[:de]Habitat von Furcifer labordi in Andranomena (Madagaskar)[:en]Habitat of Furcifer labordi in Andranomena (Madagascar)[:]

[:de]Habitat von Furcifer labordi in Andranomena (Madagaskar)[:en]Habitat of Furcifer labordi in Andranomena (Madagascar)[:]

Wissenschaft

[:de]

Labordes Chamäleon (Furcifer labordi) ist seit einigen Jahren als kurzlebigstes Chamäleon der Welt bekannt. Drei Wissenschaftler aus Madagaskar haben nun ein bisher relativ unerforschtes Habitat der Art untersucht. Die Studie wurde durchgeführt im Spezialreservat Andranomena, das rund 30 km nördlich der Küstenstadt Morondava im Westen Madagaskars liegt. Das Spezialreservat verfügt über einen nachwachsenden sowie einen relativ intakten Teil Trockenwald, der auf Höhen von Meeresniveau bis 250 m liegt.

Zur Schätzung der Populationsdichte von Furcifer labordi wurde der Wald auf 150 m Breite in je drei Transekte unterteilt. Nachts wurden die Chamäleons dann mit der Taschenlampe gesucht und mit Nagellack farblich markiert. Tags darauf wurden pro Fundort je eine 5 x 5 m große Parzelle um den Fundort selbst sowie mindestens 5 m entfernt entlang der Transektlinie markiert. In allen Parzellen wurde der Deckungsgrad des Baumkronendach in Prozent, die Dicke der Laubschicht am Boden sowie Boden deckender Pflanzen in Zentimetern, die Anzahl der Sträucher bis 1 m, die Anzahl der Bäume über 1 m und die Anzahl gefällter und verbrannter Bäume gezählt. Fünf Tage nach der ersten Zählung wurden nachts erneut Chamäleons gesucht und gezählt. Zusätzlich wurden mittels Lichtfallen Insekten gefangen, gezählt und identifiziert. Außerdem wurden Greifvogel-Beobachtungen (Centropus toulou, Falco newtoni, Buteo brachyperus, Corvus albus und Accipiter francesii) entlang eines 1400 m langen Transekts alle 200 m gezählt. Weitere Prädatoren wie Schlangen (Madagascarophis colubrinus, Leiohterodon modestus, Mimophis mahfalensis, Dromicodryas bernieri) wurden ebenfalls durch Beobachtungen gezählt. Klimadaten  aus dem Stadtgebiet von Morondava wurden aufgenommen.

Statistische Auswertungen ergaben, dass mehr Furcifer labordi in Waldabschnitten vorkamen, in denen das Kronendach dichter sowie die Laubschicht am Boden dicker war und insgesamt mehr Bäume standen. In den Waldteilen, in denen überhaupt keine Chamäleons gefunden waren, wurden deutlich mehr gefällte Bäume gezählt. Wie zu erwarten war, konnten in der Trockenzeit wesentlich weniger Furcifer labordi entdeckt werden als während der Regenzeit. An Insekten wurden zehn verschiedene Familien gefunden, am häufigsten waren Homoptera (vor allem Zikaden), Coeloptera (Käfer), Dermaptera (Ohrwürmer) und Lepidoptera (Schmetterlinge). Die Verfügbarkeit der Insekten schien von Februar bis Mai gleichbleibend. Im Februar wurden mehr Schlangen gezählt als im März, die Anzahl der Greifvögel unterschied sich nicht im gesamten Beobachtungszeitraum.

Die Autoren überlegen, ob die Unterschiede zwischen den von Furcifer labordi bevorzugtem Mikrohabitat und nicht bewohnten Habitaten sich auf die Langlebigkeit der Art auswirken könnte. Eine Kausalität wurde leider nicht nachgewiesen.

Hinweis: Es handelt sich hier um eine Preprint-Publikation. Das bedeutet, dass noch kein Peer Review stattgefunden hat und sich Inhalte bis zur endgültigen Veröffentlichung in einem Journal noch ändern können. Nachtrag: Eine Besprechung des finalen Papers nach Peer Review findet sich hier.

Variation longitudinale de longévité de Furcifer labordi et analyse de facteurs à l’origine de sa longue durée de vie dans la reserve spéciale d’Andranomena-Morondava, Madagascar
Ahy Nirindrainiarivony Philibertin Honoré Djadagna, Achille Philippe Raselimanana, Lily-Arison René de Roland
ESI Preprints 18, 2023
DOI: 10.19044/esipreprint.6.2023.p700

[:en]

Labordes‘ chameleon (Furcifer labordi) has been known for some years as the world’s shortest-lived chameleon. Three scientists from Madagascar have now studied a previously relatively unexplored habitat of the species. The study was conducted in the Andranomena Special Reserve, located about 30 km north of the coastal town of Morondava in western Madagascar. The special reserve has a regrowth part as well as a relatively intact part of dry forest, which lies at altitudes ranging from sea level to 250 metres.

To estimate the population density of Furcifer labordi, the forest was divided into three transects each 150 m wide. At night, the chameleons were searched for with a torch and colour-marked with nail polish. The next day, a 5 x 5 m plot was marked around each site and at least 5 m away along the transect line. In all plots, the canopy cover was counted in percent, the thickness of the foliage layer on the ground and ground-covering plants in centimetres, the number of shrubs up to 1 m, the number of trees over 1 m and the number of felled and burnt trees. Five days after the first count, chameleons were again searched for and counted at night. In addition, insects were caught, counted and identified using light traps. Furthermore, raptor observations (Centropus toulou, Falco newtoni, Buteo brachyperus, Corvus albus and Accipiter francesii) were counted every 200 m along a 1400 m transect. Other predators such as snakes (Madagascarophis colubrinus, Leiohterodon modestus, Mimophis mahfalensis, Dromicodryas bernieri) were also counted by observation. Climatic data from the urban area of Morondava were recorded.

