Vortrag in Münster über Madagaskars Chamäleons

Vortrag in Münster über Madagaskars Chamäleons

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Die DGHT Münster startet ebenfalls mit vielen Chamäleons ins neue Jahr. Am Freitag, den 16.01.2026, wird Philip-Sebastian Gehring einen ausführlichen Vortrag über Madagaskar und seine vielen Chamäleons halten.

Madagaskar beherbergt nahezu die Hälfte aller weltweit bekannten Chamäleonarten, die allesamt ausschließlich auf dieser Insel vorkommen. Diese außergewöhnliche Vielfalt macht die Chamäleons Madagaskars zu einem bedeutenden Forschungsobjekt für die Wissenschaft, da sie einzigartige Einblicke in die Mechanismen von Evolution und Anpassung bieten. In den vergangenen 20 Jahren haben zahlreiche Studien und neue Entdeckungen unser Verständnis der Artenvielfalt und der evolutionären Prozesse innerhalb dieser Echsengruppe maßgeblich erweitert. Besonders die Identifikation und Beschreibung neuer Arten sowie die Untersuchung ihrer genetischen Unterschiede haben zentrale Erkenntnisse zur Entstehung und Differenzierung von Arten geliefert. Im Vortrag wird ein umfassender Überblick über diese Forschungsarbeiten gegeben und der aktuelle Stand zur Erforschung der madagassischen Chamäleons anschaulich präsentiert.

Dr. Philip-Sebastian Gehring Evolution und Diversität der Chamäleons Madagaskars – Neues aus der Forschung
DGHT Stadtgruppe Münster
Zooschule des Allwetterzoos Münster
Sentruper Straße 315
48161 Münster
Vortragsbeginn 19.00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr über den Haupteingang des Zoos

Fotos: kleine Calumma-Art auf Madagaskar, fotografiert von Philip-Sebastian Gehring

Versteckte Arten

Versteckte Arten

Internationaler Chamäleontag

Die Chamäleonwelt hat noch viel zu bieten. Unzählige Arten müssen noch beschrieben werden – und manchmal verstecken sich Arten an Stellen, wo man gar keine vermutet hat. Die zunehmenden Möglichkeiten der Genetik bescheren den Taxonomen heute immer speziellere Artbegriffe. Und viele neue Arten!

Über die ganze Ostküste Madagaskars verstreut findet man immer wieder kleine Chamäleons, die rein optisch Calumma radamanus oder Calumma nasutum zuzuschreiben wären, deren Populationen jedoch lokal limitiert sind. Genetisch untersucht sind davon viele Populationen noch nicht. Hier versteckt sich also mit Sicherheit noch die ein oder andere neue Chamäleonart. Auf dem Festland Afrikas könnte Chamaeleo dilepis noch einige Unterarten verstecken. Es kommt in Tansania und Ruanda vor, aber auch zwischen Angola und Kongo sowie von Südafrika bis Botswana, Sambia und Namibia. Und in Tansania wurden vor anderthalb Jahren gerade sechs neue Rhampholeon-Arten beschrieben, die man innerhalb bekannter Artkomplexe mittels Genetik identifizierte.  Das sind nur drei Beispiele von Artkomplexen, die noch versteckte Chamäleonarten beinhalten – noch viele andere warten noch auf weitere Forschung.

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Foto: Calumma cf. radamanus in Marojejy, Nord-Madagaskar, fotografiert von Alex Laube

Sechs neue Rhampholeon-Arten in Tansania

 

Versteckte Arten innerhalb der Gattung Chamaeleo