[:de]Vorträge gesucht![:en]Lectures wanted![:]

[:de]Vorträge gesucht![:en]Lectures wanted![:]

AG Interna

[:de]

Unser Tagungsprogramm für 2025 ist noch nicht gefüllt! Deshalb brauchen wir eure Mithilfe: Wir suchen Chamäleonhalter oder Reisebegeisterte, die uns im schönen Boppard am Rhein nächstes Jahr etwas über ihre Chamäleonerfahrungen berichten möchten. Ob ihr kürzlich in Malta, Uganda oder Portugal Chamäleons gefunden habt – wir wollen es wissen! Oder ihr habt seit einigen Jahren eine Chamäleonart und zum ersten Mal Nachzuchten gehabt? Ein Haltungsbericht würde uns sehr interessieren! Selbst Futtertiere oder Terrarientechnik bieten einiges an thematischer Auswahl – wer traut sich?

P.S.: Auch „Erstvortragende“ sind bei uns gerne gesehen! ;)

 

Foto: Furcifer oustaleti auf Madagaskar, fotografiert von Sharp Photography, sharpphotography.co.uk, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International[:en]

Our conference programme for 2025 is not yet full! That’s why we need your help: We are looking for chameleon keepers or travel enthusiasts who would like to tell us about their chameleon experiences next year in beautiful Boppard am Rhein. Whether you have recently found chameleons in Malta, Uganda or Portugal – we want to know! Or have you had a chameleon species for a few years and bred offspring for the first time? We would be very interested in a husbandry report! Even food animals or terrarium technology offer a lot of thematic choice – who dares?

P.S.: We also welcome ‘first-time presenters’ ;)

Photo: Furcifer oustaleti in Madagascar, photographed by Sharp Photography, sharpphotography.co.uk, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International[:]

[:de]Das Europäische Chamäleon in Belezma (Algerien)[:en]The Common Chameleon in Belezma (Algeria)[:]

[:de]Das Europäische Chamäleon in Belezma (Algerien)[:en]The Common Chameleon in Belezma (Algeria)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Das Belezma Biosphärenreservat wurde erst 2015 gegründet und liegt in der Provinz Batna im Norden Algeriens. Es überspannt eine Fläche von 262 km² in den Belezmabergen und liegt auf Höhen zwischen 915 und 2136 m üNN. Das Gelände besteht aus mediterranen Zedern-, Pinien- und Eichenwäldern, typischen Buschlandschaften (sogenannter Macchia), Klippen und nur saisonal vorhandenen Wasserläufen (sogennanten Oueds); etwa 53 km² bestehen aus Zedernwald. Bisher gab es von dort nur vereinzelte Veröffentlichungen zur Herpetofauna.  Eine aktuelle Übersichtsstudie zu dort vorkommenden Amphibien und Reptilien wurde nun von Biologen der Universität Batna erarbeitet.

Macchia im Belezma Biosphärenreservat

Die Tiere wurden ausschließlich mit dem bloßen Auge gesucht. Dabei liefen verschiedene Personen sowohl tagsüber als auch nachts unsystematisch Transekte ab, insgesamt 500 Stunden lang an 28 Orten innerhalb des Reservats. Die gefundenen Tiere wurden entweder direkt identifiziert oder fotografiert und wieder freigelassen.

Insgesamt konnten 23 Amphibien- und Reptilienarten gefunden und identifiziert werden. Chamaeleo chamaeleon wurde erstmals in Belezma nachgewiesen. Die Chamäleons wurden auf rund 1040 m in der charakteristischen Macchia sowie auf 1280 m in offenem Gelände gefunden. Die Macchia in Belezma besteht vorwiegend aus Eichen- und Olivenbäumen sowie Mastixsträuchern und phönizischem Wacholder.

Herpetofauna of Belezma Biosphere Reserve, province of Batna, northeastern Algeria
Messaoud Saoudi, Mohamed Bensaci, Abdeldjabar Necer, Houria Baazi, Zohra Nemili, Farouk Khelfaoui
African Journal of Biological Sciences 6 (15), 2024
DOI: 10.48047/AFJBS.6.15.2024.10672-10700[:en]

The Belezma Biosphere Reserve was only established in 2015 and is located in the province of Batna in northern Algeria. It covers an area of 262 km² in the Belezma Mountains and lies at altitudes between 915 and 2136 metres above sea level. The terrain consists of Mediterranean cedar, pine and oak forests, typical scrubland (so-called maquis), cliffs and only seasonal watercourses (so-called oueds); around 53 km² consist of cedar forest. So far, there have only been a few publications on the herpetofauna there. A recent overview study of the amphibians and reptiles found there has now been compiled by biologists from the University of Batna.

