Chamäleons als moralische Instanz

Chamäleons als moralische Instanz

Beobachtungen

Obwohl die Gegend um Maroantsetra im Norden Madagaskars sich größtenteils zum Christentum bekennt, ist der Ahnenkult nach wie vor weit verbreitet. Dazu gehören auch heilige Tiere, Orte, Ver- oder Gebote sowie über Generationen überlieferte Tabus. Ein Theologe hat nun untersucht, was es in der Umgebung des Masoala Nationalparks mit dem sogenannten hiaña auf sich hat.

Er befragte dazu innerhalb dreier Monate 20 Personen im Alter zwischen 12 und über 60 Jahren aus Maroantsetra. Elf männliche und neun weibliche Personen, alle aus der Volksgruppe der Betsimisaraka, nahmen an der Befragung teil. Zusätzlich beobachtete der Theologe Interaktionen mit Chamäleons in und um Maroantsetra.

Die Befragten gaben an, dass Chamäleons in der Gegend bevorzugt amboalava, übersetzt langer Hund, genannt werden. In anderen Regionen Madagaskars werden überwiegend die Begriffe tanalahy und tarondro genutzt, bei den Betsimisaraka aus Maroantsetra finden diese weniger Anwendung.

Unter hiaña verstanden die Befragten eine spirituelle, gottgegebene Kraft, die vor allem Chamäleons, aber auch besonderen Orten innewohnt. In Maroantsetra soll besonders das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) hiaña besitzen, vermutlich weil man es mit am häufigsten antrifft. Andere Befragte gaben an, dass Chamäleons sogar als eine Art moralische Instanz fungieren, durch die die Ahnen die Belange der Lebenden steuern.

Alle Befragten gaben an, dass das Verletzen eines Chamäleons negative Konsequenzen seitens der Ahnen nach sich zöge. Wie diese Konsequenzen allerdings aussehen, unterschied sich erheblich zwischen den Antworten der verschiedenen Personen. Eine Person berichtete, verletzte ein Mensch ein Chamäleon, werde dem Menschen die gleiche Verletzung widerfahren. Das verletzte hiaña müsse ähnlich eines Fluchs sodann durch das Ritual eines traditionellen Heilers wieder kuriert werden. Eine Person erzählte, dass er ein Chamäleon verletzt und danach selbst an starken Schmerzen gelitten habe. Erst, als er das verletzte Chamäleon tötete, hörten die Schmerzen auf. Eine andere Person berichtete, ihr Kind sei nach dem unbeabsichtigten Töten eines Chamäleons selbst verstorben. Es gibt also keine einheitliche Deutung des hiaña, sondern vielmehr individuelle Geschichten, die mit dem hiaña im Nachhinein verwoben und passend gedeutet werden.

Mehrere Befragte gaben an, dass Chamäleons zwar über hiaña verfügten, es einem gläubigen Christen aber nichts anhaben könne, da der christliche Glaube über dem althergebrachten Ahnenkult stehe. Interessanterweise gaben vor allem die jüngeren Menschen in den Interviews an, dass Chamäleons wichtige und eher friedlich gesinnte Lebewesen seien. Sie assoziierten die Tiere nicht negativ mit hiaña. Mehrere Jungen gaben an, bereits ohne negative Konsequenzen mit Chamäleons interagiert zu haben.

Hiaña as a moral-ecological system: Chameleons, sacred potency, and human-animal relations in Maroantsetra, Madagascar
Olivier Randrianjaka
Preprint
DOI: 10.13140/RG.2.2.30826.38088
Kostenloser Download des Artikels

Foto: Furcifer pardalis in Maroantsetra, fotografiert von Alex Negro

Vortrag in Dortmund über Kenia

Vortrag in Dortmund über Kenia

Reiseberichte Vorträge

Am Freitag, den 06.02.2026, wird Rolf Mätzkow einen reich bebilderten Vortrag über eine spannende Reise in Kenia halten. Und Chamäleons werden nicht zu kurz kommen!

Kenia lockt nicht nur mit einer hohen Artenvielfalt, sondern auch mit ganz unterschiedlichen Landschaftstypen. Die kleine herpetologische Rundreise führt die Zuschauer über Naivasha in den Kakamega Regenwald, dem einzigen tropischen kenianischen (Tiefland-) Regenwald. Auf der Weiterfahrt laden die chamäleonreichen Höhen von Njoro zu einem Stop ein, bevor die Reise in den Mount Kenia Nationalpark führt – nicht nur der Chamäleons wegen. Natürlich darf bei der Rundreise die Savannenlandschaft nicht fehlen und so fügt sich der Tsavo Nationalpark mit Schlangen, Echsen und Schildkröten nahtlos in unser Tourkonzept ein. Der Besuch der Küstenlandschaft von Watamu, wo wir zu guter Letzt Korallenskinke kennlernen dürfen, bildet schließlich den harmonischen Ausklang der kleinen Rundreise.

