Kalender abzugeben

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Abzugeben AG Interna

🦎 Noch auf der Suche nach einem besonderen Kalender für die nächsten Monate? Wir haben noch einige Exemplare unseres Chamäleon-Kalenders verfügbar! 📅

Keine Sorge – ihr verpasst nicht schon die Hälfte des Jahres: Der Kalender startet erst im Juni 2026 und begleitet euch bis Juni 2027, also sogar über unsere nächste Tagung hinaus. Freut euch auf viele beeindruckende Chamäleon-Fotos aus den vergangenen Fotowettbewerben – endlich mal monatlich wechselnde Chamäleons an der Wand! 😉🦎

✨ Format: 30 × 30 cm
✨ Mit Platz für Termine und Notizen an jedem Tag
✨ Preis: 10 € zzgl. Versand

Wer einen Kalender erwerben möchte, schickt uns einfach eine E-Mail an info@agchamaeleons.de. Aber seid schnell – es sind nur noch wenige Exemplare verfügbar!

Fotowettbewerb 2026

Fotowettbewerb 2026

AG Interna Allgemeines
Da fiel die Entscheidung schwer: Unser Fotowettbewerb auf der Jahrestagung in Hannover hatte wieder einmal eine ganze Reihe tolle Fotobeiträge. In zwei Kategorien konnten alle Tagungsteilnehmer über ihre Favoriten abstimmen. In der Kategorie Naturaufnahmen gewann Markus Bartels mit einem Foto von Brookesia betschi aus dem Regenwald von Marojejy auf Madagaskar. Den zweiten und dritten Platz belegten Thorsten Negro mit der Aufnahme eines Furcifer lateralis aus dem südlichen Hochland Madagaskars und Lars Dwinger mit dem Foto einer noch unbeschriebenen Calumma-Art. In der Kategorie Terraristik konnte Benjamin Ludwig mit seiner Aufnahme eines Trioceros jacksonii merumontanus die Tagungsteilnehmer überzeugen. Auf den weiteren Plätzen folgten Michael Schuchard mit seinem Foto eines Kinyongia boehmei Weibchens und Gerd Fritzsche mit einer Aufnahme zweier Bradypodion damaranum.
👏 Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und Platzierten!
🙏 Ein besonders herzliches Dankeschön geht an unsere Sponsoren Exo Terra, QB Insects und Der Terraristik Laden. Dank ihrer Unterstützung konnten die Sieger mit ExoTerra TerraSky UV-Lampen und die weiteren Platzierten mit tollen Gutscheinen bedacht werden.
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Fotowettbewerb 2026

Tagungsbericht 2026

Tagungsbericht 2026

Tagungsberichte

Vom 29. bis 31. Mai 2026 trafen sich die Mitglieder und Freunde der AG Chamäleons zu ihrer erst zweiten „Auswärtstagung“, die diesmal in Hannover stattfand. Bereits am Freitagabend kamen die ersten Teilnehmer im italienischen Restaurant XII Apostel im Pelikanviertel zusammen. Viele neue Gesichter sorgten für angeregte Gespräche und einen lebhaften Austausch. Selbst ein abendliches Unwetter konnte der guten Stimmung nichts anhaben, sodass der Auftakt der Tagung in entspannter Atmosphäre verlief.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Chamäleons. Nach der Begrüßung durch DGHT-Präsident Uli Joger im Stadtteilzentrum Lister Turm eröffnete Dr. Johannes Hetterich von der Tierärztlichen Hochschule Hannover das Vortragsprogramm. Der Fachtierarzt für Reptilien berichtete aus seinem Praxisalltag und stellte neben klassischen Fällen von Rachitis bei Jemenchamäleons auch eher ungewöhnliche Krankheitsbilder wie Aufnahmen eines Chamäleons mit einem Darmprolaps durch die Haut vor.

Anschließend gewährte Christoph Trappe Einblicke in ein sehr spezielles Haltungsprojekt. Im Kellerraum eines Mietshauses pflegt er verschiedene Trioceros-Arten und erläuterte, wie er die klimatischen Bedingungen für die Haltung montaner Chamäleons technisch umsetzen konnte. Dabei ging er offen auf die Herausforderungen ein, die von kleineren Überschwemmungen durch die Klimaanlage über die Ableitung warmer Lampenluft bis hin zu den Vor- und Nachteilen einer Haltung von Chamäleons außerhalb der eigentlichen Wohnräume generell reichen.

 

Dr. Alex Negro stellte danach den Bau mehrerer Außengehege für Parsons Chamäleons (Calumma parsonii parsonii) vor. Ihre Tiere verbringen bei geeigneter Witterung mehrere Sommermonate im Freien. Die automatische Beregnung über einen Perlschlauch erleichtert die Pflege erheblich, bringen jedoch auch unerwartete Besucher wie Wespen mit sich. Darüber hinaus müssen Außengehege zuverlässig gegen nächtliche Besucher wie Waschbären und Dachse, aber ebenso gegen menschliche Eindringlinge gesichert werden.

Nach der Mittagspause berichtete Dr. Timo Weiß über die erfolgreiche Haltung und Nachzucht des Namaqua-Chamäleons (Chamaeleo namaquensis), das aufgrund seiner Lebensweise oft als das „am wenigsten chamäleonartige Chamäleon“ bezeichnet wird. Die Art bewohnt offene Sandflächen und niedriges Buschwerk, jagt aktiv laufend nach Insekten und nutzt Feuchtigkeit am frühen Morgen als wichtige Wasserquelle. Besonders interessant waren die Beobachtungen zur Fortpflanzung, etwa die rosa Färbung paarungsbereiter Weibchen im Terrarium. Diskutiert wurde außerdem die Empfehlung einiger Halter, Männchen vor der Verpaarung über Nacht sehr kühl unterzubringen, um die Befruchtungsrate zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den rechtlichen Aspekten der Haltung. Da für die Art derzeit keine CITES-Quote besteht, sind lückenlose Herkunftsnachweise – hier über rund 20 Jahre – von Bedeutung.

