Viele Teile des ostafrikanischen Grabens sind heute erforscht. Andere, vor allem kleinere Waldfragmente, warten noch immer auf Forscher. Im Bereich des Albertine-Grabens in Ruanda haben Wissenschaftler nun die Herpetofauna drei kleiner Waldreste untersucht. Alle drei Waldreste sind massiv von Abholzung für Feuerholz und Brandrodung zur Gewinnung neuer landwirtschaftlicher Flächen bedroht.
Sanza ist ein Waldfragment im Westen Ruandas, das auf Höhen zwischen 1600 und 1950 m liegt. Seit Mitte der 1980er Jahre ist der Wald um über 50% geschrumpft und besteht aktuell nur noch aus einer Waldfläche von 0,24 km². Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 15 bis 18°C.
Die Waldreste Nyagasenyi und Ibanda-Makera dagegen liegen beide an der östlichen Grenze Ruandas zu Tansania. Nyagasenyi liegt auf Höhen zwischen 1315 und 1340 m. Auch die Fläche dieses Waldrest hat sich seit den 1980er Jahren um fast 60% reduziert, so dass es 2015 nur noch 0,19 km² waren. Ibanda-Makera ist mit aktuell 1,69 km² noch etwas größer und liegt auf Höhen zwischen 1300 und 1400 m.
Insgesamt wurden während der Regenzeit an 12 Tagen für je ein bis anderthalb Stunden an bis zu 18 Punkten pro Wald Übersichtsstudien durchgeführt. Dazu wurde mit dem bloßen Auge nach Reptilien gesucht, während Amphibien vorwiegend gekeschert wurden. Alle Tiere wurden soweit möglich artbestimmt und dann wieder freigelassen
Insgesamt konnten 17 Amphibien- und 13 Reptilienarten dokumentiert werden. Unter den gefundenen Arten befanden sich zwei Chamäleons: Trioceros ellioti und Trioceros rudis. Dabei wurden mehrere Trioceros ellioti in Nyagasenyi und Ibanda-Makera gefunden, in Sanza dagegen lediglich zwei Individuen von Trioceros rudis. Trioceros rudis ist endemisch im Albertine Rift, während Trioceros ellioti weiterverbreitet ist. Trioceros ellioti schien dabei vor allem nicht-überflutete Sträucher gebunden zu sein, während Trioceros rudis vor allem am Waldrand vorkam.
Diversity and community composition of herpetofauna from Ibanda-Makera, Sanza, and Nyagasenyi remnant forests, Eastern Rwanda
Mapendo Mindje, Edmond Twagirayezu, Vensute Nsengimana
Discover environment 2026, 4: 370
DOI: 10.1007/s44274-026-00903-0
Kostenloser Download des Artikels
Fotos: Links Trioceros rudis, rechts Trioceros ellioti, die in der Studie gefunden wurden

![[:de]Fieldguide zu den Chamäleons in Uganda[:en]Fieldguide to the Chameleons in Uganda[:] [:de]Fieldguide zu den Chamäleons in Uganda[:en]Fieldguide to the Chameleons in Uganda[:]](https://www.agchamaeleons.de/wp-content/uploads/2022/08/Kinyongia-tolleyae-male-Rwenzori-Uganda-e1660653432485.jpg)
