Chamäleons in Nyungwe und Cyamudongo (Ruanda)

Chamäleons in Nyungwe und Cyamudongo (Ruanda)

Der Albertine Rift ist der westliche Arm des Ostafrikanischen Grabenbruchs, einem Hot Spot der Biodiversität. Der Nyungwe Nationalpark in Ruanda gehört dazu. Cyamudongo ist ein isoliertes Waldfragment, das offiziell zum Nyungwe National Park gehört. Allerdings unterscheidet sich die Herpetofauna von Cyamudongo von der des „Hauptregenwaldes“ von Nyungwe teils deutlich.

Wissenschaftler haben nun eine bebilderte Übersicht über die Forschung in Nyungwe und Cyamudongo in den letzten 40 Jahren veröffentlicht. Insgesamt konnten 34 Amphibien- und 50 Reptilienarten nachgewiesen werden. Jeweils 59 bz. 34% davon sind endemisch im Albertine Rift oder Nygunwe.

Die erst vor zwei Jahren neu beschriebene Art Rhampholeon bombayi ist von zwei Orten sowohl im Nyungwe Hauptwald als auch aus Cyamudongo von Höhen zwischen 1500 und 2100 m bekannt. Das in der gleichen Art neu beschriebene R. msitugrabensis ist in Nyungwe nur vom Mount Bigugu bekannt, gefunden wurde dort aber lediglich ein einzelnes Männchen zwischen 2100 und 2600 m. Sowohl für Rhampholeon bombayi als auch Rhampholeon msitugrabensis gibt es keinen lokalen Namen, da sie in aller Regel von Einheimischen gar nicht als Chamäleon erkannt werden.

Chamaeleo dilepis ist trotz seiner weiten Verbreitung im übrigen Afrika im Nyungwe Nationalpark ausschließlich in Cyamudongo sowie den nahe gelegenen Amashyuza Hot Springs zwischen 1500 und 2100 m nachgewiesen. Auf Kinyarwanda wird es als „Nyamondi“ bezeichnet.

Kinyongia rugegensis und Trioceros ellioti sind aus beiden Waldgebieten zwischen 1500 und 2100 m bekannt, allerdings ist die Identität der Kinyongia rugegensis noch nicht endgültig geklärt. Die Chamäleons aus Ruanda sehen nämlich etwas anders aus als die der Typuslokalität Burundi, von der die Art erstmals beschrieben wurde. Trioceros ellioti kommt vor allen an Waldrändern vor. Man findet es in Ruanda in durch Menschen veränderten Habitaten und natürlichen Savannen.

Von Trioceros rudis und Trioceros schoutedeni gibt es Funde im Nationalpark Nyungwe zwischen 2100 und 2850 m bzw. 2600 m, aber nicht im Waldfragment von Cyamudongo. Kinyongia rugegensis, Trioceros ellioti, Trioceros rudis und Trioceros schoutedeni werden auf Kinyarwanda „Uruvu“ oder „Urugunvu“ genannt.

Und zuletzt kommt Trioceros johnstoni im Wald von Cyamudongo als auch im übrigen Nyungwe Nationalpark  auf Höhen zwischen 1500 und 2600 m vor. Es wird auf Kinyarwanda Nyamwivunde oder Umviudwe genannt.

Forty years of herpetological research in the Nyungwe and Cyamudongo forests of Rwanda: 1984-2024
Harald Hinkel, Maximilian Dehling, Eberhard Fischer
Mainzer Naturwissenschaftliches Archiv 38
DOI: 10.1670/2644616
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Foto: Trioceros johnstoni aus der genannten Publikation

Verbreitung Wissenschaft