Rolf Mätzkow Kenia – eine herpetologische Rundreise
DGHT Stadtgruppe Dortmund
Restaurant Olympia – Zur alten Post
Im alten Dorf 2
59192 Bergkamen
Vortragsbeginn 19.30 Uhr

Fotos: Collage von Rolf Mätzkow zum Vortrag

[:de]Vortrag in Münster über Madagaskars Chamäleons[:en]Presentation in Munster about Madagascar’s chameleons[:]

[:de]Vortrag in Münster über Madagaskars Chamäleons[:en]Presentation in Munster about Madagascar’s chameleons[:]

Reiseberichte Vorträge Wissenschaft

[:de]

Die DGHT Münster startet ebenfalls mit vielen Chamäleons ins neue Jahr. Am Freitag, den 16.01.2026, wird Philip-Sebastian Gehring einen ausführlichen Vortrag über Madagaskar und seine vielen Chamäleons halten.

Madagaskar beherbergt nahezu die Hälfte aller weltweit bekannten Chamäleonarten, die allesamt ausschließlich auf dieser Insel vorkommen. Diese außergewöhnliche Vielfalt macht die Chamäleons Madagaskars zu einem bedeutenden Forschungsobjekt für die Wissenschaft, da sie einzigartige Einblicke in die Mechanismen von Evolution und Anpassung bieten. In den vergangenen 20 Jahren haben zahlreiche Studien und neue Entdeckungen unser Verständnis der Artenvielfalt und der evolutionären Prozesse innerhalb dieser Echsengruppe maßgeblich erweitert. Besonders die Identifikation und Beschreibung neuer Arten sowie die Untersuchung ihrer genetischen Unterschiede haben zentrale Erkenntnisse zur Entstehung und Differenzierung von Arten geliefert. Im Vortrag wird ein umfassender Überblick über diese Forschungsarbeiten gegeben und der aktuelle Stand zur Erforschung der madagassischen Chamäleons anschaulich präsentiert.

Dr. Philip-Sebastian Gehring Evolution und Diversität der Chamäleons Madagaskars – Neues aus der Forschung
DGHT Stadtgruppe Münster
Zooschule des Allwetterzoos Münster
Sentruper Straße 315
48161 Münster
Vortragsbeginn 19.00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr über den Haupteingang des Zoos

Fotos: kleine Calumma-Art auf Madagaskar, fotografiert von Philip-Sebastian Gehring[:en]

The DGHT Münster is also starting the new year with lots of chameleons. On Friday, 16 January 2026, Philip-Sebastian Gehring will give a detailed lecture on Madagascar and its many chameleons.

Madagascar is home to almost half of all known chameleon species worldwide, all of which are found exclusively on this island. This extraordinary diversity makes Madagascar’s chameleons an important subject of scientific research, as they offer unique insights into the mechanisms of evolution and adaptation. Over the past 20 years, numerous studies and new discoveries have significantly expanded our understanding of species diversity and evolutionary processes within this group of reptiles. In particular, the identification and description of new species and the investigation of their genetic differences have provided key insights into the origin and differentiation of species. The lecture will provide a comprehensive overview of this research and clearly present the current state of research on Madagascan chameleons.

Dr. Philip-Sebastian Gehring Evolution and diversity of Madagascar’s chameleons – Latest research findings [German]
DGHT city group Munster
Zoo school of Allwetterzoo Munster
Sentruper Straße 315
48161 Münster
Lecture begins at 7 p.m., doors open at 6:30 p.m. via the main entrance of the zoo.

Photos: small Calumma species in Madagascar, photographed by Philip-Sebastian Gehring[:]

[:de]Vortrag in Frankfurt über Madagaskar[:en]Presentation in Frankfurt about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Frankfurt über Madagaskar[:en]Presentation in Frankfurt about Madagascar[:]

Reiseberichte Vorträge Wissenschaft

[:de]

Die DGHT Frankfurt startet mit einem Highlight in das neue Jahr. Aufgrund eines Heimatbesuchs haben sie das große Glück, Rainer Dolch von der Association Mitsinjo in Andasibe, Madagaskar, begrüßen zu können. Am Freitag, den 09.01.2026, wird er einen ausführlichen Vortrag über Madagaskar und seine herpetologische Vielfalt halten.

