[:de]Erstmalig beobachtet: Uhu erbeutet Chamäleon[:en]Eagle owl captures chameleon[:]

[:de]Erstmalig beobachtet: Uhu erbeutet Chamäleon[:en]Eagle owl captures chameleon[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte einheimische Eule Europas und hat ein großes Verbreitungsgebiet, das bis nach Griechenland reicht. Er ist nicht nur sehr anpassungsfähig, was genutzten Lebensraum angeht, sondern auch bei seiner Beute. Zu bekannten und üblichen Beutetieren zählen im Mittelmeerraum vor allem kleine bis mittlere Säugetiere und andere, kleinere Vögel. Ampihibien, Reptilien, Fische und Wirbellose wie Insekten werden zwar auch erbeutet, galten bisher aber stets eher als Notbehelf vor allem in Gegenden von Griechenland, wo ein Mangel an größeren Beutetieren herrscht.

Eine sehr spezielle Beobachtung zum Beutespektrum der Eulenart haben kürzlich griechische Autoren in der Gegend um Pylos in der westlichen Peloponnes gemacht. Im Juli 2024 beobachteten die Autoren am frühen Morgen einen Uhu bei der Jagd. Er erbeutete zu ihrer Überraschung ein Chamaeleo africanus. Dies ist die erste veröffentlichte Beobachtung, bei der ein Uhu ein Chamäleon erbeutete. Weitere Forschung darüber wäre wünschenswert, denn tatsächlich fehlt es insgesamt an Daten zum Beutespektrum von Uhus in der Peloponnes.

An exceptionally rare predation on a chameleon species (Squamata: Chamaeleonidae) by a Eurasian Eagle-Owl (Aves: Strigidae)
Apostolos Christopoulos, Luca Cornacchia, Christos Kotselis, Yiannis G. Zevgolis
Diversity 17, 2025: 333
DOI: 10.3390/d17050333

Foto: aus der genannten Publikation[:en]

The eagle owl (Bubo bubo) is the largest native owl in Europe and has a large range that extends as far as Greece. It is not only very adaptable in terms of the habitat it uses, but also in terms of its prey. Known and common prey in the Mediterranean region include small to medium-sized mammals and other smaller birds. Ampihibians, reptiles, fish and invertebrates such as insects are also preyed upon, but have always been considered more of a stopgap, especially in areas of Greece where there is a lack of larger prey.

Greek authors recently made a very special observation on the prey spectrum of the owl species in the area around Pylos in the western Peloponnese. In July 2024, the authors observed an eagle owl hunting in the early morning. To their surprise, it preyed on a Chamaeleo africanus. This is the first published observation of an eagle owl preying on a chameleon. Further research on this would be desirable, as there is a general lack of data on the prey spectrum of eagle owls in the Peloponnese.

An exceptionally rare predation on a chameleon species (Squamata: Chamaeleonidae) by a Eurasian Eagle-Owl (Aves: Strigidae)
Apostolos Christopoulos, Luca Cornacchia, Christos Kotselis, Yiannis G. Zevgolis
Diversity 17, 2025: 333
DOI: 10.3390/d17050333

Photo: from the publication mentioned[:]

[:de]Madagaskar-Riesenchamäleon frisst Teppichchamäleon[:en]Madagascar giant chameleon eats carpet chameleon[:]

[:de]Madagaskar-Riesenchamäleon frisst Teppichchamäleon[:en]Madagascar giant chameleon eats carpet chameleon[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Aus der Hauptstadt Madagaskars, Antananarivo, berichten drei Autoren von einer interessanten Beobachtung. In der Nähe von Akamasoa beobachteten sie ein männliches Furcifer oustaleti, das gerade dabei war, ein anderes Chamäleon zu verschlingen. Das Tier war nicht beim Jagen beobachtet worden. Das Opfer, vermutlich ein Tepichchamäleon (Furcifer lateralis), wurde innerhalb weniger Minuten vollständig verschlungen.

Die Beobachtung reiht sich ein in wenige spannende Sichtungen von relativ großen Chamäleons, die auf den ersten Blick „zu große“ Beute fressen. Es scheint aber nicht allzu oft vorzukommen, denn die existenten wenigen Beobachtungen verteilen sich über mehrere Jahrzehnte. Interessant ist, dass die neue Beobachtung in der Trockenzeit gemacht wurde, wenn die Insektendichte im Vergleich zur Regenzeit deutlich niedriger ist.