Statistical analyses showed that more Furcifer labordi were found in forest sections where the canopy was denser and the foliage layer on the ground was thicker, and where there were more trees overall. In the forest sections where no chameleons were found at all, significantly more felled trees were counted. As was to be expected, considerably fewer Furcifer labordi were found in the dry season than during the rainy season. Ten different families of insects were found, the most common being Homoptera (mainly cicadas), Coeloptera (beetles), Dermaptera (earwigs), and Lepidoptera (butterflies). Insect availability seemed consistent from February to May. More snakes were counted in February than in March, and the number of birds of prey did not differ throughout the observation period.

The authors consider whether the differences between the microhabitats preferred by Furcifer labordi and non-habitats could have an impact on the longevity of the species. Unfortunately, causality was not proven.

Note: This is a preprint publication. This means that no peer review has yet taken place and content may still change before final publication in a journal. Addendum: A discussion of the final paper after peer review can be found here.

Variation longitudinale de longévité de Furcifer labordi et analyse de facteurs à l’origine de sa longue durée de vie dans la reserve spéciale d’Andranomena-Morondava, Madagascar
Ahy Nirindrainiarivony Philibertin Honoré Djadagna, Achille Philippe Raselimanana, Lily-Arison René de Roland
ESI Preprints 18, 2023
DOI: 10.19044/esipreprint.6.2023.p700

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[:de]YouTube live zu madagassischen Chamäleons[:en]YouTube live about Malagasy chameleons[:]

[:de]YouTube live zu madagassischen Chamäleons[:en]YouTube live about Malagasy chameleons[:]

Live Stream Vorträge

[:de]

Am Samstag, 10. Juni 2023, gibt es live auf YouTube eine Gesprächsrunde mit dem Herpetologen Mark D. Scherz und Bill Strand von der Chameleon Academy aus den USA. Thema wird das madagassische Chamäleon Calumma brevicorne und seine zahlreichen, teils äußerlich extrem ähnlich aussehenden Verwandten sein. Taxonomisch sind viele Chamäleons der brevicorne-clade noch nicht einzuordnen – möglicherweise verstecken sich auch noch einige unbeschriebene neue Arten darunter? Es besteht während der gesamten Stunde die Möglichkeit, im Chat live Fragen zum Thema zu stellen. Das dürfte eine sehr spannende Gesprächsrunde werden!

Chameleons & Coffee: Confusing Madagascar chameleons
Chameleon Academy YouTube Channel
Beginn 21.00 Uhr[:en]

On Saturday, 10 June 2023, there will be a live discussion on YouTube with the herpetologist Mark D. Scherz and Bill Strand from the Chameleon Academy in the USA. The topic will be the Malagasy chameleon Calumma brevicorne and its numerous relatives, some of which are extremely similar in appearance. Taxonomically, many chameleons of the brevicorne clade are not yet classifiable – possibly some undescribed new species are hiding among them? There will be an opportunity to ask questions about the topic live in the chat throughout the hour. This should be a very exciting talk round!

Chameleons & Coffee: Confusing Madagascar chameleons
Chameleon Academy YouTube Channel
Starting at 9.00 p.m.
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[:de]Pantherchamäleons auf Madagaskar[:en]Panther chameleons in Madagascar[:]

[:de]Pantherchamäleons auf Madagaskar[:en]Panther chameleons in Madagascar[:]

Allgemeines Verbreitung Zeitungsartikel

[:de]

In der alle zwei Monate erscheinenden Zeitschrift der DGHT e.V., der Elaphe, ist aktuell ein schöner Artikel zu den Pantherchamäleons Madagaskars erschienen. Geschrieben wurde er von zwei Mitgliedern der AG Chamäleons, die regelmäßig auf die Insel reisen.

Der Artikel beschreibt in Wort und Bild das Verbreitungsgebiet der Pantherchamäleonsa auf Madagaskar, das sich über die nördliche Hälfte der Insel erstreckt, genauer von einigen Kilometern südlich des Örtchens Ankaramibe im Nordwesten bis über den Norden Madagaskars und an der Ostküste herunter bis rund 90 km südlich der Hafenstadt Toamasina. Die Chamäleons kommen dabei vor allem in Sekundärvegetation in offenen Landschaften vor, aber auch in Kakaoplantagen, verwilderten Gärten und Regenwäldern vor.

Der Lebenszyklus der Pantherchamäleons auf Madagaskar wird vor allem von der Regenzeit zwischen November und März bestimmt. Die Chamäleons paaren sich während dieser Zeit. Die Weibchen legen nach 30 bis 40 Tagen zwischen 11 und 35 Eier in ein selbst gegrabenes Nest. Die Jungtiere schlüpfen erst in der nächsten Regenzeit.

Besonders ausführlich geht der Artikel auf die verschiedenen Lokalformen, das je nach Ort unterschiedliche farbliche Aussehen der männlichen Pantherchamäleons, ein. Die Autoren zählen aktuell über 30 verschiedene Lokalformen auf Madagaskar, die durch natürliche Barrieren wie Flüsse voneinandere getrennt vorkommen. Wahrscheinlich gibt es aber noch deutlich mehr, sie sind nur noch nicht alle entdeckt.

Pantherchamäleons (Furcifer pardalis) – Meister der Farben
Thorsten Negro und Alexandra Laube
Elaphe 3, 2023, pp. 12-25

Foto: Pantherchamäleon der Lokalform Ambanja auf Madagaskar, fotografiert von Thorsten Negro

[:en]

In the bi-monthly magazine of the DGHT e.V., the Elaphe, a nice article on the panther chameleons of Madagascar has been published. It was written by two members of the AG Chamäleons who regularly travel to the island.

The article describes in words and pictures the distribution area of the panther chameleons on Madagascar, which extends over the northern half of the island, more precisely from a few kilometres south of the village of Ankaramibe in the northwest to the north of Madagascar and down the east coast to about 90 km south of the port city of Toamasina. The chameleons are found mainly in secondary vegetation in open landscapes, but also in cocoa plantations, overgrown gardens and rainforests.

