[:de]Chamäleons in Marsa El Brega (Libyen)[:en]Chameleons in Marsa El Brega (Lybia)[:]

[:de]Chamäleons in Marsa El Brega (Libyen)[:en]Chameleons in Marsa El Brega (Lybia)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Während andere Gebiete Afrikas regelmäßig Gegenstand von Publikationen und Expeditionen sind, ist die Herpetofauna Libyens nicht vollständig erforscht. Speziell über die Reptilien der Küstenregion Marsa El Brega ist kaum etwas bekannt. Marsa El Brega liegt im Norden Libyens direkt am Mittelmeer und verfügt dementsprechend über ein mediterranes Klima. Die Vegetation besteht vorwiegend aus wüstenartigen Landschaft mit niedrigen Sträuchern wie Nitraria retusa und kleinen Dattelpalm-Oasen dazwischen.

Ein ungarischer Herpetologe hat während zweier Expeditionen die Reptilienvorkommen in Marsa El Brega untersucht. Das genaue Vorgehen zum Auffinden von Tieren wird leider nicht im Artikel erwähnt. Alle aufgefundenen Tiere wurden fotografiert und Arten nach vorhandenen Field Guides phänotypisch bestimmt.

Insgesamt fand der Autor 25 Reptilienarten in der Region Marsa El Brega, darunter zwei Chamaeleo chameleon, je eines im Abstand von zwei Tagen. Die angegebenen Koordianten zum Fundort liegen im Außenbereich der Stadt Brega, direkt neben dem Garten eines Bed’n’Breakfast in Richtung Strand. Der Autor gibt vor allem streunende Hunde und Katzen als potenziell größte Gefahr für die lokale Herpetofauna an. Außerdem war der untersuchte Küstenbereich massiv vermüllt.

Some reptiles from Marsa El Brega, Libya (Reptilia: Chamaeleonidae, Gekkonidae, Phyllodactylidae, Lacertidae and Scincidae)
Attila Haris
Natura Somogyiensis 45: 17-26, 2025
DOI: 10.24394/NatSom.2025.45.17[:en]

While other areas of Africa are regularly the subject of publications and expeditions, the herpetofauna of Libya has not been fully researched. Little is known about the reptiles of the coastal region of Marsa El Brega in particular. Marsa El Brega is located in the north of Libya directly on the Mediterranean Sea and therefore has a Mediterranean climate. The vegetation consists mainly of a desert-like landscape with low shrubs such as Nitraria retusa and small date palm oases in between.

A Hungarian herpetologist has investigated the reptile populations in Marsa El Brega during two expeditions. Unfortunately, the exact procedure for finding animals is not mentioned in the article. All animals found were photographed and species phenotyped according to existing field guides.

The author found a total of 25 reptile species in the Marsa El Brega region, including two Chamaeleo chameleons, one each two days apart. The coordinates given for the find site are in the outskirts of the town of Brega, right next to the garden of a bed’n’breakfast facing the beach. The author cites stray dogs and cats as the greatest potential threat to the local herpetofauna. In addition, the coastal area investigated was heavily littered.

Some reptiles from Marsa El Brega, Libya (Reptilia: Chamaeleonidae, Gekkonidae, Phyllodactylidae, Lacertidae and Scincidae)
Attila Haris
Natura Somogyiensis 45: 17-26, 2025
DOI: 10.24394/NatSom.2025.45.17[:]

[:de]Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat kürzlich einen tollen, ausführlichen Artikel über AG-Mitglied Frank Glaw und seine Chamäleon-Forschung auf Madagaskar veröffentlicht. Es gibt auch etliche Videos von Timon Glaw, der ebenfalls auf der letzten Expedition dabei war, darunter einige unbeschriebene Chamäleon-Arten.

Hier geht’s zum Artikel.[:en]

The Frankfurter Allgemeine Zeitung recently published a great, detailed article about AG member Frank Glaw and his chameleon research in Madagascar. There are also several videos of Timon Glaw, who was also on the last expedition, including some undescribed chameleon species.

Click here for the article [German].