Madagaskars Amphibien und Reptilien bewohnen die verschiedensten Lebensräume, von Tieflandegenwäldern über die höchsten Berggipfel zu Karstgebieten, Trockenwäldern und einzigartigen Halbwüsten. Die lange Isolation Madagaskars nach dem Zerfall des Urkontinents Gondwana, seine Geographie und die enorme Vielfalt seiner Lebensräume hat evolutive Prozesse befördert, die zahlreiche endemische Arten von Amphibien und Reptilien hervorgebracht haben. Viele dieser Taxa kommen allopatrisch und mikroendemisch vor, sie sind also auf sehr kleine eng begrenzte Gebiete beschränkt. So haben endemische Familien wie die Madagaskarfrösche (Mantellidae), die Madagaskarnattern (Pseudoxyrhophiidae) und die Madagaskarleguane (Opluridae) jeweils große Radiationen erfahren. Eine große Vielfalt beinloser Skinke sowie einige der seltensten Schildkröten der Welt gehören ebenfalls zur außergewöhnlichen Herpetofauna der Insel. Schließlich ist Madagaskar ein Hotspot der Chamäleondiversität, insbesondere in der Chamäleongattung Calumma sind erst in jüngster Zeit viele kryptische Arten beschrieben worden, die zwar äußerlich fast identisch aussehen, aber genetisch so verschieden sind, dass sie sich nicht mehr miteinander fortpflanzen können. Viele der in Madagaskar heimischen Amphibien und Reptilien und die von ihnen bewohnten Habitate werden ebenso vorgestellt wie Bedrohungen und Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Dr. Rainer Dolch Mikroendemismus, kryptische Arten, faszinierende Vielfalt: Eine Tour d’Horizon durch die Herpetofauna Madagaskars
DGHT Stadtgruppe Frankfurt
Zooschule des Zoo Frankfurt
Bernhard-Grzimek-Allee 1
60316 Frankfurt am Main
Vortragsbeginn 19.00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr über das Ausgangstor am Haupteingang Alfred-Brehm-Platz (Tor zwischen Zoo-Shop und Zoogesellschaftshaus)

Fotos: herpetologische Vielfalt Madagaskars, fotografiert von Rainer Dolch[:en]

The DGHT Frankfurt is kicking off the new year with a highlight. Thanks to a visit home, they are fortunate to welcome Rainer Dolch from the Association Mitsinjo in Andasibe, Madagascar. On Friday, 9 January 2026, he will give a detailed lecture on Madagascar and its herpetological diversity.

Madagascar’s amphibians and reptiles inhabit a wide variety of habitats, from lowland forests to the highest mountain peaks, karst areas, dry forests and unique semi-deserts. Madagascar’s long isolation after the break-up of the supercontinent Gondwana, its geography and the enormous diversity of its habitats have promoted evolutionary processes that have produced numerous endemic species of amphibians and reptiles. Many of these taxa are allopatric and microendemic, meaning they are restricted to very small, confined areas. Endemic families such as the Madagascar frogs (Mantellidae), the Madagascar snakes (Pseudoxyrhophiidae) and the Madagascar iguanas (Opluridae) have each undergone major radiation. A wide variety of legless skinks and some of the world’s rarest turtles also belong to the island’s extraordinary herpetofauna. Finally, Madagascar is a hotspot for chameleon diversity. In the chameleon genus Calumma in particular, many cryptic species have only recently been described which, although they look almost identical externally, are genetically so different that they can no longer reproduce with each other. Many of the amphibians and reptiles native to Madagascar and the habitats they inhabit are presented, as are the threats they face and measures taken to protect them.

Dr. Rainer Dolch Microendemism, cryptic species, fascinating diversity: a tour d’horizon through the herpetofauna of Madagascar [German]
DGHT city group Frankfurt
Zoo school of Frankfurt zoo
Bernhard-Grzimek-Allee 1
60316 Frankfurt am Main

Lecture begins at 7 p.m., doors open at 6:30 p.m. via the exit gate at the main entrance on Alfred-Brehm-Platz (gate between the zoo shop and the zoo society building).