Predation on Furcifer sp. by Oustalet’s Chameleon, Furcifer oustaleti (Mocquard, 1894), in the Central Highlands of Madagascar
Angelinah René de Roland, Duvivier Razarazafy, Séraphin Fabrice
Herpetology Notes 18: 305-306.
DOI: nicht vorhanden

Foto: aus der genannten Veröffentlichung[:en]

Three authors report an interesting observation from the capital of Madagascar, Antananarivo. Near Akamasoa, they observed a male Furcifer oustaleti in the process of devouring another chameleon. The animal had not been observed hunting. The victim, presumably a carpet chameleon (Furcifer lateralis), was completely devoured within a few minutes.

The observation is one of a few exciting sightings of relatively large chameleons that at first glance appear to eat ‘too large’ prey. However, this does not seem to happen very often, as the few existing observations are spread over several decades. It is interesting that the new observation was made in the dry season, when the insect density is significantly lower compared to the rainy season.

Predation on Furcifer sp. by Oustalet’s Chameleon, Furcifer oustaleti (Mocquard, 1894), in the Central Highlands of Madagascar
Angelinah René de Roland, Duvivier Razarazafy, Séraphin Fabrice
Herpetology Notes 18: 305-306.
DOI: not available

Photo: from the publication mentioned[:]

[:de]Zweiter Supermuskel in der Chamäleonzunge entdeckt[:en]Scientists discover second ’super muscle‘ in chameleon tongues[:]

[:de]Zweiter Supermuskel in der Chamäleonzunge entdeckt[:en]Scientists discover second ’super muscle‘ in chameleon tongues[:]

Wissenschaft

[:de]

Wissenschaftler beschäftigen sich seit Menschengedenken damit, wie die Zunge von Chamäleons so extrem lang aus dem Maul herausgeschossen werden kann. US-amerikanishe Biologen  haben nun ein weiteres Puzzlestück zur Funktion der Chamäleonzunge klären könen.

In der Studie wurde an 15 Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) verschiedenen Experimente durchgeführt. Alle 15 Tiere wurden zunächst mittels überdosierter Gasnarkose narkotisiert, um sie dann mittels Dekapitation zu töten.  Die vier Zungenmuskeln wurden dann herauspräpariert und in Messgeräte eingespannt. Mittels Stroms wurden die Muskeln stimuliert und die passive/aktive Kräfte sowie verschiedene Muskellängen gemessen. Anschließend wurden eine Reihe Berechnungen durchgeführt und Muskeln histologisch untersucht. Zusätzlich wurden Embryonen immunhistochemisch untersucht, die man zuvor aus Eiern gewonnen hatte, um festzustellen, ob die Zungenmuskeln in ihrer Entwicklung aus der gleichen oder zwei unterschiedlichen Muskelanlagen hervorgehen.

Die Ergebnisse der Studie sind sehr interessant und stützen sich vor allem auf die sogennanten Sarkomere der Muskeln. Ein Sarkomer ist die kleinste kontraktile Einheit des Muskels – also der Teil, der für die Ausdehnung und Kontraktion der Muskulatur zuständig ist. An beiden Enden jedes Sarkomers liegen die sogenannten Zwischenscheiben, abgekürzt Z-Scheiben. Quergestreifte Muskulatur, also unter anderem die Muskeln, die Arme, Beine und Körperstamm eines Wirbeltieres bewegen, können sich etwa auf die Hälfte ihrer Ruhelänge verkürzen. Bei Chamäleons gibt es jedoch einen ganz speziellen Typ Muskel, den sogenannten superkontrahierenden Muskel. Dabei handelt es sich per Definition um einen quergestreiften Muskel, dem es möglich ist, sich auch auf weniger als die Hälfte seiner Ruhelänge zu verkürzen. Beim Rektraktor der Zunge, dem Musculus hyoglossus, handelt es sich um genau so einen Muskel. Bei diesem Muskel sorgen perforierte Z-Scheiben an den Sarkomeren dafür, dass er sich weitaus besser ausdehnen kann als normale quergestreifte Muskulatur.

In der vorliegenden Studie wurde festgestellt, dass noch ein zweiter superkontrahierender Muskel am Zungenschuss beteiligt ist: Der Musculus sternohyoideos superficialis. Bei seinem Gegenstück, dem Musculus sternohyoideus profundus, konnten jedoch keine perforierten Z-Scheiben an den Sarkomeren nachgewiesen werden. Sein Längen-Spannungs-Verhältnis entsprach jedoch den beiden superkontrahierenden Zungenmuskeln. Das könnte aber durch den sehr breiten Ansatz des Muskels am Zungenbein kompensiert werden. Während des Zungenschusses werden diese Bereiche des Zungenbeins schnell gedreht, was die Sarkomere mechanisch verändern könnte.