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[:de]Umfrage zur Reptilienhaltung[:en]Survey on reptile husbandry[:]

[:de]Umfrage zur Reptilienhaltung[:en]Survey on reptile husbandry[:]

Allgemeines

[:de]

Nicht nur in Deutschland und der EU wird die Haltung von Reptilien seit einigen Jahren kritisiert und hinterfragt, auch in Großbritannien sind Bestrebungen nach Haltungsverboten durch Tierrechtler nicht neu. Die Federation of British Herpetologists hat zusammen mit Responsible Reptile Keeping nun eine Umfrage erstellt, die weltweit Daten zur Haltung von Reptilien sammeln soll. Dazu werden auch Stimmen aus Deutschland, Östtereich und der Schweiz gebraucht! Bitte nehmt zahlreich an der Umfrage teil – es geht super schnell, anonym und ist auf Deutsch und anderen Sprachen durchführbar. Jeder, der die Umfrage ausfüllt, erhält ein kostenloses Abonnement des Magazins „The Keeper“. Außerdem werden unter den Teilnehmern drei Geldpreise verlost.

Link zur Umfrage – los geht’s![:en]

It is not only in Germany and the EU that the keeping of reptiles has been criticised and questioned for several years; in the UK, too, efforts to ban the keeping of reptiles by animal rights activists are nothing new. The Federation of British Herpetologists, together with Responsible Reptile Keeping, has now created a survey to collect data on the husbandry of reptiles worldwide. Voices from Germany, Austria and Switzerland are also needed, as well as anyone else! Please take part in the survey in large numbers – it is super quick, anonymous and can be completed in German, English and other languages. Everyone who completes the survey will receive a free subscription to ‘The Keeper’ magazine. In addition, three cash prizes will be raffled off among the participants.

Link to the survey – let’s go![:]

[:de]Vortrag in Dingolfing über Griechenland[:en]Presentation in Dingolfing about Greece[:]

[:de]Vortrag in Dingolfing über Griechenland[:en]Presentation in Dingolfing about Greece[:]

Vorträge

[:de]

Der Leiter der DGHT AG Lacertiden, Jochen Zauner, zeigt am Samstag, 15. März 2025 bei Dingolfing (Bayern) einen bilderreichen Vortrag über Griechenland. Er berichtet dabei von seinen zwei Reisen in den Jahren 2006 und 2023  am westlichen Peloponnes. Bei der Peoloponnes handelt es sich um eine Halbinsel im Süden des griechischen Festlandes. Es ist der südlichste Teil der Balkanhalbinsel und somit das am weitesten ins Mittelmeer ragende Gebiets Griechenlands. Neben den bekannten Städten Mykene, Korinth und Sparta bietet die Halbinsel aber auch eine vielfältige herpetologische Faun. Zwischen den Strofilia-Wäldern im Norden und den kahlen Berghängen der Mani im Süden trifft man neben einigen Endemiten, auch auf alte Bekannte der Balkanhalbinsel.

Jochen Zauner Herpetologische Beobachtungen auf der Peloponnes
DGHT Regionalgruppe Niederbayern
Restaurant Aurora
Klausenweg 15
84152 Mengkofen
Vortragsbeginn 20.00 Uhr[:en]

On Saturday, 15 March 2025, reptile specialist Jochen Zauner will give an richly illustrated lecture on Greece in Bavaria. He will report on his two trips to the western Peloponnese in 2006 and 2023. The Peoloponnese is a peninsula in the south of the Greek mainland. It is the southernmost part of the Balkan Peninsula and therefore the area of Greece that extends furthest into the Mediterranean. In addition to the famous cities of Mycenae, Corinth and Sparta, the peninsula is also home to a diverse herpetological fauna. Between the Strofilia forests in the north and the barren mountain slopes of the Mani in the south, you will encounter some endemics as well as old favourites of the Balkan Peninsula.

Jochen Zauner Herpetological observations in the Peloponnese  [German!]
DGHT regional group Niederbayern
Restaurant Aurora
Klausenweg 15
84152 Mengkofen
Begin of the presentation at 8.00 p.m.[:]

[:de]Das Mikrobiom im Darm südafrikanischer Zwergchamäleons[:en]The microbiome in the gut of South African dwarf chameleons[:]

[:de]Das Mikrobiom im Darm südafrikanischer Zwergchamäleons[:en]The microbiome in the gut of South African dwarf chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Schon seit einigen Jahren ist der Begriff Mikrobiom in aller Munde. Darunter versteht man im Darm die Gesamtheit aller Mikroorganismen, vor allem Bakterien, die die Schleimhaut des Darms besiedeln. Nun hat sich eine Forschergruppe in Südafrika erstmals mit dem Darm-Mikrobiom bei Chamäleons und mit der Veränderung desselben in unterschiedlichen Lebensräumen beschäftigt.