 

Andreas Augustin widmete sich anschließend Calumma parsonii cristifer und den Besonderheiten des Reproduktionszyklus gegenüber Calumma parsonii parsonii. Sein Bestand geht auf ursprünglich beschlagnahmte Tiere zurück, die ihm zur Haltung und Nachzucht überlassen wurden. Er berichtete über Probleme wie dem sogenannten „Eierwerfen“ trächtiger Weibchen, Augenfehlbildungen bei bestimmten Verpaarungen sowie den teilweise erheblichen Farbunterschieden innerhalb der Populationen.

Ein Highlight des Nachmittags war der Fotowettbewerb, der in diesem Jahr wieder in zwei Kategorien ausgetragen wurde. Bei den Naturaufnahmen setzte sich Markus Bartels mit einem beeindruckenden Foto von Brookesia betschi aus dem Regenwald von Marojejy auf Madagaskar durch. In der Kategorie Terraristik überzeugte Benjamin Ludwig mit seiner Aufnahme eines Trioceros jacksonii merumontanus. Beide Gewinner erhielten ExoTerra Terrasky-UV-Lampen im Gesamtwert von 280 Euro. Weitere Platzierungen gingen bei den Naturaufnahmen an Thorsten Negro mit einem Teppichchamäleon sowie Lars Dwinger mit einer bislang unbeschriebenen Chamäleonart. In der Kategorie Terraristik belegten Michael Schuchard mit einem Kinyongia boehmei und Gerd Fritzsche mit zwei Bradypodion damaranum die Plätze zwei und drei. Sie wurden mit Gutscheinen von Der Terraristikladen beziehungsweise QB Insects ausgezeichnet.

Die Gewinner des Fotowettbewerbs: Hintere Reihe von links Dr. Gerd Fritzsche, Benjamin Ludwig, Lars Dwinger und AG-Sprecherin Alex Negro, vordere Reihe von links Michael Schuchard, Thorsten Negro und Markus Bartels

Im Anschluss nahm Dr. Philip-Sebastian Gehring die Teilnehmer mit auf eine Reise in die Evolutions- und Forschungsgeschichte der madagassischen Chamäleons. Warum beherbergt gerade Madagaskar eine derart außergewöhnliche Vielfalt dieser Tiere? Wie gelangten ihre Vorfahren überhaupt auf die Insel? Und welche Erkenntnisse haben die letzten zwei Jahrzehnte gebracht? Besonders die modernen genetischen Untersuchungsmethoden haben zahlreiche neue Einblicke ermöglicht und viele lange offene Fragen beantwortet. Gleichzeitig zeigen sie, dass vermeintlich bekannte Artenkomplexe wie Calumma gallus in Wirklichkeit aus einer Vielzahl nah verwandter Arten besteht. Trotz aller Fortschritte bleibt die Erforschung der madagassischen Chamäleonfauna ein Wettlauf gegen die Zeit, denn viele bislang unerforschte Waldfragmente sind akut von Abholzung bedroht. Dass die Zahl der derzeit 100 beschriebenen Chamäleonarten auf Madagaskar weiter steigen wird, gilt als gesichert.

Den Abschluss des Vortragsprogramms gestaltete Dr. Frank Glaw. Gemeinsam mit seinem Sohn Timon hatte er vor zwei Jahren eine Forschungsreise in den Nordosten Madagaskars unternommen. Die Expedition führte in den Parc Naturel de Makira sowie in weitgehend unerforschte Bereiche des Nationalparks Masoala und das Schutzgebiet Bobangira. Ziel war die Suche nach bislang unentdeckten Amphibien und Reptilien – mit Erfolg. Neben zahlreichen seltenen Arten konnten auch unbeschriebene Erdchamäleons nachgewiesen werden. Eindrucksvolle Beobachtungen von Calumma vatosoa, Calumma marojezense und Calumma cucullatum rundeten den Vortrag ab. Ebenso spannend waren die Berichte über die Strapazen der Expedition: einfachste Feldlager, schwierige Wege während der Regenzeit, ein Motorradunfall mit glücklicherweise nur leichten Verletzungen sowie mehrtägige Märsche durch abgelegene Regionen bis zur nächsten Siedlung.

 

Eine kurze Mitgliederversammlung beendeten den Samstagnachmittag. AG-Sprecherin Dr. Alex Negro blickte in ihrem Jahresbericht auf die vielfältigen Aktivitäten des Leitungsteams im vergangenen Jahr zurück. Neben der Organisation der Jahrestagung, der Beantwortung zahlreicher Anfragen sowie der Betreuung der Social-Media-Kanäle wurden unter anderem neue Care Sheets für verschiedene Chamäleonarten erarbeitet. Diese sollen künftig als kostenlose Downloads auf der Website der AG zur Verfügung stehen und auf Terraristikbörsen interessierten Einsteigern als Informationsmaterial dienen. Darüber hinaus wurden regelmäßig Newsletter verschickt und ein neues Roll-Up für die Öffentlichkeitsarbeit angeschafft. Mit Blick auf die kommenden Monate steht bereits das nächste große Projekt fest: Die 50. Jubiläumsausgabe der CHAMAELEO.

Der Samstagabend klang schließlich in geselliger Runde im benachbarten Restaurant Pharos aus, wo die Gespräche über die Vorträge und die gemeinsame Leidenschaft für Chamäleons bis in die späten Abendstunden fortgesetzt wurden.

 

Am Sonntag stand – auch dies erst das zweite Mal in den letzten Jahren – eine Exkursion auf dem Programm. Ziel war der Zoo Hannover, wo die Teilnehmer das erst vor zwei Jahren eröffnete Amphibium besuchten. Die gemeinsam mit Citizen Conservation entwickelte Anlage entstand in einem ehemaligen Restaurantgebäude des Zoos und präsentiert auf rund 250 Quadratmetern eindrucksvoll gestaltete Terrarien, Paludarien und Aquarien. Bei einer exklusiven Führung erhielten die Teilnehmer zudem spannende Einblicke hinter die Kulissen und viele Informationen, wie das Thema „Haltung rettet Arten“ hier dem Besucher nahegebracht wird.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Vortragenden, die mit ihren abwechslungsreichen und informativen Beiträgen zum Erfolg der Tagung beigetragen haben. Ebenso bedanken wir uns besonders bei den Sponsoren des Fotowettbewerbs – ExoTerra, Der Terraristikladen und QB Insects – für ihre großzügige Unterstützung. Zum Abschluss der Tagung gab es außerdem noch zwei Spenden an die AG:  Jutta Dwinger spendete den Erlös der von ihr verkauften, handgenähten Taschen in Höhe von 70 €. Caro Vierbücher spendete ihre 125 € Einnahmen aus dem Verkauf handbemalten Porzellans. Einen ganz herzlichen Dank an beide!