The life cycle of the panther chameleons in Madagascar is mainly determined by the rainy season between November and March. The chameleons mate during this time. After 30 to 40 days, the females lay between 11 and 35 eggs in a nest they have dug themselves. The young hatch only in the next rainy season.

The article goes into particular detail about the different local forms, the different colour appearance of the male panther chameleons depending on the location. The authors currently count more than 30 different local forms on Madagascar, which are separated from each other by natural barriers such as rivers. There are probably many more, but not all of them have been discovered yet.

Pantherchamäleons (Furcifer pardalis) – Meister der Farben
Thorsten Negro and Alexandra Laube
Elaphe 3, 2023, pp. 12-25

Photo: Panther chameleon of the local form Ambanja on Madagascar, photographed by Thorsten Negro.

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[:de]Chamäleons auf unterschiedlichen Höhenstufen des Montagne d’Ambre (Madagaskar)[:en]Chameleons at different altitudes of the Amber Mountain (Madagascar)[:]

[:de]Chamäleons auf unterschiedlichen Höhenstufen des Montagne d’Ambre (Madagaskar)[:en]Chameleons at different altitudes of the Amber Mountain (Madagascar)[:]

Wissenschaft

[:de]

Internationale Wissenschaftler haben sich intensiv mit den unterschiedlichen Höhenlagen des Montagne d’Ambre und den dort vorkommenden Amphibien und Reptilien beschäftigt. Der Montagne d’Ambre ist ein ehemaliges Vulkanmassiv im Norden Madagaskars. Der bis zu 1475 m hohe Berg ist vor allem von Regenwald bedeckt, der dem gleichnamigen Nationalpark angehört. Im Norden des Berges liegt ein Trockenwald, der zum Forêt d’Ambre Special Reserve gehört. Die Nordwestflanke des Berges ist bisher nicht geschützt.

In der vorliegenden Arbeit wurden Amphibien und Reptilien über 12 km zwischen 700 und 1470 Höhenmeter beobachtet und beprobt. In die Studie wurde auch erstmals der Westhang des Montagne d’Ambre auf Höhen zwischen 770 und 1290 m eingeschlossen. Zusätzlich wurden Tiere im Forêt d’Ambre ab einer Höhe von 470 m beprobt. Alle gefundenen Tiere wurden vermessen. Es wurden sowohl Wangentupfer, Schuppen als auch lebende Tiere, die euthanasiert wurden, entnommen und genetisch untersucht. Insgesamt kam es zu 2631 Beobachtungen von 34 Arten Amphibien und 48 Arten von Reptilien. Wie erwartet kamen auf unterschiedlichen Höhenlagen unterschiedliche Tiere vor. Der Artenreichtum des Montagne d’Ambre war dabei auf rund 1000 m üNN mit 41 verschiedenen Arten am größten. Über 1100 m waren rund ein Drittel der vorgefundenen Arten lokal endemisch.

Beim Erdchamäleon Brookesia tuberculata konnten zwei genetische Cluster identifiziert werden. Gruppe 1 lebt auf an der Ostflanke des Montagne d’Ambre auf Höhen von 887 bis 1170 m, Gruppe 2 auf 1260 bis 1455 m an der Ostflanke sowie auf 956 bis 1150 m am Westhang des Montagne d’Ambre. Bei Gruppe 1 fielen besonders viele mitochondriale Haplotypen auf, während Gruppe 2 lediglich einen einzigen Haplotyp aufwies. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Art wegen ihrer geringen Körpergröße und hohen Standorttreue eher zu isolierten Gruppen neigt als Baum bewohnende Chamäleons, die natürliche Barrieren leichter überwinden und sich damit in einem wesentlich größerem Umgebungsradius fortbewegen können.

Bei Calumma linotum waren die genetischen Unterschiede zwischen drei Gruppen auf unterschiedlichen Höhen eher gering ausgeprägt. Auch die Messdaten verschiedener Körpermaße zeigten bei dieser Art auf den unterschiedlichen Höhenlagen keinen eindeutigen Trend. Zwar schienen Calumma linotum auf niedrigeren Höhen etwas kleiner zu sein, das könnte aber auch an als Weibchen fehlidentifizierten subadulten Individuen gelegen haben. Bei Calumma amber und Calumma ambreense sank die Körpergröße, je höher im Montagne d’Ambre die Chamäleons gefunden wurden. Möglicherweise hängt dies mit den kühleren Temperaturen in höheren Lagen zusammen, die zu einem langsameren Wachstum beitragen. Es könnte aber auch sein, dass schlicht mehr jüngere Tiere vermessen wurden.

Die Studie bringt interessante Anpassungen verschiedener Chamäleonarten an die Höhenunterschiede des Montagne d’Ambre zu Tage. Möglicherweise handelt es sich dabei bereits um erste Hinweise auf ein frühes Stadium von Artbildung. Die Arbeit verdeutlicht außerdem, wie wichtig die unterschiedlichen Höhenstufen für die Artenvielfalt sind.

Repeated divergence of amphibians and reptiles across an elevational gradient in northern Madagascar
Mark D. Scherz, Robin Schmidt, Jason L. Brown, Julian Glos, Ella Z. Lattenkamp, Zafimahery Rakotomalala, Andolalao Rakotoarison, Ricky T. Rakotonindrina, Onja Randriamalala, Achille P. Raselimanana, Safidy M. Rasolonjatovo, Fanomezana M. Ratsoavina, Jary H. Razafindraibe, Frank Glaw, Miguel Vences
Ecology and Evolution 13 (3)
DOI: 10.1002/ece3.9914[:en]

International scientists have intensively studied the different altitudes of the Amber Mountain and the amphibians and reptiles found there. The Amber Mountain (French Montagne d’Ambre) is a former volcanic massif in northern Madagascar. The mountain, which is up to 1475 m high, is mainly covered by rainforest, which belongs to the national park of the same name. To the north of the mountain is a dry forest that belongs to the Forêt d’Ambre Special Reserve. The north-western flank of the mountain has not yet been protected.

