[:de]Vorkommen des Europäischen Chamäleons in Tlemcen (Algerien)[:en]Occurrence of the European chameleon in Tlemcen (Algeria)[:]

[:de]Vorkommen des Europäischen Chamäleons in Tlemcen (Algerien)[:en]Occurrence of the European chameleon in Tlemcen (Algeria)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Das 21,6 km² große Tlemcen Hunting Reserve liegt im Norden Algeriens, in der gleichnamigen Provinz. Das Klima ist mediterran, die Provinz grenzt an das Alborán-Meer (den westlichsten Teil des Mittelmeers) und liegt direkt gegenüber dem Südosten Spaniens. Das Reservat liegt rund 26 km südwestlich der Stadt Tlemcen, der zweitgrößten Stadt Algeriens, und überspannt die höchsten Gebiete der Tlemcenberge.

Ein Tierarzt und eine Biologin vor Ort haben kürzlich eine Übersichtsstudie durchgeführt, welche Tiere aktuell im Reservat vorkommen. Um die Herpetofauna zu untersuchen, wurde entlang abgemessener Transekte manuell gesucht oder Fallen gestellt. Chamaeleo chamaeleon wurde mehrfach während der Studie vorgefunden.

Inventory of wildlife in the Tlemcen Hunting Reserve
Rafiq Rahmouni, Louiza Derouiche
Genetics and Biodiversity Journal 8(2), 2024
DOI: nicht vorhanden

Foto: Chamaeleo chameleon, fotografiert von Peter A. Mansfeld, Lizenz Creative Commons Attribution 3.0 Unported[:en]

The 21.6 km² Tlemcen Hunting Reserve is located in the north of Algeria, in the province of the same name. The climate is Mediterranean, the province borders the Alborán Sea (the westernmost part of the Mediterranean Sea) and lies directly opposite south-east Spain. The reserve is located around 26 kilometres southwest of the city of Tlemcen, the second largest city in Algeria, and spans the highest areas of the Tlemcen Mountains.

A local veterinarian and biologist recently carried out a survey study of the animals currently found in the reserve. In order to investigate the herpetofauna, manual searches or traps were set along measured transects. Chamaeleo chamaeleon was found several times during the study.

Inventory of wildlife in the Tlemcen Hunting Reserve
Rafiq Rahmouni, Louiza Derouiche
Genetics and Biodiversity Journal 8(2), 2024
DOI: not available

Picture: Chamaeleo chameleon, photographed by Peter A. Mansfeld, licence Creative Commons Attribution 3.0 Unported[:]

[:de]Potenzielle neue Verbreitungsgebiete des Europäischen Chamäleons[:en]Potential new distribution areas of the European chameleon[:]

[:de]Potenzielle neue Verbreitungsgebiete des Europäischen Chamäleons[:en]Potential new distribution areas of the European chameleon[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Das europäische Chamäleon (Chamaeleo chameleon) kam historisch in einigen kleinen Gebieten des Mittelmeerraums und in Mittelasien vor. Heute jedoch ist es viel weiter verbreitet. Man geht heute davon aus, dass die Tiere durch Menschen in ihre neuen Verbreitungsgebiete gebracht wurden und sich dort auf Grund der günstigen klimatischen Verhältnisse weiter vermehren konnten. Wissenschaftler haben sich nun damit beschäftigt, wo es weitere geeignete Habitate für das europäische Chamäleon gibt und wie die vorhandenen Populationen sich in den nächsten 50 Jahren entwickeln könnten.

Untersucht wurden die drei Unterarten Chamaeleo chamaeleon chamaeleon, Chamaeleo chamaeleon musae und Chamaeleo chamaeleon reticrista. Erstere ist bisher vom südlichen Rand Portguals und Spaniens sowie aus Süditalien, Algerien, Ägypten, Libyen, Malta, Marokko, Tunesien, der westlichen Sahara und aus dem Jemen bekannt. Zweitere Unterart kommt aktuell im Jordan, Israel und Ägypten vor. Die dritte Unterart kommt zwischen Griechenland und der Türkei vor, auf Zypern, in Israel, im Libanon und Syrien, ist aber eigentlich beheimatet im Norden Afrikas und im Mittleren Osten. Sie wurde wohl von Menschen im Süden Spaniens und Portguals eingeführt, wird dort heute aber als native species angesehen.