[:de]Tagungsort 2026 steht fest[:en]Location for the 2024 conference[:]

[:de]Tagungsort 2026 steht fest[:en]Location for the 2024 conference[:]

AG Interna Allgemeines

[:de]

Jetzt steht es fest: Wir treffen uns zur Tagung 2026 in der Hautpstadt des Landes Niedersachsen, Hannover. Wie von den Mitgliedern abgestimmt wird die Tagung vom 29. bis 31. Mai 2026 stattfinden. Hannover bietet neben einer sehr vielfältigen Stadt eine hervorragende ICE-Anbindung und einen Flughafen für Reisende von weiter weg. Wir tagen im Stadtteilzentrum Lister Turm, einem historischen Gebäude, das wunderschön am Rande des Stadtwald Eilenriede liegt. In unmittelbarer Nähe gibt es einen Biergarten für die Erwachsenen und einen Spielplatz für Kinder. Der Erlebniszoo Hannover liegt direkt auf der anderen Seite der Eilenriede in fußläufiger Nähe.Ebenfalls in fußläufiger Entfernung finden sich etliche Hotels, es wird also für jeden Geldbeutel und für jede Aufenthaltsdauer etwas dabei sein. Wir freuen uns schon auf Euch!

Foto: Lister Turm CC BY-SA 3.0 losch

[:en]

It’s now official: we will be meeting for the 2026 conference in Hanover, the capital of Lower Saxony. As voted by the members, the conference will take place from 29 to 31 May 2026. Hanover is a very diverse city and offers excellent ICE connections and an airport for travellers from further afield. We will meet in the Lister Turm district centre, a historic building beautifully located on the edge of the Eilenriede city forest. There is a beer garden for adults and a playground for children in the immediate vicinity. The Hannover Adventure Zoo is located directly on the other side of the Eilenriede forest, within walking distance. There are also several hotels within walking distance, so there will be something for every budget and length of stay. We look forward to seeing you there!

Picture: Lister Turm CC BY-SA 3.0 losch[:]

[:de]Chamäleons in St. Luce (Madagaskar)[:en]Chameleons in St. Luce (Madagascar)[:]

[:de]Chamäleons in St. Luce (Madagaskar)[:en]Chameleons in St. Luce (Madagascar)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Das Schutzgebiet St. Luce liegt im Südosten Madagaskars, nur 34 km nördlich der Großstadt Tolagnaro (Fort Dauphin). Zum Schutzgebiet gehören Strände und Felsklippen an der Küste des Indischen Ozeans, Tieflandregenwald, Sumpfgebiet, savannenartige Ebenen, Flüsse und Lagunen. Der verbliebene Regenwald ist in viele kleine Fragmente zersplittert. In der Gegend gibt es außerdem ein sehr großes Minenprojekt zum Abbau seltener Erden. 12 von 17 Waldfragmente von St. Luce sind dabei von den Minenarbeiten betroffen. Eine Gruppe von Wissenschaftler hat nun die Herpetofauna des Gebiets näher untersucht.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden Reptilien und Amphibien in St. Luce gesucht und gefangen. Die Suchen wurden mit dem bloßen Auge entlang bestehender Transekte durchgeführt. Zusätzlich wurden Bodenfallen entlang vier je 100 m langer Linien über zwei Wochen genutzt. Fünf künstliche Unterschlupfmöglichkeiten und fünf Wellbleche wurden an insgesamt 12 Orten ausgelegt, um darunter nach einer gewissen Zeit nach Tieren zu sehen.  Proben von Schwanzspitzen und Zehen wurden entnommen und Vermessungen durchgeführt, danach wurden die Tiere wieder an ihren ursprünglichen Fundorten freigelassen. Mittels genetischer Untersuchungen wurden die Arten bestimmt.

Von 17 Regenwaldfragmenten in St. Luce fanden die Wissenschaftler nur eines intakt und ein weiteres zwar intakt, aber stark in sich fragmentiert vor. Alle anderen Waldfragmente wurden mit deutlichen Anzeichen von Habitatzerstörung vorgefunden. Insgesamt konnten 22 Amphibien- und 54 Reptilienarten nachgewiesen werden. Vier Arten von Chamäleons waren unter den Reptilien: Palleon sp. aff. Nasus, Calumma tjiasmantoi, Furcifer major und Furcifer verrucosus. Alle vier Chamäleonarten kamen ausschließlich in den noch verbliebenen intakten oder intakten Bereichen der Wälder Angalavinaky, Ambandrika und Andranangy/Amboronteny/Agnalaro vor. In den Wäldern, die durch die Mine bereits zerstört werden, kamen gar keine Chamäleons vor. Unter den insgesamt 76 gefundenen Amphibien- und Reptilienarten waren 13 candidate species, die vermutlich unbeschriebene neue Arten darstellen.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Artenvielfalt der Herpetofauna in St. Luce nach der vorliegenden Studie deutlich größer ist als früher angenommen. Sie schlagen vor, mehrere Waldfragmente in die “Mining Avoidance Zones“, also Gebiete, in denen nicht nach seltenen Erden gesucht werden soll, aufzunehmen und den Schutzstatus zu erhöhen.

A littoral treasure trove: a comprehensive assessment of the herpetofauna of Sainte Luce, southeastern Madagascar
Sam Hyde Roberts, Marco Sannolo, Hoby Tsimijaly Longosoa, Ryan Clark, Leo Jhaveri, Gonçalo M. Rosa, Walter Cocca, Franco Andreone, Angelica Crottini
Systematics and Biodiversity 23(1): 2513472
DOI: 10.1080/14772000.2025.2513472

Fotos: Aufnahmen gefundener Chamäleon in St. Luce aus der genannten Publikation[:en]

The St. Luce reserve is located in the south-east of Madagascar, just 34 km north of the city of Tolagnaro (Fort Dauphin). The protected area includes beaches and rocky cliffs on the coast of the Indian Ocean, lowland rainforest, marshland, savannah-like plains, rivers and lagoons. The remaining rainforest is broken up into many small fragments. There is also a very large rare earth mining project in the area. 12 of the 17 forest fragments of St. Luce are affected by the mining work. A group of scientists has now studied the herpetofauna of the area in more detail.

