[:de]Trioceros jacksonii suchen neuen Halter[:en]Trioceros jacksoniis looking for a new home[:]

[:de]Trioceros jacksonii suchen neuen Halter[:en]Trioceros jacksoniis looking for a new home[:]

Abzugeben AG Interna Allgemeines

[:de]

Ein Halter hat sich an uns als AG Chamäleons gewandt, da er neue Halter für seine drei Trioceros jacksonii jacksonii sucht. Abzugeben sind zwei Männchen und ein Weibchen (2.1). Eines der Männchen wurde 2020 bereits adult gekauft. Zusammen mit einem leider verstorbenen Weibchen hatte es dann Nachzuchten, von denen noch zwei beim Halter verblieben sind. Die beiden Nachzuchten sind ein Männchen und ein Weibchen, die im November 2020 geboren sind. Alle drei Chamäleons fressen sehr gut und sind tägliches Handling bisher nicht gewohnt. Bei Interesse an einer Übernahme der Tiere gerne einfach eine E-Mail an info@agchamaeleons.de schreiben.

Nachtrag 27.09.2023: Alle drei Tiere haben einen neuen Halter gefunden.

[:en]

A keeper has contacted us as AG Chamäleons because he is looking for new keepers for his three Trioceros jacksonii jacksonii. Two males and one female (2.1) are for sale. One of the males was bought in 2020 already adult. Together with a female that unfortunately died, it then had offspring, of which two still remain with the owner. The two offspring are a male and a female born in November 2020. All three chameleons eat very well and are not used to daily handling. If you are interested in adopting the animals, please send an email to info@agchamaeleons.de.

Addendum 27.09.2023: All three animals have found a new owner.

 

 [:]

[:de]Offener Brief an die EU-Kommission bezüglich Lampenverbot[:en]Open letter to the EU Commission regarding the lamp ban[:]

[:de]Offener Brief an die EU-Kommission bezüglich Lampenverbot[:en]Open letter to the EU Commission regarding the lamp ban[:]

Allgemeines

[:de]

Die Europäische Union plant, ab 2027 quecksilberhaltige Lampen und Glühbirnen ausnahmslos zu verbieten. Das betrifft in der Terraristik so gut wie alle genutzten Lampen, die auch in der Chamäleonhaltung eingesetzt werden, beispielsweise Leuchtstoffröhren und Metalldampflampen. Einige sind bereits verboten. Diese Lampen sind für die Haltung unverzichtbar, sogar lebensnotwendig. Bisher war in der EU-Gesetzgebung unter EU 1194/2012 stets eine Ausnahme für „spezielle Zwecke“ wie Tierhaltung gemacht worden. Diesmal ist jedoch keine Ausnahme vorgesehen! Ein solches Verbot würde unzählige Tierhaltungen unmöglich machen, bei Privathaltern genauso wie in Zoos und Artenschutz-Projekten. Deshalb haben eine ganze Reihe von Vereinen, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, der die AG Chamäleons angehört, gestern einen offenen Brief an die EU-Kommission geschickt.

Der offene Brief kann hier kostenlos heruntergeladen und gelesen werden. Bitte unterstützt das Anliegen und teilt den offenen Brief weitläufig weiter, damit auch andere Tierhalter auf die aktuelle Lage aufmerksam werden. Wir brauchen starke Verbände wie die DGHT, die unser Anliegen auf EU-Ebene vertreten! Schreibt gerne auch euren Europa-Abgeordneten, damit sie von diesem Thema überhaupt Wind bekommen.

[:en]

The European Union plans to ban mercury-containing lamps and light bulbs without exception from 2027. In terrarium keeping, this will affect almost all lamps that are also used in chameleon keeping, such as fluorescent tubes and metal halide lamps. Some are already banned. These lamps are indispensable, even vital, for keeping chameleons. So far, EU legislation under EU 1194/2012 had always made an exception for „special purposes“ such as animal husbandry. This time, however, no exception is provided! Such a ban would make countless animal husbandries impossible, for private keepers as well as in zoos and species conservation projects. Therefore, a number of associations, including the German Society for Herpetology and Terrarial Science, of which AG Chamäleons is a member, sent an open letter to the EU Commission yesterday.

