{"id":530,"date":"2011-10-06T15:52:06","date_gmt":"2011-10-06T13:52:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agchamaeleons.de\/?page_id=530"},"modified":"2016-06-23T12:41:17","modified_gmt":"2016-06-23T10:41:17","slug":"tagung2010","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.agchamaeleons.de\/en\/tagungen\/tagung2010\/","title":{"rendered":"Tagung 2010"},"content":{"rendered":"<h1>Tagungsprogramm<\/h1>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<th colspan=\"3\">Freitag, 11. Juni 2010<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>19:30<\/td>\n<td>Treffen der bereits Angereisten, gemeinsames Abendessen<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th colspan=\"3\">Samstag, 12. Juni 2010<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>09:00<\/td>\n<td>Eintreffen in der Stadtverwaltung<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>09:30<\/td>\n<td>Begr\u00fc\u00dfung<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10:00<\/td>\n<td>Thomas Hildenhagen: Bestien, Chim\u00e4ren, Erdl\u00f6wen &#8211; Cham\u00e4leonliteratur aus drei Jahrtausenden<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Pause<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>11:30<\/td>\n<td>Dr. Nikola Pantchev: Parasitenbefall bei Cham\u00e4leons in Menschenobhut. Ist das ein Problem?<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>12:30<\/td>\n<td>Mittagessen<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>14:30<\/td>\n<td>Mitgliederversammlung<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>15:30<\/td>\n<td>Patrick Sch\u00f6necker: S\u00fcdafrika &#8211; Ein herpetologischer Streifzug durch Regenwald, W\u00fcste und Fynbos<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Kaffeepause<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>17:30<\/td>\n<td>J\u00fcrgen Stelzer, Michael Schwarz: Die Haltung von Bradypodion spp. im speziellen Fall von Br. setaroi<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>18:30<\/td>\n<td>Andreas B\u00f6hle: Reisebericht Madagaskar<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>19:30<\/td>\n<td>Gemeinsames Abendessen und gem\u00fctliches Beisammensein<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th colspan=\"3\">Sonntag, 13. Juni 2010<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10:00<\/td>\n<td>Andreas B\u00f6hle: \u00dcber die Farbformen beim Panthercham\u00e4leon, Furcifer pardalis<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10:30<\/td>\n<td>Michaela J\u00f6tzlaff: Haltung und Nachzucht von Tr. hoehnelii<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Kaffeepause<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>11:45<\/td>\n<td>Leif K\u00e4mpfer: Cham\u00e4leonmekka Madagaskar Teil 2 (Video)<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>12:30<\/td>\n<td>Verabschiedung<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>13:00<\/td>\n<td>Sachkundepr\u00fcfung f\u00fcr Reptilien und Amphibien. Vorherige Anmeldung mit Angabe des Wohnortes ist unbedingt erforderlich!<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h1>Bericht von der Jahrestagung der AG Cham\u00e4leons 2010<\/h1>\n<p>Am Freitag den 11.06.2010 trafen sich die ersten angereisten Mitglieder und Cham\u00e4leonbegeisterten zum 11. Mal in der sch\u00f6nen Stadt Boppard am Rhein.