Over a period of two years, reptiles and amphibians were searched for and captured in St. Luce. The searches were carried out with the naked eye along existing transects. In addition, ground traps were used for two weeks along four 100 m long lines. Five artificial shelters and five corrugated sheets were laid out at a total of 12 locations to check for animals after a certain period of time. Samples of tail tips and toes were taken and measurements taken, after which the animals were released back to their original locations. The species were identified by genetic analysis.

Of 17 rainforest fragments in St. Luce, the scientists found only one intact and another intact but heavily fragmented. All other forest fragments were found with clear signs of habitat destruction. A total of 22 amphibian and 54 reptile species were found. Four species of chameleons were among the reptiles: Palleon sp. aff. Nasus, Calumma tjiasmantoi, Furcifer major and Furcifer verrucosus. All four chameleon species occurred exclusively in the remaining intact or intact areas of the Angalavinaky, Ambandrika and Andranangy/Amboronteny/Agnalaro forests. In the forests already destroyed by the mine, no chameleons were found at all. Of the 76 amphibian and reptile species found, 13 were candidate species, which are presumably undescribed new species.

The authors point out that, according to the present study, the diversity of the herpetofauna in St. Luce is significantly greater than previously assumed. They suggest that several forest fragments should be included in the “Mining Avoidance Zones”, i.e. areas where rare earths should not be searched for, and that the protection status should be increased.

A littoral treasure trove: a comprehensive assessment of the herpetofauna of Sainte Luce, southeastern Madagascar
Sam Hyde Roberts, Marco Sannolo, Hoby Tsimijaly Longosoa, Ryan Clark, Leo Jhaveri, Gonçalo M. Rosa, Walter Cocca, Franco Andreone, Angelica Crottini
Systematics and Biodiversity 23(1): 2513472
DOI: 10.1080/14772000.2025.2513472

Photos: Chameleons found in St. Luce from the aforementioned publication[:]

[:de]Frugivorie bei Furcifer oustaleti[:en]Frugivory in Furcifer oustaleti[:]

[:de]Frugivorie bei Furcifer oustaleti[:en]Frugivory in Furcifer oustaleti[:]

Beobachtungen Wissenschaft

[:de]

Frugivorie, das Fressen von Früchten, ist bisher erst von wenigen Chamäleonarten bekannt. Dabei handelt es sich vor allem um einzelne Beobachtungen und wenige Studien. Japanische Wissenschaftler haben kürzlich untersucht, inwiefern Früchte fressenden Reptilien, darunter ein Chamäleon, zur Verbreitung von Pflanzensamen beitragen könnten.

Die Studie wurde im Nationalpark Ankarafantsika im Westen Madagaskars durchgeführt. Dazu wurden drei Arten von Reptilien während zweier Regenzeiten beobachtet und ihr Kot untersucht: Das Madagaskar-Riesenchamäleon Furcifer oustaleti, der Madagaskarleguan Oplurus cuvieri und die Schildechse Zonosaurus laticaudatus. Die Reptilien wurden tagsüber bei Frucht fressendem Verhalten gefilmt oder fotografiert und danach eingefangen. Chamäleons wurden vor allem nachts gefangen. Von Pflanzen, an denen Reptilien gefressen hatten, wurden Früchte mit Samen zur Bestimmung entnommen. Alle gefangenen Reptilien wurden für 6 Tage in Netzbehältern gehalten, bis Kot abgesetzt wurde. Danach wurden die Tiere mit Mikrochips versehen und wieder an ihren Fundorten ausgesetzt. Anschließend versuchten die Wissenschaftler, aus dem Kot der Tiere gewonnene Pflanzensamen zu gewinnen und auszusäen.

Insgesamt konnten 89 Chamäleons, 254 Madagaskarleguane und 38 Schildechsen für die Studie gefangen werden. 24,7% der beprobten Furcifer oustaleti hatten Pflanzensamen im Kot, während es bei den Leguanen 20,1% und bei den Schildechsen 15,8% waren. Die Beobachtungen ergaben, dass die Chamäleons und die Schildechsen von mindestens acht verschiedenen Pflanzen Früchte fraßen, während es bei den Leguanen sogar 18 verschiedene Pflanzenarten waren. Das Aussäen der aus dem Kot gewonnenen Pflanzensamen hatte teils Germinationsraten von über 50%.

Furcifer oustaleti fraß in der Beobachtungszeit in Ankarafantsika ausschließlich rote, schwarze oder braune Früchte mit maximal einem Zentimeter Durchmesser. Grüne oder größere Früchte wurden stets an den Pflanzen belassen. Die Früchte wurden meist zunächst mit der Zunge angetippt, bevor sie tatsächlich gefressen wurden. Manchmal wurden die Früchte auch mit der Zunge geschossen. Es wurden Früchte von Grangeria porosa, Terminalia boivinii, Trilepisium madagascariense, Antidesma madagascariense, Bridelia perviellana, Phyllanthus casticum, Chassalia princei und Doratoxylon chouxii von Furcifer oustaleti aufgenommen. Früchte wurden von den beiden Geschlechtern von Chamäleons und unabhängig von der Körpergröße in jedem der Beobachtungsmonate gefressen.

Die Autoren schließen daraus, dass alle drei Reptilienarten zur Verbreitung von Pflanzen in ihrem Lebensraum beitragen könnten. Bisher hielt man in Ankarafantsika vor allem den braunen Maki (Eulemur fulvus) für einen Saatgutverbreiter. Jetzt sollten die Überlegungen wohl auch auf Reptilien und ihre Rolle für das Ökosystem Wald erweitert werden – auch wenn der Anteil an Samen im Kot deutlich niedriger ist als der bei Lemuren.