In the present work, amphibians and reptiles were observed and sampled over 12 km between 700 and 1470 metres altitude. The western slope of the Montagne d’Ambre at altitudes between 770 and 1290 m was also included in the study for the first time. In addition, animals were sampled in the Forêt d’Ambre from 470 m altitude. All animals found were measured. Cheek swabs, scales as well as live animals that had been euthanised were collected and genetically analysed. A total of 2631 observations of 34 species of amphibians and 48 species of reptiles were made. As expected, different animals occurred at different altitudes. The species richness of the Montagne d’Ambre was greatest at around 1000 m a.s.l. with 41 different species. Above 1100 m, about one third of the species found were locally endemic.

Two genetic clusters of the earth chameleon Brookesia tuberculata have been identified. Group 1 lives on the eastern flank of the Montagne d’Ambre at altitudes of 887 to 1170 m, group 2 at 1260 to 1455 m on the eastern flank and at 956 to 1150 m on the western slope of the Montagne d’Ambre. Group 1 showed a particularly high number of mitochondrial haplotypes, while group 2 had only one haplotype. The scientists assume that due to their small body size and high site fidelity, the species tends to form isolated groups rather than tree-inhabiting chameleons, which can overcome natural barriers more easily and thus move within a much larger environmental radius.

In Calumma linotum, the genetic differences between three groups at different altitudes were rather small. The measurement data of various body dimensions also showed no clear trend for this species at the different altitudes. Although Calumma linotum appeared to be slightly smaller at lower altitudes, this could have been due to subadult individuals misidentified as females. For Calumma amber and Calumma ambreense, body size decreased the higher the chameleons were found in the Montagne d’Ambre. This may be related to the cooler temperatures at higher altitudes, which contribute to slower growth. But it could also be that more younger animals were simply measured.

The study reveals interesting adaptations of different chameleon species to the altitudinal differences of the Montagne d’Ambre. It is possible that these are already the first indications of an early stage of speciation. The work also illustrates how important the different altitudinal levels are for species diversity.

Repeated divergence of amphibians and reptiles across an elevational gradient in northern Madagascar
Mark D. Scherz, Robin Schmidt, Jason L. Brown, Julian Glos, Ella Z. Lattenkamp, Zafimahery Rakotomalala, Andolalao Rakotoarison, Ricky T. Rakotonindrina, Onja Randriamalala, Achille P. Raselimanana, Safidy M. Rasolonjatovo, Fanomezana M. Ratsoavina, Jary H. Razafindraibe, Frank Glaw, Miguel Vences
Ecology and Evolution 13 (3)
DOI: 10.1002/ece3.9914[:]

[:de]Vortrag in Dortmund über Madagaskar[:en]Presentation in Dortmund about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Dortmund über Madagaskar[:en]Presentation in Dortmund about Madagascar[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Roland Zobel, langjähriges Mitglied der DGHT Stadtgruppe Dortmund und bekennender Taggecko-Liebhaber, zeigt am 07. April 2023 in Dortmund einen bilderreichen Vortrag über eine Reise in den Norden Madagaskars. Im Norden des zweitgrößten Inselstaates der Welt gibt es viel zu entdecken, nicht nur Chamäleons.

Roland Zobel Expedition Nord-Madagaskar
DGHT Stadtgruppe Dortmund
Gaststätte „Olympia – Zur alten Post“
Im alten Dorf 2
59192 Bergkamen – Weddinghofen
Vortragsbeginn 19.30 Uhr

Foto: Collage von Roland Zobel[:en]

Roland Zobel, a long-time member of the DGHT Dortmund City Group and self-confessed day gecko lover, will give a lecture full of pictures about a trip to the north of Madagascar on 07 April 2023 in Dortmund. There is much to discover in the north of the world’s second-largest island state, not only chameleons.

Roland Zobel Expedition Northern Madagascar
DGHT City group Dortmund
Restaurant „Olympia – Zur alten Post“
Im alten Dorf 2
59192 Bergkamen – Weddinghofen
Start of presentation 07.30 p.m.

Photo: Collage by Roland Zobel[:]

[:de]Unser Tagungsprogramm für Mai 2023[:en]Our conference programme for May 2023[:]

[:de]Unser Tagungsprogramm für Mai 2023[:en]Our conference programme for May 2023[:]

AG Interna

[:de]

Nachdem wir im Dezember letzten Jahres bereits eine Vorschau auf das Tagungsprogramm veröffentlichen konnten, gibt es jetzt das finale Tagungsprogramm. Unsere diesjährige Tagung findet vom 05. bis 07. Mai 2023 im beschaulichen Boppard am Rhein statt. Da erfahrungsgemäß die Wochenenden in Boppard schnell ausgebucht sind, empfehlen wir, sich bald um Hotel oder Pension zu kümmern. Unser Programm ist eine schöne Mischung aus Haltungsberichten, allgemeiner Terraristik und Reiseberichten geworden. Am Freitag ist traditionell die Anreise und ein gemütliches Abendessen in den lokalen Gaststätten geplant.

Der Samstag beginnt mit einem klassischen Haltungs- und Nachzuchtbericht. Jean-Dominique Dufraine hält seit einigen Jahren Rieppeleon brevicaudatus und Archais tigris. Er spricht über Erfahrungen in der Zucht, aber auch bei der alltäglichen Haltung der beiden Arten. Anschließend nimmt uns Thorsten Negro mit auf die Suche nach Parsons Chamäleons in ihrem natürlichen Lebensraum auf Madagaskar.