<br \/>\nWie bereits in den Jahren zuvor belagerten wir im Laufe des Tages die \u00f6rtliche Gastronomie rund um den Marktplatz zum gemeinsamen Essen, Trinken und Diskutieren.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen fand man sich in dem leider etwas verkleinerten Tagungsraum der Stadtverwaltung Boppard ein. Erste Bef\u00fcrchtungen, dass nicht gen\u00fcgend Sitzm\u00f6glichkeiten vorhanden sein w\u00fcrden, best\u00e4tigten sich jedoch nicht. Lediglich das Luftvolumen des Raumes h\u00e4tte etwas gr\u00f6\u00dfer sein k\u00f6nnen.<br \/>\nGegen 10:30Uhr begr\u00fc\u00dfte einleitend Timo Wei\u00df alle angereisten Teilnehmer.<br \/>\nAls Anmerkung zu Beginn wurde darauf hingewiesen, dass der Beitrag von Leif K\u00e4mpfer leider ausfallen w\u00fcrde. Des Weiteren wurde darum gebeten, die ausliegenden NZ-Statistikb\u00f6gen f\u00fcr 2009 auszuf\u00fcllen, sowie das sch\u00f6nste Cham\u00e4leonfoto f\u00fcr den Fotowettbewerb auszuw\u00e4hlen.<br \/>\nMit einer kleinen Versp\u00e4tung im Zeitplan begann im Anschluss Thomas Hildenhagen mit dem ersten Vortrag an diesem Wochenende: \u201eBestien, Chim\u00e4ren, Erdl\u00f6wen &#8211; Cham\u00e4leonliteratur aus drei Jahrtausenden. So erw\u00e4hnte z.B. Aristoteles in seiner Historia animalium in Kap 11 eindeutig das Cham\u00e4leon mit folgenden Eigenschaften wie der Zygodaktylie, dem Rollschwanz, Farbwechsel, Rundumsicht und der heterogenen Schuppenhaut. Einige Forscher der Antike gaben jedoch viele Eigenschaften nicht richtig weiter, bzw. erfanden zum Teil mythologische F\u00e4higkeiten dieser Tiere, so dass z.B. Zungen als Gl\u00fccksbringer verwendet wurden. Teilweise wurde sogar vermittelt, das sich Cham\u00e4leons nur von Luft ern\u00e4hren w\u00fcrden. Das \u00e4lteste Bild wurde auf einer Scherbe der \u00c4gypter aus der 26. Dynastie gefunden. Noch \u00e4ltere Hinweise auf Cham\u00e4leons fand man auf alten Tonscheiben aus Assur, ca. 1800-614 v. Chr. Dort ist die Rede von \u201eZungerot\u201c welche als Haustiere gehalten wurden, um Fliegen zu fangen. In der Literatur wurden viele verschiedene Begriffe f\u00fcr das Cham\u00e4leon verwendet, daher ist nicht immer einfach, es als solches zu erkennen. Oftmals passen Bilder und Texte nicht zusammen, oder die bildlichen Darstellungen weichen zu stark von dem tats\u00e4chlichen Erscheinungsbild ab. Es wurden auch immer wieder verschiedene Legenden gebildet, wie dass Cham\u00e4leons mit ihrer Zunge Schlangen jagen und t\u00f6ten w\u00fcrden. Das Mittelalter war auch f\u00fcr die Cham\u00e4leonforschung ein sehr dunkles Zeitalter. So gab es viele Abschriftfehler oder Abbildfehler, oftmals aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit. Ebenfalls wurden in dieser Epoche viele Mythen und Tatsachen einfach erfunden. In der Neuzeit verschwanden die Mythen allm\u00e4hlich, aufgrund von Expeditionen und Forschung. So schrieb Nicolas Claude (1580-1637) den ersten Haltungsbericht und Parsons fertigte die erste detaillierte Zeichnung, jedoch eines schon l\u00e4nger toten Tieres &#8211; das Parsons\u00b4s Cham\u00e4leon!<br \/>\nNach einer kurzen Kaffeepause folgte Dr. Nikola Pantchev mit seinem Vortrag: Parasitenbefall bei Cham\u00e4leons in Menschenobhut. Ist das ein Problem?