlich eine erste Übersichtsstudie durchgeführt, um die Amphibien und Reptilien des Serra da Neve zu inventarisieren.

Dazu wurden seit 2016 drei Expeditionen durchgeführt, jede ging einige Tage lang. Acht Gebiete wurden zur Tiersuche ausgewählt, wobei sowohl felsige Gebiete als auch Wald, offenes Grasland und verschiedene Höhenlagen mit einbezogen wurden. Fallgruben, Schlingfallen, Gummischleudern und manuelle Suche bei Tage und bei Nacht wurden zum Auffinden der Tiere genutzt. Die vorgefundenen Individuen wurden allesamt getötet und für die Aufbewahrung und weitere Untersuchung im Museum präpariert.

Insgesamt konnten 59 Reptilien- und Amphibienarten auf dem Inselberg gefunden werden. Chamaeleo dilepis wurde ausschließlich um das Dorf Catchi, das auf 1590 m liegt, gefunden. Das Dorf ist umgeben von Granitfelsen und dem Waldgebiet von Miombo, das von Brachystegia– und Julbernardia-Bäumen dominiert wird. Die flachen Stellen des Plateaus, das das Dorf umgibt, sind weitestgehend abgeholzt. Die Flächen werden als Viehweiden oder zum Anbau von Getreide und Mais genutzt. Die steilen Hänge um das Dorf jedoch sind noch bewaldet. Außerdem durchzieht ein kleiner Fluss das Plateau.

An island in a sea of sand: A first checklist of the herpetofauna of the Serra da Neve inselberg, southwestern Angola
Mariana P. Marques, Diogo Parrinha, Manuel Lopes-Lima, Arthur Tiutenko, Aaron M. Bauer, Luis M. P. Ceríaco
ZooKeys 1201, 2024: pp. 167-217.
DOI: 10.3897/zookeys.1201.120750

Foto: entstammt der genannten Publikation[:en]

The Serra da Neve inselberg is located in the province of Namibe in south-west Angola on the south-western edge of Africa. At 2489 metres above sea level, it is the second highest mountain in the country. The isolated location in the middle of savannahs makes the inselberg a refuge for biodiversity, but this has so far been poorly researched concerning herps. Scientists from the USA, Portugal and Germany have recently carried out a first survey study to inventory the amphibians and reptiles of the Serra da Neve.

Three expeditions have been carried out since 2016, each lasting a few days. Eight areas were selected to search for animals, including rocky areas as well as forest, open grassland and various altitudes. Pitfall traps, snares, rubber bands and manual searches by day and night were used to find the animals. The individuals found were all killed and prepared for storage and further examination in the museum.

A total of 59 species of reptiles and amphibians were found on the inselberg. Chamaeleo dilepis was found exclusively around the village of Catchi, located at 1590 metres. The village is surrounded by granite rocks and the Miombo forest area, which is dominated by Brachystegia and Julbernardia trees. The flat parts of the plateau surrounding the village are largely deforested. The land is used for grazing cattle or for growing cereals and maize. However, the steep slopes around the village are still forested. A small river also runs through the plateau.

An island in a sea of sand: A first checklist of the herpetofauna of the Serra da Neve inselberg, southwestern Angola
Mariana P. Marques, Diogo Parrinha, Manuel Lopes-Lima, Arthur Tiutenko, Aaron M. Bauer, Luis M. P. Ceríaco
ZooKeys 1201, 2024: pp. 167-217.
DOI: 10.3897/zookeys.1201.120750

Photo: taken from the aforementioned publication[:]

[:de]Phylogenetik bei afrikanischen Zwergchamäleons[:en]Phylogenetics of African dwarf chameleons[:]

[:de]Phylogenetik bei afrikanischen Zwergchamäleons[:en]Phylogenetics of African dwarf chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

In den Archiven von Museen und anderen zoologischen Sammlungen sind nach wie vor viele Einzel-Gen-Fragmentdaten enthalten. Obwohl es heute relativ einfach möglich ist, ganze Genome zu entschlüsseln und Material zur Aufbewahrung entsprechend zu präparieren, war es das früher lange Zeit nicht. Wissenschaftler an der Universität von Johannesburg (Südafrika) haben nun untersucht, ob und wenn ja welche Bestandteile dieser Einzelgene bei Zwergchamäleons Rückschluss auf das gesamte Genom bezüglich der Erstellung von phylogenetischen Stammbäumen geben können.