Maquis in Belezma Biosphere Reserve

The animals were searched for visually only. Various people walked transects unsystematically both during the day and at night, for a total of 500 hours at 28 locations within the reserve. The animals found were either identified directly or photographed and released.

A total of 23 amphibian and reptile species were found and identified. Chamaeleo chamaeleon was identified for the first time in Belezma. The chameleons were found at around 1040 metres in the characteristic shrublands and at 1280 metres in open terrain. The maquis in Belezma consists mainly of oak and olive trees as well as mastic bushes and Phoenician juniper.

Herpetofauna of Belezma Biosphere Reserve, province of Batna, northeastern Algeria
Messaoud Saoudi, Mohamed Bensaci, Abdeldjabar Necer, Houria Baazi, Zohra Nemili, Farouk Khelfaoui
African Journal of Biological Sciences 6 (15), 2024
DOI: 10.48047/AFJBS.6.15.2024.10672-10700

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[:de]Co-Sleeping bei Chamaeleo zeylanicus (Indien)[:en]Co-Sleeping in Chamaeleo zeylanicus (India)[:]

[:de]Co-Sleeping bei Chamaeleo zeylanicus (Indien)[:en]Co-Sleeping in Chamaeleo zeylanicus (India)[:]

Beobachtungen

[:de]

Eine kleine Veröffentlichung beschäftigte sich kürzlich sich mit Beobachtungen an Chamäleons in Indien. Vier Forscher waren im Bundesstaat Karnataka in Indien unterwegs und beobachteten dabei immer wieder Chamäleons in der Nacht. Gut 20 Mal seien es einzeln schlafende Tiere gewesen. Zwei Beobachtungen jedoch hoben sich von den anderen ab.

Im Juli 2021 beobachteten sie in Narasimha Betta zwei Chamaeleo zeylanicus, die weniger als fünf Zentimeter nebeneinander auf dem gleichen Ast schliefen. Ein ähnliches Bild bot sich ihnen wenig später im Juli des gleichen Jahres in Devarayana Durga, 53 km entfernt von der ersten Beobachtung. Die Chamäleons befanden sich jeweils in gut bewachsenem hügeligen Buschland, das von Gestein durchzogen war.

Leider konnten die Autoren die Geschlechter der Tiere nicht bestimmen. Da die Beobachtungen beide während des Monsuns, der Fortpflanzungssaison des Indischen Chamäleons, gemacht wurden, gehen sie von Mate Guarding aus. Dabei „bewacht“ ein Männchen ein begattetes Weibchen über mehrere Tage, um seinen Fortpflanzungserfolg zu erhöhen.

Co-Sleeping in the Indian Chameleon Chamaeleo zeylanicus Laurenti, 1768
Nitya P. Mohanty, Krishna Murthy, B.R. Ansil, Ashwin Viswanathan
Herpetology Notes 2024, 17: 679-681.
DOI: nicht vorhanden

Foto: Schlafendes Chamaeleo zeylanicus, fotografiert von Dr. Raju Kasambe, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International[:en]

A small publication recently focussed on observations of chameleons in India. Four researchers were travelling in the state of Karnataka in India and repeatedly observed chameleons at night. On a good 20 occasions, they observed single sleeping animals. However, two observations stood out from the others.

In July 2021, they observed two Chamaeleo zeylanicus sleeping less than five centimetres apart on the same branch in Narasimha Betta. A similar picture presented itself to them a little later in July of the same year in Devarayana Durga, 53 km away from the first observation. The chameleons were located in well vegetated hilly scrubland interspersed with rocks.

Unfortunately, the authors were unable to determine the sexes of the animals. As the observations were both made during the monsoon, the reproductive season of the Indian chameleon, they assume mate guarding. This involves a male ‘guarding’ a mated female for several days in order to increase his reproductive success.

Co-Sleeping in the Indian Chameleon Chamaeleo zeylanicus Laurenti, 1768
Nitya P. Mohanty, Krishna Murthy, B.R. Ansil, Ashwin Viswanathan
Herpetology Notes 2024, 17: 679-681.
DOI: not available

Photo: Sleeping Chamaeleo zeylanicus, photographed byDr. Raju Kasambe, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

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[:de]Zwergchamäleons in Südafrika in städtischer Umgebung größer als in der Natur[:en]Dwarf chameleons in South Africa larger in urban environments than in the wild[:]

[:de]Zwergchamäleons in Südafrika in städtischer Umgebung größer als in der Natur[:en]Dwarf chameleons in South Africa larger in urban environments than in the wild[:]

Wissenschaft

[:de]

Zwergchamäleons der Gattung Bradypodion aus Südafrika sind seit Längerem dafür bekannt, sich sehr gut auch an städtische Lebensräume anzupassen. Zwei Wissenschaftler Aus Kapstadt und Johannesburg haben nun untersucht, wie sich verschiedene Populationen in Körpergröße, -gewicht und Body Condition Score voneinander innerhalb städtischer und natürlicher Umgebungen unterscheiden.