Drei Arten Zwergchamäleons wurden nachts in der Provinz KwaZulu Natal mit Hilfe von Taschenlampen gesucht: Bradypodion melanocephalum, Bradypodion thamnobates und Bradypodion setaroi. Alle Tiere wurden 24 h in Behältern untergebracht und dann wieder an der Fundstelle freigelassen. Pro Art wurden je 10 Backenabstriche und 10 Kotproben jeweils in einem natürlichen und einem städtischen Lebensraum gesammelt, so dass insgesamt 120 Proben zusammenkamen. Im Labor wurde aus den Proben DNA extrahiert, per PCR vervielfältigt und anschließend sequenziert. Phylogenetische Bäume wurden erstellt und statistische Vergleiche zwischen den Proben vorgenommen.

Die Proben wurden zusätzlich auf Zoonose-Erreger wie Salmonellen untersucht. Im humanpathogenen Bereich konnten aber lediglich Campylobacter, Escherichia und Serratia im Kot nachgewiesen werden. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass das Zoonosepotenzial des Mikrobioms von Zwergchamäleons sehr gering ist.

Insgesamt konnten im Mikrobiom der Zwergchamäleons knapp 350 verschiedene Bakterienarten nachgewiesen werden, was anderen Reptilien wie Anolis und Schildkröten entspricht. Proteobakterien, Firmicutes und Bacteroidota waren in allen Proben am häufigsten vorhanden. Insgesamt war das Mikrobiom sich sowohl bei Backenabstrich als auch Kotproben sehr ähnlich mit nur wenigen Ausnahmen und nur artabhängig etwas unterschiedlich. Die Unterschiede im Mikrobiom zwischen natürlichen und städtischen Lebensräumen waren sehr viel geringer als gedacht. Das Mikrobiom des Backenabstrichs in städtischer Umgebung lebender Bradypodion melanocephalum wies mehr Caulobacteraceae und weniger Enterococcaceae auf als das in natürlichen Habitaten, und im Kot städtischer Tiere waren häufiger Desulfovibrionaceae. Das Mikrobiom von Bradypodion thamnobates wies in den Kotproben städtisch vorkommender Chamäleons mehr Ruminococcaceae und Akkermanisaceae auf. Auffällig ist bei den Zwergchamäleons der Unterschied zwischen den Mikrobiota im Mund und Enddarm, der so bei anderen Wirbeltieren bisher nicht festgestellt werden konnte. Es ist noch offen, ob Chamäleons im Tierreich ein besonderes Mikrobiom haben, das diese Unterschiede begründen könnten.

Anthropogenic reverberations on the gut microbiome of dwarf chameleons (Bradypodion)
Matthew G. Adair, Krystal A. Tolley, Bettine Jansen van Vuuren, Jessica Marie da Silva
PeerJ 13, 2025
DOI: 10.7717/peerj.18811

Foto: Bradypodion melanocephalum, fotografiert von Marius Burger[:en]

The term microbiome has been on everyone’s lips for some years now. In the intestine, this refers to the entirety of all microorganisms, especially bacteria, that colonise the mucous membrane. Now a group of researchers in South Africa has for the first time studied the gut microbiome in chameleons and how it changes in different habitats.

Three species of dwarf chameleons were searched for at night in the province of KwaZulu Natal with the help of torches: Bradypodion melanocephalum, Bradypodion thamnobates and Bradypodion setaroi. All animals were kept in containers for 24 hours and then released at the site. For each species, 10 buccal swabs and 10 faecal samples were collected in a natural and an urban habitat, resulting in a total of 120 samples. In the laboratory, DNA was extracted from the samples, amplified by PCR and then sequenced. Phylogenetic trees were created and statistical comparisons were made between the samples.