Photos: Herpetological diversity of Madagascar, photographed by Rainer Dolch[:]

[:de]Neue Daten zu Furcifer campani in Ankaratra (Madagaskar)[:en]New data about Furcifer campani in Ankaratra (Madagascar)[:]

[:de]Neue Daten zu Furcifer campani in Ankaratra (Madagaskar)[:en]New data about Furcifer campani in Ankaratra (Madagascar)[:]

Wissenschaft

[:de]

Zwei madagassische Biologen haben sich kürzlich mit der aktuellen Lage des Chamäleons Furcifer campani im Schutzgebiet Ankaratra beschäftigt. Ankaratra liegt rund 80 km südlich der Hauptstadt Antananarivo im zentralen Hochland, unweit der Kleinstadt Ambatolampy. Das Schutzgebiet erstreckt sich über Höhen von 1601 bis 2656 m und deckt dichten Regenwald, Pinienforst und Savannen mit Gebieten ähnlich einer Heidelandschaft ab. Die Durchschnittstemperaturen liegen in der Trockenzeit (Juli) bei 11,9°C, in der Regenzeit (Januar) bei 17,9°C.

Die Studie wurde mittels sogenanntem Distance sampling durchgeführt. Dabei werden an unterschiedlichen Orten innerhalb des Studiengebiets je drei Linien von 50 m Länge gezogen, die jeweils 25 m entfernt voneinander liegen. Nach einer Wartezeit von 24 h gingen die beiden Biologen die Transekte in der Nacht mit Taschenlampen ab und suchten nach Chamäleons. Die Fundhöhe sowie das Geschlecht der aufgefundenen Chamäleons wurde notiert. Außerdem wurde beurteilt, ob sich das Tier in einem stark zerstörten Habitat befand oder nicht (Brandrodung in den letzten 4-5 Jahren).

Die Ergebnisse der Studie ergeben eine Populationsdichte von Furcifer campani in Ankaratravon 19,06 Individuen pro ha in wenig zerstörten Lebensräumen sowie 12,62 Individuen pro ha in stark zerstörten Habitaten. Ungefähr die Hälfte der Transekte befanden sich dabei in stark durch Brandrodung zerstörten Lebensräumen. Furcifer campani war nachts auf Höhen zwischen 4 cm und 3 m über dem Boden zu finden. Im Durchschnitt befanden sich die Chamäleons mit 47 cm gegenüber 40 cm in unzerstörten Lebensräumen etwas weiter oben in der Vegetation schlafend.

Die beiden Autoren machten in Ankaratra zwei große Gefahren für Furcifer campani aus: Zum einen Brandrodung, die allerdings in zweifacher Hinsicht ein Problem darstellt. Nicht nur zerstört Brandrodung durch den Menschen geeigneten Lebensraum unwiderbringlich, die Autoren fanden auch an Brandverletzungen verstorbene Furcifer campani während ihrer Studie. Als zweite große Bedrohung machten die Autoren die Pinienforste innerhalb des Schutzgebietes aus. Pinien wurden dort an vielen Stellen zur späteren Abholzung angepflanzt. Sie breiten sich aber auch außerhalb des ursprünglich dafür angedachten Gebietes aus und greifen auf andere Lebensräume über. Furcifer campani bevorzugt jedoch den Aufenthalt in Savannen, die in Ankaratra vor allem aus Philippia und Helichrysum-Gräsern besteht, und kann mit den Pinienforsten nichts anfangen. Eine nennenswerte Entnahme von Tieren für den internationalen Handel findet in den letzten Jahren nicht mehr statt und wird daher nicht als akute Bedrohung gesehen.

Habitat quality and roost preference of jewelled chameleon (Furcifer campani) in Ankaratra highlands, central Madagascar
Rodlis Raphali Andriantsimanarilafy, Joseph Christian Randrianantoandro
Scientific Reports in Life Sciences 6(3), 2025: 33-40.
DOI:  10.5281/zenodo.16895177
Kostenloser Download des Artikels

Foto: Furcifer campani auf Madagaskar, fotografiert von Thorsten Negro[:en]

Two Madagascan biologists recently studied the current situation of the jewelled chameleon (Furcifer campani) in the Ankaratra reserve. Ankaratra is located around 80 km south of the capital Antananarivo in the central highlands, not far from the small town of Ambatolampy. The reserve extends over altitudes of 1601 to 2656 m and covers dense rainforest, pine forest and savannahs with areas similar to heathland. Average temperatures are 11.9°C in the dry season (July) and 17.9°C in the rainy season (January).

The study was conducted using a method known as distance sampling. This involves drawing three lines, each 50 metres long and 25 metres apart, at different locations within the study area. After a waiting period of 24 hours, the two biologists walked the transects at night with torches and searched for chameleons. The perch height and sex of the chameleons found were noted. In addition, an assessment was made as to whether or not the animal was in a severely destroyed habitat (= slash-and-burn in the last 4-5 years).

