[:de]Chamaeleo namaquensis Nachzuchten in der AG[:en]Chamaeleo namaquensis offspring in the AG[:]

[:de]Chamaeleo namaquensis Nachzuchten in der AG[:en]Chamaeleo namaquensis offspring in the AG[:]

AG Interna Nachzuchten

[:de]

Ein toller Nachzuchterfolg ist dem AG-Mitglied und ehemaligem AG-Sprecher Timo Weiß diese Woche gelungen: Seine Chamaeleo namaquensis Nachzuchten sind erfolgreich geschlüpft. Herzlichen Glückwunsch!

Das Namaqua-Chamäleon ist eines der wenigen existenten Chamäleons, die tatsächlich in echten Wüsten vorkommen. Es lebt in der Natur in Namibia, Südafrika und Angola auf dem afrikanischen Kontinent. Im Gegensatz zu vielen anderen Chamäleon-Arten bewohnt es vorwiegend den Boden und niedrige Sträucher.

Foto: Einen Tag altes Jungtier auf der Hand des erfolgreichen Halters[:en]

A great breeding success was achieved by AG-member and former AG-speaker Timo Weiß this week: His Chamaeleo namaquensis offspring hatched successfully. Congratulations!

The Namaqua chameleon is one of the few existing chameleons that actually occur in real deserts. It lives in the wild in Namibia, South Africa and Angola on the African continent. Unlike many other chameleon species, it inhabits mainly the ground and low shrubs.

Photo: One-day-old juvenile on the hand of the successful keeper[:]

[:de]Vergleiche an Gliedmaßen von Hadramautagame und Jemenchamäleon[:en]Comparisons on limbs of Hadramaut agama and Veiled Chameleon[:]

[:de]Vergleiche an Gliedmaßen von Hadramautagame und Jemenchamäleon[:en]Comparisons on limbs of Hadramaut agama and Veiled Chameleon[:]

Wissenschaft

[:de]

Ein jemenitischer Biologe der Al Saeed Universität hat kürzlich Messungen an zwei verschiedenen Reptilienarten vorgenommen, um deren Vorder- und Hintergliedmaßen strukturell und funktional zu vergleichen. Sowohl die Hadramautagame (Acantocercus adramitanus) als auch das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) kommen in gleichen Lebensräumen im Jemen vor, sie bewohnen jedoch unterschiedliche Mikrohabitate und bewegen sich unterschiedlich fort. Während die Agame vorwiegend am Boden und im niedrigen Gebüsch lebt, ist das Jemenchamäleon ein reiner Baumbewohner.

Für die Studie wurden jeweils 10 Exemplare beider Arten in Taiz aus der Natur entnommen. Die Kopf-Rumpf-Länge der Agamen lagen zwischen 52 und 125 mm, die der Chamäleons zwischen 90 und 200 mm. Die Tiere wurden getötet und die Gliedmaßen entfernt, gefärbt und dann vermessen.

Der Aufbau der Gliedmaßen war prinzipiell bei beiden Arten gleich, Hände und Füße unterschieden sich jedoch deutlich voneinander. Die Hadramautagame hat fünf Carpalknochen, während beim Jemenchamäleon die distalen Carpalknochen 2,3 und 4 verschmolzen sind. Bei beiden Arten fehlen die distalen Tarsalknochen 2 und 5. Beim Jemenchamäleon fehlen die bei der Agame variabel vorkommenden Sesamknöchelchen. Wie zu erwarten war, sind die Röhrenknochen der Jemenchamäleons an Vorder- und Hintergliedmaßen nahezu gleich lang, während bei den Agamen die Vordergliedmaßen deutlich kürzer als die Hintergliedmaßen sind. Insgesamt sind alle langen Röhrenknochen beim Jemenchamäleon länger als bei der Hadramautagame.

The skeletal characteristics of limb of two endemic lizard species (Acantocercus adramitanus and Chamaeleo calyptratus) in Yemen
Yaser H.A. Obady
Al-Saeed University Journal of Humanities and Applied Sciences 06 (1) 2023: pp. 188-210
DOI: 10.17161/randa.v30i1.18614

[:en]

A Yemeni biologist at Al Saeed University recently took measurements on two different reptile species to compare their forelimbs and hindlimbs structurally and functionally. Both the Hadramaut Agama (Acantocercus adramitanus) and the Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus) occur in the same habitats in Yemen, but they inhabit different microhabitats and move differently. While the agama lives mainly on the ground and in low bushes, the Veiled Chameleon is a pure tree dweller.

For the study, 10 specimens of each species were taken from the wild in Taiz. The head-torso length of the agamas ranged from 52 to 125 mm, and that of the chameleons from 90 to 200 mm. The animals were killed and the limbs were removed, stained, and then measured.