Zur Studie wurden die bisher vorhandene Literatur durchforstet, Beprobungen durch den Autor selbst, OpenStreetMaps und Informationen der Global Biodiversity Information Facility (GBIF) herangezogen und statistisch aufbereitet sowie ausgewertet. Klima, Topographie, Habitat der Fundorte und Verbindungen der bestehenden Poplationen wurden für Vorhersagen zu potenziell geeigneten neuen Lebensräumen genutzt.

Insgesamt flossen 553 Funde von Chamaeleo chamaeleon in die Studie ein. 22% der Funde konnten Stadtgebieten zugeordnet werden, 21% Buschland und 18% fielen auf landwirtschaftlich genutzten Grund. Die meisten Funde wurden auf Höhen von 0 bis 100 m üNN gemacht. Nicht verwunderlich war, dass die aktuell von Chamaeleo chamaeleon besiedelten Gebiete sich als sehr geeignetes Habitat erwiesen. Potenzielle gut geeignete, neue Verbreitungsgebiete in der Zukunft könnten die Iberische Insel zwischen Murcia und der Algarve in Portugal sein, Sizilien, Kalabrien, Apulien und Sardinien in Italien, Marokko, Tunesien, Libyen, die Region zwischen Israel und dem Libanon im Mittleren Osten, Zypern sowie alle Küsten und Inseln des Ägäischen Meeres sein. Insgesamt wird für die nächsten 50 Jahre eine progressive Zunahme an allen schon vorhandenen Habitaten des europäischen Chamäleons vermutet. Davon ausgenommen sind wahrscheinlich lediglich einige Regionen in Tunesien sowie der Türkei. Weitere Habitatsverluste werden an der Ägäischen Küste in der Türkei und Israel angenommen. In Spanien und Portgual könnte das Verbreitungsgebiet sich nach Westen verschieben.

Habitat suitability and connectivity modelling predict a latitudinal-driven expansion in the Mediterranean basin for a historically introduced reptile
Davide Serva, Viviana Cittadino, Ilaria Bernabò, Maurizio Biondi, Mattia Iannella
European Journal of Wildlife Resarch 70 (27), 2024
DOI: 10.1007/s10344-024-01780-9

Die beiden Grafiken stammen beide aus der genannten Veröffentlichung.[:en]

The European chameleon (Chamaeleo chameleon) was historically found in some small areas of the Mediterranean and Central Asia. Today, however, it is much more widespread. It is now assumed that the animals were brought to their new distribution areas by humans and were able to reproduce there due to the favourable climatic conditions. Scientists have now investigated where there are further suitable habitats for the European chameleon and how the existing populations could develop over the next 50 years.

The three subspecies studied were Chamaeleo chamaeleon chamaeleon, Chamaeleo chamaeleon musae and Chamaeleo chamaeleon reticrista. The former is known from the southern edge of Portgual and Spain as well as from southern Italy, Algeria, Egypt, Libya, Malta, Morocco, Tunisia, the western Sahara and Yemen. The second subspecies is currently found in Jordan, Israel and Egypt. The third subspecies occurs between Greece and Turkey, in Cyprus, Israel, Lebanon and Syria, but is actually native to northern Africa and the Middle East. It was probably introduced by people in southern Spain and Portgual, but is now considered a native species there.

For the study, the existing literature, sampling by the author himself, OpenStreetMaps and information from the Global Biodiversity Information Facility (GBIF) were used, statistically processed and analysed. Climate, topography, habitat of the sites and connections of existing populations were used to predict potentially suitable new habitats.

A total of 553 Chamaeleo chamaeleon findings were included in the study. 22% of the finds could be assigned to urban areas, 21% to scrubland and 18% to agricultural land. Most of the finds were made at altitudes of 0 to 100 metres above sea level. Not surprisingly, the areas currently colonised by Chamaeleo chamaeleon proved to be very suitable habitat. Potential well-suited new distribution areas in the future could be the Iberian Islands between Murcia and the Algarve in Portugal, Sicily, Calabria, Apulia and Sardinia in Italy, Morocco, Tunisia, Libya, the region between Israel and Lebanon in the Middle East, Cyprus and all coasts and islands of the Aegean Sea. Overall, a progressive increase in all existing habitats of the European chameleon is expected over the next 50 years. The only exceptions to this are probably some regions in Tunisia and Turkey. Further habitat losses are assumed on the Aegean coast in Turkey and Israel. In Spain and Portgual, the distribution area could shift westwards.

