[:de]Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr![:en]Merry Christmas and a happy New Year![:]

[:de]Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr![:en]Merry Christmas and a happy New Year![:]

AG Interna Allgemeines

[:de]

Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2023 zurück. Wir hatten eine tolle Tagung, viele Neuigkeiten rund um die Welt der Chamäleons und zuletzt konnten wir erfolgreich eine ganze Reihe Tiere vermitteln.  Hoffen wir, dass es 2024 noch aktiver weiter geht. Das gesamte Leitungsteam der AG Chamäleons wünscht Euch allen frohe Weihnachten und schöne Feiertage! Wir freuen uns besonders auf die Tagung im nächsten Jahr, die erstmal seit über 20 Jahren in Fulda stattfinden wird. Das Programm wird gerade erarbeitet und in Kürze veröffentlicht – dann erfahrt Ihr auch mehr Informationen zur Anmeldung und Zimmerbuchungen. Es wird ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm – seid gespannt!

Bild: pikisuperstar und catalyststuff / Freepik[:en]

We can look back on an eventful 2023. We had a great conference, lots of news about the world of chameleons and, most recently, we were able to successfully place a number of animals. Let’s hope that 2024 will be even more active. The entire board of the AG Chameleons wishes you all a Merry Christmas and happy holidays! We are particularly looking forward to next year’s conference, which will be held in Fulda for the first time in over 20 years. The programme is currently being prepared and will be published shortly – then you will also receive more information on registration and room bookings. It will be a very interesting and varied programme – stay tuned!

Bild: pikisuperstar und catalyststuff / Freepik[:]

[:de]Vortrag in Köln über Chamäleonhaltung[:en]Presentation in Cologne about chameleon keeping[:]

[:de]Vortrag in Köln über Chamäleonhaltung[:en]Presentation in Cologne about chameleon keeping[:]

Haltungsberichte Vorträge

[:de]

Jean-Dominique Dufraine, Mitglied der AG Chamäleons, zeigt am 16. Dezember 2023 in Köln einen ausführlichen Vortrag über die Haltung zweier Chamäleonarten.

Es geht dabei um das Tigerchamäleon, Archaius tigris, und eine Art von Stummelschwanzchamäleon, Rieppeleon brevicaudatus. Das Tigerchamäleon kommt von den Seychellen und wird seit vielen Jahren erfolgreich in der Terraristik vermehrt. In den letzten Jahren hat es eine zunehmende kleine Gruppe an Liebhabern gefunden. Dabei kommt besonders zu Tragen, dass das Tigerchamäleon gut in der Gruppe gepflegt werden kann. Rieppeleon brevicaudatus ist in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, nachdem es in den 2000ern und bis zu Beginn der 2010ern in recht guten Zahlen nachgezogen worden war. Zu Unrecht! Denn es handelt sich um recht einfach zu haltende, sehr interessante Chamäleons. Jean-Dominique hält und vermehrt beide Arten seit einigen Jahren und gibt Tipps & Tricks zur Haltung und Nachzucht weiter. Er hofft, dass beide Arten in Zukunft wieder eine gute Chance auf Wiederverbreitung in deutschen Terrarien haben und möchte aktiv dazu beitragen, die Freude an der Haltung dieser Tiere zu vermitteln und zu verbreiten.

Jean-Dominique Dufraine Haltung von Archaius tigris und Rieppeleon brevicaudatus
Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Köln-Mühlheim e.V. 1910
DGHT Stadtgruppe Köln
Restaurant „Steakhaus bei Marco“
Clevischer Ring 120-122
51063 Köln
Vortragsbeginn 20.00 Uhr

Foto: Archaius tigris von Jean-Dominique-Dufraine[:en]

Jean-Dominique Dufraine, member of the AG Chameleons, will give a detailed lecture on 16 December 2023 in Cologne on the keeping of two chameleon species.

It will be about the tiger chameleon, Archaius tigris, and a species of stump-tailed chameleon, Rieppeleon brevicaudatus. The tiger chameleon comes from the Seychelles and has been successfully bred in terrariums for many years. In recent years it has found an increasingly small group of enthusiasts. The fact that the tiger chameleon can be kept well in a group is particularly important. Rieppeleon brevicaudatus, a species originally from Tansania, has been somewhat forgotten in recent years, having been bred in quite good numbers in the 2000s and up to the beginning of the 2010s. Wrongly so! Because these are very interesting chameleons that are quite easy to keep. Jean-Dominique has been keeping and breeding both species for several years and passes on tips and tricks on keeping and breeding. He hopes that both species will have a good chance of being reintroduced into German terrariums in the future and would like to actively contribute to spreading the joy of keeping these animals.