The structure of the limbs was basically the same in both species, but the hands and feet were clearly different. The Hadramaut Agama has five carpal bones, whereas, in the Veiled Chameleon, the distal carpal bones 2,3, and 4 are fused. Both species lack distal tarsal bones 2 and 5. The Veiled Chameleon lacks the sesamoid ossicles, which are variable in the agama. As expected, the long bones of the Veiled Chameleons were almost equally long on the forelimbs and hindlimbs, while in the agamas the forelimbs were significantly shorter than the hindlimbs. Overall, all long tubular bones were longer in the chameleon than in the Hadramaut Agama.

The skeletal characteristics of limb of two endemic lizard species (Acantocercus adramitanus and Chamaeleo calyptratus) in Yemen
Yaser H.A. Obady
Al-Saeed University Journal of Humanities and Applied Sciences 06 (1) 2023: pp. 188-210
DOI: 10.17161/randa.v30i1.18614

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[:de]Neue Verbreitungsdaten zu Chamaeleo zeylanicus[:en]New distribution data on Chamaeleo zeylanicus[:]

[:de]Neue Verbreitungsdaten zu Chamaeleo zeylanicus[:en]New distribution data on Chamaeleo zeylanicus[:]

Verbreitung Wissenschaft

[:de]

Ein Biologe aus Indien hat Funde des Indischen Chamäleons (Chamaeleo zeylanicus) veröffentlicht, die die Verbreitung der Art genauer eingrenzen. Das Aravalligebirge liegt rund 150 km westlich der indischen Hauptstadt New Delhi im Nordwesten Indiens. Es verläuft über 670 km in südwestlicher Richtung und führt dabei durch drei verschiedene Bundesstaaten: Haryana, Rajasthan und Gujarat. Bisher ging man davon aus, dass das Indische Chamäleon im Süden und im Zentrum Rajasthans vorkommt, aber weder im Norden, Osten noch Westen verbreitet sei. Aus Haryana waren bisher gar keine Funde dokumentiert.

Der Biologe beschreibt sechs Beobachtungen des Indischen Chamäleons zwischen 2015 und 2022. Dabei wurde Chamaeleo zeylanicus vier Mal im Sariska Tiger Reservat sowie je einmal an den Seen Manesar und Damdama gesehen, auf Höhen zwischen 223 und 476 m üNN. Ersteres liegt im Norden Rajasthan, die beiden Seen unweit davon im Süden Haryanas. Der Wald des Fundortes im Sariska Tiger Reserva sei dominiert von Indischem Lungenkraut (Adhatoda vasica), Prärieampfer (Parthenium integrifolium) und Mesquitebaum (Prosopis juliflora). Die Chamäleonfunde aus Haryana fanden an Straßenrändern mit Bewuchs durch Karira (Capparis decidua) und Mesquitebaum statt.

New distributional records of Asian Chameleons (Chamaeleo zeylanicus Laurenti 1768), from the Northern Aravali Hill range, India
Debaprasad Sengupta
Reptiles & Amphibians 30 (1), 2023: pp. 1-2
DOI: 10.17161/randa.v30i1.18614[:en]

A biologist from India has published findings of the Indian Chameleon (Chamaeleo zeylanicus) that narrow down the distribution of the species more precisely. The Aravalli Mountains are located about 150 km west of the Indian capital New Delhi in northwest India. It runs for 670 km in a south-westerly direction, passing through three different states: Haryana, Rajasthan, and Gujarat. Until now, the Indian chameleon was thought to occur in the south and centre of Rajasthan, but was not common in the north, east, or west. So far, no findings had been documented from Haryana at all.

The biologist describes six observations of the Indian Chameleon between 2015 and 2022, during which Chamaeleo zeylanicus was seen four times in the Sariska Tiger Reserve and once each at Manesar and Damdama lakes, at altitudes between 223 and 476 m asl. The former is in northern Rajasthan, the two lakes not far from it in southern Haryana. The forest of the site in the Sariska Tiger Reserve is dominated by Indian lungwort (Adhatoda vasica), prairie mugwort (Parthenium integrifolium) and mesquite tree (Prosopis juliflora). The chameleons found in Haryana were found on roadsides with carira (Capparis decidua) and mesquite trees.

New distributional records of Asian Chameleons (Chamaeleo zeylanicus Laurenti 1768), from the Northern Aravali Hill range, India
Debaprasad Sengupta
Reptiles & Amphibians 30 (1), 2023: pp. 1-2
DOI: 10.17161/randa.v30i1.18614[:]

[:de]

Nachdem Ende letzten Jahres ganze sechs neue Arten der Gattung Rhampholeon in Tansania beschrieben wurden, widmet sich Mongabay dem Thema in einem ausführlichen Artikel.