Mittels Immunhistochmie konnten die Biologen außerdem an Chamäleon-Embryonen zeigen, dass die beiden Muskeln sich aus unterschiedlichen Anlagen entwickeln, was zur unterschiedlichen Ausprägung der Sarkomere passt. Sowohl der Musculus hyoglossus als auch die Musculi sternohyoidei bilden einen gemeinsamen Muskelapparat, wobei einer der Muskeln sogar bis ans Brustbein reicht. Das bedeutet, dass die maximale Länge der Chamäleonzunge beim Schuss nicht nur durch die besonderen Eigenschaften der Zungenmuskulatur ermöglicht wird, sondern auch durch die Gesamtlänge des Muskelapparates. Bei keinem anderen Wirbeltier weltweit wurden bisher zwei superkontrahierende Muskeln nachgewiesen.

Feats of supercontractile strength: functional convergence of supercontracting muscle properties among hyoid musculature in chameleons
Nikole G. Schneider, Nicholas A. Henchal, Raul E. Diaz Jr., Christopher V. Anderson
Proceedings B of Royal Society Publishing, 2025
DOI: 10.1098/rspb.2025.0078

Abbildung: Schematische Darstellung der Zungenmuskulatur und des Zungenbeins beim Jemenchamäleon aus der genannten Publikation[:en]

Scientists have been investigating how chameleons‘ tongues can shoot out of their mouths to such an extreme length for as long as anyone can remember. US biologists have now been able to solve another piece of the chameleon tongue puzzle.

In the study, experiments were carried out on 15 Veiled chameleons (Chamaeleo calyptratus). All 15 animals were first anaesthetised using overdosed gas anaesthesia and then killed by decapitation. The four tongue muscles were then dissected out and clamped in measuring devices. The muscles were stimulated with an electric current and the passive/active forces and various muscle lengths were measured. A series of calculations were then carried out and muscles were examined histologically. In addition, embryos previously obtained from eggs were analysed immunohistochemically to determine whether the tongue muscles develop from the same or two different muscle systems.

The results of the study are very interesting and focus primarily on the so-called sarcomeres of the muscles. A sarcomere is the smallest contractile unit of the muscle – i.e. the part that is responsible for the expansion and contraction of the muscles. At both ends of each sarcomere are the so-called intermediate discs (German „Zwischenscheibe“), abbreviated as Z-discs. Transverse striated muscles, i.e. the muscles that move the arms, legs and trunk of a vertebrate, can shorten to about half their resting length. In chameleons, however, there is a very special type of muscle, the so-called supercontracting muscle. By definition, this is a striated muscle that is able to shorten to less than half its resting length. The rectractor of the tongue, the hyoglossus muscle, is just such a muscle. In this muscle, perforated Z-discs on the sarcomeres ensure that it can stretch far better than normal striated muscles.

In the present study, it was found that a second supercontracting muscle is involved in the tongue shot: the sternohyoid superficialis muscle. In its counterpart, the sternohyoid profundus muscle, surprisingly, no perforated Z-discs could be detected at the sarcomeres. However, its length-tension ratio corresponded to the two supercontracting tongue muscles. This could be compensated for by the very broad attachment of the muscle to the hyoid bone. During tongue shooting, these areas of the hyoid bone are rapidly rotated, which could mechanically alter the sarcomeres.

Using immunohistochemistry, the biologists were also able to show in chameleon embryos that the two muscles develop from different origins, which is consistent with the different sarcomeres. Both the hyoglossus muscle and the sternohyoid muscles form a muscular unit, with one of the muscles even extending to the sternum. This means that the maximum length of the chameleon tongue when shooting is not only made possible by the special properties of the tongue muscles, but also by the overall length of the muscular unit. No other vertebrate in the world has ever been found to have two supercontracting muscles.