Untersucht wurden innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren insgesamt 1107 Individuen von fünf verschiedenen Zwergchamäleon-Arten. Dazu wurden Bradypodion damaranum in George (Westkap), Bradypodion melanocephalum in Durban (KwaZulu-Natal), Bradypodion setaroi in St. Lucia (KwaZulu-Natal), Bradypodion thamnobates in Howick (KwaZulu-Natal) und Bradypodion ventrale in Jeffrey’s Bay (Ostkap) and jeweils drei bis acht Standorten nachts gesucht. Als “natürlicher Standort” wurden Waldfragmente, Grassavannen oder Küstenbuschland in weniger als 15 km Entfernung vom Zentrum der nächsten Stadt eingestuft. Als „städtisch“ wurde alle Standorte eingestuft, die innerhalb einer Stadt lagen und aus sowohl eingeschleppter als auch einheimischer, von Menschenhand regelmäßig zurückgeschnittener Flora bestanden (Gärten, öffentliche Parks und Grünflächen, Straßenränder). Die gefundenen Zwergchamäleons wurden vermessen, gewogen, geschlechtsbestimmt und mit einem Filzstift markiert, um doppelte Messungen an gleichen Tieren zu vermeiden. Offensichtich trächtige Weibchen wurden nicht vermessen.

Bei der statistischen Auswertung und Vergleichen fiel auf, dass die Chamäleons an natürlichen Standorten im Durchschnitt stets kleiner und leichter waren als die Populationen der gleichen Arten an städtischen Standorten. Signifikant größer und schwerer in der Stadt waren bei Bradypodion damaranum beide Geschlechter, bei Bradypodion melanocephalum, ventrale und setaroi die Männchen und bei Bradypodion thamnobates die Weibchen. Der Body Condition Score war in Stadtgebieten bei beiden Geschlechtern von Bradypodion damaranum und setaroi sowie Männchen von Bradypodion melanocephalum höher als bei den Chamäleons an Naturstandorten. Bei Bradypodion ventrale und thamnobates zeigten sich keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Populationen im Body Condition Score.

Forschung, wie es genau zu diesen spannenden Unterschieden kommt, steht noch aus.

Big cities, big bodies: urbanisation correlates with large body sizes and enhanced body condition in African dwarf chameleons (Genus: Bradypodion)
Jody M. Barends, Krystal A. Tolley
African Zoology 2024, 59(3)
DOI: 10.1080/15627020.2024.2402256

Foto: Bradypodion melanocephalum, fotografiert von suncana, Lizenz Creative Commons Attribution 4.0 International

 [:en]

Dwarf chameleons of the genus Bradypodion from South Africa have long been known to adapt very well to urban habitats. Two scientists from Cape Town and Johannesburg have now investigated how different populations differ in body size, body weight and body condition score within urban and natural environments.

A total of 1107 individuals of five different dwarf chameleon species were studied over a period of four years. Bradypodion damaranum in George (Western Cape), Bradypodion melanocephalum in Durban (KwaZulu-Natal), Bradypodion setaroi in St Lucia (KwaZulu-Natal), Bradypodion thamnobates in Howick (KwaZulu-Natal) and Bradypodion ventrale in Jeffrey’s Bay (Eastern Cape) were each searched at night at three to eight locations. Forest fragments, grass savannahs or coastal bushland less than 15 km from the centre of the nearest town were classified as ‘natural sites’. All sites located within a city and consisting of both introduced and native flora regularly cut back by humans (gardens, public parks and green spaces, roadsides) were categorised as ‘urban’. The dwarf chameleons found were measured, weighed, sexed and marked with a felt-tip pen to avoid duplicate measurements on the same animals. Obviously pregnant females were not measured.

Statistical analyses and comparisons revealed that the chameleons at natural sites were always smaller and lighter on average than the populations of the same species at urban sites. Significantly larger and heavier in the city were both sexes in Bradypodion damaranum, the males in Bradypodion melanocephalum, ventrale and setaroi and the females in Bradypodion thamnobates. The body condition score was higher in urban areas for both sexes of Bradypodion damaranum and setaroi and males of Bradypodion melanocephalum than for the chameleons in natural habitats. In Bradypodion ventrale and thamnobates, there were no differences in body condition score between the different populations.