Jean-Dominique Dufraine Keeping and breeding Archaius tigris and Rieppeleon brevicaudatus
Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Köln-Mühlheim e.V. 1910
DGHT City Group Cologne
Restaurant „Steakhaus bei Marco“
Clevischer Ring 120-122
51063 Cologne
Start of lecture 20.00 hrs

Photo: Archaius tigris by Jean-Dominique-Dufraine[:]

[:de]Vortrag über den Oman in Frankfurt[:en]Presentation on Oman in Francfort[:]

[:de]Vortrag über den Oman in Frankfurt[:en]Presentation on Oman in Francfort[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Benjamin Scheler aus Burgrieden berichtet am 15. Dezember 2023 in Frankfurt am Main in einem bildergewaltigen Vortrag über eine Reise in den Oman. Das Sultanat Oman liegt im Südsten der Arabischen Halbinsel und grenzt an die Vereinigten Arabsichen Emirate sowie an Saudi-Arabien und den Jemen an.

Als Wüstenkenner hat Benjamin Scheler im letzten Jahr eine zweiwöchige Reise durch Oman unternommen. Ungefähr 4500 km weit reiste er. Vom Ausgangspunkt Maskat fuhr er südöstlich die Küste herunter. Einen kurzen Abstecher auf die größte Insel des Landes – Masirah – führte ihn dann bis in den Dhofar. Diese südlichste Provinz des Oman spürt als einziger Bereich der Arabischen Halbinsel den Einfluss des sommerlichen Monsuns. Dementsprechend unterschiedlich fallen Flora und Fauna im Vergleich zum Rest des Landes aus. Von dort ging es ein Stück nördlich, weg von der Küste, in die Wüstengebiete. Über die einzige Straße durch das trockene Hinterland ging es dann zurück in die Hauptstadt Maskat. Benjamin konnte 45 Arten Reptilien und Amphibien, in teils unerwartet hohen Individuenzahlen, aufspüren – darunter auch Chamäleons.

Insgesamt darf man hier einen tollen, bunten Vortrag erwarten, der sicher nicht nur Wüstenfans begeistern wird!

Benjamin Scheler Eine (erste) Reise in den Oman, um Reptilien und Amphibien zu finden
DGHT Stadtgruppe Frankfurt
Zooschule des Zoo Frankfurt
Alfred-Brehm-Platz 16
60316 Frankfurt am Main
Einlass ab 18.30 Uhr, Vortragsbeginn 19.00 Uhr

Foto: Chamaeleo arabicus im Oman, fotografiert von Benjamin Scheler[:en]

On 15 December 2023, Benjamin Scheler from Burgrieden will give an illustrated talk in Frankfurt am Main about a trip to Oman. The Sultanate of Oman is located in the south-east of the Arabian Peninsula and borders the United Arab Emirates, Saudi Arabia and Yemen.

As a desert connoisseur, Benjamin Scheler travelled through Oman for two weeks last year. He travelled around 4500 km. From his starting point in Muscat, he travelled south-east down the coast. A short detour to the country’s largest island – Masirah – then took him to Dhofar. This southernmost province of Oman is the only area of the Arabian Peninsula to feel the influence of the summer monsoon. The flora and fauna are correspondingly different compared to the rest of the country. From there, we travelled a little further north, away from the coast, into the desert areas. We then took the only road through the arid hinterland back to the capital Muscat. Benjamin was able to track down 45 species of reptiles and amphibians, some in unexpectedly high numbers – including chameleons.

All in all, you can expect a great, colourful presentation that will certainly not only delight desert fans!

Benjamin Scheler A (first) trip to Oman to find reptiles and amphibians
DGHT City Group Frankfurt
Zoo school of Zoo Frankfurt
Alfred-Brehm-Platz 16
60316 Frankfurt am Main
Einlass ab 18.30 Uhr, Vortragsbeginn 19.00 Uhr

Photo: Chamaeleo arabicus in Oman, photographed by Benjamin Scheler[:]

[:de]Das Indische Chamäleon in Solapur (Indien)[:en]The Indian Chameleon in Solapur (India)[:]

[:de]Das Indische Chamäleon in Solapur (Indien)[:en]The Indian Chameleon in Solapur (India)[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Dass das Indische Chamäleon in Maharashtra vorkommt, ist schon länger bekannt. Eine jetzt erschienene Übersichtsstudie hat es sogar in einem nur mit Gras und Büschen bewachsenen Gebiet nahe Solapur nachgewiesen.