Frugivory by three species of lizards in Madagascar: Implication for their ecological roles as seed disperser
Ryobu Fukuyama, Wataru Noyori, Shuichiro Tagane, Shouta Iyoda, Hiroki Sato
Biotropica 57(4): e70052
DOI: 10.1111/btp.70052

Foto: Furcifer oustaleti beim Verzehr von Früchten, Bild aus der oben genannten Publikation[:en]

Frugivory, the eating of fruit, is only known from a few chameleon species. These are mainly isolated observations. Japanese scientists have recently investigated the extent to which fruit-eating chameleons could contribute to the spread of plant seeds.

The study was carried out in the Ankarafantsika National Park in western Madagascar. Three species of reptiles in Madagascar were observed during two rainy seasons and their droppings were examined: The Madagascar giant chameleon Furcifer oustaleti, the Madagascar iguana Oplurus cuvieri and the plated lizard Zonosaurus laticaudatus. The reptiles were observed during the day and filmed or photographed while feeding on fruit and then captured. Chameleons were mainly caught at night. Fruits with seeds were collected for identification from plants on which reptiles of the three species mentioned had been feeding. All captured reptiles were kept in net containers for 6 days until faeces were deposited. The animals were then microchipped and released back into their habitats. The scientists then attempted to sow plant seeds obtained from the animals‘ excrement.

A total of 89 chameleons, 254 Madagascar iguanas and 38 shield lizards were captured for the study. 24.7% of the Furcifer oustaleti sampled had plant seeds in their feces, compared to 20.1% of the iguanas and 15.8% of the tortoiseshell lizards. The observations showed that the chameleons and the plated lizards ate fruit from at least eight different plants, while the iguanas ate from as many as 18 different plant species. Some of the plant seeds obtained from the feces had germination rates of over 50%.

During the observation period in Ankarafantsika, Furcifer oustaleti only ate red, black or brown fruits with a maximum diameter of one centimeter. Green or larger fruits were always left on the plants. The fruits were usually first tapped with the tongue before they were actually eaten. Sometimes the fruits were also shot with the tongue. Fruits of Grangeria porosa, Terminalia boivinii, Trilepisium madagascariense, Antidesma madagascariense, Bridelia perviellana, Phyllanthus casticum, Chassalia princei and Doratoxylon chouxii were ingested by Furcifer oustaleti. Fruits were recorded from both sexes of chameleons and regardless of body size in each of the observation months.

The authors conclude that all three reptile species could contribute to the spread of plants in their habitat. Until now, the brown maki (Eulemur fulvus) in Ankarafantsika was primarily thought to be a seed disperser. Now the considerations should probably be extended to reptiles and their role in the forest ecosystem – even if the proportion of seeds in their droppings is significantly lower than that of lemurs.

Frugivory by three species of lizards in Madagascar: Implication for their ecological roles as seed disperser
Ryobu Fukuyama, Wataru Noyori, Shuichiro Tagane, Shouta Iyoda, Hiroki Sato
Biotropica 57(4): e70052
DOI: 10.1111/btp.70052

Photo: Furcifer oustaleti eating fruit, image from the above-mentioned publication[:]

Tagungsbericht 2025

Tagungsbericht 2025

Tagungsberichte

Vom 16. bis 18. Mai 2025 fand wieder einmal die Jahrestagung der AG Chamäleons in Boppard am Rhein statt. Traditionell trafen sich die schon freitags angereisten Chamäleonfreunde „Diverso“ in der Rheinallee zum gemütlichen und sehr leckeren Abendessen. Erfahrungsaustausch und viele Gespräche über, mit und um Chamäleons läuteten die Tagung ein.

Der Samstagmorgen begann mit dem ersten Remote-Vortrag direkt aus Berlin vor rund 35 Tagungsteilnehmern. Sophie Obermeier berichtete von den Sachkundeschulungen des VDA/DGHT-Sachkundezentrum Ost. Dort kann von Interessierten sowohl der Sachkundenachweis nach §2 TschG als auch der nach §11 für gewerbliche und – Achtung, das trifft auch auf viele Privathalter zu – gewerbsmäßige Halter absolviert werden. Sophie erklärte außerdem, weshalb jeder Chamäleonhalter einen Sachkundenachweis machen sollte – auch wenn es bisher in Deutschland keine Pflicht ist. Eine Schwerpunktschulung nur zu Chamäleons befindet sich derzeit in Planung. Nachdem die Technik nach kurzen Startschwierigkeiten einwandfrei funktionierte, gibt es schon die ersten Überlegungen, über diese Möglichkeit auf zukünftigen Jahrestagungen auch einmal Vortragende zu Wort kommen zu lassen, die auf Grund räumlicher Entfernung nicht die Möglichkeit zur persönlichen Teilnahme haben.

Im Anschluss stellte Falk Eckhardt seine Haltung von Trioceros serratus vor. Die Tiere sind – insbesondere die Weibchen – optisch nur schwer von Trioceros peretti und Triocecros wiedersheimi zu unterscheiden. Falk hatte eine Gruppe von einem anderen Halter übernommen und ebenfalls zur Nachzucht gebracht. Er stellte die Haltung in Gazegehegen mit an zwei Seiten angebrachten Korkwänden vor und ging auf Eiablage und erfolgreiche Inkubation der Eier ein. Nachdem das Herkunftsland der Art, Kamerun, seit Jahren keine Chamäleon-Exporte mehr erlaubt, ist die Terrarienpopulation von Trioceros serratus derzeit leider nicht besonders groß. Besonders ein Mangel an Weibchen lässt den langfristigen Erhalt der Art in deutschen Terrarien momentan eher unwahrscheinlich wirken. Wer Tiere der Art hält, auch einzelne, sollte sich unbedingt bei Falk melden, damit gegebenenfalls noch existente Einzeltiere vereint werden können.