The open letter can be downloaded and read free of charge here. Please support the cause and share the open letter widely so that other keepers become aware of the current situation. We need strong associations like the DGHT to represent our concerns at EU level! Please also write to your MEPs so that they get wind of this issue.

[:]

[:de]Tagungsort 2024 steht fest[:en]Location for the 2024 conference[:]

[:de]Tagungsort 2024 steht fest[:en]Location for the 2024 conference[:]

AG Interna Allgemeines

[:de]

Jetzt steht es fest: Wir treffen uns zur Tagung 2024 im wunderschönen Fulda in Hessen. Tagungsort ist der Stadtgasthof Drei Linden in der Neuenberger Str. 37 in 36041 Fulda. Die Zimmer wurden erst kürzlich renoviert, das Essen vor Ort ist gut und ein eigener Biergarten samt Spielplatz für Kinder steht ebenfalls zur Verfügung. WICHTIG: Zimmerbuchungen im Stadtgasthof Drei Linden sind erst ab Januar 2024 möglich! Vom Gasthof sind es zehn Minuten zu Fuß in die historische Innenstadt von Fulda. Wer also nicht direkt vor Ort übernachten möchte, findet in Fulda selbst alle Möglichkeiten. Fulda verfügt über einen ICE-Bahnhof und ist aus allen Richtungen Deutschland in wenigen Stunden zu erreichen. Weitere Informationen folgen, sobald das Tagungsprogramm feststeht.

[:en]

The decision has now been made: we will meet for the 2024 conference in beautiful Fulda in Hesse. The venue is the Stadtgasthof Drei Linden in Neuenberger Str. 37 in 36041 Fulda. The rooms have recently been renovated, the food on site is good and there is also a beer garden and playground for children. IMPORTANT: Room bookings at the Stadtgasthof Drei Linden are only possible from January 2024! It is a ten-minute walk from the inn to the historic centre of Fulda. So if you don’t want to stay overnight directly on site, you’ll find all the options in Fulda itself. Fulda has an ICE train station and can be reached from all directions in Germany within a few hours. More information will follow as soon as the conference programme has been finalised.

[:]

[:de]Vortrag in Neu-Ulm über die Türkei[:en]Presentation in Neu-Ulm about Turkey[:]

[:de]Vortrag in Neu-Ulm über die Türkei[:en]Presentation in Neu-Ulm about Turkey[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Am Samstag, 16. September 2023, halten Laura und Bobby Bok einen Vortrag über herpetologische Reisen in die Türkei. Die Herpetofauna Anatoliens ist erstaunlich vielfaltig – nicht zu Unrecht wird es auch „Kleinasien“ genannt. Hier treffen sich Reptilien aus dem Balkan, dem Kaukasus, Mittelasiens und den Wüsten Arabiens. Von Schildkröten bis zum kleinsten Gecko – aus Anatolien kann man viel erzählen!

Laura und Bobby Bok Türkiye vom Trabzon bis zum Taurus
DGHT Stadtgruppe Ulm
Il Mio Ristorante
Europastraße 15 (Am Mutenhölzle)
89231 Neu-Ulm
Vortragsbeginn 18.30 Uhr[:en]

On Saturday, 16 September 2023, Laura and Bobby Bok will give a talk on herpetological trips to Turkey. The herpetofauna of Anatolia is astonishingly diverse – not without reason it is also called „Asia Minor“. Reptiles from the Balkans, the Caucasus, Central Asia and the deserts of Arabia meet here. From turtles to the smallest gecko – there is a lot to tell from Anatolia!

Laura und Bobby Bok Türkiye from Trabzon to the Taurus
DGHT city group Ulm
Il Mio Ristorante
Europastraße 15 (Am Mutenhölzle)
89231 Neu-Ulm
Begin at 6.30 p.m.
[:]

[:de]Vortrag in Kassel über Marokko[:en]Presentation in Kassel about Morocco[:]

[:de]Vortrag in Kassel über Marokko[:en]Presentation in Kassel about Morocco[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Am Samstag, 16. September 2023, hält Uwe Prokoph einen Vortrag über eine herpetologische Reise in die Westsahara und den Süden Marokkos. Obwohl die Landschaft dort auf den ersten Blick eher lebensfeindlich scheint, gibt es doch viel zu entdecken, gerade an Reptilien!