Bei dem untersuchten Gebiet handelt es sich um einen 15 km² großen Bereich aus semi-aridem Grasland rund um ein für einen Flughafen vorgesehenes Gelände auf 450 bis 500 m Höhe. Das nächste Dorf ist Boramani, ein kleiner Ort vor den Toren der Großstadt Solapur im Bundesstaat Maharashtra im Westen Indiens. Ein Jahr lang wurde viermal pro Monat etwa die Hälfte des Graslandes auf das Vorkommen von Reptilien untersucht. Dabei wurden Quadrate von 50 m x 50 m mit je mindestens 300 m Distanz untereinander angelegt. Jeder Beobachtungszeitraum bestand aus fünf Stunden und ausschließlich Beobachtungen mit dem bloßen Auge.

Während der Studienzeit konnten 888 Individuen aus 14 verschiedenen Arten von Reptilien nachgewiesen werden. Dabei waren mehr als 300 Tiere davon Sitana laticeps, eine Echse mit aufstellbarem Kehlsegel. Unter den aufgefundenen Arten waren zwei Chamaeleo zeylanicus. Die Aktivität der Echsen stieg ab März an, stabilisierte sich während der Monsun-Saison im Juni-Juli und sank ab August dann wieder ab.

Die Autoren plädieren für den Schutz des Grasland-Gebietes auf Grund der vorhandenen Artenvielfalt. Damit soll der Bau des Flughafens und damit das Verschwinden des Lebensraums verhindert werden.

 Ecology of lizards in an ecologically significant semi-arid grassland patch near Solapur, Maharashtra, India
Mahindrakar Yogesh Y., Waghmare Akshay M., Hippargi Rajshekhar V.
International Journal of Zoological Investigations 9 (2) 2023, pp. 210-223
DOI: 10.33745/ijzi.2023.v09i02.022

[:en]

It has long been known that the Indian chameleon occurs in Maharashtra. A recently published survey study has even found evidence of it in an area near Solapur that is covered only with grass and bushes.

The area studied is a 15 km² area of semi-arid grassland around a site earmarked for an airport at an altitude of 450 to 500 metres. The nearest village is Boramani, a small town just outside the city of Solapur in the state of Maharashtra in western India. For one year, about half of the grassland was surveyed four times a month for the presence of reptiles. Squares of 50 metres x 50 metres were laid out, each at least 300 metres apart. Each observation period consisted of five hours and only observations with the naked eye.

During the study period, 888 individuals of 14 different reptile species were recorded. Of these, more than 300 were Sitana laticeps, a fan-throated lizard. Among the species found were two Chamaeleo zeylanicus. The activity of the lizards increased from March, stabilised during the monsoon season in June-July and then declined again from August.

The authors argue in favour of protecting the grassland area due to the existing biodiversity. This should prevent the construction of the airport and thus the disappearance of the habitat.

Ecology of lizards in an ecologically significant semi-arid grassland patch near Solapur, Maharashtra, India
Mahindrakar Yogesh Y., Waghmare Akshay M., Hippargi Rajshekhar V.
International Journal of Zoological Investigations 9 (2) 2023, pp. 210-223
DOI: 10.33745/ijzi.2023.v09i02.022[:]

[:de]Knysna-Zwergchamäleons: Stadt vs. Wald als Lebensraum[:en]Knysna dwarf chameleons: city vs. forest habitat[:]

[:de]Knysna-Zwergchamäleons: Stadt vs. Wald als Lebensraum[:en]Knysna dwarf chameleons: city vs. forest habitat[:]

Wissenschaft

[:de]

Wie verändern sich eigentlich Chamäleons, wenn der natürliche Lebensraum menschlichen Siedlungen weichen muss? Genau dieser Frage gingen kürzlich internationale Wissenschaftler auf den Grund. Sie vermuteten, dass ein Chamäleon sich innerhalb einer Vorstadt bei den Verletzungshäufigkeit, äußeren Merkmalen und Bisskraft von im Wald lebenden Artgenossen als Ausdruck veränderter Lebensbedingungen unterscheiden müsse.