 

Nach der Mittagspause ging es weiter mit einem reich bebilderten Reisevortrag von Gerd Fritzsche. Er hat schon zwei Mal die Region KwaZulu-Natal im Osten Südafrikas besucht. Seine „bucket list“ auf der letzten Reise umfasste dabei verschiedenste Zwergchamäleon-Arten, darunter Bradypodion melanocephalum, Bradypodion setaroi, Bradypodion thamnobates, Bradypodion caeroleogula und Bradypodiondracomontanum. Von Durban aus ging es mit dem Auto bis nach St. Lucia und zurück bis zu den berühmten Drakensbergen und Karkloof. Die ein oder andere Mamba wurde dabei von seinem ortskundigen, vor allem auf Schlangen spezialisierten Begleiter aus Hütten und Häusern entfernt. Und auch Nilpferde und Giraffen standen „als Beiwerk“ auf dem Reiseprogramm – wenn auch die vielfältigen Zwergchamäleons das Hauptziel der Reise waren.

Wieder zurück in die Terraristik ging es dann beim Vortrag von Jean-Dominique Dufraine. Er hält seit einiger Zeit Teppichchamäleons (Furcifer lateralis), eine kleine, aber umso farbgewaltigere Art aus dem Hochland Madagaskars. Jean-Dominique hofft, eine kleine Gruppe von Haltern zu finden, die Furcifer lateralis langfristig halten und nachzüchten möchten. Er ist besonders interessiert am Erfahrungsaustausch zu speziellen, arteigenen Anliegen wie dem „Eierwerfen“, für das Furcifer lateralis hinreichend bekannt ist. Jean-Dominique berichtet von der Erfahrung des Züchters seiner Tiere, dass die Chamäleons dann Eier im Sand vergruben, wenn das Licht einer Lampe bis zum Boden des Terrariums reichte. Mehrere Gelege sind nun im Inkubator. Es fanden sich noch vor Ort weitere Interessierte, die die Art vielleicht wieder oder erstmals pflegen möchten.

 

Der Fotowettbewerb war auch dieses Jahr wieder in zwei Kategorien unterteilt. Bei den Naturaufnahmen gewann Marko von der Osten-Ellinghaus mit seinem Foto eines erstaunlich bunten, balzenden Furcifer rhinoceratus Männchen auf Madagaskar den ersten Platz. Den zweiten Platz ergatterte Markus Bartels mit einem Foto eines Calumma parsonii parsonii der Farbvariante „green giant“, aufgenommen auf der Masoala-Halbinsel in Madagaskar. Gerd Fritzsche mit seinem Bradypodion setaroi aus St. Lucia, Südafrika, konnte den dritten Platz für sich verbuchen. In der Kategorie Terraristik gewann Gerd gleich noch einmal, diesmal allerdings den ersten Platz, mit einem sehr schönen Bradypodion damaranum. Auf den zweiten Platz schaffte es Benni Ludwig mit einem Parsons Chamäleon. Der dritte Platz wurde wegen Stimmengleichheit unter mehreren Teilnehmern ausgelost – Jean-Dominique Dufraine machte dabei das Rennen mit einem Teppichchamäleon. Die beiden Erstplatzierten erhielten je einen 50 €-Gutschein von Chimaira. Die zweiten und dritten Plätze erhielten jeweils Gutscheine über 30 bzw. 20 € von QB Insects und Der Terraristikladen. Letztere wurden vollständig für den Fotowettbewerb gesponsert, wofür wir uns herzlich bedanken möchten. Zusätzlich erhielt jeder Gewinner eine der Tagungs-Sammeltassen, die von Caro Vierbücher gestaltet werden und jedes Jahr – je nach Gewinnermotiv des Fotowettbewerbs im Vorjahr – die Chamäleonart wechseln.

Der Vortragsteil endete am Samstag mit der Mitgliederversammlung. AG-Sprecherin Dr. Alex Negro stellte in ihrem Jahresbericht vor, was das Leitungsteam in den letzten 24 Monaten auf die Beine gestellt hatte. Darunter waren unter anderem die über 120 Seiten starke CHAMAELEO 49 sowie zwei Flyer zur Mitgliederwerbung und zur Bewerbung der Nachzuchtstatistik. Aber auch Social Media und der rege genutzte Newsletter wurden weitergeführt. Die Nachzuchtstatistik, die seit 2022 intensiv beworben wurde, konnte für das Jahr 2024 erstmals seit fast 10 Jahren wieder erste Meldungen verbuchen. Nachdem Tim Vierbücher als Kassenwart zurückgetreten war, hatte Alex Negro außerdem provisorisch dessen Funktion übernommen. Sie zeigte daher auch die aktuelle finanzielle Situation der AG Chamäleon auf. Als Ziele für das kommende Jahr steht die 50. Jubiläumsausgabe der CHAMAELEO an. Außerdem ist ein Wettbewerb zur Modernisierung des inzwischen über 30 Jahre alten Logos der AG Chamäleons geplant.

Die Neuwahlen liefen dann wie erwartet schnell und unkompliziert ab: Das Leitungsteam wurde in seiner aktuellen Zusammensetzung bestätigt. Vervollständigt wird das Team aus Sprecherin und – neu, auch Schatzmeisterin – Alex Negro und den Beisitzern Jan-Benedikt Glaw, Monique Bartsch, Anne Stemper, Benjamin Ludwig und Svea Brüne außerdem nun von Lars Dwinger. Der Samstagabend klang beim gemeinsamen Pizzaessen aus.

 

Am Sonntag ging es los mit einem Vortrag über den aktuellen Stand der Chamäleonmedizin von Tierärztin Alex Negro. Sie berichtete, dass vor allem in den letzten zehn Jahren ein enormer Wissenszugewinn stattfand. Gab es Anfang der 1990er bei Gründung der AG Chamäleons nur vereinzelte Tierärzte und Tierärztinnen, die überhaupt Reptilien anschauten, so gibt es heute nicht nur über 120 auf der Liste der AG ARK gesammelte reptilienkundige Kolleginnen und Kollegen, sondern auch Referenzwerte für eine Vielzahl an Diagnostika wie Blutchemie, Blutbilder, Ultraschall, Röntgen und sogar für die Computertomographie nur für Chamäleons. Verschiedene Fallberichte aus aller Welt ergänzten den Vortrag.