Von 44 Zwergchamäleons wurden während diverser Expeditionen zwischen 2010 und 2022 Proben in Form von abgeschnittenen Schwanzspitzen entnommen. Die beprobten Tiere wurden in den Provinzen Eastern Cape, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Northern Cape und Western Cape gefangen und wieder freigelassen. Sie gehörten zu den Arten Bradypodion barbatulum, caeruleogula, caffrum, damaranum, gutturale, melanocephalum, ngomeense, occidentale, pumilum, setaroi, taeniabronchum, thamnobates, transvaalense, ventrale, venustum sowie candidate species aus Greytown, Kamberg. Karkloof Forest und Gilboa Forest in KwaZulu-Natal. Als Referenzgenom wurde ein bereits vorhandenenes Mitogenom eines Chamaeleo chamaeleon verwendet. Außerdem wurden die Mitogenome von sieben anderen Genera zum Vergleich aus der GenBank geladen.

Aus allen Proben wurde DNA extrahiert und phylogenetisch mit unter anderem Geneious Prime und IQ-Tree analysiert. Insgesamt 22 verschiedene Alignments konnten erstellt werde: Ein vollständiges Mitogenom-Alignment (ohne tRNA), 15 Alignments einzelner Loci, das kurze Fragment von 16S, ein häufig verwendetes COI-Fragment, eine Verkettung von 16S-Fragment mit ND2, eine Verkettung von ND2 und ND5, eine Verkettung der beiden ribosomalen Untereinheiten  und eine Verkettung aller proteinkodierenden Gene (PCG).  Eine statistische Auswertung der Daten folgte.

Die Ergebnisse zeigten, dass die vollständige Mitogenom-Topologie weitestgehend mit den bisher veröffentlichten Phylogenesen afrikanischer Zwergchamäleons aus ND2-16S-Verkettungen übereinstimmen. Die Phylogenese basierend auf den ND2-Fragmenten erwies sich als stabiler und war sogar noch näher am Mitogenom dran. Diese Genfragmente sind also gut dazu geeignet, ein Genom und damit eine Chamäleon-Art phylogenetisch einzuordnen. Ein paar Unterschiede zu den bisher veröffentlichten Phylogenesen gab es jedoch auch. Die Mitogenom-Topologie sieht Bradypodion setaroi und Bradypodion caffrum als Schwestertaxa an. Außerdem gehört Bradypodion ngomeense möglicherweise genetisch in die Bradypodion transvaalense clade hinein, anstatt nur ein Schwestertaxon derselben zu sein.

The efficacy of single mitochondrial genes at reconciling the complete mitogenome phylogeny – a case study on dwarf chameleons
Devon C. Main, Jody M. Taft, Anthony J. Geneva, Bettine Jansen van Vuuren, Krystal A. Tolley
PeerJ 12:e17076, 2024
DOI: 10.7717/peerj.17076

Foto: Bradypodion transvaalense, fotografiert von Ryan van Huyssteen, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International[:en]

The archives of museums and other zoological collections still contain a lot of single-gene fragment data. Although it is now relatively easy to decode entire genomes and prepare material for storage, this was not the case for a long time. Scientists at the University of Johannesburg (South Africa) have now investigated whether and, if so, which components of these single genes in dwarf chameleons can provide information on the entire genome with regard to the creation of phylogenetic family trees.

Samples were taken from 44 dwarf chameleons in the form of cut-off tail tips during various expeditions between 2010 and 2022. The sampled animals were captured and released in the Eastern Cape, KwaZulu-Natal, Limpopo, Mpumalanga, Northern Cape and Western Cape provinces. They belonged to the species Bradypodion barbatulum, caeruleogula, caffrum, damaranum, gutturale, melanocephalum, ngomeense, occidentale, pumilum, setaroi, taeniabronchum, thamnobates, transvaalense, ventrale, venustum as well as candidate species from Greytown, Kamberg. Karkloof Forest and Gilboa Forest in KwaZulu-Natal. An existing mitogenome of a Chamaeleo chamaeleon was used as a reference genome. In addition, the mitogenomes of seven other genera were loaded from GenBank for comparison.

DNA was extracted from all samples and phylogenetically analysed using Geneious Prime and IQ-Tree, among others. A total of 22 different alignments were created: a complete mitogenome alignment (without tRNA), 15 alignments of individual loci, the short fragment of 16S, a frequently used COI fragment, a concatenation of 16S fragment with ND2, a concatenation of ND2 and ND5, a concatenation of the two ribosomal subunits and a concatenation of all protein-coding genes (PCG). A statistical analysis of the data followed.

The results showed that the complete mitogenome topology is largely consistent with the previously published phylogenies of African dwarf chameleons from ND2-16S concatenations. The phylogeny based on the ND2 fragments proved to be more stable and even closer to the mitogenome. These gene fragments are therefore well suited to phylogenetically classify a genome and thus a chameleon species. However, there were also a few differences to the previously published phylogenies. The mitogenome topology considers Bradypodion setaroi and Bradypodion caffrum to be sister taxa. Furthermore, Bradypodion ngomeense possibly belongs genetically to the Bradypodion transvaalense clade instead of being a sister taxon of it.