Zwischen 2020 und 2022 wurden dazu 276 Knysna-Zwergchamäleons (Bradypodion damaranum) in Südafrika untersucht. Als Orte wurden George und Knysna ausgewählt, zwei rund 60 km voneinander entfernt liegende Städte an der Südküste Südafrikas. George wurde 1811 gegründet und hat inzwischen über 220.000 Einwohner, während Knysna 1825 gegründet wurde und aktuell knapp 76.000 Einwohner hat, die jedoch auf deutlich weniger Raum und damit wesentlich dichter siedeln. In beiden Städten wurden Bradypodion damaranum in städtischer Umgebung (private Gärten, öffentliche Parks, Straßenrand) gefangen, untersucht und anschließend wieder freigelassen. Die Chamäleons wurden jeweils 10 bis 12 km entfernt ebenfalls in ihrem natürlichen Lebensraum (gemäßigter Wald) untersucht. Die adulten Chamäleons wurden vermessen und fotografiert. Die Daten wurden mit verschiedenen Methoden ausgewertet und verglichen. Als Verletzung wurden Wunden, Narben und mit dem bloßen Auge sichtbare Knochenbrüche gezählt. Zur Messung der Beißkraft wurden die Tiere je fünf Mal animiert, auf ein spezielles piezoelektrisches Messgerät zu beißen.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Zwergchamäleons in städtischer Umgebung deutlich niedrigere Helme und kürzere Kehlkämme hatten. Die Männchen aus der Stadt jedoch hatten größere und breitere Schädel. Die weiblichen Zwergchamäleons aus dem Wald wiesen deutlich größere Helmspitzen auf. Die Männchen in der Stadt wiesen deutlich häufiger Verletzungen auf (88,1%) gegenüber den Männchen im Wald (72,5%) . In der Stadt bissen die Zwergchamäleons außerdem fester zu als im Wald, wenn Helmhöhe und Parietalkamm in die Berechnungen einbezogen wurden. Wurde die Kopf-Rumpf-Länge stattdessen einbezogen, zeigte sich jedoch kein Unterschied in der Beißkraft.

Differences between urban and natural populations of dwarf chameleons (Bradypodion damaranum): a case of urban warfare?
Melissa A. Petford, Anthony Herrel, Graham J. Alexander, Krystal A. Tolley
Urban Ecosystems 2023
DOI: 0.1007/s11252-023-01474-1[:en]

How do chameleons change when their natural habitat has to make way for human settlements? International scientists recently got to the bottom of this question. They hypothesised that a chameleon living in a suburban area must differ from its forest-dwelling conspecifics in terms of injury frequency, external characteristics and bite force as an expression of changed living conditions.

Between 2020 and 2022, 276 Knysna dwarf chameleons (Bradypodion damaranum) were studied in South Africa. The locations chosen were George and Knysna, two towns located around 60 kilometres apart on the south coast of South Africa. George was founded in 1811 and now has over 220,000 inhabitants, while Knysna was founded in 1825 and currently has just under 76,000 inhabitants, although they live in much less space and are therefore much more densely populated. In both cities, Bradypodion damaranum were caught in urban environments (private gardens, public parks, roadsides), examined and then released. Chameleons were also studied 10 to 12 kilometres away in their natural habitat (temperate forest). The adult chameleons were measured and photographed. The data was analysed and compared using various methods. Wounds, scars and bone fractures visible to the naked eye were counted as injuries. To measure bite force, the animals were each encouraged to bite five times on a special piezoelectric measuring device.

The analysis showed that the dwarf chameleons in urban environments had significantly lower casques and shorter gulars. The males from the city, however, had larger and wider heads. The female dwarf chameleons from the forest had significantly larger casque spurs. The males in the city had significantly more injuries (88.1%) compared to the males in the forest (72.5%). In the city, the dwarf chameleons also bit harder than in the forest when casque height and parietal crest were included in the calculations. However, when snout-vent length was included instead, there was no difference in bite force.

Differences between urban and natural populations of dwarf chameleons (Bradypodion damaranum): a case of urban warfare?
Melissa A. Petford, Anthony Herrel, Graham J. Alexander, Krystal A. Tolley
Urban Ecosystems 2023
DOI: 0.1007/s11252-023-01474-1[:]

[:de]Entwicklung von Geschlechtsmerkmalen bei afrikanischen Chamäleons[:en]Development of sexual characteristics in African chameleons[:]

[:de]Entwicklung von Geschlechtsmerkmalen bei afrikanischen Chamäleons[:en]Development of sexual characteristics in African chameleons[:]

Wissenschaft

[:de]

Viele Chamäleons zeigen einen starken Geschlechtsdimorphismus, das heißt, die Männchen sehen ganz anders aus als die Weibchen der gleichen Art. Leuchtende Farben, Rückensegel und skurrile Nasenfortsätze gehören zu den bekanntesten Geschlechtsmerkmalen. Wann genau sich die verschiedenen Merkmale jedoch bei Chamäleons entwickelten, ist weitestgehend unerforscht. Eine Veröffentlichung zweier US-amerikanischer Wissenschaftler beschäftigt sich nun mit diesem Thema.