[:en]

After a whole six new species of the genus Rhampholeon were described in Tanzania at the end of last year, Mongabay devotes a detailed article to the topic.

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[:de]Haltung und Zucht von Calumma linotum[:en]Keeping and breeding Calumma linotum[:]

[:de]Haltung und Zucht von Calumma linotum[:en]Keeping and breeding Calumma linotum[:]

Haltungsberichte

[:de]

Die Haltung und Zucht von kleinen Chamäleons der Gattung Calumma findet bisher scheinbar nur in eher kleinem Rahmen Liebhaber. Umso schöner ist es, dass gerade ein neuer Bericht über die Haltung und insbesondere die erfolgreiche Nachzucht von Calumma linotum veröffentlicht wurde. Michael Nash aus den USA hält die Art seit über drei Jahren und gibt seine Erfahrungen ausführlich wieder.

Er hält seine Tiere in den bei uns gängigen Terrarien mit komplett belüftetem Deckel und entweder Lüftungen im Frontboden oder der gesamten Front als Lüftung, lebenden Pflanzen und lebendem Bodengrund. Als Beleuchtung kommen T5-Röhren mit und ohne UV-B zum Einsatz. Bei der Ernährung nutzt er zu gut 50% Fruchtfliegen (Drosophila spp.), und ansonsten unter anderem kleine Grillen, Heimchen, Schmeißfliegen und Mantidennymphen.

Die besten Zuchterfolge gelangen mit Einzelhaltung und dem Zusammensetzen für wenige Tage zur Paarung während der imitierten Regenzeit. Um Paarungsverhalten auszulösen, werden Trocken- und Regenzeit nachgestellt. Die Trockenzeit kennzeichnet sich vor allem durch eine massive Nachtabsenkung der Temperatur bis 10°C und weniger Beregnung. Während der imitierten Regenzeit steigen die Temperaturen tagsüber auf um 26°C und nachts 18-21°C, zusätzlich wird über Tag vermehrt beregnet.

Die Weibchen legen nach durchschnittlich 22 bis 40 Tagen Trächtigkeit 2-3 Eier. Dabei fiel bisher auf, dass verpaarte Weibchen der Art ungewöhnlich lange zur Vorratsbefruchtung fähig sind, nämlich bis zu fünf Gelege lang. Die Eier werden zunächst über zwei bis vier Wochen bei 16 bis 21°C inkubiert. Danach folgt eine Diapause über 30 bis 45 Tage bei 10 bis 15°C. Im Anschluss liegen die Eier bei tagsüber 22°C und nachts zwischen 16,7 und 19,5°C. Zeigen die Eier beim Schieren nach der Diapause noch keine Embryonal- und Gefäßentwicklung, ist es möglich, eine zweite Diapause zu imitieren – spätestens danach sollte erste Eientwicklung erkennbar sein. Nach 5 bis 7 Monaten schlüpften unter diesen Inkubationsbedingungen aktive Jungtiere. Der Autor hat bisher elf Gelege erfolgreich zum Schlupf gebracht.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Haltungsbericht, der hoffentlich andere Halter bei der Nachzucht und langfristigen Erhaltung dieser interessanten, kleinen Art im Terrarium unterstützt.

Keeping and breeding Calumma linotum
Michael Nash
Responsible Herpetoculture Journal 7, 2023
keine DOI vorhanden[:en]

The keeping and breeding of small chameleons of the genus Calumma has so far, apparently, only found enthusiasts on a rather small scale. So it is all the nicer that a new report on the keeping and especially the successful breeding of Calumma linotum has just been published. Michael Nash from the USA has been keeping the species for over three years and gives a detailed account of his experiences.

He keeps his animals in the terrariums commonly used over here with a completely ventilated lid and either vents in the front bottom or the entire front as ventilation, living plants, and living substrate. T5 tubes with and without UV-B are used for lighting. For food he uses fruit flies (Drosophila spp.) to a good 50%, and otherwise among other things small crickets, house crickets, blowflies, and mantid nymphs.

The best breeding successes are achieved by keeping them individually and putting them together for a few days to mate during the imitation rainy season. To induce mating behaviour, dry and rainy seasons are imitated. The dry season is mainly characterised by a massive night-time drop in temperature to 10°C and less irrigation. During the imitated rainy season, temperatures rise to around 26°C during the day and 18-21°C at night, and there is also increased irrigation during the day.