Research into exactly how these exciting differences come about is still pending.

Big cities, big bodies: urbanisation correlates with large body sizes and enhanced body condition in African dwarf chameleons (Genus: Bradypodion)
Jody M. Barends, Krystal A. Tolley
African Zoology 2024, 59(3)
DOI: 10.1080/15627020.2024.2402256

Photo: Bradypodion melanocephalum, photographed by suncana, licence Creative Commons Attribution 4.0 International[:]

[:de]Die neue CHAMAELEO ist draußen![:en]The new CHAMAELEO is out now![:]

[:de]Die neue CHAMAELEO ist draußen![:en]The new CHAMAELEO is out now![:]

AG Interna Beobachtungen CHAMAELEO Haltungsberichte Wissenschaft

[:de]

Was lange währt, wird endlich gut: Soeben haben wir die aktuellen Hefte der CHAMAELEO 49 bekommen. Sie werden nun schnellstmöglich in die Post gehen und sind dann auf dem Weg zu allen AG-Mitgliedern. Die aktuellen Inhalte finden sich hier. Und wer noch nicht Mitglied der AG Chamäleons ist, möchte das vielleicht schnell noch werden! Wie gefällt euch die aktuelle Ausgabe? Gibt es Anmerkungen, Wünsche, Kritik? Zu dick, zu dünn, zu viel Englisch, zu wenig? ;) Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen!

[:en]

Good things come to those who wait: we have just received the latest issues of CHAMAELEO 49. They will now go into the mail as soon as possible and will then be on their way to all AG members. The current contents can be found here. And if you are not yet a member of the AG Chameleons, you might want to become one soon! How do you like the current issue? Do you have any comments, wishes or criticism? Too thick, too thin, too much English, too little? ;) We look forward to your feedback!

[:]

[:de]Einfluss von Landwirtschaft auf Chamäleons in Madagaskar[:en]Impact of agriculture on chameleons in Madagascar[:]

[:de]Einfluss von Landwirtschaft auf Chamäleons in Madagaskar[:en]Impact of agriculture on chameleons in Madagascar[:]

Wissenschaft

[:de]

In Madagaskars östlichem Hochland wird Ackerland für Reisfelder hauptsächlich durch Brandrodung von Primärwäldern oder Sekundärvegetation gewonnen. Die Reisfelder werden nur eine Saison verwendet, im anschließenden Jahr wird das Feld für Wurzelgemüse genutzt. Bereits nach einer Ernte liegt das Land dann bis zu fünf Jahre brach, bevor es erneut brandgerodet wird, um wieder Reis anzubauen. Schon fünf dieser Zyklen können fruchtbares Land in nicht mehr nutzbaren Boden wandeln. In den letzten Jahrzehnten sind brachliegende Flächen in immer kürzeren Abständen gerodet worden. Diese Praxis hat dafür gesorgt, dass invasive, nicht-einheimische Pflanzenarten sich ausbreiten konnten, während auf Primärwald angewiesene madagassische Pflanzen verschwanden. Madagassische Wissenschaftler haben nun erforscht, welchen Einfluss diese Form der Landwirtschaft auf Chamäleons an der Ostküste Madagaskars hat.

Als Studienobjekt wurde der Regenwaldkorridor von Ankeniheny-Zahamena im östlichen Hochland genutzt. Er verläuft an der Ostküste Madagaskars über eine Fläche von rund 5000 km², die teils nur durch sehr schmale Waldfragmente miteinander verbunden sind. Insgesamt während der Regenzeit 44 Orte wurden untersucht, die in fünf Habitattypen eingeteilt wurden: Zehn Orte mit geschlossenen Regenwäldern, acht mit Baumbrachen, elf mit Strauchbrachen, zehn Orte nach mindestens fünf Brandrodungszyklen und fünf Orte, an denen Wiederaufforstung betrieben wurde. Chamäleons wurden mehrheitlich nachts entlang vorgegebener Transekte (je drei bis vier parallele Linien von 50 m Länge) gesucht, bestimmt und vermessen.

Insgesamt konnten 15 Chamäleonarten der Gattungen Brookesia, Furcifer und Calumma gefunden werden, wobei je drei Arten nicht exakt bestimmt werden konnten (es handelt sich hier, soweit erkennbar, um Tiere aus dem Calumma nasutum/emelinae-Komplex). Die meisten Chamäleons bevorzugten geschlossenen Regenwald, wohingegen nach Brandrodung deutlich weniger Tiere und Arten zu finden waren. In Waldstücken mit Aufforstungsbemühungen war die Zahl der Chamäleons wieder deutlich höher. Beides unterstreicht sowohl den notwendigen Schutz noch vorhander Regenwälder als auch die Relevanz der Wiederaufforstung auf Madagaskar.