Uwe Prokoph Wüstenwunderwelten
DGHT Stadtgruppe Kassel
Haus Schönewald
Wilhelmstraße 17
34233 Fuldatal
ab 18.00 Uhr[:en]

On Saturday, 16 September 2023, Uwe Prokoph will give a lecture on a herpetological journey to the Western Sahara and the south of Morocco. Although the landscape there seems rather hostile at first glance, there is a lot to discover, especially in reptiles!

Uwe Prokoph Desert Wonderworlds
DGHT Stadtgruppe Kassel
House Schönewald
Wilhelmstraße 17
34233 Fuldatal
from 6 o’clock p.m.[:]

[:de]Vortrag in Hamburg über Madagaskar[:en]Lecture in Hamburg about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Hamburg über Madagaskar[:en]Lecture in Hamburg about Madagascar[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

AG-Mitglied Lars Dwinger zeigt gemeinsam mit Jutta Dwinger am Freitag, den 15. September 2023, einen bilderreichen Vortrag in Schleswig-Holstein. Die beiden bereisten im letzten Jahr den Norden Madagaskars, der bekannt ist für seine extreme Artenvielfalt.

Los geht die Reise im Nationalpark Marojejy, der sich über die Schluchten und steilen Hängen des gleichnamigen Gebirges erstreckt. Dort gibt es extrem selten fotografierte Chamäleons, aber auch einen großen Artenreichtum an Fröschen, Schlangen und Geckos zu sehen. Danach führte die Reise über die Ostküstenstädte Sambava und Vohémar in den Trockenwald von Daraina. Als nächstes Etappenziel standen die weltberühmten Tsingys im Nationalpark Ankarana auf dem Plan. Selbst in diesen beiden Trockenwäldern findet sich viel kleines und großes Leben. Den Abschluss macht das Camping inmitten eines Chamäleonparadieses: Dem Montagne d’Ambre im hohen Norden Madagaskars. Zwischen winzigen Erdchamäleons, die gerade auf eine Fingerkuppe passen, und den sanften Riesen des Regenwaldes begegnen den beiden Hamburgern auf dieser Reise viele faszinierende Geschöpfe.

Lars und Jutta Dwinger Streifzug durch vier Nationalparks im Norden Madagaskars
Terrarien-Freunde-Hamburg e.V.
Vereinsheim des SC Condor (5 min vom U-Bahnhof Farmsen zu Fuß!)
Berner Heerweg 188
22159 Hamburg
Vortragsbeginn 18 Uhr

Foto: Brookesia betschi in Marojejy, fotografiert von Jutta Dwinger[:en]

Together with Jutta Dwinger, AG member Lars Dwinger will be giving a presentation full of pictures in Schleswig-Holstein on Friday, 15th September 2022. Last year, the two travelled to the north of Madagascar, which is known for its extreme biodiversity.

The journey begins in the Marojejy National Park, which stretches across the gorges and steep slopes of the mountain range of the same name. There you can see extremely rarely photographed chameleons, but also a great variety of frogs, snakes and geckos. Afterwards, the journey led via the east coast towns of Sambava and Vohémar to the dry forest of Daraina. The next stop was the world-famous Tsingys in Ankarana National Park. Even in these two dry forests, there is a lot of small and big life. The final stop was camping in the middle of a chameleon paradise: The Montagne d’Ambre in the far north of Madagascar. Between tiny earth chameleons that just fit on the tip of a finger and the gentle giants of the rainforest, the two Hamburgers encounter many fascinating creatures on this trip.

Lars und Jutta Dwinger  Foray through four national parks in the north of Madagascar
Terrarien-Freunde-Hamburg e.V.
Vereinsheim des SC Condor
Berner Heerweg 188
22159 Hamburg
Start of the presentation at 6 p.m.