The females lay 2-3 eggs after an average of 22 to 40 days of gestation. So far, it has been noticed that mated females of the species are capable of fertilisation for an unusually long time, namely up to five clutches. The eggs are first incubated at 16 to 21°C for two to four weeks. This is followed by a diapause of 30 to 45 days at 10 to 15°C. The eggs then lie in daytime conditions. Afterwards, the eggs lie at 22°C during the day and between 16.7 and 19.5°C at night. If the eggs do not show any embryonic and vascular development during shearing after the diapause, it is possible to imitate a second diapause – at the latest, after this, the first egg development should be visible. After 5 to 7 months, active young hatched under these incubation conditions. The author has successfully hatched eleven clutches so far.

All in all, a very readable husbandry report, which hopefully supports other keepers in breeding and long-term conservation of this interesting, small species in the terrarium.

Keeping and breeding Calumma linotum
Michael Nash
Responsible Herpetoculture Journal 7, 2023
keine DOI vorhanden[:]

[:de]Ungewöhnlicher Parasit bei Furcifer campani entdeckt[:en]Unusual parasite discovered in Furcifer campani[:]

[:de]Ungewöhnlicher Parasit bei Furcifer campani entdeckt[:en]Unusual parasite discovered in Furcifer campani[:]

Tiermedizin Wissenschaft

[:de]

Physiologen, Mikrobiologen und Tierärzte aus den USA beschrieben kürzlich einen ungewöhnlichen Fall eines Parasitenbefalls bei Furcifer campani. 2021 waren 11 Furcifer campani aus Madagaskar als Wildfänge importiert und einer privaten Haltung zugeführt worden. Bei einem Männchen und einem Weibchen der Gruppe fiel zwei Monate nach Import ungewöhnliches Verhalten auf. Die beiden Tiere sonnten sich ungewöhnlich lange, suchten gezielt Temperaturen von 29-30°C sowie Plätze mit enorm hohen UV-Indizes auf. Die übrigen Tiere zeigten kein solches Verhalten. Innerhalb der nächsten drei Monate magerten beide Furcifer campani sichtlich ab, obwohl die Futterzufuhr erhöht und eine gute Futteraufnahme beobachtet werden konnte. Parallel fiel eine hellere Farbgebung auf. Kotuntersuchungen per Flotation waren negativ. Schließlich wurden beide Chamäleons lethargisch, schlossen tagsüber die Augen. Ein aufgedunsener Bauchbereich und vermehrter, wässriger Kotabsatz konnte beobachtet werden. Beide Furcifer campani verstarben.

In der histologischen Untersuchung wurden Muskelatrophie und Kachexie bestätigt. Bei beiden Chamäleons konnte eine massive Infiltration der Leber und des Magen-Darm-Traktes mit großen Mengen an Sporen nachgewiesen werden. Die Sporen erwiesen sich in der Methenamin-basierten Silberfärbung nach Grocott und der PAS-Färbung als positiv. Morphologisch wurden die Sporen als Dermocystidium-ähnlich eingestuft. Untersuchungen mittels PCR erbrachten eine hohe Ähnlichkeit mit Dermocystidium salmonis, der genaue Erreger konnte jedoch nicht sicher bestimmt werden.

Bei der Gattung Dermocystidium handelt es sich um parasitäre Mikroorganismen, die man als Protisten einordnet (sie sind weder Pilze noch Tiere oder Pflanzen). Spannend ist, dass sie bisher vor allem von Fischen und Amphibien, vereinzelt auch Säugetiere, bekannt waren. Von Reptilien ist bisher kein einziger Fall eines Befalls mit Dermocystidium beschrieben. Es könnte sich daher um eine noch unbeschriebene, neue Art handeln, die möglicherweise sogar chamäleonpezifisch ist. Eine wirksame Therapie ist bisher nicht bekannt.

A unique disease presentation associated with a Mesomycetozoean-like organism in the jeweled chameleon (Furcifer campani)
Michael Nash, Emily A. McDermott, Ashley K. McGrew, Juan Muñoz, Dayna Willems
Journal of Herpetological Medicine and Surgery, Februar 2023
DOI: 10.5818/JHMS-D-22-00033[:en]

Physiologists, microbiologists and veterinarians from the USA recently described an unusual case of a parasite infestation in Furcifer campani. This is probably the new discovery of an as-yet-undescribed chameleon parasite.

In 2021, 11 Furcifer campani had been imported from Madagascar as wild-caught specimens and were kept privately. Two months after importation, unusual behaviour was noticed in one male and one female of the group. The two animals basked in the sun for unusually long periods of time, specifically seeking out temperatures of 29-30°C as well as places with enormously high UV indices compared to the other chameleons. Within the next three months, both Furcifer campani visibly lost weight, although the food supply was increased and a good food intake could be observed. At the same time, a lighter skin colouration was noticed. Faecal examinations by flotation were negative. Finally, both chameleons became lethargic, and closed their eyes during the day. A bloated abdomen and increased watery faeces were observed. Both Furcifer campani died.