The efficacy of single mitochondrial genes at reconciling the complete mitogenome phylogeny – a case study on dwarf chameleons
Devon C. Main, Jody M. Taft, Anthony J. Geneva, Bettine Jansen van Vuuren, Krystal A. Tolley
PeerJ 12:e17076, 2024
DOI: 10.7717/peerj.17076

Picture: Bradypodion transvaalense, photographed by Ryan van Huyssteen, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International[:]

Fünf neue Rhampholeon-Arten

Fünf neue Rhampholeon-Arten

Neubeschreibungen Wissenschaft

Bei den kleinen, braunen Erdchamäleons auf dem Festland Afrikas gibt es noch einiges zu entdecken. Nachdem vor zwei Jahren im Rhampholeon uluguruensis/moyeri-Komplex in Tansania neue Arten entdeckt werden konnten, haben internationale Wissenschaftler nun den Rhampholeon boulengeri Komplex genauer unter die Lupe genommen. Und wie erwartet tauchten auch dabei neue Arten auf!

Die Erdchamäleons aus diesem Komplex bewohnen verschiedenen Lebensräume entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs (englisch Albertine Rift). Diese 6000 km lange Kette aus Gebirgen und Gräben reicht vom Albert-See in Uganda bis zum See Tanganyika. Dabei kreuzt sie die Demokratische Republik Kongo, Ruanda, Burundi und Tansania. In der Gattung Rhampholeon unterscheiden sich die Arten äußerlich kaum, leben jedoch oft in sehr unterschiedlichen Lebensräumen oder sind genetisch gut voneinander abzugrenzen. Die Autoren untersuchten über 130 Erdchamäleons von mehr als 20 verschiedenen Orten sowie die Lectotypen (den Holotypus gibt es nicht mehr) der Art Rhampholeon boulengeri. Dabei konnten sie mittels genetischer Untersuchungen gleich fünf neue Rhampholeon-Arten ausmachen.

Die bereits bekannte Art Rhampholeon boulengeri, beschrieben 1908 von Grauer, kommt nach den aktuellen Daten ausschließlich in seiner Typuslokalität vor. Diese ist das Itombwe Plateau in der Demokratischen Republik Kongo, auf Höhen zwischen 2100 und 2470 m.

Rhampholeon plumptrei erhielt seinen Namen zu Ehren des englischen Zoologen Andrew Plumptre. Er setzt sich seit fast 20 Jahren als Vorsitzender der Wildlife Conservation Society für den Artenschutz entlang des Afrikanischen Grabenbruchs ein. Die Art lebt in montanem und submontanem Regenwald auf Höhen von 1203-2269 m, wobei sie am häufigsten auf 1200 bis 1700 m zu finden sind. Die Verbreitung reicht dabei vom Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Kahuzi-Biega Nationalpark bis in den Westen Kenias zum Kakamega Forest Nationalreservat. Dazwischen kommt Rhampoleon plumptrei im Bwindi Impenetrable Nationalpark, im Mabira sowie im Kalinzu Central Forest Reserve im Westen Ugandas vor. Es trägt einen deutlich sichtbaren Nasenfortsatz und einen nur etwas kürzeren Schwanz als Rhampholeon boulengeri.  Rhampholeon plumptrei wird bis zu 60 mm groß. Die Männchen tragen eine weiße Färbung an Kehle und Bauch und einen oder zwei diagonal verlaufende dunklen Streifen auf dem Körper. Die meisten Chamäleons dieser Art tragen einen dunkel gefärbten Tuberkel im Nacken.

Rhampholeon nalubaale wurde nach dem Luganda Wort für „Göttin“ benannt, das auch der einheimische Name des Viktoriasees ist, dem größten See Afrikas. Von dieser Art kennt man bisher nur die Weibchen, Männchen wurden noch nicht gefunden. Rhampholeon nalubaale kommt in submontanem Regenwald auf Höhen von 513 bis 1506 m vor. Am häufigsten ist es im Kibale Nationalpark in Uganda, man kann es aber auch im Budungo Central Forest Reserve im gleichen Land und im Kahuzi-Biega Nationalpark sowie dem Itombwe Natural Reserve in der Demokratischen Republik Kongo finden. Rhampholeon nalubaale wird bis zu 56 mm lang. Eins der aufgefundenen Tiere wurde mit UV-Licht angestrahlt und einige der Tuberkel im Gesicht fluoreszierten daraufhin blau, wie das schon von anderen Chamäleons bekannt ist – für die Gattung Rhampholeon ist es jedoch neu. Die Art kommt zusammen mit Trioceros johnstoni und Kinyongia tolleyae vor.