Die beiden sammelten morphologische Daten aus zwei Standardwerken über afrikanische und madagassische Chamäleons, um diese dann zusammen mit phylogenetischen Bäumen auszuwerten. Sie bestimmten elf Geschlechtsmerkmale, die für innerartliches Verhalten interessant sein könnten: Helm, Nasenfortsätze, supraorbitale Fortsätze, Occipitallappen, Rückenkamm, Rückenstacheln, Kehlkamm, Kehlstacheln, Bauchkamm, Schwanzkamm und -stacheln.

Erstaunlicherweise zeigte sich kein Unterschied zwischen den Geschlechtern, was die Häufigkeit des Erwerbs oder Verlust von Merkmalen im Laufe der Evolution anging. Ob es dabei einen Zusammenhang zum Lebensraum der jeweiligen Art gibt, wird widersprüchlich bewertet. Zu den ältesten Geschlechtsmerkmalen zählen die Nasenfortsätze und Dorsalkamm beim Männchen, die vor mindestens 65 Millionen Jahren erworben wurden. Dagegen waren die ältesten Geschlechtsmerkmale bei den Weibchen Helm und Rückenkamm. Sechs der elf Merkmale (Nasenfortsätze, supraorbitale Fortsätze, Rückenkamm-/stacheln, Schwanzkamm/-stacheln) zeigten sich zuerst bei Männchen und erst durchschnittlich 15 Millionen Jahre später bei den Weibchen. Bei den Männchen korrlierte die Anzahl der Geschlechtsmerkmale signifikant mit der Kopf-Rumpf-Länge.

Besonders viele Geschlechtsmerkmale gleichzeitig zeigten die Gattungen Trioceros (bis zu 10 Merkmale bei einer Art), Chamaeleo und Furcifer (jeweils bis zu sieben Merkmale bei einer Art). Besonders wenig Geschlechtsmerkmale gab es dagegen bei den Gattungen Brookesia, Calumma und Rieppeleon. Bei den Weibchen der Gattungen Furcifer, Kinyongia, Nadzikambia und Rhampholeon konnte keins der elf Geschlechtsmerkmale identizifizert werden, vermutlich haben sie die Merkmale im Laufe der Evolution verloren.   

Macroevolution of sexually selected weapons: weapon evolution in chameleons
Melissa Van Kleeck-Hann & John J. Wiens

Evolution 70 (10), 2023, pp. 2277-2290
DOI: 10.1093/evolut/qpad138[:en]

Many chameleons show strong sexual dimorphism, meaning that the males look very different from the females of the same species. Bright colours, dorsal sails and bizarre rostral appendages are among the best-known sexual characteristics. However, exactly when the different characteristics developed in chameleons is largely unexplored. A publication by two US scientists now addresses this issue.

The two researchers collected morphological data from two standard works on African and Malagasy chameleons, which they then analysed together with phylogenetic trees. They identified eleven sexual characteristics that could be of interest for intraspecific behaviour: Casque, rostral appendages, supraorbital appendages, occipital lobes, dorsal crest, dorsal spines, gular crest, gular spines, ventral crest, tail crest and tail spines.

Surprisingly, there was no difference between the sexes in terms of the frequency with which traits were acquired or lost throughout evolution. Whether there is a connection to the habitat of the respective species is evaluated contradictorily. The oldest sexual characteristics include the rostral appendages and dorsal crest in males, which were acquired at least 65 million years ago. In contrast, the oldest sexual characteristics in females were the casque and dorsal crest. Six of the eleven features (rostral appendages, supraorbital appendages, dorsal crest/spines, caudal crest/spines) first appeared in males and only 15 million years later on average in females. In males, the number of sexual characteristics correlated significantly with snout-vent-length.

The genera Trioceros (up to 10 features in one species), Chamaeleo and Furcifer (up to seven features each in one species) showed a particularly high number of sexual characteristics at the same time. In contrast, there were particularly few sexual characteristics in the genera Brookesia, Calumma and Rieppeleon. None of the eleven sexual characteristics could be identified in the females of the genera Furcifer, Kinyongia, Nadzikambia and Rhampholeon; presumably they have lost these characteristics in the course of evolution.