The samples were also analysed for zoonotic pathogens such as salmonella. However, only Campylobacter, Escherichia and Serratia were detected in human pathogens in the faeces. The authors conclude that the zoonotic potential of the microbiome of dwarf chameleons is very low.

In total, almost 350 different bacterial species were detected in the microbiome of the dwarf chameleons, which corresponds to other reptiles such as anoles and turtles. Proteobacteria, Firmicutes and Bacteroidota were most abundant in all samples. Overall, the microbiome was very similar in both buccal swab and faecal samples with only a few exceptions and slightly different depending on the species. The differences in the microbiome between natural and urban habitats were much smaller than expected. The microbiome of the buccal swab of Bradypodion melanocephalum living in urban environments showed more Caulobacteraceae and less Enterococcaceae than that in natural habitats, and Desulfovibrionaceae were more common in the faeces of urban animals. The microbiome of Bradypodion thamnobates showed more Ruminococcaceae and Akkermanisaceae in the faecal samples of urban chameleons. A striking feature of dwarf chameleons is the difference between the microbiota in the mouth and rectum, which has not yet been observed in other vertebrates. It remains to be seen whether chameleons in the animal kingdom have a specialized microbiome that could explain these differences.

Anthropogenic reverberations on the gut microbiome of dwarf chameleons (Bradypodion)
Matthew G. Adair, Krystal A. Tolley, Bettine Jansen van Vuuren, Jessica Marie da Silva
PeerJ 13, 2025
DOI: 10.7717/peerj.18811

Photo: Bradypodion melanocephalum, photographed by Marius Burger[:]

[:de]Vortrag in Basel über die Komoren[:en]Presentation in Basel about the Comoros[:]

[:de]Vortrag in Basel über die Komoren[:en]Presentation in Basel about the Comoros[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Dr. Oliver Hawlitschek von der Universität Zürich zeigt am Mittwoch, 05. März 2025 in Basel (Schweiz) einen tollen Vortrag über die Komoren. Die Komoren sind eine Gruppe von vier vulkanischen Inseln im Westlichen Indischen Ozean. Im Vergleich zu ähnlichen ozeanischen Archipelen wie Hawai‘i undden Galápagos sind sie jedoch global kaum bekannt und wissenschaftlich wenig erforscht. Die Fauna zeichnet sich durch eine grosse Zahl endemischer Arten aus. Über die vergangenen 15 Jahre hat Oliver die Taxonomie, Biogeografie und Ökologie der dort lebenden Reptilien und Amphibien untersucht und war an zahlreichen Schutzprojekten beteiligt. Die Ergebnisse dieser Arbeit stellt er an diesem Abend vor – das wird sicher sehr spannend!

Dr. Oliver Hawlitschek Die Komoren, ein Hot-Spot der herpetologischen Vielfalt im Indischen Ozean
DGHT Stadtgruppe Basel
Restaurant Schiff
Baslerstraße 32
4102 Binningen
Vortragsbeginn 20.00 Uhr[:en]

Dr Oliver Hawlitschek from the University of Zurich will be giving a great lecture on the Comoros on Wednesday, 5 March 2025 in Basel (Switzerland). The Comoros are a group of four volcanic islands in the Western Indian Ocean. Compared to similar oceanic archipelagos such as Hawai’i and the Galápagos, however, they are little known globally and little scientifically researched. The fauna is characterised by a large number of endemic species. Over the past 15 years, Oliver has studied the taxonomy, biogeography and ecology of the reptiles and amphibians living there and has been involved in numerous conservation projects. He will be presenting the results of this work on this evening – it’s sure to be very exciting!

Dr. Oliver Hawlitschek The Comoros, a hotspot of herpetological diversity in the Indian Ocean [German]
DGHT city group Basel
Restaurant Schiff
Baslerstraße 32
4102 Binningen
Vortragsbeginn 20.00 Uhr[:]

[:de]Namaqua-Chamäleons in Namibe (Angola) entdeckt[:en]Namaqua chameleons discovered in Namibe (Angola)[:]

[:de]Namaqua-Chamäleons in Namibe (Angola) entdeckt[:en]Namaqua chameleons discovered in Namibe (Angola)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Der Westen Angolas ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus von Herpetologen gerückt. Der Reptilienbestand des Nationalparks Iona an der Grenze zu Namibia wirft jedoch noch einige Fragen auf. Auf der Suche nach der Zwergpuffotter Bitis peringueyi hat ein internationales Forschungsteam auch Chamaeleo namaquensis gefunden. Die Übersichtsstudie zu Reptilienvorkommen wurde im Küstenbereich, im Sandmeer und in den Wanderdünen der Schotterebenen durchgeführt.