Histological examination confirmed muscle atrophy and cachexia. Massive infiltration of the liver and gastrointestinal tract with large amounts of spores could be detected in both chameleons. The spores proved positive in Grocott’s methenamine-based silver stain and the PAS stain. Morphologically, the spores were classified as Dermocystidium-like. Investigations by PCR revealed a high similarity with Dermocystidium salmonis, but the exact pathogen could not be determined with certainty.

The genus Dermocystidum is a parasitic microorganism that is classified as a protist (it is neither a fungus nor an animal or plant). It is interesting that they have so far been known mainly from fish and amphibians, occasionally also from mammals. So far, not a single case of infestation with Dermocystidium has been described from reptiles. It could therefore be an undescribed, new species that is possibly even chameleon-specific. Effective therapy is not yet known.

A unique disease presentation associated with a mesomycetozoean-like organism in the jeweled chameleon (Furcifer campani)
Michael Nash, Emily A. McDermott, Ashley K. McGrew, Juan Muñoz, Dayna Willems
Journal of Herpetological Medicine and Surgery, February 2023
DOI: 10.5818/JHMS-D-22-00033

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[:de]Minimalinvasive Methoden zur Gewinnung von DNA-Proben bei Chamäleons[:en]Minimally invasive methods for obtaining DNA samples from chameleons[:]

[:de]Minimalinvasive Methoden zur Gewinnung von DNA-Proben bei Chamäleons[:en]Minimally invasive methods for obtaining DNA samples from chameleons[:]

Tiermedizin Wissenschaft

[:de]

Um Chamäleon-Arten sicher zu identifizieren oder zu vergleichen, benötigt man genetische Proben der betreffenden Tiere. Klassisch verwenden Wissenschaftler zu diesem Zweck bisher Organ- oder Muskelproben von getöteten Chamäleons aus Museumssammlungen oder – seltener – abgeschnittene Schwanzspitzen oder Blutproben von lebenden Chamäleons. Forscher des American College in Athen, Griechenland, haben nun ausprobiert, ob auch minimal invasivere Methoden eine gute Alternative wären.

Sie beprobten 23 Chamaeleo africanus im Bereich der Lagune von Pylos (Divari Feuchtgebiet zwischen Gialova und der Bucht von Voidokilia) am Peloponnes in Griechenland mittels Maulhöhlen-Abstrichen. Dabei fährt man sechs Sekunden lang mit einem sterilen Tupfer an der Innenseite der Wange durchs Maul des Chamäleons. Acht weiteren Chamaeleo africanus wurde zu Vergleichszwecken Blut aus der ventralen Schwanzvene genommen. Die Probenentnahmen dauerten weniger als eine Minute. Danach wurden die Chamäleons wieder zurück an ihren Fundort gesetzt. Die Tupfer wurden in spezieller Pufferlösung in Eppendorf-Gefäßen gekühlt transportiert und dann eingefroren.

Im Labor konnten die Forscher sowohl nukleare als auch mitochondriale DNA aus allen Abstrichen extrahieren. Die Menge und Qualität der gewonnenen DNA war allerdings geringer als bei den ebenfalls bearbeiteten Blutproben. Für die meisten Anwendungen wie PCR-Amplifikation und Gensequenzierung, so die Wissenschaftler, sei die Menge aber ausreichend. In Bezug auf Invasivität und bleibende Schäden ist der Wangenabstrich sicherlich dem Töten oder Verletzen einzelner Chamäleons vorzuziehen. Studien an anderen Reptilien deuten darauf hin, dass auch das schnelle Einfrieren nicht zwingend notwendig ist – im Feld könnte eine funktionierende Kühlkette in vielen Herkunftsländern von Chamäleons zum Problem werden. Von Ethanol als Fixierlösung rät die aktuelle Studie ab, die genutzten Pufferlösungen führen zu besseren Ergebnissen.

Weniger anwendbar erscheint der Wangenabstrich für Fälle, bei denen man zusätzliches Material für zukünftige Studien aufbewahren möchte, zum Beispiel bei der Beschreibung neuer Arten, oder prinzipiell das gesamte Genom sequenzieren möchte. Die Methode stellt jedoch vor allem für besonders kleine Chamäleonpopulationen, bei denen tödliche Entnahmen („lethal sampling“) den Zuchtpool bereits deutlich einschränken könnten, sicher eine gute Alternative dar.