Macroevolution of sexually selected weapons: weapon evolution in chameleons
Melissa Van Kleeck-Hann & John J. Wiens

Evolution 70 (10), 2023, pp. 2277-2290
DOI: 10.1093/evolut/qpad138[:]

[:de]Pantherchamäleons suchen neue Halter[:en]Panther chameleons looking for new homes[:]

[:de]Pantherchamäleons suchen neue Halter[:en]Panther chameleons looking for new homes[:]

Abzugeben Allgemeines

[:de]

Ein langjähriges Mitglieder der AG Chamäleons sucht kurzfristig für zehn Pantherchamäleons (Furcifer pardalis) neue Halter. Es handelt sich um zehn Weibchen, es sind Tiere zwischen 10 Monaten und drei Jahren Alters darunter. Vier Weibchen gehören der Lokalform Ambilobe an, fünf der Lokalform Sambava. Die Tiere werden einzeln oder zu mehrere kostenlos abgegeben. Bei Interesse schreibt uns gerne an info@agchamaeleons.de für weitere Informationen.

[:en]

A long-standing member of the AG Chameleons is looking for new owners for ten panther chameleons (Furcifer pardalis) at short notice. There are ten females, including animals between 10 months and three years old. Four females belong to the local form Ambilobe, five to the local form Sambava. The animals are available individually or in groups free of charge. If you are interested, please write to us at info@agchamaeleons.de for further information.

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[:de]Vortrag für Tierärzte über Prophylaxe bei Chamäleons[:en]Lecture for vets on prophylaxis for chameleons[:]

[:de]Vortrag für Tierärzte über Prophylaxe bei Chamäleons[:en]Lecture for vets on prophylaxis for chameleons[:]

Tiermedizin Webinare

[:de]

Die Sprecherin der AG Chamäleons berichtet am 18. November 2023 in einem Vortrag für tierärztliche Kollegen und Kolleginnen, welche Prophylaxe-Maßnahmen in der Tierarztpraxis möglich und sinnvoll sind. Zur Prophylaxe gehört in weitem Maße die Haltung im Terrarium selbst, so dass ein großer Teil des Vortrags sich damit beschäftigt, was es bei der Haltung von Chamäleons zu beachten wird und welche gängigen Fehler nach wie vor zu haltungsbedingten Erkrankungen oder Verletzungen bei Chamäleons führen. Dabei geht sie außerdem auf die Erhebung der sogenannten minimalen Datenbasis beim jährlichen Check-Up in der Tierarztpraxis ein und zeigt Beispiele früh und spät erkannter Erkrankungen. Eine Fragerunde direkt nach den jeweiligen Vorträgen rundet den Kurzausflug in die Prophylaxe bei Chamäleons ab.

Eine Anmeldung zur Tagung ist auch für Nicht-DGHT-Mitglieder, die Tierärzte sind, möglich – sie unten eingefügter Link zur Tagungsplattform mVet.

Dr. Alexandra Laube Prophylaxe bei Chamäleons – geht das und wenn ja, wie?
59. Tagung der DGHT AG Amphibien- und Reptilienkrankheiten (AG ARK)
Online

 

Foto: Calumma amber im Montagne d’Ambre, Madagaskar, fotografiert von A. Laube[:en]

On 18 November 2023, the spokesperson of the AG Chameleons will give a lecture for veterinary colleagues on which prophylactic measures are possible and useful in veterinary practice. To a large extent, prophylaxis includes keeping the chameleons in the terrarium itself, so a large part of the lecture will deal with what needs to be considered when keeping chameleons and which common mistakes still lead to husbandry-related diseases or injuries in chameleons. She will also discuss the collection of the so-called minimum database during the annual check-up in the veterinary practice and show examples of diseases recognised early and late. A Q&A session directly after the respective presentations rounds off the short excursion into prophylaxis in chameleons.

Registration for the conference is also possible for non-DGHT members who are veterinarians – see the link below to the mVet conference platform.

Dr. Alexandra Laube Prophylaxis for chameleons – is it possible and if so, how?
59. Conference of DGHT working group amphibian and reptile diseases (AG ARK)
Online

Photo: Calumma amber in the Montagne d’Ambre, Madagascar, photographed by A. Laube[:]

[:de]Vortrag in Ulm über Spanien[:en]Lecture in Ulm about Spain[:]

[:de]Vortrag in Ulm über Spanien[:en]Lecture in Ulm about Spain[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Heiko Werning, bekannt als Redakteur der Reptilia und Kolumnenautor der taz, eigt am 18. November 2023 in Neu-Ulm (Bayern) einen bilderreichen Vortrag über nicht nur, aber auch Chamäleons.