The results of the study show a population density of Furcifer campani in Ankaratra of 19.06 individuals per hectare in habitats with little destruction and 12.62 individuals per hectare in habitats with severe destruction. Approximately half of the transects were located in habitats severely destroyed by slash-and-burn practices. Furcifer campani was found at night at heights between 4 cm and 3 m above the ground. On average, the chameleons slept slightly higher up in the vegetation at 47 cm compared to 40 cm in undisturbed habitats.

The two authors identified two major threats to Furcifer campani in Ankaratra: firstly, slash-and-burn farming, which poses a double problem. Not only does slash-and-burn irretrievably destroy suitable habitat, but the authors also found Furcifer campani that had died from burn injuries during their study. The authors identified the pine forests within the protected area as the second major threat. Pine trees were planted there in many places for later logging. However, they are also spreading outside the area originally intended for them and encroaching on other habitats. Furcifer campani prefers to live in savannahs, which in Ankaratra consist mainly of Philippia and Helichrysum grasses, and cannot thrive in pine forests. There has been no significant removal of animals for international trade in recent years and this is therefore not considered an acute threat.

Habitat quality and roost preference of jewelled chameleon (Furcifer campani) in Ankaratra highlands, central Madagascar
Rodlis Raphali Andriantsimanarilafy, Joseph Christian Randrianantoandro
Scientific Reports in Life Sciences 6(3), 2025: 33-40.
DOI:  10.5281/zenodo.16895177
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Picture: Furcifer campani in Madagascar, photographed by Thorsten Negro[:]

[:de]Vortrag in Leipzig über Madagaskar[:en]Presentation in Leipzig about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Leipzig über Madagaskar[:en]Presentation in Leipzig about Madagascar[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Thomas Hofmann zeigt am Mittwoch, 03. September 2025 in Leipzig (Sachsen) einen bilderreichen Vortrag über Madagaskar. Die Insel im Indischen Ozean ist das Mekka für herpetologisch interessierte Reisende. Über 90% der hier vorkommenden Reptilien und Amphibien ist endemisch – es gibt sie nirgendwo sonst auf der Welt. Unter den Endemiten sind nicht nur sehr viele Chamäleons, sondern auch viele andere herpetologische Highlights.

Thomas Hofmann Streifzüge durch den Nordwesten, Westen und „Mittleren Osten“ Madagaskars
DGHT Stadtgruppe Leipzig
Gaststätte Neumann
Strelitzer Straße 1
04157 Leipzig
Veranstaltungsbeginn 19.00 Uhr[:en]

On Wednesday, 3 September 2025, Thomas Hofmann will give a lecture rich in images about Madagascar in Leipzig (Saxony). The island in the Indian Ocean is a mecca for travellers interested in herpetology. Over 90% of the reptiles and amphibians found here are endemic – they exist nowhere else in the world. Among the endemic species are not only a large number of chameleons, but also many other herpetological highlights.

Thomas Hofmann Excursions through the north-west, west and ‘Middle East’ of Madagascar [German]
DGHT Stadtgruppe Leipzig
Restaurant Neumann
Strelitzer Straße 1
04157 Leipzig
Start of the event 7 p.m.[:]

[:de]Neuer Fundort von Calumma vencesi (Madagaskar)[:en]New locality record of Calumma vencesi (Madagascar)[:]

[:de]Neuer Fundort von Calumma vencesi (Madagaskar)[:en]New locality record of Calumma vencesi (Madagascar)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Calumma vencesi kommt im Norden Madagaskars vor und ist dort bisher von den Fundorten Betaolana, Besariaka und Tsararano bekannt. Ein madagassisches Forscherteam hat die Art nun noch in einem weiteren Regenwald entdecken können: In Sorata. Sorata gehört zum sogenannten COMATSA-Korridor, der vor allem aus den Regenwäldern Marojejy, Anjanaharibe Sud und Tsaratanana besteht. Sorata dagegen liegt noch etwas nördlicher in Richtung Vohémar. Der Regenwald wird derzeit vom WWF zusammen mit dem örtlichen Verein Ambodimandresy Miaro ny Ala (AMA) verwaltet.

Die Wissenschaftler verteilten zufällig 14 Transekte im Regenwald, die aus je drei parallel verlaufenden Linien von 50 m bestanden. Dann suchten sie nachts mit Taschenlampen entlang der Transekte nach schlafenden Chamäleons. Die Häufigkeit der Art pro 100 m wurde berechnet, die genutzten Pflanzen dokumentiert und die Schlafhöhe gemessen.