Picture: Brookesia betschi in Marojejy, photographed by Jutta Dwinger[:]

[:de]Chamäleons in der Mythologie[:en]Chameleons in mythology[:]

[:de]Chamäleons in der Mythologie[:en]Chameleons in mythology[:]

Allgemeines Zeitungsartikel

[:de]

Mit seinen unabhängig voneinander beweglichen Augen, der schießenden Zunge und der Fähigkeit zum Farbwechsel war das Chamäleon schon in der Antike Gegenstand von Aberglaube und Mythen – und ist es bis heute vielerorts geblieben. Ein jetzt erschienener Artikel von Prof. Dr. Wolfgang Böhme und Naturhistoriker Thore Koppetsch beschäftigt sich mit genau diesem Thema.

Der Inhalt reicht vom sogenannten Brooklyn-Papyrus, das ein nach wie vor ungeklärtes „Farben wechselndes“ Wesen der Antike beschrieb, bis zu skurrilen Ereignissen mit Muttermilch und Chamäleons im Gambia unserer Zeit. Der wohl älteste schriftliche Nachweis eines Chamäleons stammt aus Griechenland, von Aristoteles persönlich, der von 384 bis 322 vor Christus lebte. Auf das Griechische, geht vermutlich auch der Begriff Chamäleon selbst zurück: chamai und leon wurden zusammengesetzt zum „Erdlöwen“. Ganz unumstritten ist diese Deutung für die Herkunft des Wortes jedoch nicht. Der Artikel beschäftigt sich des Weiteren mit Aberglauben auf der Insel Samos, in Marokko, Tunesien, Togo, Benin, Kamerun sowie auf Madagaskar und der Nutzung von Chamäleons für Pseudomedizin und Okkultismus.

Chamäleons in der Mythologie der Völker
Wolfgang Böhme, Thore Koppetsch
Koenigiana 17, 2023, pp. 39-50
DOI: nicht vorhanden[:en]

With its independently moving eyes, shooting tongue and ability to change colour, the chameleon was already the subject of superstition and myths in ancient times – and has remained so in many places to this day. An article now published by Prof. Dr. Wolfgang Böhme and natural historian Thore Koppetsch deals with precisely this topic.

The content ranges from the so-called Brooklyn Papyrus, which described a still unexplained „colour-changing“ creature of antiquity, to bizarre events involving mother’s milk and chameleons in the Gambia of our time. Probably the oldest written record of a chameleon comes from Greece, from Aristotle himself, who lived from 384 to 322 BC. The term chameleon itself probably goes back to the Greek: chamai and leon were put together to form „earth lion“. However, this interpretation of the origin of the word is not entirely undisputed. The article also deals with superstitions on the island of Samos, in Morocco, Tunisia, Togo, Benin, Cameroon and Madagascar, and the use of chameleons for pseudo-medicine and occultism.

Chamäleons in der Mythologie der Völker
Wolfgang Böhme, Thore Koppetsch
Koenigiana 17, 2023, pp. 39-50
DOI: nicht vorhanden[:]

[:de]Chamaeleo arabicus Nachzuchten in der AG[:en]Chamaeleo arabicus juveniles in the AG[:]

[:de]Chamaeleo arabicus Nachzuchten in der AG[:en]Chamaeleo arabicus juveniles in the AG[:]

Nachzuchten

[:de]

Das arabische Chamäleon, Chamaeleo arabicus, ist in Europa zur Zeit kaum in Zucht. Umso erfreulicher ist es, dass diese Woche ein ganzes Gelege in der Schweiz und in Deutschland erfolgreich geschlüpft ist! Herzlichen Glückwunsch an Franziska von Ballmoos-Gasser, bei der die abgebildeten Jungtiere leben. Die Elterntiere hatte Franziska im Winter 2021 an Rolf Attinger übergeben, bei dem sie sich 2022 paarten. Nachdem Rolf unerwartet verstarb, nahm Franziska die Tiere und etliche Eier zurück. Ein Teil der Eier wurde nach Deutschland zu einem guten Freund von Rolf gegeben, die übrigen blieben in der Schweiz. Nun sind in der Schweiz 9 und in Deutschland 14 agile, gut aussehende Jungtiere geschlüpft. Ziel ist es, sich Rolfs Erfolg mit der Art anzuschließen und die Art mit der gleichen Freude weiter zu züchten. In Zukunft sollen irgendwann legale Nachzuchten von Chamaeleo arabicus in Europa angeboten werden. Wir hoffen sehr, dass alles weiter klappt und noch viele Halter Freude an der Art haben können!