Sechs Arten (darunter Calumma cf. vencesi, Brookesia superciliaris, Brookesia therezieni, Calumma parsonii) zeigten sich deutlich sensibler gegenüber Landwirtschaft und können wahrscheinlich nur sehr eingeschränkt außerhalb von Primärwald überleben. Nur drei Arten kamen überhaupt noch auf intensiv landwirtschaftlich genutzter Fläche vor, davon war lediglich Furcifer lateralis am häufigsten dort zu finden.

Effects of shwidden agriculture on chameleon diversity and abundance in eastern tropical rainforest in Madagascar
Rodlis Raphali Andriantsimanarilafy, Joseph Christian Randrianantoandro, Josué Rakotoarioa, Alain Jean Victorien Rakotondrina, Ruth Kelly, Alison Cameron
Sustainability and biodiversity conservation 3(2): 99-118.
DOI: 10.5281/zenodo.13861065

 

Foto: Teppichchamäleon am Rande eines Reisfeldes in Madagaskar, fotografiert von Alex Negro[:en]

In Madagascar’s eastern highlands, farmland for rice fields is mainly obtained by slashing and burning primary forests or secondary vegetation. The rice fields are only used for one season. The following year the field is used for root vegetables. After just one harvest, the land lies fallow for up to five years before it is slash-and-burned again to grow rice again. Just five of these cycles can turn fertile land into degraded. In recent decades, fallow land has been cleared at ever shorter intervals. This practice has allowed invasive, non-native plant species to spread, while Malagasy plants that depend on primary forest have disappeared. Malagasy scientists have now investigated the impact of this form of agriculture on chameleons on the east coast of Madagascar.

The Ankeniheny-Zahamena rainforest corridor in the eastern highlands was used as the object of study. It runs along the east coast of Madagascar over an area of around 5000 km², some of which are only connected by very narrow forest fragments. A total of 44 sites were investigated during the rainy season, which were categorised into five habitat types: Ten sites with closed canopy rainforests, eight with tree fallows, eleven with shrub fallows, ten sites after at least five slash-and-burn cycles (degraded land) and five sites where reforestation was practised. The majority of chameleons were searched for, identified and measured at night along predefined transects (three to four parallel lines each 50 metres long).

A total of 15 chameleon species of the genera Brookesia, Furcifer and Calumma were found, although three species could not be precisely identified (as far as recognisable, these are animals from the Calumma nasutum/emelinae complex). Most chameleons favoured closed rainforest, whereas significantly fewer animals and species were found after slash-and-burn clearing. In forest areas with reforestation efforts, the number of chameleons was significantly higher than in degraded areas. Both emphasise the need to protect remaining rainforests as well as the relevance of reforestation in Madagascar.

Six species (including Calumma cf. vencesi, Brookesia superciliaris, Brookesia therezieni, Calumma parsonii) were clearly more sensitive to agriculture and can probably only survive to a very limited extent outside primary forest. Only three species were found on intensively farmed land, of which only Furcifer lateralis was most frequently found there.

Effects of shwidden agriculture on chameleon diversity and abundance in eastern tropical rainforest in Madagascar
Rodlis Raphali Andriantsimanarilafy, Joseph Christian Randrianantoandro, Josué Rakotoarioa, Alain Jean Victorien Rakotondrina, Ruth Kelly, Alison Cameron
Sustainability and biodiversity conservation 3(2): 99-118.
DOI: 10.5281/zenodo.13861065

Photo: Carpet chameleon at the edge of a rice field in Madagascar, photographed by Alex Negro[:]

[:de]Online-Vortrag über Terrarienbeleuchtung[:en]Online lecture about terrarium lighting[:]

[:de]Online-Vortrag über Terrarienbeleuchtung[:en]Online lecture about terrarium lighting[:]

Vorträge Webinare

[:de]

Der zehnte digitale Stammtisch der DGHT greift ein besonders interessantes Thema für Terrarianer auf: Die Beleuchtung von Terrarien! Am Donnerstag, 31.10.2024, präsentiert die Physikerin Sarina Wunderlich geballtes Wissen über Licht und Lampen in der Terraristik. Sie testet regelmäßig Lampen, erklärt die Ergebnisse und wie man sie interpretiert – und was überhaupt bei einer Terrarienbeleuchtung wichtig ist. Ihre Website www.licht-im-terrarium.de dürfte inzwischen vielen ein Begriff sein.  Im Anschluss an den Vortrag können Fragen gestellt und diskutiert werden. Die Teilnahme ist kostenlos und nur zu empfehlen!