Rhampholeon bombayi wurde nach dem waYao Forscher Sidi Mubarak Bombay benannt. Er wurde 1820 auf der Grenze von Tansania zu Mosambik geboren und früh als Sklave nach Indien verkauft. Später kehrte er nach Afrika zurück und machte sich auf Expeditionen britischer Forscher in Ostafrika einen Namen. Rhampholeon bombayi wird bis zu 55 mm lang. Rhampholeon bombayi lebt in Montanwäldern auf Höhen von 1450 bis 2330 m in Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Es wurde bisher im Kahuzi-Biega Nationalpark, im Kabobo Natural Reserve, im Itombwe Natural Reserve und dem Nyungwe Forest Nationalpark nachgewiesen. Im gleichen Wald leben ebenfalls Trioceros johnstoni und Trioceros schoutedeni. Die Tiere tragen zwei oder drei dunkle Linien diagonal auf dem Körper, Schwanz und Extremitäten sind häufig dunkler braun als der Körperstamm.

Rhampholeon msitugrabensis wurde nach dem großen Afrikanischen Grabenbruch benannt. Das Swahili Wort für Wald, msitu, und das deutsche Wort Graben wurden dabei kombiniert. Dieses Erdchamäleon wird bis zu 49 mm groß. Es bewohnt Waldränder bei Mpishi nahe dem Kibira Nationalpark in Burundi. Rhampholeon msitugrabensis ist außerdem vom Mount Bigugu im Nyungwe Forest Nationalpark in Ruanda beschrieben, so dass sein Vorkommen sich von 1986 bis 2699 m zieht. Im Nyungwe Forest kommt Rhampholeon msitugrabensis allopatrisch mit Rhampholeon bombayi vor, genauer im Kamiranzovu Sumpfgebiet auf 2000 bis 2330 m Höhe. Andere Chamäleons, die mit Rhampholeon msitugrabensis einen Lebensraum teilen, sind Trioceros ellioti, Chamaeleo dilepis und Kinyongia rugegensis.

Rhampholeon monteslunae wurde nach seinem Lebensraum benannt, dem Ruwenzori-Gebirge auf der Grenze der Demokratischen Republik Kongo und Uganda. Bereits 150 nach Christus wurde diese Gebirgskette, in der der Nil entspringt, von Ptolemäus als „Lunae Montes“, zu deutsch Mondberge beschrieben. Rhampholeon monteslunae kommt auf Höhen von 1655 bis 2360 m vor und ist am häufigsten im Ruwenzori Mountains Nationalpark nahe dem Nyakalengija-Eingang. Eine weitere Population findet sich im Bururi Forest Nature Reserve in Burundi. Dieses Erdchamäleon wird bis zu 47 mm lang. In den gleichen Wäldern kommen unter anderem Kinyongia carpenteri, Kinyongia xenorhina, Kinyongia tolleyae, Trioceros ellioti, Trioceros johnstoni und Trioceros rudis vor.

Taxonomy of the Rhampholeon boulengeri Complex (Sauria: Chamaeleonidae): Five new species from central Africa’s Albertine Rift
Daniel F. Hughes, Mathias Behangana, Wilber Lukwago, Michele Menegon, J. Maximilian Dehling, Philipp Wagner, Colin R. Tilbury, Trisan South, Chifundera Kusamba, Eli Greenbaum
Zootaxa Vol. 5458 4, 2024, pp. 451-494
DOI: 10.11646/zootaxa.5458.4.1

Foto: Von links oben nach rechts unten Rhampholeon boulengeri, Rhampholeon plumptrei, Rhampholeon nalubaale, Rhampholeon bombayi, Rhampholeon msitugrabensis und Rhampholeon monteslunae aus der oben genannten Publikation

[:de]Neue Daten zum internationalem Handel mit Chamäleons[:en]New data on the international trade in chameleons[:]

[:de]Neue Daten zum internationalem Handel mit Chamäleons[:en]New data on the international trade in chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]Mitarbeiter mehrerer Universitäten haben sich kürzlich mit dem internationalen Handel von Chamäleons beschäftigt. Der Fokus lag dabei auf Tansania im Osten Afrikas. In Tansania kommen derzeit 41 der 228 bekannten Arten vor, das Land verfügt also über die zweithöchste Artenzahl an Chamäleons nach Madagaskar.