Danach ging es praktischer und sehr reich bebildert weiter: Markus Bartels und Lars Dwinger berichteten von ihrer Madagaskarreise im April diesen Jahres. Sie verbrachten eine ganze Woche im Gebirgsregenwald von Marojejy im Nordosten Madagaskars, um dort zusammen mit dem Team von Tanalahorizon und Chamäleonforscher Dr. Frank Glaw unbeschriebene Arten zu finden, zu dokumentieren und – dank permits – auch zu sammeln. Im Anschluss an diese Schweiß treibende, aber was Chamäleons angeht sehr erfolgreiche Expedition ging es in den Tieflandregenwald von Bobangira direkt am Indischen Ozean. Auch dort warteten neue Entdeckungen – und eine recht beschwerliche Traktorfahrt.

 

Zum Abschluss gab es noch einige tolle Spenden an die AG:  Jutta Dwinger spendete den Erlös der von ihr verkauften, handgenähten Taschen in Höhe von 175 € . Caro Vierbücher spendete ihre Einnahmen aus dem Verkauf handbemalten Porzellans ebenfalls an die AG Chamäleons, noch einmal 184 €. Einen ganz herzlichen Dank an beide! Ein großes Dankeschön gilt natürlich auch allen Vortragenden für die interessanten, vielfältigen Beiträge und den Helfern im Hintergrund, die für das Gelingen der Tagung gesorgt haben. Und schlussendlich möchten wir uns bei Peter Sound für die Organisation der Räumlichkeiten bedanken.

Wir sehen uns 2026 in Hannover!

 

Tagungsprogramm 2025

  Freitag, 16. Mai 2025
__
19:00 Anreise und gemütliches Abendessen
Diverso, Rheinallee 47a, 56154 Boppard
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  Samstag, 17. Mai 2025
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09:30 Eintreffen am Tagungsort: Altes Rathaus, Marktplatz, 56154 Boppard
09:45 Begrüßung und Tagungsbeginn
10:00 Sophie Obermaier: Sachkundenachweis für Chamäleonhalter in Deutschland
11:00 Falk Eckhardt: Haltung und Nachzucht von Trioceros serratus
12:00 Mittagspause
14:00 Gerd Fritzsche: Streifzug durch die Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika
15:00 Jean-Dominique Dufraine: Back to the roots – Teppichchamäleons
16:00 Kaffeepause
16:30 Fotowettbewerb
17:00 Mitgliederversammlung mit Neuwahlen
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  Sonntag, 18. Mai 2025
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09:45 Eintreffen am Tagungsort
10:00 Alex Negro: Neues, Skurilles und Interessantes aus der Chamäleonmedizin
11:00 Lars Dwinger, Markus Bartels: Der Gipfel von Marojejy und der Galeriewald von Bobangira – zwei nahezu unerforschte Chamäleonhabitate auf Madagaskar
12:00 Verabschiedung
[:de]Pantherchamäleon auf Wertstoffhof entsorgt[:en]Panther chameleon disposed of at recycling centre[:]

[:de]Pantherchamäleon auf Wertstoffhof entsorgt[:en]Panther chameleon disposed of at recycling centre[:]

Abzugeben Allgemeines

[:de]

Einem glücklichen Zufall hat ein Pantherchamäleon in Bayern sein Leben zu verdanken. Ein verantwortungsloser Halter setzte das wechselwarme Tier in einer kalten Styroporbox auf dem Wertstoffhof Eichenau aus. Ein aufmerksamer Passant, der gerade selbst Kartons zum Wertstoffhof brachte, hörte Kratzgeräusche und öffnete die Box. Sofort wurde die Auffangstation für Reptilien in München verständigt, die das unterkühlte Chamäleon aufnahm und nun weiter versorgt. Das Tier wurde offenbar in letzter Zeit nicht medizinisch versorgt.

Es steht zu hoffen, dass der ursprüngliche Halter ermittelt werden kann und einer entsprechenden Strafe entgegensieht. In einigen Fällen erfüllt das Aussetzen von Tieren sogar einen Straftatbestand – in diesem Fall war mit dem Tod des Reptils zu rechnen. „Lucifer“, wie das Pantherchamäleon getauft wurde, hatte einfach Glück – und hofft demnächst auf ein tolles neues Zuhause mit mehr Verantwortungsbewusstsein. Interessenten können sich bei der Auffangstation melden.

Nachtrag 03.03.2025: Tatsächlich hat sich der Fall wohl etwas anders abgespielt. Der angebliche Finder des ausgesetzten Pantherchamäleons entpuppte sich inzwischen als der ursprüngliche Besitzer des Tieres, der es loswerden wollte. Es wurde Anzeige erstattet.

Fotos: Das aufgefundene Tier, fotografiert von und in der Auffangstation für Reptilien, München[:en]

A panther chameleon in Bavaria owes its life to a lucky coincidence. An irresponsible owner abandoned the animal in a cold polystyrene box at the Eichenau recycling centre. An attentive passer-by, who was taking cardboxes to the recycling centre himself, heard scratching noises and opened the lonesome box. The reptile rescue centre in Munich was informed immediately, which took in the hypothermic chameleon and is now looking after it. The animal had obviously not received any medical care recently.

It is to be hoped that the original owner can be identified and faces an appropriate penalty. In some cases, the abandonment of animals even constitutes a criminal offence – in this case, the reptile was likely to die. ‘Lucifer’, as the panther chameleon was named, was simply lucky – and will soon be hoping for a great new home with a greater sense of responsibility. Anyone interested can contact the rescue centre.

Addendum 03.03.2025: The case actually played out a little differently. The alleged finder of the abandoned panther chameleon has since turned out to be the original owner of the animal. A report has been filed.

Photos: The animal found, photographed by and at the reptile rescue centre, Munich

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[:de]Zwergchamäleons in Südafrika in städtischer Umgebung größer als in der Natur[:en]Dwarf chameleons in South Africa larger in urban environments than in the wild[:]

[:de]Zwergchamäleons in Südafrika in städtischer Umgebung größer als in der Natur[:en]Dwarf chameleons in South Africa larger in urban environments than in the wild[:]

Wissenschaft

[:de]

Zwergchamäleons der Gattung Bradypodion aus Südafrika sind seit Längerem dafür bekannt, sich sehr gut auch an städtische Lebensräume anzupassen. Zwei Wissenschaftler Aus Kapstadt und Johannesburg haben nun untersucht, wie sich verschiedene Populationen in Körpergröße, -gewicht und Body Condition Score voneinander innerhalb städtischer und natürlicher Umgebungen unterscheiden.

