Gemeinsam für Sachkunde und gegen pauschale Positivlisten

Gemeinsam für Sachkunde und gegen pauschale Positivlisten

Allgemeines Politik

🇪🇺 𝗘𝘂𝗿𝗼𝗽ä𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗦𝗼𝗹𝗶𝗱𝗮𝗿𝗶𝘁ä𝘁𝘀𝗮𝘂𝗳𝗿𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗿 𝗗𝗚𝗛𝗧 / 𝗘𝘂𝗿𝗼𝗽𝗲𝗮𝗻 𝗖𝗮𝗹𝗹 𝗳𝗼𝗿 𝗦𝗼𝗹𝗶𝗱𝗮𝗿𝗶𝘁𝘆 𝗳𝗿𝗼𝗺 𝘁𝗵𝗲 𝗗𝗚𝗛𝗧

🇩🇪 𝗚𝗲𝗺𝗲𝗶𝗻𝘀𝗮𝗺 𝗳ü𝗿 𝗦𝗮𝗰𝗵𝗸𝘂𝗻𝗱𝗲, 𝘃𝗲𝗿𝗮𝗻𝘁𝘄𝗼𝗿𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝘃𝗼𝗹𝗹𝗲 𝗧𝗶𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗴𝗲𝗴𝗲𝗻 𝗽𝗮𝘂𝘀𝗰𝗵𝗮𝗹𝗲 𝗣𝗼𝘀𝗶𝘁𝗶𝘃𝗹𝗶𝘀𝘁𝗲𝗻

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e. V. (DGHT) ruft die deutschen und europäischen Tierhalter-, Züchter- und Fachverbände dazu auf, die französischen Halterverbände in ihrem Einsatz gegen eine pauschale Positivliste solidarisch zu unterstützen. Die Diskussion in Frankreich betrifft längst nicht mehr nur französische Tierhalter. Sie ist von europäischer Bedeutung. Was heute in einem Mitgliedstaat als Modell eingeführt wird, kann morgen zum politischen Vorbild für andere Staaten und schließlich für eine europaweite Regulierung werden.

Eine Positivliste bedeutet einen grundlegenden Wechsel des bisherigen Regelungsprinzips: Nicht mehr die nachgewiesene Sachkunde des einzelnen Halters, die tatsächlichen Haltungsbedingungen und die Möglichkeit einer verantwortungsvollen Haltung stehen im Mittelpunkt. Stattdessen entscheidet die Aufnahme einer Tierart in eine staatliche Liste darüber, ob ihre private Haltung überhaupt noch zulässig ist. Diesem Paradigmenwechsel müssen die europäischen Fachverbände gemeinsam entgegentreten.

Die DGHT ist überzeugt: Tierschutz darf nicht von der Zugehörigkeit einer Tierart zu einer politischen Liste abhängen. Entscheidend muss sein, ob ein Halter über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt und die konkreten Bedürfnisse des Tieres dauerhaft erfüllen kann. Genau deshalb setzt sich die DGHT für Sachkunde, fachlich fundierte Haltungsanforderungen und wirksame Kontrolle ein – und lehnt eine pauschale Positivliste für Heimtiere ab.

Eine solche Liste würde weitreichende Folgen haben: für bestehende Tierhaltungen, für private Züchter, für Nachzuchten, für den Fachhandel und für jahrzehntelang aufgebaute Erhaltungszuchten. Gleichzeitig droht wertvolles Wissen verloren zu gehen, das von erfahrenen privaten Haltern und Züchtern erworben und weitergegeben wird. Die DGHT weist ausdrücklich darauf hin, dass Terrarianer durch Nachzucht und den Aufbau von Reservepopulationen auch einen Beitrag zur Arterhaltung leisten.

Deshalb darf kein europäischer Fachverband schweigend zusehen, wenn in einem anderen Mitgliedstaat die Grundlagen verantwortungsvoller privater Tierhaltung infrage gestellt werden. Die DGHT appelliert an ihre Partnerverbände in Deutschland und ganz Europa: 𝗦𝘁𝗲𝗵𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗴𝗲𝗺𝗲𝗶𝗻𝘀𝗮𝗺 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝗲𝗶𝘁𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗳𝗿𝗮𝗻𝘇𝗼̈𝘀𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗧𝗶𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗿.

Wir sollten unsere fachliche Kompetenz bündeln, Erfahrungen austauschen, politische Entscheidungsträger informieren und gemeinsam für ein europäisches Regelungsmodell eintreten, das auf Sachkunde statt Pauschalverboten, wissenschaftlichen Erkenntnissen statt politischen Listen und Verantwortung statt Generalverdacht beruht. Es geht dabei nicht darum, notwendige Regulierung abzulehnen. Im Gegenteil: Verantwortungsvolle Tierhalter und ihre Verbände haben ein eigenes Interesse an hohen Standards, wirksamem Tierschutz, der Bekämpfung illegalen Handels und dem Schutz wildlebender Populationen. Aber Regulierung muss geeignet, erforderlich, verhältnismäßig und wissenschaftlich begründet sein. Die Vielfalt verantwortungsvoller Tierhaltung darf nicht dadurch verloren gehen, dass komplexe biologische und tierschutzfachliche Fragen auf eine einfache Liste reduziert werden.

Unser Appell lautet daher: 𝗗𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗲𝘂𝗿𝗼𝗽𝗮̈𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗧𝗶𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝘁𝗲𝗿𝘃𝗲𝗿𝗯𝗮̈𝗻𝗱𝗲: 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝘁𝘂̈𝘁𝘇𝘁 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗳𝗿𝗮𝗻𝘇𝗼̈𝘀𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗣𝗮𝗿𝘁𝗻𝗲𝗿!

Lasst uns gemeinsam dafür eintreten, dass die Zukunft der Tierhaltung in Europa nicht durch pauschale Positivlisten bestimmt wird, sondern durch Sachkunde, Verantwortung, Wissenschaft und wirksamen Tierschutz. Was heute in Frankreich entschieden wird, kann morgen ganz Europa betreffen.

𝗘𝘂𝗿𝗼𝗽𝗮𝘄𝗲𝗶𝘁 𝘇𝘂𝘀𝗮𝗺𝗺𝗲𝗻𝘀𝘁𝗲𝗵𝗲𝗻 – 𝗳𝘂̈𝗿 𝘀𝗮𝗰𝗵𝗸𝘂𝗻𝗱𝗶𝗴𝗲 𝗧𝗶𝗲𝗿𝗵𝗮𝗹𝘁𝘂𝗻𝗴, 𝗳𝘂̈𝗿 𝗔𝗿𝘁𝗲𝗻𝘃𝗶𝗲𝗹𝗳𝗮𝗹𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝗳𝘂̈𝗿 𝘃𝗲𝗿𝗮𝗻𝘁𝘄𝗼𝗿𝘁𝘂𝗻𝗴𝘀𝘃𝗼𝗹𝗹𝗲 𝗛𝗮𝗹𝘁𝗲𝗿.

Oʟɪᴠᴇʀ Wɪᴛᴛᴇ, Vizepräsident DGHT (Terraristik)