Sarina Wunderlich Licht in der Terraristik
Digitaler Stammtisch der DGHT
Online-Vortrag, Anmeldung bitte über digitaler-stammtisch@dght.de
Vortragsbeginn: 20 Uhr

[:en]

The tenth digital regulars‘ table of the DGHT takes up a particularly interesting topic for terrarium keepers: Terrarium lighting! On Thursday, 31 October 2024, physicist Sarina Wunderlich will present a wealth of knowledge about light and lamps in terrariums. She regularly tests lamps, explains the results and how to interpret them – and what is important when it comes to terrarium lighting. Her website www.licht-im-terrarium.de is probably well known to many people by now. Questions can be asked and discussed after the presentation. Attendance is free and highly recommended!

Sarina Wunderlich Light in terraristics[German!]
Digital regulars‘ table of the DGHT
Online lecture, please register via digitaler-stammtisch@dght.de
Start of lecture: 8 p.m.[:]

[:de]Vortrag in Dortmund über Chamäleons[:en]Presentation in Dortmund about chameleons[:]

[:de]Vortrag in Dortmund über Chamäleons[:en]Presentation in Dortmund about chameleons[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Wolfgang Schmidt, langjähriges Mitglied der AG Chamäleons, zeigt am 01. November 2024 einen ausführlichen Vortrag über Chamäleons in Bergkamen. Wolfgang hat bereits eine Vielzahl an Chamäleonarten zu Hause gehalten und erfolgreich vermehrt. Er ist außerdem seit Jahren mit seiner Frau gemeinsam immer wieder in den verschiedenen Lebensräumen von Chamäleons unterwegs, sei es in Südafrika, auf Sokotra oder in Saudi-Arabien. Es wird sicher einen spannenden und bilderreichen Vortrag geben, genau das Richtige für Chamäleonfreunde!

Wolfgang Schmidt Beobachtungen an Chamäleons in der Natur und im Terrarium
DGHT Stadtgruppe Dortmund
Restaurant Olympia
Im Alten Dorf 2
59192 Bergkamen
Treffen ab 17.30 Uhr
Vortragsbeginn 19.30 Uhr

[:en]

Wolfgang Schmidt, long-time member of the AG Chameleons, will give a detailed lecture on chameleons in Bergkamen on 01 November 2024. Wolfgang has already kept and successfully propagated a large number of chameleon species at home. He has also been travelling with his wife to the various habitats of chameleons for years, be it in South Africa, Socotra or Saudi Arabia. It is sure to be an exciting and colourful talk, just the thing for chameleon lovers!

Wolfgang Schmidt Observations of chameleons in the wild and in the terrarium [German]
DGHT city group Dortmund
Restaurant Olympia
Im Alten Dorf 2
59192 Bergkamen
Meeting from 5.30 p.m.
Presentation starts at 7.30 p.m.[:]

[:de]Gemeinschaftliche Eiablage bei Furcifer minor[:en]Communal egglaying in Furcifer minor[:]

[:de]Gemeinschaftliche Eiablage bei Furcifer minor[:en]Communal egglaying in Furcifer minor[:]

Wissenschaft

[:de]

Bei den Chamäleons gibt es bisher nur wenige Berichte von Weibchen, die an sehr nahe beieinandere liegenden Ablageplätzen Eier legen. Von Archaius tigris ist sogar eine Art gemeinschaftliche Eiablage bekannt. Eine solche Beobachtung gibt es nun auch aus Madagaskar, genauer dem Itremo-Massif im südlichen Hochland der Insel.

Dabei wurden im Januar diesen Jahres ein weibliches Furcifer minor im Wald von Antsirankambiaty bei der Eiablage beobachtet. Kurz nachdem das erste Weibchen seine Eiablage beendet hatte, schickte sich ein zweites Weibchen nur 30 cm entfernt an, ebenfalls Eier abzulegen (ein Video davon gibt es hier). Zwei Tage später legte ein drittes Furcifer minor Weibchen zwischen den beiden schon vorhandenen Nestern ihre Eier ab.

Alle drei Nester wurden in den Sand eines Flussufers etwa 2-3 Meter vom Wasser entfernt gegraben. Die Stelle war mit über 5 Sonnenstunden täglich ein eher sonniger Platz, daher also besser geeignet zur Eiablage als der Boden im angrenzenden Waldfragment. Es wäre allerdings auch möglich, dass die anhaltende Abholzung und damit der sich verringernde Lebensraum für Furcifer minor dazu führt, dass Weibchen sich außerhalb ihres eigentlichen Lebensraumes Eiablagestellen suchen. Unklar ist, ob es sich bei dem dritten Weibchen um eines der ersten beiden handelt, das zurückkehrte – eine Differenzierung war leider nicht möglich.