Untersucht wurden innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren insgesamt 1107 Individuen von fünf verschiedenen Zwergchamäleon-Arten. Dazu wurden Bradypodion damaranum in George (Westkap), Bradypodion melanocephalum in Durban (KwaZulu-Natal), Bradypodion setaroi in St. Lucia (KwaZulu-Natal), Bradypodion thamnobates in Howick (KwaZulu-Natal) und Bradypodion ventrale in Jeffrey’s Bay (Ostkap) and jeweils drei bis acht Standorten nachts gesucht. Als “natürlicher Standort” wurden Waldfragmente, Grassavannen oder Küstenbuschland in weniger als 15 km Entfernung vom Zentrum der nächsten Stadt eingestuft. Als „städtisch“ wurde alle Standorte eingestuft, die innerhalb einer Stadt lagen und aus sowohl eingeschleppter als auch einheimischer, von Menschenhand regelmäßig zurückgeschnittener Flora bestanden (Gärten, öffentliche Parks und Grünflächen, Straßenränder). Die gefundenen Zwergchamäleons wurden vermessen, gewogen, geschlechtsbestimmt und mit einem Filzstift markiert, um doppelte Messungen an gleichen Tieren zu vermeiden. Offensichtich trächtige Weibchen wurden nicht vermessen.

Bei der statistischen Auswertung und Vergleichen fiel auf, dass die Chamäleons an natürlichen Standorten im Durchschnitt stets kleiner und leichter waren als die Populationen der gleichen Arten an städtischen Standorten. Signifikant größer und schwerer in der Stadt waren bei Bradypodion damaranum beide Geschlechter, bei Bradypodion melanocephalum, ventrale und setaroi die Männchen und bei Bradypodion thamnobates die Weibchen. Der Body Condition Score war in Stadtgebieten bei beiden Geschlechtern von Bradypodion damaranum und setaroi sowie Männchen von Bradypodion melanocephalum höher als bei den Chamäleons an Naturstandorten. Bei Bradypodion ventrale und thamnobates zeigten sich keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Populationen im Body Condition Score.

Forschung, wie es genau zu diesen spannenden Unterschieden kommt, steht noch aus.

Big cities, big bodies: urbanisation correlates with large body sizes and enhanced body condition in African dwarf chameleons (Genus: Bradypodion)
Jody M. Barends, Krystal A. Tolley
African Zoology 2024, 59(3)
DOI: 10.1080/15627020.2024.2402256

Foto: Bradypodion melanocephalum, fotografiert von suncana, Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 International

 [:en]

Dwarf chameleons of the genus Bradypodion from South Africa have long been known to adapt very well to urban habitats. Two scientists from Cape Town and Johannesburg have now investigated how different populations differ in body size, body weight and body condition score within urban and natural environments.

A total of 1107 individuals of five different dwarf chameleon species were studied over a period of four years. Bradypodion damaranum in George (Western Cape), Bradypodion melanocephalum in Durban (KwaZulu-Natal), Bradypodion setaroi in St Lucia (KwaZulu-Natal), Bradypodion thamnobates in Howick (KwaZulu-Natal) and Bradypodion ventrale in Jeffrey’s Bay (Eastern Cape) were each searched at night at three to eight locations. Forest fragments, grass savannahs or coastal bushland less than 15 km from the centre of the nearest town were classified as ‘natural sites’. All sites located within a city and consisting of both introduced and native flora regularly cut back by humans (gardens, public parks and green spaces, roadsides) were categorised as ‘urban’. The dwarf chameleons found were measured, weighed, sexed and marked with a felt-tip pen to avoid duplicate measurements on the same animals. Obviously pregnant females were not measured.

Statistical analyses and comparisons revealed that the chameleons at natural sites were always smaller and lighter on average than the populations of the same species at urban sites. Significantly larger and heavier in the city were both sexes in Bradypodion damaranum, the males in Bradypodion melanocephalum, ventrale and setaroi and the females in Bradypodion thamnobates. The body condition score was higher in urban areas for both sexes of Bradypodion damaranum and setaroi and males of Bradypodion melanocephalum than for the chameleons in natural habitats. In Bradypodion ventrale and thamnobates, there were no differences in body condition score between the different populations.

Research into exactly how these exciting differences come about is still pending.

Big cities, big bodies: urbanisation correlates with large body sizes and enhanced body condition in African dwarf chameleons (Genus: Bradypodion)
Jody M. Barends, Krystal A. Tolley
African Zoology 2024, 59(3)
DOI: 10.1080/15627020.2024.2402256

Photo: Bradypodion melanocephalum, photographed by suncana, licence Creative Commons Attribution 4.0 International[:]

[:de]Die neue CHAMAELEO ist draußen![:en]The new CHAMAELEO is out now![:]

[:de]Die neue CHAMAELEO ist draußen![:en]The new CHAMAELEO is out now![:]

AG Interna Beobachtungen CHAMAELEO Haltungsberichte Wissenschaft

[:de]

Was lange währt, wird endlich gut: Soeben haben wir die aktuellen Hefte der CHAMAELEO 49 bekommen. Sie werden nun schnellstmöglich in die Post gehen und sind dann auf dem Weg zu allen AG-Mitgliedern. Die aktuellen Inhalte finden sich hier. Und wer noch nicht Mitglied der AG Chamäleons ist, möchte das vielleicht schnell noch werden! Wie gefällt euch die aktuelle Ausgabe? Gibt es Anmerkungen, Wünsche, Kritik? Zu dick, zu dünn, zu viel Englisch, zu wenig? ;) Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen!

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Good things come to those who wait: we have just received the latest issues of CHAMAELEO 49. They will now go into the mail as soon as possible and will then be on their way to all AG members. The current contents can be found here. And if you are not yet a member of the AG Chameleons, you might want to become one soon! How do you like the current issue? Do you have any comments, wishes or criticism? Too thick, too thin, too much English, too little? ;) We look forward to your feedback!

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