[:en]

The Arabian chameleon, Chamaeleo arabicus, is hardly ever bred in Europe at the moment. So it is all the more pleasing that this week a whole clutch of chameleons hatched successfully in Switzerland and Germany! Congratulations to Franziska von Ballmoos-Gasser, where the pictured hatchlings live. Franziska had given the parents to Rolf Attinger in winter 2021, where they successfully mated in 2022. After Rolf died unexpectedly, Franziska took back the animals and several eggs. Some of the eggs were given to a good friend of Rolf in Germany, the rest remained in Switzerland. Now 9 agile, good-looking youngsters have hatched in Switzerland and 14 in Germany. The aim is to join Rolf’s success with the species and to continue breeding the species with the same joy. At some point in the future, legal offspring of Chamaeleo arabicus should be offered in Europe. We sincerely hope that everything will continue to work out and that many more keepers will be able to enjoy the species!

[:]

[:de]Floridas eingeschleppte Pantherchamäleons[:en]Concerning Florida’s introduced panther chameleons[:]

[:de]Floridas eingeschleppte Pantherchamäleons[:en]Concerning Florida’s introduced panther chameleons[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Der „Sunshine State“ Florida in den USA verfügt wegen seines warmen Klimas über die größte Zahl nicht-einheimischer Arten an Reptilien weltweit. Zu den invasiven Arten, also solchen, die eigentlich nicht nach Florida gehören, sich aber dort inzwischen vermehren, gehört das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis). Eine Studie ist nun der Frage nachgegangen, was eigentlich die menschlichen Einwohner Floridas von den Chamäleons halten.

Es wird schon seit Längerem diskutiert, ob Pantherchamäleons zu den Arten gehören, die gezielt zwecks „Ranching“ ausgesetzt wurden, das heißt um die Nachkommen der ausgesetzten Chamäleons zum Verkauf einzusammeln. Dass Privatleute Pantherchamäleons absammeln, ist unstrittig. Laut den Autoren werden Ranching-Populationen in Florida meist geheim gehalten. Über Social Media wurden sie 2019 auf eine kleine Population in Orange County aufmerksam. Daraufhin suchten sie mit Taschenlampen nachts nach den Tieren und fanden tatsächlich während mehrerer Begehungen 26 Pantherchamäleons. Sie begegneten dabei mehrfach Privatpersonen, die ebenfalls Chamäleons suchten.

2020 wurden dann Fragebögen persönlich und über Flyer mit QR-Codes an 248 Haushalte verteilt, die sich innerhalb des vermuteten 0,9 km² großen Verbreitungsgebietes der Pantherchamäleon-Population befanden. Gefragt wurde nach Sorgen bezüglich des Vorkommens der Pantherchamäleons, aber auch nach dem vorhandenen Wissen um invasive Arten generell. Die Anwohner wurden außerdem in drei Bereiche eingeteilt: Eine Kernregion, in der mehrfach Chamäleons beobachtet worden waren, eine Randregion mit wenigen Funden und eine Außenregion, in der gar keine Chamäleons mehr gesichtet worden waren.

44 Haushalte beantworteten den Fragebogen. Tatsächlich hatten alle 11 befragten Anwohner in der Außenregion keinerlei Chamäleons gesichtet. Von den 33 befragten Anwohner der Kern- und Randregion gab etwa ein Drittel an, bereits Pantherchamäleons beobachtet zu haben. Genauso viele hatten nachts das Licht von Taschenlampen gesehen. 86% der befragten Anwohner wussten, dass Pantherchamäleons eigentlich nicht in Florida heimisch sind. Nur vereinzelte Anwohner gaben an, sich Sorgen wegen des Vorkommens zu machen. Sieben Anwohner hatten Sammler mit Taschenlampen angesprochen und gaben an, die Sammler hätten alle gesagt, sie würden Chamäleons zu Forschungszwecken suchen. Nur einer der Sammler hatte laut den Anwohnern gesagt, Tiere zum Verkauf zu suchen. Ein Anwohner berichtete von einer Auseinandersetzung, nachdem ihm fremde Personen mehrfach sein Grundstück betreten hatten, um dort nach Chamäleons zu suchen. Ein anderer Anwohner rief wegen einer ganzen Gruppe von Sammlern auf dem Nachbargrundstück die Polizei.