Insgesamt konnten dabei 27 Reptilienarten entdeckt werden – die eigentlich gesuchte Zwergpuffotter war allerdings nicht darunter. Chamaeleo namaquensis konnte entlang der Straße EN100 etwa 50 km südlich von Moçamedes gefunden werden. Ein zweiter Fundort lag rund 10 km nördlich von Salondjmba, dem Eingang zum Nationalpark Iona in Ponta Albina.

Noteworthy herpetological notes from Naimbe Province, Angola
Javier Lobón-Rovira, Pablo Sierra, Rubén Portas, Pedro Vaz Pinto, Fernando Martínez-Freiría
Herpetology Notes Vol 18: 99-105
DOI: nicht vorhanden

Foto: Daniel S. Katz, Creative Commons Attribution 4.0 International[:en]

Western Angola has increasingly become the focus of herpetologists in recent years. However, the reptile population of the Iona National Park on the border with Namibia still raises some questions. Whilst searching for the dwarf puff adder Bitis peringueyi, an international research team also found Chamaeleo namaquensis. The survey of reptile populations was carried out in the coastal area, in the sand sea and in the shifting sand dunes of the gravel plains.

A total of 27 reptile species were discovered – although the dwarf puff adder was not among them. Chamaeleo namaquensis was found along the EN100 road about 50 kilometres south of Moçamedes. A second site was found around 10 km north of Salondjmba, the entrance to the Iona National Park in Ponta Albina.

Noteworthy herpetological notes from Naimbe Province, Angola
Javier Lobón-Rovira, Pablo Sierra, Rubén Portas, Pedro Vaz Pinto, Fernando Martínez-Freiría
Herpetology Notes Vol 18: 99-105
DOI: nicht vorhanden

Picture: Daniel S. Katz, Creative Commons Attribution 4.0 International[:]

[:de]Nutzung von Lappenchamäleons auf städtischen Heiler-Märkten in Südafrika[:en]Utilisation of flap-necked chameleons at urban markets in South Africa[:]

[:de]Nutzung von Lappenchamäleons auf städtischen Heiler-Märkten in Südafrika[:en]Utilisation of flap-necked chameleons at urban markets in South Africa[:]

Wissenschaft

[:de]

Wissenschaftler der African Amphibian Conservation Research Group haben die existente Literatur zum Thema ausgewertet. Fortunate M. Phaka besuchte außerdem sechs städtische Märkte in Durban, Johannesburg, Petermaritzburg, Polokwane und Pretoria. Auf den Märkten suchte er nach für medizinische Zwecke verkaufte Amphibien und Reptilien und deren Benennung durch die Verkäufer. 11 traditionelle Gesundheitspraktiker in Limpopo, Gauteng und KwaZulu-Natal konnte er ausführlich befragen, von neun davon durfte er Proben der verkauften Amphibien und Reptilien zur Artidentifikation mitnehmen.

Insgesamt konnten 33 Arten Reptilien und eine Amphibienart in der Nutzung für traditionelle Medizin identifiziert werden. Bei den Marktbesuchen wurden neun davon vor Ort gefunden und identifiziert. Die befragten traditionellen Heiler gaben an, die genutzten Tierteile entweder selbst gejagt, Jägern abgekauft oder aus überfahrenen Tieren entnommen zu haben. Fett und innere Organe werden entfernt, die Karkassen mit Asche oder Salz eingerieben und in der Sonne getrocknet. Gewöhnlich werden keine vollständigen Karkassen von den Kunden der Heiler gekauft, sondern nur kleine Teile der angebotenen Reptilien. Von den 111 entnommenen Tierproben konnte bei 90 noch genügend DNA zur Identifikation der Art gewonnen werden. 23% der getesteten Proben waren falsch benannt worden.