Habitat suitability and connectivity modelling predict a latitudinal-driven expansion in the Mediterranean basin for a historically introduced reptile
Davide Serva, Viviana Cittadino, Ilaria Bernabò, Maurizio Biondi, Mattia Iannella
European Journal of Wildlife Resarch 70 (27), 2024
DOI: 10.1007/s10344-024-01780-9

The two graphics are both from the publication mentioned.[:]

[:de]Kurioses: Nutzung von Chamäleonpulver in Algerien[:en]Oddity: Use of chameleon powder in Algeria[:]

[:de]Kurioses: Nutzung von Chamäleonpulver in Algerien[:en]Oddity: Use of chameleon powder in Algeria[:]

Allgemeines

[:de]

Getrocknete Körper von Chamaeleo chamaeleon werden in der traditionellen Medizin in Algerien seit jeher verwendet. In der Region El Oued werden auch heute noch regelmäßig Extrakte und Pulver aus gewöhnlichen Chamäleons zur Therapie verschiedener Erkrankungen und diversen Aberglauben eingesetzt. Ein algerischer Biochemiker hat nun auf etwas kuriose Weise versucht, den Nutzen von Chamäleonpulver nachzuweisen.

Angebliche exakt 1000 Anwender des Pulvers sowie 100 Jäger und Verkäufer wurden mittels Fragebogen oder Interview maximal 10 bis 15 Minuten lang befragt. Die Auswertung selbiger wurde nicht veröffentlicht. Der Autor gibt jedoch an, Chamäleons würden den Befragungen nach ausschließlich von „erfahrenen Personen“ gezielt gejagt. Die Fortpflanzungssaison lasse man dabei aber aus, deshalb sei kein Schaden für die Chamäleon-Population zu befürchten. 

Zusätzlich wurde eine nicht näher angegebene Anzahl wilder Chamaeleo chamaeleon in Algerien gefangen und getötet. Die Organe wurden entnommen, die Chamäleons gewaschen, eingesalzen und über eine Woche lang bei 35 bis 40°C getrocknet. Die getrockneten Körper wurden anschließend erneut gewaschen und im Ofen bei 45°C nachgetrocknet. Dann wurden die Chamäleons mittels Mörser gemahlen, um Pulver zu erhalten. Trockenmasse, ph-Werte, Protein-, Kohlenhydrat-, Fett-, Kalzium-, Magnesium, Natrium-, Kalium- und Aschegehalt des Pulvers wurden untersucht. Ein relativ hoher Phosphorgehalt von 14,01% fiel auf, außerdem konnten Spuren von Eisen, Zink und Kupfer nachgewiesen werden. Eine relativ hohe Konzentration von Vitamin E (19,23 mg/100 g Pulver) fiel auf, ebenso bei Vitamin B1 (21 mg/100 g Pulver). Unter Laborbedingungen zeigte das Pulver sich fähig zum Abfangen von Radikalen. Ebenfalls im Labor erwies sich das Pulver als Extrakt mit 100 mg/ml eine gewisse Wirksamkeit gegenüber verschiedenen Bakterien. In einem Chicken Chorioallantoic Membran (CAM)-Assay wurde die Angiogenese rund um eine in ein befruchtetes Hühnerei eingebrachte Pulver-Scheibe getestet.

Mehrere Gruppen Laborratten wurden mit Carbimazol im Trinkwasser behandelt. Danach wurde einer Gruppe eine Lösung mit Chamäleonpulver frei in den Bauchraum injiziert, eine Gruppe bekam Chamäleonpulver in verschiedenen Mischungen zu fressen, eine andere erhielt Levothyroxin ins Trinkwasser, eine weitere gar nichts und einer letzten Gruppe wurde Wasser in den Bauchraum injiziert. Nach der Versuchsperiode wurden Blut entnommen, danach wurden alle Ratten getötet und seziert. Die Ratten zeigten keinerlei Reaktion auf das Chamäleonpulver, während die Behandlung mit Levothyroxin, nicht verwunderlich, diverse Veränderungen in Blutbild und Blutchemie ergab.