Leider wurde der Fragebogen nach den Suchbemühungen der Autoren selbst ausgegeben, so dass in den Antworten nicht ersichtlich ist, wie viele der Begegnungen mit Anwohnern und wie viele Taschenlampen-Sichtungen die Autoren selbst waren. Bei der Veröffentlichung handelt es sich außerdem um einen Preprint, es hat also noch kein Review-Prozess stattgefunden. Nachtrag: Das Paper wurde in Human-Wildlife Interactions 2024 als Fallbericht veröffentlicht.

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Preprint, 2023
DOI: 10.1101/2023.08.10.552819

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Human-Wildlife Interactions 18(1), 2024

 

Foto: Pantherchamäleon auf Madagaskar, Alex Laube

[:en]

The „Sunshine State“ Florida in the USA has the largest number of non-native species of reptiles in the world because of its warm climate. The panther chameleon (Furcifer pardalis) is one of the invasive species, i.e. those that do not actually belong in Florida but are now reproducing there. A study has now investigated the question of what the human inhabitants of Florida actually think of the chameleons.

It has been discussed for a long time whether panther chameleons belong to the species that were deliberately released for the purpose of „ranching“, i.e. to collect the offspring of the released chameleons for sale. That private individuals collect panther chameleons is not in dispute. According to the authors, ranching populations in Florida are mostly kept secret. They became aware of a small population in Orange County via social media in 2019. They then searched for the animals at night with torches and actually found 26 panther chameleons during several walks. They encountered private individuals on several occasions who were also looking for chameleons.

In 2020, questionnaires were distributed in person and via flyers with QR codes to 248 households located within the presumed 0.9 km² distribution area of the panther chameleon population. They were asked about concerns regarding the occurrence of panther chameleons, but also about existing knowledge about invasive species in general. The residents were also divided into three areas: A core region where chameleons had been observed several times, a peripheral region with few findings, and an outer region where no chameleons had been sighted at all.

44 households answered the questionnaire.  In fact, all 11 interviewed residents in the outer region had not sighted any chameleons. Of the 33 residents interviewed in the core and peripheral region, about a third said they had already observed panther chameleons. The same number had seen the light of torches at night. 86% of the residents surveyed knew that panther chameleons are not actually native to Florida. Only a few residents said they were concerned about the occurrence. Seven residents had approached collectors with torches and said the collectors had all said they were looking for chameleons for research purposes. Only one of the collectors had said he/she was looking for animals to sell, according to the residents. One resident reported an altercation after strangers entered his property several times looking for chameleons. Another resident called the police because of a whole group of collectors on the neighbouring property.

Unfortunately, the questionnaire was given out after the search efforts of the authors themselves, so it is not apparent from the responses how many of the encounters were indeed with people looking for chameleons for sale purposes. The publication is also a preprint, so no review process has taken place yet. Addendum: The paper was published in Human-Wildlife Interactions 2024 as a case report.

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Preprint, 2023
DOI: 10.1101/2023.08.10.552819

Colorful lizards and the conflict of collection
Colin M. Goodman, Natalie M. Claunch, Zachary T. Steele, Diane J. Episcopio-Sturgeon, Christina M. Romagosa
Human-Wildlife Interactions 18(1), 2024

Picture: Alex Laube[:]

[:de]Unbekanntes Chamäleon im Wald von Ivohiboro (Madagaskar) entdeckt[:en]Unknown chameleon discovered in Ivohiboro forest (Madagascar)[:]

[:de]Unbekanntes Chamäleon im Wald von Ivohiboro (Madagaskar) entdeckt[:en]Unknown chameleon discovered in Ivohiboro forest (Madagascar)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Auf Madagaskar gibt es auch heute noch nahezu unerforschte Gebiete. Der Regenwald von Ivohiboro liegt im Südosten der Insel im gleichnamigen Schutzgebiet, südwestlich der südlichsten Ausläufer des Andringitra-Gebirges. Der Wald selbst ist rund 8,58 km² groß und nimmt damit nur einen kleinen Teil des Schutzgebietes ein. Er ist umgeben von Savannen und überspannt Höhenlagen von 650 bis 1460 m über Meeresniveau. Das Schutzgebiet wird derzeit von lokalen Organisationen sowie dem madagassischen Umweltministerium verwaltet. Die letzte Expedition zur Erkundung des Waldes von Ivohiboro fand 1924 statt. Seit 2016 haben nun Forscher aus den USA und Großbritannien sechs Expeditionen in den kleinen Wald unternommen, um die Artenvielfalt an Pflanzen, Vögeln, Säugetieren, Reptilien und Amphibien dort genauer zu untersuchen.