Als Grundlage der Studie wurde die öffentlich einsehbare CITES Handels-Datenbank und die ebenso einsehbaren Jahresberichte der am Washingtoner Artenschutzabkommen teilnehmenden Ländern genutzt. Chamäleons, die zu wissenschaftlichen Zwecken oder anderen als kommerziellen Zwecken exportiert wurden, wurden ausgeschlossen. Zusätzlich wurden im Internet über Google und „[Artname] for sale“ die am meisten geklickten Websites in Form englischsprachiger Verkaufs-Plattformen sowie Social Media und Foren nach Verkaufs- und Ankaufsanzeigen für Chamäleons durchsucht. Dabei wurden insgesamt 14 Websites von kommerziellen Verkäufern, zwei Online-Foren, zwei Anzeigen-Website, vier Social Media-Seiten sowie 7 geschlossene Gruppen in Social Media ausgewertet. Als drittes Standbein der Studie wurden  Dorfbewohner in den Eastern Arc Mountains in Tansania an Hand eines Fragebogens mit elf Fragen interviewt.

Generelles Ergebnis der Studie ist, dass der internationale Handel mit Chamäleons von 2000 bis 2019 rapide gesunken ist. Zeitgleich stieg die Anzahl in Menschenhand nachgezüchteter Chamäleons an. Die Zahl „geranchter“, also auf einer Farm im Herkunftsland für den Export gezüchteter Chamäleons, sank dezent. Der größte Exportfaktor war der kommerzielle Handel, wobei fast alle Arten direkt aus ihren Herkunftsländern und nicht über weitere Zwischenhändler in anderen Ländern exportiert wurden. Von 2000 bis 2019 wurden insgesamt 327.522 Chamäleons legal gehandelt. Nur sechs Länder machten dabei 91% der Exporte aus: Tansania, Madagaskar, Mosambik, Uganda, Ghana und Kamerun. Tansania war das Land, aus dem mit 34% aller Exporte die meisten Chamäleons gehandelt wurden. Das Land, in das die meisten Chamäleonexporte gingen, waren die USA mit 46%. Die USA bekamen damit von 2000 bis 2019 fast die Hälfte aller Chamäleons weltweit, die unter CITES gehandelt wurden. Weitere Länder mit relativ hohen Zahlen an Chamäleon-Importen waren Japan (13%) und Deutschland (10%).

Aus Tansania waren sechs Chamäleon-Arten besonders begehrt. Sie machten gemeinsam 85% des Handels mit Chamäleons im genannten Zeitraum aus. Am häufigsten wurden Kinyongia fischeri und Kinyongia tavetana exportiert, gefolgt von Trioceros werneri, Trioceros deremensis and Trioceros fuelleborni. Von den 42 in Tansania vorkommenden Arten konnten 35 auf Online-Plattformen im Verkauf wiedergefunden werden, 29 standen regelmäßig auf Verkaufslisten.

Die Befragungen vor Ort in Tansania ergaben, das nur zwei von drei beobachteten Bergmassiven am Handel mit Chamäleons teilgenommen hatte (Ost-Usambara und Uluguru). Da Tansania seine Exporte seit 2016 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt hat, gaben die Befragten mehrheitlich an, es gäbe derzeit keinen Handel mit Chamäleons mehr. Interessant ist, dass die Dorfbewohner angaben, 13 Arten zum Handel gesammelt zu haben, davon jedoch 7 Arten nie auf den offiziellen Exporten für Tansania auftauchten. Auch die Antworten auf die Frage, wieviele Chamäleons welcher Art gehandelt wurden, unterschieden sich in der Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung deutlich von den offiziellen Zahlen: Während die Einwohner „Tausende“ Chamäleons mit einem Horn als angeblich jährlich gesammelt angaben, wurden davon lediglich sehr vereinzelte tatsächlich exportiert. Hier gibt es möglicherweise auch eine starke Divergenz durch mangelnde Artdifferenzierung.

Handelswege in Tansania konnten durch die Interviews recht gut nachvollzogen werden. Generell war es bisher wohl so, dass Händler aus Muheza und Morogoro in die Usambaa- und Uluguru-Berge kamen und den Dorfbewohnern eine Wunschanzahl bestimmter Arten (selektiert nach „ein Horn, zwei Hörner, drei Hörner oder Giant“) weitergaben. Dazu wurde jewiels ein Zeitlimit angegeben, nach dessen Ablauf die Händler zurückkehrten und die gesammelten Chamäleons nach Dar es Salaam transportierten. Ein Händler konnte intensiver befragt werden und gab an, dass bereits sein Vater mit Chamäleons gehandelt hatte. Er hatte außerdem nie eine Sammel-Erlaubnis gesehen, auch wenn seine Auftraggeber stets betonten, sie hätten solche. Es bestand seitens der Zwischenhändler und Sammler kein Interesse daran, für was die gesammelten Chamäleons genutzt werden sollten, lediglich was dafür bezahlt wurde. Selbst ein Zwischenhändler bekam lediglich 0,4 US-Dollar pro Chamäleon.