Feats of supercontractile strength: functional convergence of supercontracting muscle properties among hyoid musculature in chameleons
Nikole G. Schneider, Nicholas A. Henchal, Raul E. Diaz Jr., Christopher V. Anderson
Proceedings B of Royal Society Publishing, 2025
DOI: 10.1098/rspb.2025.0078

Figure: Schematic representation of the tongue muscles and hyoid bone in the Veiled chameleon from the aforementioned publication[:]

[:de]Furcifer verrucosus im Magen einer Schlange entdeckt[:en]Furcifer verrucosus discovered in the stomach of a snake[:]

[:de]Furcifer verrucosus im Magen einer Schlange entdeckt[:en]Furcifer verrucosus discovered in the stomach of a snake[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Einen kuriosen Fund machten Biologen der Universtität Michigan (USA) kürzlich: Sie untersuchten eine vor 31 Jahren präparierte Schlange der Art Langaha madagascariensis per Sektion und MikroCT. Das Präparat befand sich bereits seit 1994 weitestgehend unangetastet im Zoologischen Museum der Universität von Michigan. Ursprünglich gesammelt wurde die Schlange von R.A. Nussbaum im äußersten Süden Madagaskars, unweit von Tolagnaro. Über den Speiseplan der Blattnasennatter ist wenig bekannt, man weiß lediglich von anekdotischen Fallberichten. Nun reihen sich auch Chamäleons in die Reihe potenzieller Beutetiere ein: Im Magen der untersuchten weiblichen Blattnasennatter fand sich ein adultes Furcifer verrucosus.

Natural history notes: Langaha madagascariensis (Malagasy leaf-nosed snake)
Andressa L. Viol, Hayley L. Crowell, Justin L. Lee, Tristan D. Schramer
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: nicht verfügbar

Foto: Furcifer verrucosus, fotografiert von Nick Newberry, CC BY 4.0[:en]

Biologists from the University of Michigan (USA) recently made a curious discovery: they analysed a snake of the species Langaha madagascariensis that had been prepared 31 years ago using dissection and microCT. The specimen had been largely untouched in the Zoological Museum of the University of Michigan since 1994. The snake was originally collected by R.A. Nussbaum in the extreme south of Madagascar, not far from Tolagnaro. Little is known about the diet of the leaf-nosed snake, only anecdotal case reports are known. Chameleons have now been added to the list of potential prey: An adult Furcifer verrucosus was found in the stomach of the female leaf-nosed snake examined.

Natural history notes: Langaha madagascariensis (Malagasy leaf-nosed snake)
Andressa L. Viol, Hayley L. Crowell, Justin L. Lee, Tristan D. Schramer
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: not available

Photo: Furcifer verrucosus, photographed by Nick Newberry, CC BY 4.0[:]

[:de]Jemenchamäleon in 12 weiteren Countys in Florida (USA) verbreitet[:en]Veiled chameleon distributed over 12 new counties in Florida (USA)[:]

[:de]Jemenchamäleon in 12 weiteren Countys in Florida (USA) verbreitet[:en]Veiled chameleon distributed over 12 new counties in Florida (USA)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Bereits mindestens seit 2002 leben eingeschleppte Jemenchamäleons (Chamaeleo calyptratus) in Florida (USA). Die ersten Funde wild lebender Jemenchamäleons stammten aus Collier County, zwei Jahre später wurden Tiere in Fort Myers in Lee County beobachtet. Es folgten Funde in Hendry, Miamia-Dade, Broward, St. Lucie, Palm Beach, Monroe, Alachua und Hillsborough. Nun berichet ein Autor im Herpetological Review von 12 weiteren Populationen in Florida: In Brevard, Charlotte, De Soto, Glades, Indian River, Lake, Manatee, Osceola, Pinellas, Polk, Sarasota und Seminole County.

Er verwendete dafür Funddaten von iNaturalist sowie EDDMapS. Der Autor vermutet, dass die meisten Neufunde sogenanntes Chameleon Ranching als Ursache haben könnten. Dabei werden Chamäleons gezielt in weiteren Lebensräumen ausgesetzt, um später die daraus resultierenden Jungtiere absammeln und verkaufen zu können. Aber auch ohne vorheriges Aussetzen ist das Absammeln der Tiere zu Verkaufszwecken eine Einkommensquelle in Florida geworden, was parallel dazu geführt hat, dass Verbreitungsdaten über neue Populationen kaum veröffentlicht werden. Inzwischen ist es eine übliche Freizeitbeschäftigung in Florida, nachts nach Jemenchamäleons zu suchen. Es gibt sogar kommerzielle Anbieter, die geführte Touren anbieten.

Ein Problem daran sind zunehmend die Eigentümer von Privatgrundstücken, die sich vom „Chamäleontourismus“ gestört fühlen. Die Auswirkungen auf einheimische Wildtiere in den USA ist bisher unklar. Theoretisch könnten Jemenchamäleons kleinere Säugetiere oder junge Vögel fressen, über derartige Vorkommnisse gibt es jedoch aus Florida bisher keinerlei Berichte.