Insgesamt konnten acht Calumma vencesi gefunden werden. Sie schliefen auf einer durchschnittlichen Asthöhe vvon 1,43 m meist auf Blättern, wenige Individuen auf Ästen. Fünf Chamäleons wurden vertikal schlafend angetroffen, drei eher horizontal. Sieben von acht Calumma vencesi schliefen mit dem Kopf nach oben, nur eines kopfüber.

Das Vorkommen von nur 0,38 Individuen pro 100 m ist erstaunlich gering und unterschreitet sogar das von als vom Aussterben bedroht eingestuften Chamäleonarten wie Calumma tarzan. Bisher war Calumma vencesi außerdem ausschließlich unter 1000 m gefunden worden, das Studiengebiet in Sorata lag jedoch durchschnittlich auf 1326 m. Calumma vencesi kommt damit in Sorata im gleichen Verbreitungsgebiet wie Brookesia nana vor, was die Schutzbedürftigkeit dieses Regenwaldes noch dringender macht. Der Wald Brandrodung und illegalem Holzschlag sowie weidendem Vieh und Vanilleplantagen bedroht.

 A new locality for the endangered Vence’s Chamaeleon, Calumma vencesi Andreone et al., 2001, from Sorata Forest, northeastern Madagascar
Jeanneney Rabearivony, Andriatsitohaina Ranaivojaona, Moussaïna Jao, Achille P. Raselimanana
Herpetology Notes 18, 2025: 817-820.
DOI: nicht vorhanden
Kostenloser Download des Artikels

Foto: Calumma vencesi, fotografiert von Asméralie William, aus der genannten Publikation[:en]

Calumma vencesi occurs in northern Madagascar and has so far been found in Betaolana, Besariaka and Tsararano. A Madagascan research team has now discovered the species in another rainforest: Sorata. Sorata is part of the COMATSA corridor, which mainly consists of the Marojejy, Anjanaharibe Sud and Tsaratanana rainforests. Sorata, on the other hand, is located slightly further north towards Vohémar. The rainforest is currently managed by the WWF in collaboration with the local association Ambodimandresy Miaro ny Ala (AMA).

The scientists randomly distributed 14 transects in the rainforest, each consisting of three parallel lines of 50 m. Then, at night, they searched for sleeping chameleons along the transects with flashlights. The frequency of the species per 100 m was calculated, the plants used were documented and the sleeping height was measured.

A total of eight Calumma vencesi were found. They slept at an average branch height of 1.43 m, mostly on leaves, with a few individuals on branches. Five chameleons were found sleeping vertically, three more horizontally. Seven of the eight Calumma vencesi slept with their heads up, only one upside down.

The occurrence of only 0.38 individuals per 100 m is surprisingly low and even falls below that of chameleon species classified as critically endangered, such as Calumma tarzan. Until now, Calumma vencesi had only been found below 1000 m, but the study area in Sorata was at an average altitude of 1326 m. Calumma vencesi occurs in Sorata in the same distribution area as Brookesia nana, which makes the need to protect this rainforest even more urgent. The forest is threatened by slash-and-burn farming, illegal logging, grazing livestock and vanilla plantations.

 A new locality for the endangered Vence’s Chamaeleon, Calumma vencesi Andreone et al., 2001, from Sorata Forest, northeastern Madagascar
Jeanneney Rabearivony, Andriatsitohaina Ranaivojaona, Moussaïna Jao, Achille P. Raselimanana
Herpetology Notes 18, 2025: 817-820.
DOI: not available
Free article download

Photo: Calumma vencesi, photographed by Asméralie William, from the aforementioned publication[:]

[:de]Chamäleons in St. Luce (Madagaskar)[:en]Chameleons in St. Luce (Madagascar)[:]

[:de]Chamäleons in St. Luce (Madagaskar)[:en]Chameleons in St. Luce (Madagascar)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Das Schutzgebiet St. Luce liegt im Südosten Madagaskars, nur 34 km nördlich der Großstadt Tolagnaro (Fort Dauphin). Zum Schutzgebiet gehören Strände und Felsklippen an der Küste des Indischen Ozeans, Tieflandregenwald, Sumpfgebiet, savannenartige Ebenen, Flüsse und Lagunen. Der verbliebene Regenwald ist in viele kleine Fragmente zersplittert. In der Gegend gibt es außerdem ein sehr großes Minenprojekt zum Abbau seltener Erden. 12 von 17 Waldfragmente von St. Luce sind dabei von den Minenarbeiten betroffen. Eine Gruppe von Wissenschaftler hat nun die Herpetofauna des Gebiets näher untersucht.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden Reptilien und Amphibien in St. Luce gesucht und gefangen. Die Suchen wurden mit dem bloßen Auge entlang bestehender Transekte durchgeführt. Zusätzlich wurden Bodenfallen entlang vier je 100 m langer Linien über zwei Wochen genutzt. Fünf künstliche Unterschlupfmöglichkeiten und fünf Wellbleche wurden an insgesamt 12 Orten ausgelegt, um darunter nach einer gewissen Zeit nach Tieren zu sehen.  Proben von Schwanzspitzen und Zehen wurden entnommen und Vermessungen durchgeführt, danach wurden die Tiere wieder an ihren ursprünglichen Fundorten freigelassen. Mittels genetischer Untersuchungen wurden die Arten bestimmt.