Chamaeleo dilepis war unter den genutzten Reptilienarten. Es konnte zwar kein vollständiges Chamäleon auf den besuchten Märkten gefunden werden. Auf dem Warwick Muthi Market in KwaZulu-Natal wurden aber mehrere Reptilienteile beprobt, die laut DNA-Vergleich von Lappenchamäleons stammten. Chamäleons generell wurden von den Heilern nicht auf Artebene bestimmt. Das IsiZulu Wort unwabu steht für jedes Chamäleon.

Barcoding and traditional health practitioner perspectives are informative to monitor and conserve frogs and reptiles traded for traditional medicine in urban South Africa
Fortunate M. Phaka, Edward C. Netherlands, Maarten Van Steenberge, Erik Verheyen, Gontran Sonet, Jean Hugé, Louis H. du Preez, Maarten P.M. Vanhove

Molecular Ecology Resources Vol 25(2), 2025
DOI: 10.1111/1755-0998.13873[:en]

Scientists from the African Amphibian Conservation Research Group have analysed the existing literature on the subject. Fortunate M. Phaka also visited six municipal markets in Durban, Johannesburg, Petermaritzburg, Polokwane and Pretoria. At the markets, he searched for amphibians and reptiles sold for medicinal purposes and the names given to them by the vendors. He was able to interview 11 traditional health practitioners in Limpopo, Gauteng and KwaZulu-Natal in detail, from nine of whom he was allowed to take samples of the amphibians and reptiles sold for species identification.

In total, 33 species of reptiles and one species of amphibian used for traditional medicine were identified. Nine of these were found and identified on site during the market visits. The traditional healers interviewed stated that they had either hunted the animal parts themselves, bought them from hunters or taken them from roadkill. Fat and internal organs are removed, the carcasses are rubbed with ash or salt and dried in the sun. Usually, the healers‘ customers do not buy complete carcasses, but only small parts of the reptiles on offer. Of the 111 animal samples taken, sufficient DNA to identify the species was obtained from 90 of them. 23% of the samples tested were incorrectly named by the healers.

Chamaeleo dilepis was among the reptile species utilised. No complete chameleon could be found at the markets visited. At the Warwick Muthi Market in KwaZulu-Natal, however, several reptile parts were sampled which, according to DNA comparisons, came from lobed chameleons. Chameleons in general were not identified to species level by the healers. The IsiZulu word unwabu stands for any chameleon.

Barcoding and traditional health practitioner perspectives are informative to monitor and conserve frogs and reptiles traded for traditional medicine in urban South Africa
Fortunate M. Phaka, Edward C. Netherlands, Maarten Van Steenberge, Erik Verheyen, Gontran Sonet, Jean Hugé, Louis H. du Preez, Maarten P.M. Vanhove
Molecular Ecology Resources Vol 25(2), 2025
DOI: 10.1111/1755-0998.13873

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[:de]Pantherchamäleon auf Wertstoffhof entsorgt[:en]Panther chameleon disposed of at recycling centre[:]

[:de]Pantherchamäleon auf Wertstoffhof entsorgt[:en]Panther chameleon disposed of at recycling centre[:]

Abzugeben Allgemeines

[:de]

Einem glücklichen Zufall hat ein Pantherchamäleon in Bayern sein Leben zu verdanken. Ein verantwortungsloser Halter setzte das wechselwarme Tier in einer kalten Styroporbox auf dem Wertstoffhof Eichenau aus. Ein aufmerksamer Passant, der gerade selbst Kartons zum Wertstoffhof brachte, hörte Kratzgeräusche und öffnete die Box. Sofort wurde die Auffangstation für Reptilien in München verständigt, die das unterkühlte Chamäleon aufnahm und nun weiter versorgt. Das Tier wurde offenbar in letzter Zeit nicht medizinisch versorgt.

Es steht zu hoffen, dass der ursprüngliche Halter ermittelt werden kann und einer entsprechenden Strafe entgegensieht. In einigen Fällen erfüllt das Aussetzen von Tieren sogar einen Straftatbestand – in diesem Fall war mit dem Tod des Reptils zu rechnen. „Lucifer“, wie das Pantherchamäleon getauft wurde, hatte einfach Glück – und hofft demnächst auf ein tolles neues Zuhause mit mehr Verantwortungsbewusstsein. Interessenten können sich bei der Auffangstation melden.