Die eingeschleppten Jemenchamäleons wieder loswerden zu können, erscheint dabei immer unwahrscheinlicher. Ein einjähriger Versuch in Lake Worth Beach (Palm Beach) resultierte in 1043 gefangenen Chamäleons während 71 Sammelaktionen, jedoch nicht in der Elimination der dort lebenden Population.

New County Records for the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Florida, USA
Kevin M. Enge
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: nicht verfügbar

Foto: Chamaeleo calyptratus, gefunden und fotografiert in Fort Myers (USA) von Andrew Durso, CC-BY[:en]

Introduced Veiled chameleons (Chamaeleo calyptratus) have been living in Florida (USA) since at least 2002. The first wild Veiled chameleons were found in Collier County, two years later animals were observed in Fort Myers in Lee County. This was followed by findings in Hendry, Miamia-Dade, Broward, St. Lucie, Palm Beach, Monroe, Alachua and Hillsborough County. Now an author in the Herpetological Review reports on 12 further populations in Florida: in Brevard, Charlotte, De Soto, Glades, Indian River, Lake, Manatee, Osceola, Pinellas, Polk, Sarasota and Seminole County.

He used data from iNaturalist and EDDMapS. The author suspects that most of the new finds could be due to so-called chameleon ranching. Chameleons are deliberately released into other habitats in order to later collect and sell the resulting juveniles. But even without prior release, collecting (‚harvesting‘) animals for sale has become a source of income in Florida, which has also led to the fact that distribution data on new populations is rarely published. It is now a common recreational activity in Florida to search for Veiled chameleons at night. There are even commercial operators offering guided tours.

One problem is increasingly the owners of private property who feel disturbed by ‘chameleon tourism’. The impact on native wildlife in the USA is still unclear. Theoretically, Veiled chameleons could eat smaller mammals or young birds, but there have been no reports of such incidents in Florida to date.

It seems increasingly unlikely that it will be possible to get rid of the introduced Veiled chameleons. A one-year trial in Lake Worth Beach (Palm Beach) resulted in 1043 chameleons being caught during 71 collection campaigns, but not in the elimination of the population living there.

New County Records for the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Florida, USA
Kevin M. Enge
Herpetological Review 55 (2), 2025: 223-226.
DOI: not available

Photo: Chamaeleo calyptratus, found and photographed in Fort Myers (USA) by Andrew Durso, CC-BY[:]

[:de]Neue Genome von sechs Chamäleonarten aus Äthiopien[:en]New genomes of six chameleon species from Ethiopia[:]

[:de]Neue Genome von sechs Chamäleonarten aus Äthiopien[:en]New genomes of six chameleon species from Ethiopia[:]

Wissenschaft

[:de]

Eine sehr kurz gefasste Veröffentlichung dreier Wissenschaftler beschäftigt sich mit den Genomsequenzen von Reptilien. Wildlebende Reptilien von insgesamt 101 verschiedenen Arten wurden in Äthiopien, Guyana, Mexiko und in den USA beprobt. Wie genau die Beprobung ablief und ob ganze Tiere oder nur Gewebeproben entnommen wurden, geben die Autoren leider nicht an. DNA wurde mittels Qiagen DNAeasy Kit extrahiert, zur Sequenzierung wurden Illumina TruSeq Kits genutzt.

Alle Genome wurden bei Genbank hinterlegt. Genome von jeweils einem Chamaeleo dilepis (JBHLFC000000000), einem Chamaeleo laevigatus (JBIELG000000000), einem Trioceros affinis (JBHUPM000000000), einem Trioceros balebicornutus (JBHZFU000000000), einem Trioceros harennae (JBHRFO000000000) sowie einem Chamaeleo gracilis (JBINKK000000000) wurde hinterlegt. Von diesen Arten existierten bereits zuvor mehrere Einträge bei GenBank.

The complete genome sequences of 101 species of reptiles
Timothy J. Colston, Stacy Pirro, R. Alexander Pyron
Biodiversity Genomes, 2025
DOI: 10.56179/001c.129597

Foto: Chamaeleo laevigatus, fotografiert von John Lyakurwa, Creative Commons Attribution 4.0 International[:en]

A very brief publication by three scientists deals with the genome sequences of reptiles. Wild reptiles from a total of 101 different species were sampled in Ethiopia, Guyana, Mexico and the USA. Unfortunately, the authors do not state exactly how the sampling was carried out and whether whole animals or only tissue samples were taken. DNA was extracted using the Qiagen DNAeasy Kit and Illumina TruSeq kits were used for sequencing.