Zum Nachweis von Reptilien und Amphibien wurde der Wald in neun Transekte von rund 200 x 20 m geteilt, die jeweils mehr als 200 m voneinander entfernt waren. Mehrere Tage und Nächte wurden die Transekte durchsucht. Alle gefundenen Tiere wurden dokumentiert und, wenn möglich, bis auf Gattungs- oder Artebene bestimmt.

Im Ergebnis konnten die Wissenschaftler 107 Arten Wirbeltiere und 219 Pflanzen identifizieren. Diese enorme Artenvielfalt unterstreicht die Wichtigkeit, den Wald im Sinne des Artenschutzes zu erhalten und deutet auf ein gut funktionierendes Ökosystem hin. Unter den gefundenen Arten befanden sich zwei Chamäleons: Eine Palleon-Art sowie ein kleines Calumma. Zu ersterer gibt die Publikation leider keine weiteren Informationen. Das kleine Calumma wies einen auffällig blau gefärbten Nasenfortsatz auf, wie er bei Calumma linotum oder Calumma boettgeri im hohen Norden Madagaskar vorkommt. Da genetische Untersuchungen noch fehlen, ist unklar, ob es sich bei diesen Chamäleons um eine extrem weite Erweiterung des Verbreitungsgebietes handelt – Ivohiboro liegt rund 1000 km südlich der Verbreitungsgebiete von Calumma boettgeri und Calumma linotum – oder ob es vielleicht sogar eine neue, noch unbeschriebene Art ist.

A surprising haven: The biodiversity of an old-growth forest amidst a scorched landscape in Madagascar
Beatriz Otero Jimenez, Ren Montaño, Ryan S. Rothman, Rachel C. Williams, Patricia C. Wright
Conservation Science and Practice, 2023
DOI: 10.1111/csp2.12993[:en]

There are still almost unexplored areas on Madagascar today. The Ivohiboro rainforest is located in the southeast of the island in the protected area of the same name, southwest of the southernmost foothills of the Andringitra Mountains. The forest itself is about 8.58 km² in size and thus only occupies a small part of the protected area. It is surrounded by savannahs and spans altitudes from 650 to 1460 m above sea level. The protected area is currently managed by local organisations and Madagascar’s Ministry of Environment. The last expedition to explore the Ivohiboro forest took place in 1924. Since 2016, researchers from the USA and Great Britain have now undertaken six expeditions to the small forest to study the biodiversity of plants, birds, mammals, reptiles, and amphibians there in more detail.

To detect reptiles and amphibians, the forest was divided into nine transects of about 200 x 20 m, each more than 200 m apart. The transects were searched for several days and nights. All animals found were documented and, if possible, identified down to genus or species level.

As a result, the scientists were able to identify 107 species of vertebrates and 219 plants. This enormous diversity of species underlines the importance of preserving the forest in terms of species conservation and indicates a well-functioning ecosystem. Among the species found were two chameleons: a Palleon species and a small Calumma. Unfortunately, the publication does not provide any further information on the former. The small Calumma had a conspicuous blue coloured rostral appendage, as it is found in Calumma linotum or Calumma boettgeri in the far north of Madagascar. As genetic studies are still lacking, it is unclear whether these chameleons are an extremely wide range extension – Ivohiboro lies about 1000 km south of the ranges of Calumma boettgeri and Calumma linotum – or whether it is perhaps even a new, as yet undescribed species.

A surprising haven: The biodiversity of an old-growth forest amidst a scorched landscape in Madagascar
Beatriz Otero Jimenez, Ren Montaño, Ryan S. Rothman, Rachel C. Williams, Patricia C. Wright
Conservation Science and Practice, 2023
DOI: 10.1111/csp2.12993[:]