Am Nachmittag wird uns Oliver Witte einen spannenden Einblick in Recht, Gesetz und Terraristik geben – keine Angst, es wird nicht so trocken, wie es klingt, sondern sehr interessant für Chamäleonhalter. Als Highlight hat uns außerdem die Physikerin Sarina Wunderlich von www.lichtimterrarium.de zugesagt. LEDs finden zunehmend Zuspruch in der Terraristik, nicht zuletzt, weil sich mit ihnen viel Strom sparen lässt. Sarina zeigt uns die Vorteile und Risiken von LEDs auf und geht auf die neueste Entwicklung, UV-LEDs, ein. Nach diesen beiden Vorträgen haben wir reichlich Zeit für Diskussion und Fragen eingeplant, denn es gibt sicherlich viel Gesprächsstoff. Zum Abschluss des Samstages stellt uns Rayana Vuillemain die Association Caméléon Centre Conservation (Schweiz) vor – dies ist der einzige Vortrag auf Englisch.

Am Sonntag wird es noch einmal bunt: Lars Dwinger berichtet über eine Madagaskarreise ins südliche Hochland und den zentralen Osten der Insel. Zwischen Teppichchamäleons und Reisfeldern war er genauso unterwegs wie im Regenwald von Ranomafana, wo er auf eine Vielfalt kleiner und großer Chamäleons traf. Den Abschluss macht Markus Grimm, der uns eine Übersicht zu Chamaeleo chamaeleon in seinem natürlichen Lebensraum in Europa sowie der Haltung und Nachzucht im Terrarium gibt.

Wir freuen uns sehr auf ein schönes Treffen und viele Chamäleonfreunde!

[:en]

After we were able to publish a preview of the conference programme in December last year, we now have the final conference programme. This year’s conference will take place from 05 to 07 May 2023 in the tranquil town of Boppard am Rhein. As experience shows that the weekends in Boppard are booked up quickly, we recommend that you look for a hotel or guesthouse soon. Our programme has become a nice mixture of keeping reports, general terraristics and travel reports. Friday is the traditional day for arrival and a pleasant dinner in the local restaurants.

Saturday starts with a classic husbandry and breeding report. Jean-Dominique Dufraine has been keeping Rieppeleon brevicaudatus and Archaius tigris for several years. He talks about his experiences in breeding, but also in the everyday keeping of the two species. Afterwards, Thorsten Negro will take us on a search for Parson’s Chameleons in their natural habitat in Madagascar.

In the afternoon, Oliver Witte will give us an exciting insight into law, legislation and terrarium keeping – don’t worry, it won’t be as dry as it sounds, but very interesting for chameleon keepers. As a highlight, the physicist Sarina Wunderlich from www.lichtimterrarium.de has also agreed to join us. LEDs are becoming increasingly popular in terrarium keeping, not least because they can save a lot of electricity. Sarina will show us the advantages and risks of LEDs and discuss the latest development, UV LEDs. After these two presentations, we have planned plenty of time for discussion and questions, because there will certainly be plenty to talk about. At the end of Saturday, Rayana Vuillemain will introduce us to the Association Caméléon Centre Conservation (Switzerland) – this is the only presentation in English.

Sunday will be another colourful day: Lars Dwinger will report on a Madagascar trip to the southern highlands and the central east of the island. He travelled between carpet chameleons and rice fields as well as in the rainforest of Ranomafana, where he met a variety of small and large chameleons. Markus Grimm will conclude with an overview of Chamaeleo chamaeleon in its natural habitat in Europe as well as keeping and breeding them in terrariums.

We are very much looking forward to a nice meeting and many chameleon friends!

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[:de]Vortrag in Neunkirchen über Madagaskar[:en]Presentation in Neunkirchen about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Neunkirchen über Madagaskar[:en]Presentation in Neunkirchen about Madagascar[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Die Sprecherin der AG Chamäleons zeigt am 13. Januar 2023 in Neunkirchen (Saarland) einen bilderreichen Vortrag über nicht nur, aber auch sehr viele Chamäleons. Madagaskar, gelegen im Indischen Ozean gut 400 km östlich des Festlands von Afrika, ist für seine extrem hohe Artenvielfalt bekannt. Die absoluten Hot Spots liegen dabei an der Ostküste der Insel – Grund genug, sich auf ein Abenteuer im Norden Madagaskars aufzumachen!

Die Reise führt von der Hauptstadt Antananarivo mit einem winzigen Flugzeug nach Maroantsetra. Ein sanfter Einstieg ins Camping findet sich auf der Insel Nosy Mangabe, die zum Nationalpark Masoala gehört. Die goldenen Sandstrände der „Insel der Blattschwanzgeckos“ erzählt von diebischen Lemuren, leuchtenden Skorpionen und Schlangen, die man bevorzugt hinter der provisorischen Küche findet. Das Flugzeug bringt die Reisenden anschließend nach Sambava, der heimlichen Hauptstadt der Vanille. Zu Fuß geht es zur Expedition ins heilige Gebirgsmassiv von Marojejy. In der Tropenhitze sind die steilen Schluchten und ständigen Anstiege kein einfaches Terrain. Doch Marojejy ist ein Paradies für Herpetologen: Schier unzählige Chamäleons, Geckos, Schlangen, Insekten und anderes Getier lassen sich hier mit etwas Glück und Geschick finden. Nicht zuletzt sind die Höhenlagen des mystischen Regenwaldes auch die Heimat der „Engel des Waldes“, der vom Aussterben bedrohte Seidensifakas.

Danach geht es etwas bequemer im Geländewagen weiter: Auf der berüchtigten RN5 über Vohémar in den Trockenwald von Loky Manambato – ein trockenes Kontrastprogramm! Über Ambilobe, Ambanja und Ankarana lockt dann das letzte Ziel der Abenteuerreise: Der fantastische Regenwald des Montagne d’Ambre, einem Paradies für Camper, Chamäleonfreunde, Froschliebhaber und Schlangenfreaks. Auf dieser Reise kommt jeder auf seine Kosten – nur der Luxus bleibt etwas auf der Strecke.