Auf einer spannenden Reise quer durch Spanien zeigt er, wie viele Reptilien und Amphibien das europäische Land zu bieten hat. Und die Vielfalt ist beeindruckend! Heikos Reise beginnt im Baskenland und führt dann durch Galizien bis nach Nordkastilien mit seinen wunderschönen Salamandern. In den mittelspanischen Gebirgszügen begegnet der Herpetologe den urigen Gebirgseidechsen. Ein paar Autostunden westlich von Madrid, in der Extremadura, findet sich Heiko im wahrsten Sinne des Wortes unter Geiern wieder. Und an der südspanischen Atlantikküste trifft er dann endlich auch auf das Europäische Chamäleon und seinen Lebensraum. Zuletzt nimmt Heiko seine Zuschauer mit in den Südosten Spaniens, wo er unter anderem Maurische Landschildkröten und den Europäischen Fransenfinger in der einzigen Wüste Europas gefunden hat. Insgesamt ein buntes Feuerwerk an Bildern und unterhaltsamen Anekdoten – hier sollte jeder Reptilienfreund auf seine Kosten kommen!

Heiko Werning Das spanische Festland – Ein Reiseziel (auch) für herpetologische Feinschmecker
DGHT Stadtgruppe Ulm
Il Mio Ristorante
Europastraße 15
89231 Neu-Ulm
Treffen ab 18.30 Uhr[:en]

Heiko Werning, known as the editor of Reptilia and columnist for the taz, will be giving an illustrated lecture on 18 November 2023 in Neu-Ulm (Bavaria) about not only, but also chameleons in Spain.

On an exciting journey across Spain, he will show how many reptiles and amphibians the European country has to offer. And the diversity is impressive! Heiko’s journey begins in the Basque Country and then leads through Galicia to northern Castile with its beautiful salamanders. In the central Spanish mountain ranges, the herpetologist encounters the quaint mountain lizards. A few hours‘ drive west of Madrid, in Extremadura, Heiko finds himself among vultures in the truest sense of the word. And on the southern Spanish Atlantic coast, he finally encounters the European chameleon and its habitat. Finally, Heiko takes his viewers to south-east Spain, where he has found, among other things, Moorish tortoises and the European fringed finger in the only desert in Europe. All in all, a colourful firework display of images and entertaining anecdotes – every reptile lover should get their money’s worth here!

Heiko Werning The Spanish mainland – A destination (also) for herpetological gourmets
DGHT City Group Ulm
Il Mio Ristorante
Europastraße 15
89231 Neu-Ulm
Meeting from 6.30 pm

[:]

[:de]Histologie der Chamäleonleber[:en]Histology of the chameleon liver[:]

[:de]Histologie der Chamäleonleber[:en]Histology of the chameleon liver[:]

Tiermedizin Wissenschaft

[:de]

Histologische Untersuchungen von Organgewebe gehören zu jeder pathologischen Untersuchung in der Tiermedizin. Bei Reptilien werden sie ebenfalls häufig angefertigt, Studien zur Histologie von gesundem Organgewebe gibt es aber wenige. Eine arabische Publikation beschäftigt sich jetzt mit histologischen Schnitten von Chamäleonlebern.

Sieben adulte Jemenchmäleons wurden in Abha City in der Region Aseer gefangen und anschließend mit Äther-Inhalation getötet. Die Lebern wurden in Formalin eingelegt, um sie dann in Paraffin zu gießen und Schnitte anzufertigen.

Morphologisch zeigte sich in der Sektion – wie bereits bekannt – die Leber als zweilappiges, dunkelbraunes Organ von ungefähr 3,7 x 2 cm Größe, das in der Coelomhöhle vor dem Magen liegt und die Gallenblase umschließt. Wie bei anderen Tieren umschließt eine Kapsel aus Bindegewebe die Leber.