Von 17 Regenwaldfragmenten in St. Luce fanden die Wissenschaftler nur eines intakt und ein weiteres zwar intakt, aber stark in sich fragmentiert vor. Alle anderen Waldfragmente wurden mit deutlichen Anzeichen von Habitatzerstörung vorgefunden. Insgesamt konnten 22 Amphibien- und 54 Reptilienarten nachgewiesen werden. Vier Arten von Chamäleons waren unter den Reptilien: Palleon sp. aff. Nasus, Calumma tjiasmantoi, Furcifer major und Furcifer verrucosus. Alle vier Chamäleonarten kamen ausschließlich in den noch verbliebenen intakten oder intakten Bereichen der Wälder Angalavinaky, Ambandrika und Andranangy/Amboronteny/Agnalaro vor. In den Wäldern, die durch die Mine bereits zerstört werden, kamen gar keine Chamäleons vor. Unter den insgesamt 76 gefundenen Amphibien- und Reptilienarten waren 13 candidate species, die vermutlich unbeschriebene neue Arten darstellen.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Artenvielfalt der Herpetofauna in St. Luce nach der vorliegenden Studie deutlich größer ist als früher angenommen. Sie schlagen vor, mehrere Waldfragmente in die “Mining Avoidance Zones“, also Gebiete, in denen nicht nach seltenen Erden gesucht werden soll, aufzunehmen und den Schutzstatus zu erhöhen.

A littoral treasure trove: a comprehensive assessment of the herpetofauna of Sainte Luce, southeastern Madagascar
Sam Hyde Roberts, Marco Sannolo, Hoby Tsimijaly Longosoa, Ryan Clark, Leo Jhaveri, Gonçalo M. Rosa, Walter Cocca, Franco Andreone, Angelica Crottini
Systematics and Biodiversity 23(1): 2513472
DOI: 10.1080/14772000.2025.2513472

Fotos: Aufnahmen gefundener Chamäleon in St. Luce aus der genannten Publikation[:en]

The St. Luce reserve is located in the south-east of Madagascar, just 34 km north of the city of Tolagnaro (Fort Dauphin). The protected area includes beaches and rocky cliffs on the coast of the Indian Ocean, lowland rainforest, marshland, savannah-like plains, rivers and lagoons. The remaining rainforest is broken up into many small fragments. There is also a very large rare earth mining project in the area. 12 of the 17 forest fragments of St. Luce are affected by the mining work. A group of scientists has now studied the herpetofauna of the area in more detail.

Over a period of two years, reptiles and amphibians were searched for and captured in St. Luce. The searches were carried out with the naked eye along existing transects. In addition, ground traps were used for two weeks along four 100 m long lines. Five artificial shelters and five corrugated sheets were laid out at a total of 12 locations to check for animals after a certain period of time. Samples of tail tips and toes were taken and measurements taken, after which the animals were released back to their original locations. The species were identified by genetic analysis.

Of 17 rainforest fragments in St. Luce, the scientists found only one intact and another intact but heavily fragmented. All other forest fragments were found with clear signs of habitat destruction. A total of 22 amphibian and 54 reptile species were found. Four species of chameleons were among the reptiles: Palleon sp. aff. Nasus, Calumma tjiasmantoi, Furcifer major and Furcifer verrucosus. All four chameleon species occurred exclusively in the remaining intact or intact areas of the Angalavinaky, Ambandrika and Andranangy/Amboronteny/Agnalaro forests. In the forests already destroyed by the mine, no chameleons were found at all. Of the 76 amphibian and reptile species found, 13 were candidate species, which are presumably undescribed new species.

The authors point out that, according to the present study, the diversity of the herpetofauna in St. Luce is significantly greater than previously assumed. They suggest that several forest fragments should be included in the “Mining Avoidance Zones”, i.e. areas where rare earths should not be searched for, and that the protection status should be increased.