All genomes were deposited at Genbank. Genomes of one Chamaeleo dilepis (JBHLFC00000000000), one Chamaeleo laevigatus (JBIELG00000000000), one Trioceros affinis (JBHUPM00000000000), one Trioceros balebicornutus (JBHZFU00000000000), one Trioceros harennae (JBHRFO00000000000) and one Chamaeleo gracilis (JBINKK00000000000) were deposited. Several entries of these species already existed in GenBank.

The complete genome sequences of 101 species of reptiles
Timothy J. Colston, Stacy Pirro, R. Alexander Pyron
Biodiversity Genomes, 2025
DOI: 10.56179/001c.129597

Picture: Chamaeleo laevigatus, photographed by John Lyakurwa, Creative Commons Attribution 4.0 International[:]

[:de]Chamäleons in Marsa El Brega (Libyen)[:en]Chameleons in Marsa El Brega (Lybia)[:]

[:de]Chamäleons in Marsa El Brega (Libyen)[:en]Chameleons in Marsa El Brega (Lybia)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Während andere Gebiete Afrikas regelmäßig Gegenstand von Publikationen und Expeditionen sind, ist die Herpetofauna Libyens nicht vollständig erforscht. Speziell über die Reptilien der Küstenregion Marsa El Brega ist kaum etwas bekannt. Marsa El Brega liegt im Norden Libyens direkt am Mittelmeer und verfügt dementsprechend über ein mediterranes Klima. Die Vegetation besteht vorwiegend aus wüstenartigen Landschaft mit niedrigen Sträuchern wie Nitraria retusa und kleinen Dattelpalm-Oasen dazwischen.

Ein ungarischer Herpetologe hat während zweier Expeditionen die Reptilienvorkommen in Marsa El Brega untersucht. Das genaue Vorgehen zum Auffinden von Tieren wird leider nicht im Artikel erwähnt. Alle aufgefundenen Tiere wurden fotografiert und Arten nach vorhandenen Field Guides phänotypisch bestimmt.

Insgesamt fand der Autor 25 Reptilienarten in der Region Marsa El Brega, darunter zwei Chamaeleo chameleon, je eines im Abstand von zwei Tagen. Die angegebenen Koordianten zum Fundort liegen im Außenbereich der Stadt Brega, direkt neben dem Garten eines Bed’n’Breakfast in Richtung Strand. Der Autor gibt vor allem streunende Hunde und Katzen als potenziell größte Gefahr für die lokale Herpetofauna an. Außerdem war der untersuchte Küstenbereich massiv vermüllt.

Some reptiles from Marsa El Brega, Libya (Reptilia: Chamaeleonidae, Gekkonidae, Phyllodactylidae, Lacertidae and Scincidae)
Attila Haris
Natura Somogyiensis 45: 17-26, 2025
DOI: 10.24394/NatSom.2025.45.17[:en]

While other areas of Africa are regularly the subject of publications and expeditions, the herpetofauna of Libya has not been fully researched. Little is known about the reptiles of the coastal region of Marsa El Brega in particular. Marsa El Brega is located in the north of Libya directly on the Mediterranean Sea and therefore has a Mediterranean climate. The vegetation consists mainly of a desert-like landscape with low shrubs such as Nitraria retusa and small date palm oases in between.

A Hungarian herpetologist has investigated the reptile populations in Marsa El Brega during two expeditions. Unfortunately, the exact procedure for finding animals is not mentioned in the article. All animals found were photographed and species phenotyped according to existing field guides.

The author found a total of 25 reptile species in the Marsa El Brega region, including two Chamaeleo chameleons, one each two days apart. The coordinates given for the find site are in the outskirts of the town of Brega, right next to the garden of a bed’n’breakfast facing the beach. The author cites stray dogs and cats as the greatest potential threat to the local herpetofauna. In addition, the coastal area investigated was heavily littered.

Some reptiles from Marsa El Brega, Libya (Reptilia: Chamaeleonidae, Gekkonidae, Phyllodactylidae, Lacertidae and Scincidae)
Attila Haris
Natura Somogyiensis 45: 17-26, 2025
DOI: 10.24394/NatSom.2025.45.17[:]

[:de]Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat kürzlich einen tollen, ausführlichen Artikel über AG-Mitglied Frank Glaw und seine Chamäleon-Forschung auf Madagaskar veröffentlicht. Es gibt auch etliche Videos von Timon Glaw, der ebenfalls auf der letzten Expedition dabei war, darunter einige unbeschriebene Chamäleon-Arten.