Dr. Alexandra Laube Camping mit Chamäleons – Madagaskars Nordostküste
DGHT Regionalgruppe Saar-Pfalz
Zooschule des Neunkirchner Zoos
Zoostraße 25
66538 Neunkirchen
Einlass ab 18.30 Uhr, Vortragsbeginn 19 Uhr

Foto: Calumma guillaumeti in Marojejy, fotografiert von Dr. Alexandra Laube[:en]

The spokeswoman of the AG Chamäleons will give a lecture rich in pictures about not only, but also very many chameleons on 13th January 2023 in Neunkirchen (Saarland). Madagascar, located in the Indian Ocean a good 400 km east of the African mainland, is known for its extremely high biodiversity. The absolute hot spots are on the east coast of the island – reason enough to set out on an adventure in the north of Madagascar!

The journey takes you from the capital Antananarivo to Maroantsetra by tiny plane. A gentle introduction to camping can be found on the island of Nosy Mangabe, part of Masoala National Park. The golden sandy beaches of the „island of the leaf-tailed geckos“ tell tales of thieving lemurs, glowing scorpions and snakes, which are preferably found behind the makeshift kitchen. The plane then takes the travellers to Sambava, the secret capital of vanilla. On foot, the expedition heads to the sacred mountain massif of Marojejy. In the tropical heat, the steep gorges and constant climbs are not easy terrains. But Marojejy is a paradise for herpetologists: almost innumerable chameleons, geckos, snakes, insects and other creatures can be found here with a little luck and skill. Last but not least, the high altitudes of the mystical rainforest are also home to the „angels of the forest“, the endangered silky sifakas.

Afterwards, the journey continues somewhat more comfortably in an off-road vehicle: on the notorious RN5 via Vohémar into the dry forest of Loky Manambato – a dry contrast programme! Via Ambilobe, Ambanja and Ankarana, the last destination of the adventure trip beckons: The fantastic rainforest of the Montagne d’Ambre, a paradise for campers, chameleon lovers, frog lovers and snake freaks. On this trip, everyone gets their money’s worth – only luxury falls somewhat by the wayside.

Dr. Alexandra Laube Camping with Chameleons – Madagascar’s north east coast
DGHT Regionalgruppe Saar-Pfalz
Zoo school of Zoo Neunkirchen
Zoostraße 25
66538 Neunkirchen
Admission is from 6.30 p.m., lecture begins at 7 p.m.

Picture: Calumma guillaumeti in Marojejy, photographed by Dr. Alexandra Laube[:]

[:de]Vortrag in Frankfurt über Madagaskar[:en]Lecture in Frankfurt about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Frankfurt über Madagaskar[:en]Lecture in Frankfurt about Madagascar[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Die Sprecherin der AG Chamäleons zeigt am 21. Oktober 2022 in Frankfurt am Main einen bildgewaltigen Vortrag über nicht nur, aber auch sehr viele Chamäleons. Madagaskar, gelegen im Indischen Ozean gut 400 km östlich des Festlands von Afrika, ist für seine extrem hohe Artenvielfalt bekannt. Doch der wilde Westen Madagaskar ist vor allem eins: Heiß und trocken. Da kann eigentlich nichts überleben – oder? Das Ende der Regenzeit ist die beste Reisezeit fürs Herping auf Madagaskar: Zeit also, sich dorthin aufzumachen, wo der Pfeffer wächst, und nachzusehen, was es mit dem trockenen wilden Westen auf sich hat. Ein herpetologisches Abenteuer!

Die Reise führt von der Hauptstadt Antananarivo durchs Hochland bis zum Nationalpark Ankarafantsika, der entgegen der gängigen Meinung nicht nur Vögel zu bieten hat. Danach geht es weiter bis in die Westküstenstadt Mahajanga an der Bucht von Bombetoka. Die gegenüber liegende Landzunge von Katsepy hat mit einem für ausgestorben gehaltenen Chamäleon erst vor zwei Jahren eines ihrer größten Geheimnisse preisgegeben. Das weiter südlich gelegene Morondava am Meer ist die Heimat der berühmten Baobab-Allee. Unweit davon liegt der Wald von Kirindy, in dem wohl kein Tier ganz normal ist: Ein kathamerales Raubtier mit Klitorisknochen, der kleinste Mausmaki der Welt, eine Kängururatte, das kurzlebigste Chamäleon der Erde und eine Schildkröte namens Kapidolo sind nur einige der seltsamen Bewohner Kirindys. Von dort führt die Reise offroad im Sand weiter in den Süden, an den Baobabwäldern von Andavadoaka vorbei an die Strände von Ifaty. In zwei Dornwäldern nördlich und südlich der Küstenstadt Toliara finden sich in der trockenen Hitze Madagaskars eine ganze Menge Reptilien, die es zu besuchen lohnt.

Dr. Alexandra Laube Der wilde Westen Madagaskars
DGHT Stadtgruppe Frankfurt am Main
Zooschule des Zoo Frankfurt
Bernhard-Grzimek-Allee 1
60316 Frankfurt am Main
Einlass ab 18.30 Uhr, Vortragsbeginn 19 Uhr

Foto: Furcifer voeltzkowi in Katsepy, fotografiert von Dr. Alexandra Laube

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The spokeswoman of the AG Chamäleons will be giving a visually stunning talk about not only, but also a great many chameleons on 21 October 2022 in Frankfurt am Main. Madagascar, located in the Indian Ocean a good 400 km east of mainland Africa, is known for its extremely high biodiversity. But the wild west of Madagascar is one thing above all: hot and dry. Nothing can really survive there – can it? The end of the rainy season is the best time to go herping in Madagascar: time to go where the pepper grows and see what the dry wild west is all about. A herpetological adventure!