Buccal swabs as an effective alternative to traditional tissue sampling methods for DNA analyses in Chamaeleonidae
Maria Koutsokali, Christina Dianni und Michael Valahas
Wildlife Biology
DOI: 10.1002/wlb3.01052[:en]

To reliably identify or compare chameleon species, genetic samples of the animals concerned are necessary. Traditionally, scientists have used organ or muscle samples from euthanized chameleons in museum collections or – less commonly – cut tail tips or blood samples from living chameleons. Researchers at the American College in Athens, Greece, have studied whether more minimally invasive methods would also be a good alternative.

They sampled 23 Chamaeleo africanus in the area of the lagoon of Pylos (Divari wetland between Gialova and the bay of Voidokilia) in the Peloponnese in Greece using buccal swabs. This involves running a sterile swab on the inside of the cheek through the chameleon’s mouth for six seconds. Blood was taken from the ventral tail vein of eight other Chamaeleo africanus for comparison. Sampling took less than a minute. Afterward, the chameleons were returned to where they were found. The swabs were transported refrigerated in a special buffer solution in Eppendorf cups and then frozen.

In the laboratory, the researchers were able to extract both nuclear and mitochondrial DNA from all the swabs. However, the quantity and quality of the DNA extracted were lower than in the blood samples. For most applications such as PCR amplification and gene sequencing, however, the scientists said the quantity was sufficient. In terms of invasiveness and destructiveness, buccal swabbing is certainly preferable to killing or injuring individual chameleons. Studies on other reptiles suggest that rapid freezing is not mandatory either – in the field, a functioning cool chain could become a problem in many chameleons‘ countries of origin. The current study advises against ethanol as a fixing solution; the buffer solutions used lead to better results.

Buccal swabbing appears to be less applicable for cases where additional material for future studies might be preserved, for example when describing new species, or when sequencing the entire genome. However, the method is certainly a good alternative, especially for particularly small chameleon populations where lethal sampling could already significantly limit the breeding pool.

Buccal swabs as an effective alternative to traditional tissue sampling methods for DNA analyses in Chamaeleonidae
Maria Koutsokali, Christina Dianni and Michael Valahas
Wildlife Biology
DOI: 10.1002/wlb3.01052[:]

[:de]Eingeschleppte Chamäleons in Florida[:en]Introduced chameleons in Florida[:]

[:de]Eingeschleppte Chamäleons in Florida[:en]Introduced chameleons in Florida[:]

Wissenschaft

[:de]

Der „Sunshine State“ Florida im Südosten der USA ist schon lange bekannt für eine Vielzahl eingeschleppter Reptilien. Studenten der Universität von Florida haben kürzlich eine kleine Broschüre über den aktuellen Stand dort eingeschleppter Chamäleon-Arten veröffentlicht.

Bereits in den späten 1800er Jahren fand nachweislich ein nicht-einheimisches Reptil mit einem Schiff den Weg nach Florida: Ein Anolis. Seitdem wurden rund 150 eingeschleppte Arten in dem US-Bundesstaat dokumentiert, darunter acht Arten Chamäleons. Drei davon sind inzwischen über die gesamte südliche Hälfte der Halbinsel verbreitet und vermehren sich sogar: Das Jemenchamäleon Chamaeleo calyptratus, das Madagaskar-Riesenchamäleon Furcifer oustaleti und das Pantherchamäleon Furcifer pardalis.

Aktuell bekannte Verbreitung von Panther-, Jemen- und Madagaskar-Riesenchamäleon in Florida

Man geht davon aus, dass alle drei Arten mit zunehmendem Zoohandel und der Privathaltung von Chamäleons ins Land kamen. Furcifer oustaleti ist seit mindestens dem Jahr 2000 in Florida. Bekannt wurden damals erste Funde in einer Avocadoplantage, die sich in direkter Nähe der Gebäude eines ehemaligen Importeurs in Miami – Dade County, befand. Chamaeleo calyptratus wurde nur wenig später, 2002, erstmals in Fort Myers auf einem leerstehenden Grundstück nachgewiesen. Furcifer pardalis folgte 2008.

Die Frage, ob eine der drei genannten Arten als invasiv zu betrachten ist, ist mangels Daten bisher schwierig zu beantworten. Als invasiv wird eine Art gesehen, die nicht-einheimisch ist, durch den Menschen eingeschleppt wurde und nachweislich Schaden an der einheimischen Flora und Fauna verursacht. Der letzte Punkt ist jedoch strittig. Während von Jacksons Chamäleons auf Hawaii nachgewiesen wurde, dass sie unter anderem einheimische bedrohte Schnecken-Arten verzehren, ist dergleichen aus Florida bisher unbekannt. Dort gelten die Tere aktuell eher als Lästlinge, allerdings mit Potenzial zur Bedrohung der einheimischen Wirbellosenfauna.