Status and trends in the international wildlife trade in Chameleons with a focus on Tanzania
Maxim Conrad Isaac, Neil D. Burgess, Oliver J.S. Tallowin, Alyson T. Pavitt, Reuben M. J. Kadigi, Claire Ract
PLoS ONE 19(5), 2024.
DOI: 10.1371

Foto: Kinygonia tavetana, fotografiert von Elizabeth Dougherty, Creative Commons Attribution 4.0 International[:en]

Researchers from several universities recently analysed the international trade in chameleons. The focus was on Tanzania in East Africa. Tanzania is currently home to 41 of the 228 known species, making it the country with the second-highest number of chameleon species after Madagascar.

The study was based on the publicly accessible CITES trade database and the annual reports of the countries participating in the Washington Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora. Chameleons exported for scientific or non-commercial purposes were excluded. In addition, the most frequently clicked websites on the Internet in the form of English-language sales platforms, social media and forums were searched for sale and purchase adverts for chameleons using Google and „[species] for sale“. A total of 14 websites of commercial sellers, two online forums, two advertising websites, four social media sites and seven closed groups in social media were analysed. As a third pillar of the study, villagers in the Eastern Arc Mountains in Tanzania were interviewed using a questionnaire with eleven questions.

The general result of the study is that the international trade in chameleons fell rapidly between 2000 and 2019. At the same time, the number of chameleons bred in captivity increased. The number of „ranched“ chameleons, i.e. chameleons bred on a farm in the country of origin for export, fell slightly. The largest export factor was commercial trade, with almost all species being exported directly from their countries of origin and not via other intermediaries in other countries. From 2000 to 2019, a total of 327,522 chameleons were legally traded. Only six countries accounted for 91% of exports: Tanzania, Madagascar, Mozambique, Uganda, Ghana and Cameroon. Tanzania was the country from which the most chameleons were traded, accounting for 34% of all exports. The country to which most chameleon exports went was the USA with 46%. The USA thus received almost half of all chameleons traded under CITES worldwide between 2000 and 2019. Other countries with relatively high numbers of chameleon imports were Japan (13%) and Germany (10%).

Six chameleon species from Tanzania were particularly sought after. Together they accounted for 85% of the trade in chameleons in the period mentioned. Kinyongia fischeri and Kinyongia tavetana were exported most frequently, followed by Trioceros werneri, Trioceros deremensis and Trioceros fuelleborni. Of the 42 species occurring in Tanzania, 35 were found for sale on online platforms and 29 were regularly on sales lists.

The on-site surveys in Tanzania revealed that only two out of three mountain ranges observed had participated in the trade in chameleons (East Usambara and Uluguru). As Tanzania has suspended its exports indefinitely since 2016, the majority of respondents stated that there is currently no longer any trade in chameleons. Interestingly, the villagers stated that they had collected 13 species for trade, but 7 of these species never appeared on the official exports for Tanzania. The answers to the question of how many chameleons of which species were traded also differed significantly from the official figures in the perception of the local population: While locals reported „thousands“ of chameleons with one horn as supposedly collected annually, only very isolated ones of these were actually exported. There may also be a strong divergence here due to a lack of species differentiation.

Trade routes in Tanzania could be traced quite well through the interviews. In general, traders from Muheza and Morogoro came to the Usambaa and Uluguru mountains and gave the villagers a desired number of certain species (selected according to „one horn, two horns, three horns or giant“). A time limit was set, after which the traders returned and transported the collected chameleons to Dar es Salaam for export. One trader was questioned more intensively and stated that his father had already traded in chameleons. He had also never seen a collection permit, even though his clients always emphasised that they had one. The middlemen and collectors had no interest in what the collected chameleons were to be used for, only what was paid for them. Even a middleman only received 0.4 US dollars per chameleon.

Status and trends in the international wildlife trade in Chameleons with a focus on Tanzania
Maxim Conrad Isaac, Neil D. Burgess, Oliver J.S. Tallowin, Alyson T. Pavitt, Reuben M. J. Kadigi, Claire Ract
PLoS ONE 19(5), 2024.
DOI: 10.1371

Picture: Kinygonia tavetana, photographed by Elizabeth Dougherty, Creative Commons Attribution 4.0 International[:]

[:de]Chamäleons als Beute von Compsophis infralineatus[:en]Chameleons as prey of Compsophis infralineatus[:]

[:de]Chamäleons als Beute von Compsophis infralineatus[:en]Chameleons as prey of Compsophis infralineatus[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Einige interessante Beobachtungen wurde kürzlich im zentralen Osten Madagaskars gemacht. Zwei Schlangen der Art Compsophis infralineatus, wurden dabei beobachtet, wie sie versuchten, Chamäleons als Beute zu verschlingen. Insgesamt weiß man von diesen Schlangen nicht besonders viel, man hielt sie jedoch lange vor allem für Frosch- und Eierfresser. Eine Beobachtung von 2018 berichtet bereits von einem Fressversuch einer anderen Compsophis-Art bei einem Chamäleon, das jedoch wieder ausgewürgt wurde.