Hier geht’s zum Artikel.[:en]

The Frankfurter Allgemeine Zeitung recently published a great, detailed article about AG member Frank Glaw and his chameleon research in Madagascar. There are also several videos of Timon Glaw, who was also on the last expedition, including some undescribed chameleon species.

Click here for the article [German].

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[:de]Das Mikrobiom im Darm südafrikanischer Zwergchamäleons[:en]The microbiome in the gut of South African dwarf chameleons[:]

[:de]Das Mikrobiom im Darm südafrikanischer Zwergchamäleons[:en]The microbiome in the gut of South African dwarf chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Schon seit einigen Jahren ist der Begriff Mikrobiom in aller Munde. Darunter versteht man im Darm die Gesamtheit aller Mikroorganismen, vor allem Bakterien, die die Schleimhaut des Darms besiedeln. Nun hat sich eine Forschergruppe in Südafrika erstmals mit dem Darm-Mikrobiom bei Chamäleons und mit der Veränderung desselben in unterschiedlichen Lebensräumen beschäftigt.

Drei Arten Zwergchamäleons wurden nachts in der Provinz KwaZulu Natal mit Hilfe von Taschenlampen gesucht: Bradypodion melanocephalum, Bradypodion thamnobates und Bradypodion setaroi. Alle Tiere wurden 24 h in Behältern untergebracht und dann wieder an der Fundstelle freigelassen. Pro Art wurden je 10 Backenabstriche und 10 Kotproben jeweils in einem natürlichen und einem städtischen Lebensraum gesammelt, so dass insgesamt 120 Proben zusammenkamen. Im Labor wurde aus den Proben DNA extrahiert, per PCR vervielfältigt und anschließend sequenziert. Phylogenetische Bäume wurden erstellt und statistische Vergleiche zwischen den Proben vorgenommen.

Die Proben wurden zusätzlich auf Zoonose-Erreger wie Salmonellen untersucht. Im humanpathogenen Bereich konnten aber lediglich Campylobacter, Escherichia und Serratia im Kot nachgewiesen werden. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass das Zoonosepotenzial des Mikrobioms von Zwergchamäleons sehr gering ist.

Insgesamt konnten im Mikrobiom der Zwergchamäleons knapp 350 verschiedene Bakterienarten nachgewiesen werden, was anderen Reptilien wie Anolis und Schildkröten entspricht. Proteobakterien, Firmicutes und Bacteroidota waren in allen Proben am häufigsten vorhanden. Insgesamt war das Mikrobiom sich sowohl bei Backenabstrich als auch Kotproben sehr ähnlich mit nur wenigen Ausnahmen und nur artabhängig etwas unterschiedlich. Die Unterschiede im Mikrobiom zwischen natürlichen und städtischen Lebensräumen waren sehr viel geringer als gedacht. Das Mikrobiom des Backenabstrichs in städtischer Umgebung lebender Bradypodion melanocephalum wies mehr Caulobacteraceae und weniger Enterococcaceae auf als das in natürlichen Habitaten, und im Kot städtischer Tiere waren häufiger Desulfovibrionaceae. Das Mikrobiom von Bradypodion thamnobates wies in den Kotproben städtisch vorkommender Chamäleons mehr Ruminococcaceae und Akkermanisaceae auf. Auffällig ist bei den Zwergchamäleons der Unterschied zwischen den Mikrobiota im Mund und Enddarm, der so bei anderen Wirbeltieren bisher nicht festgestellt werden konnte. Es ist noch offen, ob Chamäleons im Tierreich ein besonderes Mikrobiom haben, das diese Unterschiede begründen könnten.

Anthropogenic reverberations on the gut microbiome of dwarf chameleons (Bradypodion)
Matthew G. Adair​, Krystal A. Tolley, Bettine Jansen van Vuuren, Jessica Marie da Silva
PeerJ 13, 2025
DOI: 10.7717/peerj.18811

Foto: Bradypodion melanocephalum, fotografiert von Marius Burger[:en]

The term microbiome has been on everyone’s lips for some years now. In the intestine, this refers to the entirety of all microorganisms, especially bacteria, that colonise the mucous membrane. Now a group of researchers in South Africa has for the first time studied the gut microbiome in chameleons and how it changes in different habitats.