Nachtrag 03.03.2025: Tatsächlich hat sich der Fall wohl etwas anders abgespielt. Der angebliche Finder des ausgesetzten Pantherchamäleons entpuppte sich inzwischen als der ursprüngliche Besitzer des Tieres, der es loswerden wollte. Es wurde Anzeige erstattet.

Fotos: Das aufgefundene Tier, fotografiert von und in der Auffangstation für Reptilien, München[:en]

A panther chameleon in Bavaria owes its life to a lucky coincidence. An irresponsible owner abandoned the animal in a cold polystyrene box at the Eichenau recycling centre. An attentive passer-by, who was taking cardboxes to the recycling centre himself, heard scratching noises and opened the lonesome box. The reptile rescue centre in Munich was informed immediately, which took in the hypothermic chameleon and is now looking after it. The animal had obviously not received any medical care recently.

It is to be hoped that the original owner can be identified and faces an appropriate penalty. In some cases, the abandonment of animals even constitutes a criminal offence – in this case, the reptile was likely to die. ‘Lucifer’, as the panther chameleon was named, was simply lucky – and will soon be hoping for a great new home with a greater sense of responsibility. Anyone interested can contact the rescue centre.

Addendum 03.03.2025: The case actually played out a little differently. The alleged finder of the abandoned panther chameleon has since turned out to be the original owner of the animal. A report has been filed.

Photos: The animal found, photographed by and at the reptile rescue centre, Munich

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[:de]Vortrag in Neunkirchen über Futtertiere[:en]Presentation in Frankfurt about feeders[:]

[:de]Vortrag in Neunkirchen über Futtertiere[:en]Presentation in Frankfurt about feeders[:]

Bucherscheinungen Vorträge

[:de]

Als zweites in ihrer Vortragsreihe 2025 hat die Regionalgruppe Saar-Pfalz gleich zwei Vortragende für Freitag, den 07. Februar 2025 eingeladen. Quasi noch druckfrisch, da erst zum Ende des letzten Jahres im Natur und Tier-Verlag erschienen, wollen uns die beiden erfolgreichen Terrarianer Walter Wiest und Stefan Greff von ihren Buchprojekt und ihren effizienten Futtertierzuchten berichten. Hochwertige Futtertiere sind das A und O für die erfolgreiche Haltung und Nachzucht räuberischer Süßwasserfische, Amphibien, Reptilien, Wirbelloser, Kleinsäuger sowie insektenfressender Vögel. Abwechslung ist dabei für eine gesunde Ernährung essenziell. Sicherstellen lässt sich eine solche vielseitige Versorgung der gepflegten Tiere am besten, indem man wirbellose Futtertiere selbst vermehrt. Wie das ohne viel Aufwand gelingt und auch Spaß macht, beschreiben die langjährig erfahrenen Züchter in ihrem Praxis Ratgeber, welchen sie uns an diesem Abend vorstellen werden.

Stefan Greff & Walter Wiest Lebendfutterzucht für Hobbyisten at home
DGHT Regionalgruppe Saar-Pfalz
Zooschule des Zoo Neunkirchen
Zoostraße 25
66538 Neunkirche

Vortragsbeginn 19.00 Uhr

Bild: Das neu erschienene Buch der beiden Autoren, NTV-Verlag[:en]

To kick off its 2025 lecture series, the regional group Saar-Pfalz has invited two speakers for Friday, 07 February 2025. The two successful terrarium keepers Walter Wiest and Stefan Greff will be talking about their book project and their efficient feeders breeding programme, which was only published by Natur und Tier-Verlag at the end of last year. High-quality feeders are essential for the successful keeping and breeding of predatory freshwater fish, amphibians, reptiles, invertebrates, small mammals and insectivorous birds. Variety is essential for a healthy diet. The best way to ensure such a varied diet for the animals you keep is to breed invertebrates yourself. In their practical guidebook, which they will present to us this evening, the experienced breeders describe how this can be done without much effort and is also fun.

Stefan Greff & Walter Wiest Breeding feeders at home [German]
DGHT Regional group Saar-Pfalz
Zoo school of Zoo Neunkirchen
Zoostraße 25
66538 Neunkirche
Lecture starts at 7.00 pm

Picture: The newly published book by the two authors, NTV-Verlag[:]