Der Autor schlussfolgert aus all diesen Versuchen interessanterweise, dass die Nutzung von getrocknetem Chamäleonpulver sicher in der Anwendung am Menschen sei und Tonsillitis, Husten, Hauterkrankungen wie Vitiligo, Skorpionstiche, Harntraktinfektonen, Leukämie (!) sowie Schilddrüsenerkrankungen behandeln könne. Einen Beweis dafür liefert jedoch keine seiner Untersuchungen und so bleibt diese „Studie“ wohl eher ein absurdes Kuriosum.

Physicochemical composition and evaluation of biological activities of Chamaeleo chamaeleon
Ouafa Boudebia
Thesis TD571/007/01 der Universität von Eloued, 2023
DOI:  nicht vorhanden[:en]

Dried bodies of Chamaeleo chamaeleon have always been used in traditional medicine in Algeria. In the El Oued region, extracts and powders from common chameleons are still regularly used today for the therapy of various diseases and various superstitions. An Algerian biochemist has now tried to prove the benefits of chameleon powder in a somewhat curious way.

Allegedly exactly 1000 users of the powder as well as 100 hunters and sellers were questioned for a maximum of 10 to 15 minutes by means of questionnaires or interviews. The evaluation of these was not published. However, the author states that according to the interviews, chameleons are only hunted by „experienced persons“. However, the breeding season is left out, so no damage to the chameleon population is to be feared.

In addition, an unspecified number of wild Chamaeleo chamaeleon were captured and killed in Algeria. The organs were removed, the chameleons washed, salted and dried at 35 to 40°C for over a week. The dried bodies were then washed again and re-dried in an oven at 45°C. The chameleons were then killed using mice. Then the chameleons were ground using a mortar to obtain powder. Dry matter, ph values, protein, carbohydrate, fat, calcium, magnesium, sodium, potassium and ash contents of the powder were examined. A relatively high phosphorus content of 14.01% stood out, and traces of iron, zinc and copper were also detected. A relatively high concentration of vitamin E (19.23 mg/100 g powder) was noticed, as well as vitamin B1 (21 mg/100 g powder). Under laboratory conditions, the powder proved capable of scavenging radicals. Also in the laboratory, the powder as an extract at 100 mg/ml showed some efficacy against various bacteria. In a chicken chorioallantoic membrane (CAM) assay, angiogenesis was tested around a powder disc inserted into a fertilised chicken egg.

Several groups of laboratory rats were treated with carbimazole in the drinking water. Afterwards, one group was freely injected into the abdomen with a solution containing chameleon powder, one group was fed chameleon powder in various mixtures, another was given levothyroxine in the drinking water, another nothing at all and a final group was injected with water in the abdomen. After the experimental period, blood was taken and then all the rats were killed and dissected. The rats showed no reaction to the chameleon powder, while treatment with levothyroxine, not surprisingly, resulted in various changes in blood count and blood chemistry.

The author interestingly concludes from all these experiments that the use of dried chameleon powder is safe for use in humans and can treat tonsillitis, coughs, skin diseases such as vitiligo, scorpion stings, urinary tract infections, leukaemia (!) as well as thyroid diseases. However, none of his studies provides any proof of this and so this „study“ remains more of an absurd curiosity.

Physicochemical composition and evaluation of biological activities of Chamaeleo chamaeleon
Ouafa Boudebia
Thesis TD571/007/01 der Universität von Eloued, 2023
DOI:  none[:]

[:de]Genetik: Karyotyp beim Jemenchamäleon[:en]Genetics: Karyotype in the Veiled Chameleon[:]

[:de]Genetik: Karyotyp beim Jemenchamäleon[:en]Genetics: Karyotype in the Veiled Chameleon[:]

Wissenschaft

[:de]

Dass das Geschlecht beim Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) genetisch festgelegt wird, ist schon länger bekannt. Die Art verfügt über ein XX-/XY-System. Wissenschaftler aus Russland, Großbritannien, Italien und Thailand haben sich nun mit dem Karyotyp der Art beschäftigt, also den Eigenschaften der Chromosomen.

