Erstnachweis von Devriesea agamarum beim Jemenchamäleon

Erstnachweis von Devriesea agamarum beim Jemenchamäleon

Tiermedizin Wissenschaft

Devriesea agamarum ist ein Gram positives Bakterium, das erst 2008 beschrieben wurde und bei verschiedenen Echsenarten zu Hauterkrankungen mit typischen gelben Krusten führen kann. Bei einigen Echsenarten führt es zu Blutvergiftungen, die dann auch zum Tod führen können.

Polnische Tierärzte haben nun 80 Abstriche, die zur bakteriellen Untersuchung an ein Labor geschickt wurden, genauer untersucht und ausgewertet. Von den 80 Abstrichen stammten 38 von Echsen mit Krankheitsanzeichen und 42 von scheinbar gesunden Echsen aus ganz Polen. Bei den erkrankten Tieren waren Abstriche der veränderten Gewebe genommen worden, bei den gesunden vor allem Abstriche aus der Maulhöhle. Unter den Probanden befanden sich auch zwei Furcifer pardalis, zwei Chamaeleo calyptratus und ein Chamäleon, dessen Art nicht angegeben worden war.

Bei 18 Proben der 38 symptomatischen Echsen konnte Devriesea agamarum nachgewiesen werden. Aber auch bei 11 Proben der 42 gesunden Echsen konnte das Bakterium identifiziert werden.

Wie bereits bekannt erwiesen sich auch in dieser Studie als symptomlose Träger vor allem Bartagamen (Pogona vitticeps) als auch Uromastyx-Arten. Mehrere Chamäleons wurden ebenfalls positiv auf Devriesea agamarum getestet: Ein Furcifer pardalis mit Hautläsionen, ein Chamaeleo calptratus mit Abszessen sowie ein Chamäleon nicht genannter Art, das eine Konjunktivitis zeigte. Nachdem 2020 erstmals Devriesea agamarum bei einem Pantherchamäleon nachgewiesen worden war, weist die vorliegende Studie nun auf die potenzielle Gefährdung von Jemenchamäleons hin – und möglicherweise anderen Chamäleonarten.

Mehrere durchgeführte Resistzenztests zeigten, dass alle Isolate von Devriesea agamarum gegenüber Colistin resistent waren. Gut funktionierten dagegen Amoxicillin-Clavulansäure, Ampicillin, Ceftiofur, Cephalotin, Erythromycin, Florfenicol, Tetracycline, Tiamulin, Tilmicosin und Tulathromycin. Die Sensibilität der Devriesea-Isolate gegenüber Enrofloxacin, Gentamicin, Penicillin und Trimethoprim/Sulfamethoxazol variierte je nach Isolat.

Occurrence, antimicrobial susceptibility and genetic diversity of Devriesea agamarum strains isolated from captive lizard collections
Jarosław Król, Magdalena Florek, Gabriela Motyka, Anna Bogucka, Anna Wanecka, Maja Marynowska, Aleksandra Pliszczak-Król, Aleksandra Napierała, Sylwia Banaszkiewicz, Filip Pater-Jajdelski, Łukasz Skomorucha
BMC Veterinary Research 2026
DOI:  10.1186/s12917-026-05785-1
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Foto: Ein Resistenztest verschiedener Antibiotika auf einer mit Bakterien besiedelten Agarplatte, CC by SA 4.0 Ajay Kumar Chaurasiya