The journey leads from the capital Antananarivo through the highlands to Ankarafantsika National Park, which, contrary to popular belief, has more to offer than just birds. Then it continues to the west coast town of Mahajanga on the Bay of Bombetoka. The opposite headland of Katsepy revealed one of its greatest secrets only two years ago with a chameleon thought to be extinct. Morondava, further south by the sea, is home to the famous Baobab Avenue. Not far from there is the Kirindy forest, where probably no animal is quite normal: a cathameral predator with clitoris bones, the world’s smallest mouse maki, a kangaroo rat, the shortest-lived chameleon on earth and a turtle called Kapidolo are just some of Kirindy’s strange inhabitants. From there, the journey continues off-road in the sand to the south, past the baobab forests of Andavadoaka to the beaches of Ifaty. In two spiny forests north and south of Toliara, day geckos, even more turtles and snakes can be found.

Dr Alexandra Laube The Wild West of Madagascar
DGHT City Group Frankfurt am Main
Zoo School of Frankfurt Zoo
Bernhard-Grzimek-Allee 1
60316 Frankfurt am Main
Admission is from 6.30 p.m., lecture begins at 7 p.m.

Photo: Furcifer voeltzkowi in Katsepy, photographed by Dr Alexandra Laube

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[:de]Entstehung der Artenvielfalt von Chamäleons[:en]Species diversification in chameleons[:]

[:de]Entstehung der Artenvielfalt von Chamäleons[:en]Species diversification in chameleons[:]

Wissenschaft

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Aus früheren Studien weiß man, dass sich die ersten Chamäleons in der späten Kreidezeit, etwa vor 90 Millionen Jahren, auf dem Festland Afrikas entwickelten. Etwa an der Grenze zwischen Kreidezeit und Tertiär, vor rund 65 Millionen Jahren, begannen sich verschiedene Arten zu entwickeln. Unklar ist bis heute, welche Faktoren zur Artenvielfalt beigetragen haben. Zwei Forscher der Swansea Universität in Wales haben nun mit verschiedenen Berechnungsmodellen der Phylogenetik untersucht, was die Diversifikation (die Aufsplittung der Chamäleons in viele verschiedene Arten) beeinflusst haben könnte.

Zum einen untersuchten sie die Diversifikation der Chamäleon-Arten auf Madagaskar. Es gibt evolutionsgeschichtlich zwei Zeitpunkte, an denen sich Chamäleons offenbar übers Meer vom Festland Afrikas nach Madagaskar ausbreiteten. Einer liegt etwa 65 Millionen Jahre in der Vergangenheit, der andere 45 Millionen Jahre. Man könnte nun denken, dass die klimatisch extrem unterschiedlichen Lebensräume auf Madagaskar die Artentwicklung nach der Verbreitung übers Meer sehr schnell vorangetrieben haben könnten. Zur Überraschung der Forscher fand sich jedoch kein Hinweis darauf. Der Artenreichtum an Chamäleons auf Madagaskar muss also daher kommen, dass sich Chamäleons dort schon sehr früh verbreiteten und damit einfach nur sehr viel mehr Zeit hatten, sich zu verschiedenen Arten zu entwickeln, als anderswo.

Des Weiteren untersuchten die Forscher, ob der Wechsel zwischen zwei Ökomorphen – von Boden bewohnenden Stummelschwanzchamäleons zu Baum bewohnenden Chamäleons mit längeren Schwänzen – einen Einfluss auf die Artenvielfalt hatte. Eher überraschend war, dass dies nicht der Fall zu sein schien. Die Entwicklung zu Baumbewohnern mit längeren Schwänzen fand relativ früh zu ein oder zwei Gelegenheiten statt. Es konnten keine Hinweise darauf gefunden werden, dass der Wechsel zwischen Ökomorphen die Diversifizierung beschleunigt hätte. Stattdessen stellte sich heraus, dass Artbildungsraten sich in den letzten 60 Millionen Jahren immer weiter verlangsamten. Nur ein sehr früher Verbreitungsevent der Gattung Bradypodion in Südafrika vor rund 10 Millionen Jahren ging  mit einer doppelt bis vierfachen Artbildungsrate einher.

Als dritten Studienschwerpunkt untersuchten die Forscher die Gattung Bradypodion. Während des Klimawandels im Miozän vor rund 10 Millionen Jahren veränderten sich Südafrika sehr stark. Wälder verschwanden, zurück blieben isolierte Waldlebensräume und dazwischen Savannen, die heute zum Teil  sogenannte Hot Spots der Artenvielfalt sind. In zwei davon, der Cape Floristic Region am südwestlichen Zipfel Südafrikas und Maputuland-Pondoland-Albany an der Ostküste Südafrikas, kommen besonders viele Bradypodion-Arten vor. Jede Art ist dabei auf ein geografisch sehr klar begrenztes Gebiet limitiert. Die Forscher vermuten deshalb, dass sich Bradypodion-Arten tatsächlich unter Einfluss der Lebensraum-Veränderung schneller entwickelt haben. Es ist anzumerken, dass die Diversifikationsrate der Gattung Bradypodion wahrscheinlich eher unterschätzt wird, da noch von etlichen versteckten Arten auszugehen ist.

Diversification dynamics of chameleons (Chamaeleonidae)
Stephen Giles, Kevin Arbuckle
Journal of Zoology, 2022
DOI: 10.1111/jzo.13019[:en]

From earlier studies, we know that the first chameleons evolved in the late Cretaceous, about 90 million years ago, on mainland of Africa. Around the border between the Cretaceous and Tertiary periods, about 65 million years ago, different species began to evolve. It is still unclear today which factors contributed to the diversity of species. Two researchers from Swansea University in Wales have now used various computational models of phylogenetics to investigate what might have influenced diversification (the splitting of chameleons into many different species).