Die aktuellen Beobachtungen wurden im privaten Regenwald von Vallombre Natiora nahe Mandraka gemacht. Bei Nachtwanderungen konnte eine adulte Compsophis infralineatus beim Verzehr eines adulten Calumma gastrotaenia entdeckt werden. Es wurde nicht der gesamte Prozess des Verzehrs beobachtet, die Schlange war bei Rückkehr an den Ort verschwunden, das Chamäleon ebenfalls. Die Autoren gehen davon aus, dass das Chamäleon erfolgreich verschlungen wurde. In der gleichen Nacht wurde eine weitere Schlange der gleichen Art beim Versuch, ein adultes Calumma crypticum zu fressen, gesehen. Das Chamäleon lebte noch und versuchte sich von der Umwindung der Schlange zu befreien, was jedoch zunächst nicht gelang. Später wurde die gleiche Schlange erneut gesehen, sie hing mit dem Maul im Rücken des offenbar noch lebenden, aber nicht mehr von der Schlange umschlungenen Chamäleons. Auf dem Foto scheint es, als würde das Chamäleon noch leben.

Predation on the chameleons Calummy crypticum Raxworthy and Nussbaum, 2006 and C. gastrotaenia (Boulenger, 1888) by the snake Compsophis infralineatus (Günther 1882) near Mandaka, Madagascar
Devin A. Edmonds and Samina S. Sam-Edmonds
Herpetology Notes (17), 2024: pp. 327-328
DOI:  nicht vorhanden

Foto: entstammt der oben genannten Publikation, CC BY-NC-ND 4.0[:en]

Some interesting observations were recently made in central eastern Madagascar. Two snakes of the species Compsophis infralineatus were observed trying to devour chameleons as prey. Overall, not much is known about these snakes, but they were long thought to be primarily frog and egg eaters. An observation from 2018 already reports an attempt by another Compsophis species to eat a chameleon, which was regurgitated.

The current observations were made in the private rainforest of Vallombre Natiora near Mandraka. During night walks, an adult Compsophis infralineatus was discovered eating an adult Calumma gastrotaenia. The entire process of consumption was not observed, the snake had disappeared on return to the site, as had the chameleon. The authors assume that the chameleon was successfully devoured. On the same night, another snake of the same species was seen attempting to eat an adult Calumma crypticum. The chameleon was still alive and tried to free itself from the snake’s coils, but seemed unsuccessful first. Later, the same snake was seen again, hanging with its mouth in the back of the chameleon, which was apparently still alive but no with the snake wrapped around it. In the photo, it appears that the chameleon is still alive.

Predation on the chameleons Calummy crypticum Raxworthy and Nussbaum, 2006 and C. gastrotaenia (Boulenger, 1888) by the snake Compsophis infralineatus (Günther 1882) near Mandaka, Madagascar
Devin A. Edmonds and Samina S. Sam-Edmonds
Herpetology Notes (17), 2024: pp. 327-328
DOI:  not available

Picture: from the above-mentioned publication, CC BY-NC-ND 4.0[:]

[:de]Geschlechtschromosomen bei Chamäleons[:en]Sex chromosomes in chameleons[:]

[:de]Geschlechtschromosomen bei Chamäleons[:en]Sex chromosomes in chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Welches bei Chamäleons die Geschlechtschromosomen sind, ist bisher eher spärlich untersucht worden. Von der madagassischen Chamäleongattung Furcifer ist bekannt, dass sie über Z und W-Chromosomen verfügen, wobei manchmal auch mehrere Z-Chromosomen auftreten, so genannte Neo-Geschlechtschromosomen. Kürzlich wurde nun in Tschechien mehr dazu geklärt.

Blut- und Gewebeproben wurden von 13 Chamäleon entnommen, um DNA zu isolieren. Zu den beprobten Tieren gehörten jeweils ein Männchen und ein Weibchen der Arten Brookesia therezieni, Calumma glawi, Calumma parsonii, Chamaeleo calyptratus, Furcifer campani, Furcifer labordi, Furcifer lateralis, Furcifer oustaleti, Furcifer pardalis, Furcifer rhinoceratus, Furcifer viridis, Kinyongia boehmei und Trioceros johnstoni. Lediglich bei den Furcifer oustaleti wurden zwei Weibchen beprobt. Anschließend wurden die Z1-Chromosomen der Pantherchamäleons und die Z- und W-Chromosomen mittels Mikrodissektion untersucht. Gene Coverage Analysen wurden für Teppich- und Pantherchamäleons durchgeführt. Außerdem wurden qPCRs durchgeführt, um die Homologie der Z-Chromosomen zu vergleichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Morphologie der Z1-Chromosomen von Pantherchamäleons dem Z-Chromosom der gesamten Gattung Furcifer entspricht. Das Z1-Chromosom der Pantherchamäleons entspricht damit dem Z-Chromosom bei Furcifer oustaleti. Das Z2-Chromosom der Pantherchamäleons dagegen ist ein Neo-Geschlechtschromosom. Sowohl das Z- als auch das W-Chromosom bei Furcifer oustaleti sind wahrscheinlich pseudautosomal. 42 Gene wurden als spezifisch für das W-Chromosom beschrieben.