Problematisch ist, dass wohl nach wie vor Chamäleons ausgesetzt werden – teils entlaufen sie unabsichtlich, teils werden jedoch auch gezielt Tiere ausgesetzt, um später den Nachwuchs einzusammeln und zu verkaufen. Für letzteres benötigt man eine Genehmigung in Florida. Interessant dazu: Jeder darf eingeschleppte Chamäleons auf dem eigenen Grundstück „auf humane Weise“ töten. An einigen Orten werden bereits gezielt Chamäleons abgesammelt, um sie an Privathalter zu vermitteln.

Die Studenten rufen dazu auf, Beobachtungen von Chamäleons in Florida im Internet über IveGot1.org oder über die gleichnamige App zu melden. Bisher sind nicht alle Populationen bekannt, da viele Informationen nur unter der Hand weitergegeben werden. Des Weiteren bitten sie darum, „lästig gewordene“ Chamäleons nicht auszusetzen, sondern beim Exotic Pet Amnesty Program der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission abzugeben. Die Abgabe dort ist kostenlos, das EPAP sucht letztlich neue Halter für die Tiere.

Florida’s introduced reptiles: Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus), Oustalet’s chameleon (Furcifer oustaleti), and panther chameleon (Furcifer pardalis)
Max Maddox, Karissa Beloyan, Natalie M. Claunch, Steve A. Johnson
Veröffentlichung des Wildlife Ecology and Conservation Department, Universität of Florida
DOI: 10.32473/edis-UW501-2022

[:en]

The „Sunshine State“ Florida in the southeast of the USA has long been known for a variety of introduced reptiles. Students at the University of Florida recently published a small brochure on the current status of chameleon species introduced there.

As early as the late 1800s, a non-native reptile was documented to have found its way to Florida by ship: an anole. Since then, some 150 introduced species have been documented in the US state, including eight species of chameleons. Three of them are now spread over the entire southern half of the peninsula and even reproduce: the Yemen chameleon Chamaeleo calyptratus, the Malagasy Giant chameleon Furcifer oustaleti, and the panther chameleon Furcifer pardalis.

Current known distribution of Panther, Veiled, and Malagasy Giant Chameleons in Florida.

All three species are thought to have come into the country with increasing pet trade and private keeping of chameleons. Furcifer oustaleti has been in Florida since at least the year 2000. At that time, the first findings became known in an avocado plantation located in the immediate vicinity of the buildings of a former importer in Miami – Dade County. Chamaeleo calyptratus was first recorded in Fort Myers on a vacant lot only a little later, in 2002. Furcifer pardalis followed in 2008.

The question of whether any of the three species mentioned should be considered invasive is difficult to answer so far due to a lack of data. A species is considered invasive if it is non-native, has been introduced by humans, and has been proven to cause damage to native flora and fauna. The last point, however, is debatable. While Jackson’s chameleons in Hawaii have been shown to consume endangered native snail species, among others, the same is not yet known from Florida. There, the animals are currently considered more of a nuisance, but with the potential to threaten the native invertebrate fauna.

The problem is that chameleons are still being released – sometimes they escape unintentionally, but sometimes they are deliberately released in order to collect and sell the offspring later. For the latter, you need a permit in Florida. Interesting to note: Anyone is allowed to kill introduced chameleons on their own property „in a humane way“. In some places, chameleons are already being collected to be sold to private owners.

The students call for observations of chameleons in Florida to be reported on the internet via IveGot1.org or via the app of the same name. So far, not all populations are known, as much information is only passed on by hand. Furthermore, they ask that chameleons that have become a nuisance should not be abandoned, but handed into the Exotic Pet Amnesty Program of the Florida Fish and Wildlife Conservation Commission. The surrender there is free of charge, and the EPAP is ultimately looking for new keepers for the animals.

Florida’s introduced reptiles: Veiled Chameleon (Chamaeleo calyptratus), Oustalet’s chameleon (Furcifer oustaleti), and panther chameleon (Furcifer pardalis)
Max Maddox, Karissa Beloyan, Natalie M. Claunch, Steve A. Johnson
Veröffentlichung des Wildlife Ecology and Conservation Department, Universität of Florida
DOI: 10.32473/edis-UW501-2022

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[:de]Vortrag in Neunkirchen über Madagaskar[:en]Presentation in Neunkirchen about Madagascar[:]

[:de]Vortrag in Neunkirchen über Madagaskar[:en]Presentation in Neunkirchen about Madagascar[:]

Reiseberichte Vorträge

[:de]

Die Sprecherin der AG Chamäleons zeigt am 13. Januar 2023 in Neunkirchen (Saarland) einen bilderreichen Vortrag über nicht nur, aber auch sehr viele Chamäleons. Madagaskar, gelegen im Indischen Ozean gut 400 km östlich des Festlands von Afrika, ist für seine extrem hohe Artenvielfalt bekannt. Die absoluten Hot Spots liegen dabei an der Ostküste der Insel – Grund genug, sich auf ein Abenteuer im Norden Madagaskars aufzumachen!