First, they studied the diversification of chameleon species in Madagascar. In terms of evolutionary history, there are two points in time when chameleons apparently spread across the sea from mainland Africa to Madagascar. One is about 65 million years in the past, the other 45 million years. You could now think that the climatically extremely different habitats in Madagascar could have driven the evolution of the species very quickly after the spread across the sea. To the surprise of the researchers, however, no evidence of this was found. The species richness of chameleons on Madagascar must therefore come from the fact that chameleons spread there very early and thus simply had much more time to develop into different species than elsewhere.

Furthermore, the researchers investigated whether switching between two ecomorphs – from ground-dwelling stub-tailed chameleons to tree-dwelling chameleons with longer tails – had an impact on species diversity. Rather surprisingly, this did not seem to be the case. The evolution to tree-dwellers with longer tails occurred relatively early on one or two occasions. No evidence could be found that different ecomorphs accelerated diversification. Instead, speciation rates were found to slow down progressively over the last 60 million years. Only a very early dispersal event of the genus Bradypodion in South Africa around 10 million years ago was accompanied by a two- to fourfold diversification rate.

As a third focus of the study, the researchers examined the genus Bradypodion. During the climate change in the Miocene around 10 million years ago, South Africa changed a lot. Forests disappeared, leaving behind isolated forest habitats and, in between, savannahs, some of which are now so-called hot spots of biodiversity. Two of them, the Cape Floristic Region at the southwestern tip of South Africa and Maputuland-Pondoland-Albany on the east coast of South Africa, are home to a particularly large number of Bradypodion species. Each species is limited to a geographically very clearly defined area. The researchers, therefore, suspect that Bradypodion species have actually evolved faster under the influence of habitat change. It should be noted that the diversification rate of the genus Bradypodion is probably rather underestimated, as there are still many hidden species to be assumed.

Diversification dynamics of chameleons (Chamaeleonidae)
Stephen Giles, Kevin Arbuckle
Journal of Zoology, 2022
DOI: 10.1111/jzo.13019[:]

[:de]Für Kurzentschlossene: Live-Stream über Madagaskar[:en]For those on short notice: Live stream about Madagascar[:]

[:de]Für Kurzentschlossene: Live-Stream über Madagaskar[:en]For those on short notice: Live stream about Madagascar[:]

Live Stream Reiseberichte Vorträge Webinare

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Für Kurzentschlossene gibt es morgen, am Samstag, den 08. Oktober 2022, eine spontane Chance auf einen besonders schönen Vortrag. AG-Mitglied Lars Dwinger zeigt gemeinsam mit Jutta Dwinger am einen bilderreichen Vortrag, der via Live-Stream online übetragen wird. Die Gelegenheit für alle, die Vorträge lieber gemütlich von der Couch aus verfolgen oder für die schlicht die Anreise nach Niedersachsen zu weit ist.

Die beiden Dwingers bereisten in diesem Jahr den Norden Madagaskars, der bekannt ist für seine extreme Artenvielfalt. Los geht die Reise im Nationalpark Marojejy, der sich über die Schluchten und steilen Hängen des gleichnamigen Gebirges erstreckt. Dort gibt es extrem selten fotografierte Chamäleons, aber auch einen großen Artenreichtum an Fröschen, Schlangen und Geckos zu sehen. Danach führte die Reise über die Ostküstenstädte Sambava und Vohémar in den Trockenwald von Daraina. Als nächstes Etappenziel standen die weltberühmten Tsingys im Nationalpark Ankarana auf dem Plan. Selbst in diesen beiden Trockenwäldern findet sich viel kleines und großes Leben. Den Abschluss macht das Camping inmitten eines Chamäleonparadieses: Dem Montagne d’Ambre im hohen Norden Madagaskars. Zwischen winzigen Erdchamäleons, die gerade auf eine Fingerkuppe passen, und den sanften Riesen des Regenwaldes begegnen den beiden Hamburgern auf dieser Reise viele faszinierende Geschöpfe.

Lars und Jutta Dwinger Streifzug durch vier Nationalparks im Norden Madagaskars
Arbeitskreis Wirbellose in Binnengewässern e.V.
Live-Stream Vortrag nochmal ansehen
Hotel & Restaurant Fricke
Hämelerwald
Niedersachsenstraße 8
31275 Lehrte
Vortragsbeginn 17 Uhr

Foto: Brookesia vadoni in Marojejy, fotografiert von Jutta Dwinger[:en]

For those who make up their minds at short notice, there is a spontaneous chance to attend a particularly beautiful lecture tomorrow, Saturday, 08 October 2022. Together with Jutta Dwinger, AG member Lars Dwinger will give a lecture full of pictures, which will be broadcast online via live stream. This is an opportunity for all those who prefer to watch lectures from the comfort of their couch or for whom the journey to Lower Saxony is simply too far. Language will be German.

This year, the two Dwingers travelled to the north of Madagascar, which is known for its extreme biodiversity. The journey begins in the Marojejy National Park, which stretches across the gorges and steep slopes of the mountain range of the same name. There you can see exceptionally rarely photographed chameleons, but also a great variety of frogs, snakes and geckos. Afterwards, the journey led via the east coast towns of Sambava and Vohémar to the dry forest of Daraina. The next stop was the world-famous Tsingys in Ankarana National Park. Even in these two dry forests, there is a lot of small and big life. The final stop was camping in the middle of a chameleon paradise: The Amber Mountain in the far north of Madagascar. Between tiny earth chameleons that just fit on the tip of a finger and the gentle giants of the rainforest, the two Hamburgers encounter many fascinating creatures on this trip.

Lars und Jutta Dwinger Foray through four national parks in northern Madagascar
Arbeitskreis Wirbellose in Binnengewässern e.V.
Live-Stream Watch the video
Hotel & Restaurant Fricke
Hämelerwald
Niedersachsenstraße 8
31275 Lehrte
Lecture starts at 5 pm 17 Uhr

Picture: Brookesia vadoni in Marojejy, photographed by Jutta Dwinger[:]