Communal egg-laying in the Lesser Chameleon, Furcifer minor (Günther, 1879), at Itremo Massif Amoron’i Mania Region, Madagascar
Devin Edmonds
Herpetology Notes 17, 2024: 579-581
DOI: nicht vorhanden

Foto: Eines der Furcifer minor bei der Eiablage, fotografiert von Devin Edmonds[:en]

In chameleons, there are only a few reports of females laying eggs in very close proximity to each other. Archaius tigris is even known to lay eggs together. Such an observation has now also been made in Madagascar, more precisely in the Itremo Massif in the southern highlands of the island.

In January this year, a female Furcifer minor was observed laying eggs in the forest of Antsirankambiaty. Shortly after the first female had finished laying her eggs, a second female only 30 cm away also started to lay eggs (see a video here). Two days later, a third Furcifer minor female laid her eggs between the two existing nests.

All three nests were dug into the sand of a riverbank about 2-3 metres from the water. The site was a rather sunny place with more than 5 hours of sunshine a day, so it might have been better suited for oviposition than the ground in the neighbouring forest fragment. However, it is also possible that the ongoing deforestation and thus the decreasing habitat is causing female Furcifer minor to look for oviposition sites outside their actual habitat. It is unclear whether the third female is one of the first two that returned – unfortunately it was not possible to differentiate between them.

Communal egg-laying in the Lesser Chameleon, Furcifer minor (Günther, 1879), at Itremo Massif Amoron’i Mania Region, Madagascar
Devin Edmonds
Herpetology Notes 17, 2024: 579-581
DOI: nicht vorhanden

Foto: Eines der Furcifer minor bei der Eiablage, fotografiert von Devin Edmonds[:]

[:de]Karyogramme fünf madagassischer Chamäleons beschrieben[:en]Karyograms of five Malagasy chameleons described[:]

[:de]Karyogramme fünf madagassischer Chamäleons beschrieben[:en]Karyograms of five Malagasy chameleons described[:]

Wissenschaft

[:de]

Dass das Geschlecht bei Chamäleons genetisch festgelegt wird, ist schon viele Jahre bekannt. Die Karyogramme vieler Arten, also die Chromsomeneigenschaften, sind jedoch noch nicht von allen Arten bekannt. Italienische Wissenschaftler haben sich nun mit den Karyogrammen fünf madagassischer Chamäleonarten beschäftigt.

Zur Untersuchung genutzt wurde bereits vorhandene, konservierte Chamäleons. Je ein Weibchen der Arten Furcifer balteatus, Furcifer petteri, Furcifer major und Furcifer minor wurden beprobt. Ein männliches und ein weibliches Brookesia superciliaris wurden ebenfalls für die Studie herangezogen. Alle Proben wurden einer DNA-Barcoding-Analyse unterzogen, als Marker genutzt wurde das mitochondriale Genfragment COI. Die extrahierte DNA wurde per PCR vervielfacht und dann sequenziert, um für jedes Tier ein Karyogramm zu erstellen.

Das Karyogramm von Brookesia superciliaris lautet 2 n = 34 für beide Geschlechter. Von den 34 Chromsomen sind sechs Makrochromosomenpaare, elf Mikrochromosomenpaare. Alle Makrochromosomen sind metazentrisch. Morphologisch unterscheiden sich die Chromosomen nicht voneinander, so dass bisher unklar bleibt, welche die Geschlechtschromosomen sein könnten.

Furcifer balteatus verfügt über ein sehr spezielles Karyogramm, was eigentlich besser zu denen der Gattungen Brookesia und Palleon als zur Gattung Furcifer passt. Das Karyogramm lautet 2n = 34, was die höchste Chromosomenzahl unter den Chamäleons darstellt. Von den 34 Chromosomen sind sechs Makrochromosomenpaare und elf Mikrochromosomenpaare. Die ersteren sind alle metazentrisch. Zwischen den Chromosomenpaare sind keine morphologischen Unterschiede zu erkennen, so dass das Geschlechtschromosom bisher nicht festgestellt werden konnte.

Das Karyogramm von Furcifer major ist 2n = 24. Neun der Chromosomenpaare sind Makrochromosomen-, drei Mikrochromosomenpaare. Sieben der Makrochromosomenpaare sind metazentrisch, nur die Paare zwei und drei sind submetazentrisch. Das elfte Chromosomenpaar, ein Mikrochromosomenpaar, codiert für das Geschlechtschromosom W.