A littoral treasure trove: a comprehensive assessment of the herpetofauna of Sainte Luce, southeastern Madagascar
Sam Hyde Roberts, Marco Sannolo, Hoby Tsimijaly Longosoa, Ryan Clark, Leo Jhaveri, Gonçalo M. Rosa, Walter Cocca, Franco Andreone, Angelica Crottini
Systematics and Biodiversity 23(1): 2513472
DOI: 10.1080/14772000.2025.2513472

Photos: Chameleons found in St. Luce from the aforementioned publication[:]

[:de]Vortrag in Krefeld über Madagaskar[:en]Presentation in Krefeld about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Krefeld über Madagaskar[:en]Presentation in Krefeld about Madagascar[:]

Vorträge

[:de]

Der Leiter der DGHT Regionalgruppe Saar-Pfalz, Patrick Schönecker, zeigt am Freitag, 04. Juni 2025 in Krefeld einen tollen Vortrag über Madagaskar. Die Insel im Indischen Ozean ist das Mekka für herpetologisch interessierte Reisende. Über 90% der hier vorkommenden Reptilien und Amphibien ist endemisch – es gibt sie nirgendwo sonst auf der Welt. Patrick war schon mehrfach vor Ort. Im Vortrag berichtet er von den Regenwäldern im zentralen Hochland und hiesigen Schutzbemühungen. Aber auch hoch in den Norden bis auf die kleine Insel Nosy Hara geht es – ein extrem spezielles Habitat und Heimat des zweitkleinsten Chamäleons der Welt.

Patrick Schönecker Madagaskar – Artenschutz und Artenvielfalt
DGHT Regionalgruppe Mönchengladbach/Krefeld
Vereinsheim SC 08 Schiefbahn
Siedlerallee 27
47877 Willich-Schiefbahn
Veranstaltungsbeginn 19.00 Uhr

Foto: Calumma parsonii parsonii, fotografiert von Patrick Schönecker[:en]

The head of the DGHT Saar-Palatinate regional group, Patrick Schönecker, will be giving a great lecture on Madagascar on Friday, 4 June 2025 in Krefeld. The island in the Indian Ocean is the Mecca for travellers interested in herpetology. Over 90% of the reptiles and amphibians found here are endemic – they don’t exist anywhere else in the world. Patrick has been there several times. In his presentation, he talks about the rainforests in the central highlands and local conservation efforts. But he also travels up north to the small island of Nosy Hara – an extremely special habitat and home to the second smallest chameleon in the world.

Patrick Schönecker Madagascar – Biodiversity and conservation [German]
DGHT Regional group Mönchengladbach/Krefeld
Clubhouse SC 08 Schiefbahn
Siedlerallee 27
47877 Willich-Schiefbahn
Event starts at 7.00 pm

Photo: Calumma parsonii parsonii, photographed by Patrick Schönecker[:]

[:de]Vortrag in Leipzig über Madagaskar[:en]Presentation in Leipzig about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Leipzig über Madagaskar[:en]Presentation in Leipzig about Madagascar[:]

Vorträge

[:de]

Johannes Pfleiderer zeigt am Mittwoch, 04. Juni 2025 in Leipzig (Sachsen) einen bilderreichen Vortrag über Madagaskar. Die Insel im Indischen Ozean ist das Mekka für herpetologisch interessierte Reisende. Über 90% der hier vorkommenden Reptilien und Amphibien ist endemisch – es gibt sie nirgendwo sonst auf der Welt. Unter den Endemiten sind nicht nur sehr viele Chamäleons, sondern auch die bekannten Buntfröschchen mit ihren vielen verschiedenen Vertretern.

Johannes Pfleiderer Unterwegs zu Mantella & Co. – Zoologische Reiseeindrücke aus Madagaskar
DGHT Stadtgruppe Leipzig
Gaststätte Neumann
Strelitzer Straße 1
04157 Leipzig
Veranstaltungsbeginn 19.00 Uhr[:en]Johannes Pfleiderer will be giving an illustrated lecture on Madagascar on Wednesday, June 4, 2025 in Leipzig (Saxony). The island in the Indian Ocean is a mecca for travelers interested in herpetology. Over 90% of the reptiles and amphibians found here are endemic – they are found nowhere else in the world. Among the endemics are not only many chameleons, but also the well-known colorful frogs with their many different representatives.

Johannes Pfleiderer On the way to Mantella & Co. – Zoological travel impressions from Madagascar [German]
DGHT city group Leipzig
Restaurant Neumann
Strelitzer Straße 1
04157 Leipzig
Start at 7 p.m.[:]