Three species of dwarf chameleons were searched for at night in the province of KwaZulu Natal with the help of torches: Bradypodion melanocephalum, Bradypodion thamnobates and Bradypodion setaroi. All animals were kept in containers for 24 hours and then released at the site. For each species, 10 buccal swabs and 10 faecal samples were collected in a natural and an urban habitat, resulting in a total of 120 samples. In the laboratory, DNA was extracted from the samples, amplified by PCR and then sequenced. Phylogenetic trees were created and statistical comparisons were made between the samples.

The samples were also analysed for zoonotic pathogens such as salmonella. However, only Campylobacter, Escherichia and Serratia were detected in human pathogens in the faeces. The authors conclude that the zoonotic potential of the microbiome of dwarf chameleons is very low.

In total, almost 350 different bacterial species were detected in the microbiome of the dwarf chameleons, which corresponds to other reptiles such as anoles and turtles. Proteobacteria, Firmicutes and Bacteroidota were most abundant in all samples. Overall, the microbiome was very similar in both buccal swab and faecal samples with only a few exceptions and slightly different depending on the species. The differences in the microbiome between natural and urban habitats were much smaller than expected. The microbiome of the buccal swab of Bradypodion melanocephalum living in urban environments showed more Caulobacteraceae and less Enterococcaceae than that in natural habitats, and Desulfovibrionaceae were more common in the faeces of urban animals. The microbiome of Bradypodion thamnobates showed more Ruminococcaceae and Akkermanisaceae in the faecal samples of urban chameleons. A striking feature of dwarf chameleons is the difference between the microbiota in the mouth and rectum, which has not yet been observed in other vertebrates. It remains to be seen whether chameleons in the animal kingdom have a specialized microbiome that could explain these differences.

Anthropogenic reverberations on the gut microbiome of dwarf chameleons (Bradypodion)
Matthew G. Adair​, Krystal A. Tolley, Bettine Jansen van Vuuren, Jessica Marie da Silva
PeerJ 13, 2025
DOI: 10.7717/peerj.18811

Photo: Bradypodion melanocephalum, photographed by Marius Burger[:]

[:de]Namaqua-Chamäleons in Namibe (Angola) entdeckt[:en]Namaqua chameleons discovered in Namibe (Angola)[:]

[:de]Namaqua-Chamäleons in Namibe (Angola) entdeckt[:en]Namaqua chameleons discovered in Namibe (Angola)[:]

Verbreitung Wissenschaft

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Der Westen Angolas ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus von Herpetologen gerückt. Der Reptilienbestand des Nationalparks Iona an der Grenze zu Namibia wirft jedoch noch einige Fragen auf. Auf der Suche nach der Zwergpuffotter Bitis peringueyi hat ein internationales Forschungsteam auch Chamaeleo namaquensis gefunden. Die Übersichtsstudie zu Reptilienvorkommen wurde im Küstenbereich, im Sandmeer und in den Wanderdünen der Schotterebenen durchgeführt.

Insgesamt konnten dabei 27 Reptilienarten entdeckt werden – die eigentlich gesuchte Zwergpuffotter war allerdings nicht darunter. Chamaeleo namaquensis konnte entlang der Straße EN100 etwa 50 km südlich von Moçamedes gefunden werden. Ein zweiter Fundort lag rund 10 km nördlich von Salondjmba, dem Eingang zum Nationalpark Iona in Ponta Albina.

Noteworthy herpetological notes from Naimbe Province, Angola
Javier Lobón-Rovira, Pablo Sierra, Rubén Portas, Pedro Vaz Pinto, Fernando Martínez-Freiría
Herpetology Notes Vol 18: 99-105
DOI: nicht vorhanden

Foto: Daniel S. Katz, Creative Commons Attribution 4.0 International[:en]

Western Angola has increasingly become the focus of herpetologists in recent years. However, the reptile population of the Iona National Park on the border with Namibia still raises some questions. Whilst searching for the dwarf puff adder Bitis peringueyi, an international research team also found Chamaeleo namaquensis. The survey of reptile populations was carried out in the coastal area, in the sand sea and in the shifting sand dunes of the gravel plains.

A total of 27 reptile species were discovered – although the dwarf puff adder was not among them. Chamaeleo namaquensis was found along the EN100 road about 50 kilometres south of Moçamedes. A second site was found around 10 km north of Salondjmba, the entrance to the Iona National Park in Ponta Albina.

Noteworthy herpetological notes from Naimbe Province, Angola
Javier Lobón-Rovira, Pablo Sierra, Rubén Portas, Pedro Vaz Pinto, Fernando Martínez-Freiría
Herpetology Notes Vol 18: 99-105
DOI: nicht vorhanden

Picture: Daniel S. Katz, Creative Commons Attribution 4.0 International[:]