Der wahrscheinlich ursprünglichste Karyotyp aller Chamäleons ist 2n= 36. Dabei hatte dieses „Urchamäleon“ sechs Paare metazentrischer Makrochromosomen und zwölf Paare Mikrochromosomen, besonders kleine Chromosomen. Das Jemenchamäleon dagegen hat eine geringere Chromosomenzahl, nämlich nur 2n=24. Mittels verschiedener genetischer Untersuchungsmethoden fanden die Forscher in der vorliegenden Studie heraus, dass dieser Karyotyp wahrscheinlich durch Fusionen entstand. Dabei verschmolzen offenbar zwei Mal Mikrochromosomen miteinander, und gleich vier Mal fusionierten Mikro- und Makrochromosomen. Letzteres, die sogenannte heterogene Fusion zwischen unterschiedlich großen Chromosomen, ist ungewöhnlich für Wirbeltiere. Normalerweise liegen Makro- und Mikrochromosomen an verschiedenen Plätzen im Zellkern und werden unterschiedlich schnell transkribiert und repliziert. Das Phänomen ist aber schon von Alligatoren und Schildkröten bekannt – für Chamäleons ist es neu.

Unklar war bisher auch, welches Chromosomenpaar beim Jemenchamäleon eigentlich für das Geschlecht zuständig ist. Bei Chamaeleo chamaeleon codiert das zweitgrößte Chromosomenpaar für das Geschlecht. Erste Mutmaßungen legen jedoch nahe, dass beim Jemenchamäleon stattdessen das fünfte Chromosomenpaar (CCA5) das Geschlechtschromosomenpaar sein könnte. Die Vermutung muss durch weitere Forschung noch validiert werden. Es steht außerdem noch zur Diskussion, welches Gen eigentlich vorwiegend für die Entwicklung der Geschlechtsorgane im Embryo verantwortlich ist – die Forschere identifizierten mindestens drei in Frage kommende Gene auf CCA5.

Identification of Iguania ancestral syntenic blocks and putative sex chromosomes in the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus, Chamaeleonidae, Iguania)
Katerina V. Tishakova, Dmitry Yu. Prokopov, Guzel I. Davletshina, Alexander V. Rumyantsev, Patricia C. M. O’Brien, Malcolm A. Ferguson-Smith, Massimo Giovannotti, Artem P. Lisachov, Vladimir A. Trifonov
International Journal of Molecular Sciences 23, Dezember 2022
DOI: 10.3390/ijms232415838

 [:en]

It has been known for some time that the sex of the Veiled chameleon (Chamaeleo calyptratus) is genetically determined. The species has an XX/XY system. Scientists from Russia, Great Britain, Italy, and Thailand have now studied the karyotype of the species, i.e. the characteristics of the chromosomes.

The probably most original karyotype of all chameleons is 2n= 36. This „primal chameleon“ had six pairs of metacentric macrochromosomes and twelve pairs of microchromosomes, particularly small chromosomes. The Veiled chameleon, on the other hand, has a smaller number of chromosomes, namely only 2n=24. Using various genetic investigation methods, the researchers in the present study found that this karyotype probably arose through fusions. Microchromosomes apparently fused with each other twice, and micro- and macrochromosomes fused no less than four times. The latter, the so-called heterogeneous fusion between chromosomes of different sizes, is unusual for vertebrates. Normally, macro- and microchromosomes are located at different locations in the cell nucleus and are transcribed and replicated at different rates. However, this phenomenon is already known from alligators and turtles – for chameleons it is new.

Until now, it was also unclear which pair of chromosomes in the Veiled chameleon is actually responsible for the sex. In Chamaeleo chamaeleon, the second largest chromosome pair codes for sex. However, initial speculation suggests that in the Veiled chameleon the fifth chromosome pair (CCA5) may instead be the sex chromosome pair. The conjecture still needs to be validated by further research. It is also still up for discussion which gene is actually predominantly responsible for the development of the sex organs in the embryo – the researchers identified at least three possible genes on CCA5.

Identification of Iguania ancestral syntenic blocks and putative sex chromosomes in the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus, Chamaeleonidae, Iguania)
Katerina V. Tishakova, Dmitry Yu. Prokopov, Guzel I. Davletshina, Alexander V. Rumyantsev, Patricia C. M. O’Brien, Malcolm A. Ferguson-Smith, Massimo Giovannotti, Artem P. Lisachov, Vladimir A. Trifonov
International Journal of Molecular Sciences 23, December 2022
DOI: 10.3390/ijms232415838[:]