Die Reise führt von der Hauptstadt Antananarivo mit einem winzigen Flugzeug nach Maroantsetra. Ein sanfter Einstieg ins Camping findet sich auf der Insel Nosy Mangabe, die zum Nationalpark Masoala gehört. Die goldenen Sandstrände der „Insel der Blattschwanzgeckos“ erzählt von diebischen Lemuren, leuchtenden Skorpionen und Schlangen, die man bevorzugt hinter der provisorischen Küche findet. Das Flugzeug bringt die Reisenden anschließend nach Sambava, der heimlichen Hauptstadt der Vanille. Zu Fuß geht es zur Expedition ins heilige Gebirgsmassiv von Marojejy. In der Tropenhitze sind die steilen Schluchten und ständigen Anstiege kein einfaches Terrain. Doch Marojejy ist ein Paradies für Herpetologen: Schier unzählige Chamäleons, Geckos, Schlangen, Insekten und anderes Getier lassen sich hier mit etwas Glück und Geschick finden. Nicht zuletzt sind die Höhenlagen des mystischen Regenwaldes auch die Heimat der „Engel des Waldes“, der vom Aussterben bedrohte Seidensifakas.

Danach geht es etwas bequemer im Geländewagen weiter: Auf der berüchtigten RN5 über Vohémar in den Trockenwald von Loky Manambato – ein trockenes Kontrastprogramm! Über Ambilobe, Ambanja und Ankarana lockt dann das letzte Ziel der Abenteuerreise: Der fantastische Regenwald des Montagne d’Ambre, einem Paradies für Camper, Chamäleonfreunde, Froschliebhaber und Schlangenfreaks. Auf dieser Reise kommt jeder auf seine Kosten – nur der Luxus bleibt etwas auf der Strecke.

Dr. Alexandra Laube Camping mit Chamäleons – Madagaskars Nordostküste
DGHT Regionalgruppe Saar-Pfalz
Zooschule des Neunkirchner Zoos
Zoostraße 25
66538 Neunkirchen
Einlass ab 18.30 Uhr, Vortragsbeginn 19 Uhr

Foto: Calumma guillaumeti in Marojejy, fotografiert von Dr. Alexandra Laube[:en]

The spokeswoman of the AG Chamäleons will give a lecture rich in pictures about not only, but also very many chameleons on 13th January 2023 in Neunkirchen (Saarland). Madagascar, located in the Indian Ocean a good 400 km east of the African mainland, is known for its extremely high biodiversity. The absolute hot spots are on the east coast of the island – reason enough to set out on an adventure in the north of Madagascar!

The journey takes you from the capital Antananarivo to Maroantsetra by tiny plane. A gentle introduction to camping can be found on the island of Nosy Mangabe, part of Masoala National Park. The golden sandy beaches of the „island of the leaf-tailed geckos“ tell tales of thieving lemurs, glowing scorpions and snakes, which are preferably found behind the makeshift kitchen. The plane then takes the travellers to Sambava, the secret capital of vanilla. On foot, the expedition heads to the sacred mountain massif of Marojejy. In the tropical heat, the steep gorges and constant climbs are not easy terrains. But Marojejy is a paradise for herpetologists: almost innumerable chameleons, geckos, snakes, insects and other creatures can be found here with a little luck and skill. Last but not least, the high altitudes of the mystical rainforest are also home to the „angels of the forest“, the endangered silky sifakas.

Afterwards, the journey continues somewhat more comfortably in an off-road vehicle: on the notorious RN5 via Vohémar into the dry forest of Loky Manambato – a dry contrast programme! Via Ambilobe, Ambanja and Ankarana, the last destination of the adventure trip beckons: The fantastic rainforest of the Montagne d’Ambre, a paradise for campers, chameleon lovers, frog lovers and snake freaks. On this trip, everyone gets their money’s worth – only luxury falls somewhat by the wayside.

Dr. Alexandra Laube Camping with Chameleons – Madagascar’s north east coast
DGHT Regionalgruppe Saar-Pfalz
Zoo school of Zoo Neunkirchen
Zoostraße 25
66538 Neunkirchen
Admission is from 6.30 p.m., lecture begins at 7 p.m.

Picture: Calumma guillaumeti in Marojejy, photographed by Dr. Alexandra Laube[:]