Furcifer minor verfügt über ein Karyogramm von 2n = 22 Chromosomen. Davon sind je acht Paare Makro-, drei Mikrochromosomenpaare. Unter den Makrochromosomen sind die ersten fünf Paare metazentrisch, während die übrigen drei Paare akrozentrischsind. Ein Anteil des sechsten Chromosomenpaars war fast vollständig heterochromatisch und stellt vermutlich das Geschlechtschromosom W dar.

Das Karyogramm von Furcifer petteri ist ebenfalls 2n = 22. Acht Chromosomenpaare davon sind Makro-, drei Mikrochromosomen. Sieben Paare der Makrochromosomen sind metazentrisch, lediglich das fünfte Paar ist submetazentrisch. Das Geschlechtschromosom W ist Teil des siebten Makrochromosomenpaar.

Alle neu beschriebenen Karyogramme sind bei GenBank unter der Nummer PQ272538-4 hinterlegt. Die Gattung Furcifer zeigte sich auch in dieser Studie als die mit der höchsten Vielfalt in den Karyogrammen. Sie scheint auch die einzige Gattung unter allen Wirbeltieren zu sein, die alle Varianten der Diversifikation der Geschlechtschromosomen aufweist.

New insights on Chromosome Diversification in Malagasy Chameleons
Marcello Mezzasalma, Gaetano Odierna, Rachele Macirella, Elvira Brunelli
Animals 2024, 14: 2818
DOI: 10.3390/ani14192818

Grafik: Karyogramme von Brookesia superciliaris und Furcifer balteatus aus der genannten Studie[:en]

It has been known for many years that the sex of chameleons is genetically determined. However, the karyograms of many species, i.e. the chromosome characteristics, are not yet known for all species. Italian scientists have now analysed the karyograms of five Madagascan chameleon species.

Existing, preserved chameleons were used for the study. One female each of the species Furcifer balteatus, Furcifer petteri, Furcifer major and Furcifer minor were sampled. One male and one female Brookesia superciliaris were also used for the study. All samples were subjected to DNA barcoding analysis using the mitochondrial gene fragment COI as a marker. The extracted DNA was amplified by PCR and then sequenced to create a karyogram for each animal.

The karyogram of Brookesia superciliaris is 2 n = 34 for both sexes. Of the 34 chromosomes, six are macrochromosome pairs and eleven are microchromosome pairs. All macrochromosomes are metacentric. Morphologically, the chromosomes do not differ from each other, so that it remains unclear which could be the sex chromosomes.

Furcifer balteatus has a very special karyogram, which actually fits better with those of the genera Brookesia and Palleon than with the genus Furcifer. The karyogram is 2n = 34, which is the highest number of chromosomes among the chameleons. Of the 34 chromosomes, six are macrochromosome pairs and eleven are microchromosome pairs. The former are all metacentric. There are no morphological differences between the chromosome pairs, so that the sex chromosome has not yet been determined.

The karyogram of Furcifer major is 2n = 24. Nine of the chromosome pairs are macrochromosome pairs and three are microchromosome pairs. Seven of the macrochromosome pairs are metacentric, only pairs two and three are submetacentric. The eleventh chromosome pair, a microchromosome pair, codes for the sex chromosome W.

Furcifer minor has a karyogram of 2n = 22 chromosomes. Of these, eight pairs are macrochromosome pairs and three are microchromosome pairs. Among the macrochromosomes, the first five pairs are metacentric, while the remaining three pairs are acrocentric. A portion of the sixth pair of chromosomes was almost completely heterochromatic and probably represents the sex chromosome W.

The karyogram of Furcifer petteri is also 2n = 22, of which eight pairs of chromosomes are macrochromosomes and three microchromosomes. Seven pairs of macrochromosomes are metacentric, only the fifth pair is submetacentric. The sex chromosome W is part of the seventh pair of macrochromosomes.

All newly described karyograms are deposited in GenBank under the number PQ272538-4. In this study, the genus Furcifer was also found to have the highest diversity in the karyograms. It also appears to be the only genus among all vertebrates that shows all variants of sex chromosome diversification.

New insights on Chromosome Diversification in Malagasy Chameleons
Marcello Mezzasalma, Gaetano Odierna, Rachele Macirella, Elvira Brunelli
Animals 2024, 14: 2818
DOI: 10.3390/ani14192818

Graphic: Karyograms of Brookesia superciliaris and Furcifer balteatus from the above-mentioned study[:]