Insgesamt wurden 16.947 Gene in Furcifer lateralis und 16.909 Gene in Furcifer pardalis identifiziert. Das Verhältnis der Genzahl zwischen Weibchen und Männchen beträgt 0,35 und 0,65 für die beiden Arten. Bei Panther- und Teppichchamäleons stellte sich heraus, dass die meisten Gene der W- und Z-Chromosomen gleich sind, verhältnismäßig wenige Gene fanden sich nur auf dem W-Chromosom. Diese Erkenntnis ist überraschend, da die Forscher eigentlich erwartet hätten, dass das heterochromatische W bei Furcifer-Arten einen Großteil seiner Gene gegenüber dem Z-Chromosom verloren hätte.

Die Geschlechtschromosomen der Gattung Furcifer haben sich wahrscheinlich vor mindestens 20 Millionen Jahren entwickelt, was etwa dem Zeitpunkt der Absplittung der Art Furcifer campani von den übrigen Furcifer-Arten entspricht.

Heteromorphic ZZ/ZW sex chromosomes sharing gene content with mammalian XX/XY are conserved in Madagascan chameleons of the genus Furcifer
Michail Rovatsos, Sofia Mazzoleni, Barbora Augstenová, Marie Altmanová, Petr Velenský, Frank Glaw, Antonio Sanchez, Lukáš Kratochvíl
Scientific Reports 14, 2024: 4898.
DOI: 10.1038/s41598-024-55431-9[:en]

Which sex chromosomes are present in chameleons has so far been studied rather sparsely. The Madagascan chameleon genus Furcifer is known to have Z and W chromosomes, although sometimes several Z chromosomes occur, so-called neo-sex chromosomes. Recently in the Czech Republic, scientists examined this deeper.

Blood and tissue samples were taken from 13 chameleons to isolate DNA. The animals sampled included one male and one female each of the species Brookesia therezieni, Calumma glawi, Calumma parsonii, Chamaeleo calyptratus, Furcifer campani, Furcifer labordi, Furcifer lateralis, Furcifer oustaleti, Furcifer pardalis, Furcifer rhinoceratus, Furcifer viridis, Kinyongia boehmei and Trioceros johnstoni. Only in Furcifer oustaleti were two females sampled. Subsequently, the Z1 chromosomes of the panther chameleons and the Z and W chromosomes were analysed by microdissection. Gene coverage analyses were performed for carpet and panther chameleons. In addition, qPCRs were performed to compare the homology of the Z chromosomes.

The results show that the morphology of the Z1 chromosomes of panther chameleons corresponds to the Z chromosome of the entire genus Furcifer. The Z1 chromosome of panther chameleons thus corresponds to the Z chromosome of Furcifer oustaleti. The Z2 chromosome of panther chameleons, on the other hand, is a neo-sex chromosome. Both the Z and W chromosomes in Furcifer oustaleti are probably pseudautosomal. 42 genes have been described as specific for the W chromosome.

A total of 16,947 genes were identified in Furcifer lateralis and 16,909 genes in Furcifer pardalis. The ratio of the number of genes between females and males is 0.35 and 0.65 for the two species. In panther and carpet chameleons, most of the genes on the W and Z chromosomes were found to be the same, with relatively few genes found only on the W chromosome. This finding is surprising, as the researchers had actually expected that the heterochromatic W in Furcifer species would have lost most of its genes compared to the Z chromosome.

The sex chromosomes of the genus Furcifer probably evolved at least 20 million years ago, which roughly corresponds to the time when the species Furcifer campani split off from the other Furcifer species.

Heteromorphic ZZ/ZW sex chromosomes sharing gene content with mammalian XX/XY are conserved in Madagascan chameleons of the genus Furcifer
Michail Rovatsos, Sofia Mazzoleni, Barbora Augstenová, Marie Altmanová, Petr Velenský, Frank Glaw, Antonio Sanchez, Lukáš Kratochvíl
Scientific Reports 14, 2024: 4898.
DOI: 10.1038/s41598-024-55431-9

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