Histologisch ähnelt die Leber bei Jemenchamäleons dem anderer Wirbeltiere in vielen Aspekten. Die Leberkapsel besteht aus dicht beieinander liegenden, kollagenen Fasern und glatten Muskelfasern. Normalerweise teilt trabekuläres Bindegewebe die Leber selbst in viele kleine Läppchen, eine solche Struktur scheint bei Jemenchamäleons aber nicht vorhanden zu sein. Die Leberzellen (Hepatozyten) sind auch im Gegensatz zu Säugetieren nicht radiär um jeweils eine Vene angeordnet, sondern eher unregelmäßig in Follikeln oder Alveolen. Die Hepatozyten sind von kapillaren Blutgefäßen umgeben. In den Blutgefäßen sind sogenannte Melanomakrophagen zu sehen, die es bei Vögeln und Säugetieren nicht gibt. Die Hepatozyten beim Jemenchamäleon sind polyedrisch oder pyramidenförmig und enthalten meistens mehrere große, runde Zellkerne in der Peripherie. Die Zellkerne enthalten auffällig dunkle Nucleoli. Hin und wieder sind Zellkerne zentral. Unter Hämatoxylin-Eosin-Färbung (HE) wirken die Hepatozyten sehr eosinophil. Im Bindegewebe konnten Zweige der Pfortader, Leberarterie, kleine Gallengänge und Lymphgefäße dargestellt werden. Im Bereich direkt unter der Leberkapsel konnte hämatopoetisches Gewebe gefunden werden.

Neben der histologischen Untersuchung wurden mehrere Leberstücke außerdem mittels Transmissionselektronenmikroskopie untersucht. Aufnahmen beider Untersuchungsmethoden finden sich in der Veröffentlichung.

Histomorphological, histochemical and ultrastructural studies on the healthy liver of Yemen Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Southern Saudi Arabia
Amin A. Al-Doaiss, Mohammed A. Alshehri, Ali A. Shati, Mohammad Y. Alfaifi, Mohammed A. Al-Kahtani, Ahmed Ezzat Ahmed, Refaat A. Eid, Laila A. Al-Shuraym, Fahd A. Al-Mekhlafi, Mohammed Al Zahrani, Mohammed Mubarak
International Journal of Morphology 41(5), 2023: pp. 1513-1526.
DOI: nicht vorhanden

Bild: Histologisches Schnittbild der Leber eines Jemenchamäleons aus der oben genannten Veröffentlichung[:en]

Histological examinations of organ tissue are part of every pathological examination in veterinary medicine. They are also frequently carried out in reptiles, but there are few studies on the histology of healthy organ tissue. An Arabic publication now deals with histological sections of chameleon livers.

Seven adult Yemen chameleons were captured in Abha City in the Aseer region and then killed with ether inhalation. The livers were placed in formalin and then poured into paraffin to make sections.

Morphologically, the liver was found to be a two-lobed, dark brown organ approximately 3.7 x 2 cm in size, which lies in the coelomic cavity in front of the stomach and surrounds the gall bladder. As in other animals, a capsule of connective tissue surrounds the liver.

Histologically, the liver of Yemen chameleons resembles that of other vertebrates in many respects. The liver capsule consists of closely spaced collagenous fibres and smooth muscle fibres. Normally, trabecular connective tissue divides the liver itself into many small lobules, but such a structure does not appear to be present in Yemen chameleons. In contrast to mammals, the liver cells (hepatocytes) are not arranged radially around a vein, but rather irregularly in follicles or alveoli. The hepatocytes are surrounded by capillary blood vessels. So-called melanoma macrophages, which are not found in birds and mammals, can be seen in the blood vessels. The hepatocytes in the Yemen chameleon are polyhedral or pyramid-shaped and usually contain several large, round cell nuclei in the periphery. The nuclei contain conspicuously dark nucleoli. Occasionally nuclei are central. Under haematoxylin-eosin (HE) staining, the hepatocytes appear very eosinophilic. In the connective tissue, branches of the portal vein, hepatic artery, small bile ducts and lymphatic vessels could be visualised. Haematopoietic tissue was found in the area directly under the liver capsule.

In addition to the histological examination, several pieces of liver were also examined using transmission electron microscopy. Images of both examination methods can be found in the publication.

Histomorphological, histochemical and ultrastructural studies on the healthy liver of Yemen Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) in Southern Saudi Arabia
Amin A. Al-Doaiss, Mohammed A. Alshehri, Ali A. Shati, Mohammad Y. Alfaifi, Mohammed A. Al-Kahtani, Ahmed Ezzat Ahmed, Refaat A. Eid, Laila A. Al-Shuraym, Fahd A. Al-Mekhlafi, Mohammed Al Zahrani, Mohammed Mubarak
International Journal of Morphology 41(5), 2023: pp. 1513-1526.
DOI: none

Image: Histological section of the liver of a Yemen chameleon from the above-mentioned publication[:]