<br \/>\nDie h\u00e4ufigsten Erkrankungen in Gefangenschaft erfolgen durch Parasitenbefall. Von 2000 untersuchten Proben wurden 69,9{9650e7ef01ddde147d85a2e1103cd63b0d685a329689ed7b46966048c12e7c63} positiv getestet. Dabei stellte sich z.B. heraus, das Cham\u00e4leons \u00f6fter Spulw\u00fcrmer als andere Wurmarten beherbergen. Es ergaben sich auch Unterscheide im Befund bei Tieren aus Gefangenschaft und denen aus der Freiheit. So ist der Befall mit Oxyuren in Freiheit niedrig aber in Gefangenschaft sehr hoch.<br \/>\nZum Thema Kokzidien: Ein Befall mit Isospora ist in einem Alter von 3-5 Monaten besonders gef\u00e4hrlich. \u00c4ltere Tiere hingegen k\u00f6nnen sogar mit einem gr\u00f6\u00dferen Befall leben. Isospora greift den Darm an und l\u00e4sst diesen absterben. Eine Behandlung w\u00e4re m\u00f6glich. Bei einem Befall mit Eimeria hingegen ist keine bekannte Behandlung m\u00f6glich.<br \/>\nDarauf folgten nun Beschreibungen, \u00dcbertragungsarten, Bestimmungen, Art des Krankheitsverlaufs und m\u00f6gliche Behandlungsans\u00e4tze weiterer Parasiten wie Kryptosporidien, Flagellaten, Oxyuren oder weiterer Wurmarten.<\/p>\n<p>Nachfolgend wurden noch Fragen an Dr. Nikola Pantchev gerichtet und ebenfalls als Dankesch\u00f6n gab es eine AG-Cham\u00e4leon Tasse. Im Anschluss gingen wir zum Mittagessen.<\/p>\n<p>Gegen 14:30Uhr starteten wir gut gest\u00e4rkt in unsere Mitgliederversammlung. Timo Wei\u00df begann mit dem Aufruf der letzten Chamaeleo, Unterbringungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr vom Zoll beschlagnahmte Cham\u00e4leons anzubieten. Laut dem BfN fanden bereits alle Tiere Unterbringungen, weitere Infos w\u00e4ren leider nicht zu erhalten.<br \/>\nAls n\u00e4chsten Punkt kam das NZ-Telefon zur Diskussion, da aufgrund zu geringer Resonanz seitens der Mitglieder nur sehr wenige NZ angeboten w\u00fcrden. Eine Abstimmung ergab, dass das NZ-Telefon abgeschaltet wird.<br \/>\nDarauf folgend kam der Vorschlag eine Z\u00fcchterliste auf der Seite der AG anzulegen und ebenfalls ein geschlossenes Forum f\u00fcr AG-Mitglieder. Einw\u00e4nde, das eine Z\u00fcchterliste mehr Nachteile bringen w\u00fcrde und eigentlich nicht erw\u00fcnscht sei, wurde bei der anschliessenden Abstimmung best\u00e4tigt und eine Z\u00fcchterliste wird somit nicht eingef\u00fchrt.<br \/>\nEin internes Forum sollte ggf. als Versuch getestet werden.<br \/>\nAls n\u00e4chstes wurden die Gewinner des Wettbewerbs \u201cDas sch\u00f6nste Cham\u00e4leonfoto 2009\u2033 gek\u00fcrt. Linda Kruse (1. 20 \u20ac-Gutschein von kerf.de), Thomas Althaus (2.; 10 \u20ac-Gutschein von kerf.de), Andreas Mokros (3.; AG-Cham\u00e4leon Tasse). Die Gewinner nahmen ihre Preise pers\u00f6nlich entgegen. Bei der Wahl zum besten Artikel der AG-Zeitschrift gab es allerdings kaum Stimmen, so dass eigentlich nur ein Artikel ausgew\u00e4hlt wurde. Es wurde daraufhin beschlossen, das Stimmverfahren f\u00fcr das folgende Jahr anzupassen, so dass wie beim Fotowettbewerb vor Ort abgestimmt werden kann.<br \/>\nTimo Wei\u00df wies erneut darauf hin, dass die Mitglieder die ausliegende NZ-Statistik f\u00fcr das letzte Jahr ausf\u00fcllen sollten. Als vorletzten Punkt kamen Terminvorschl\u00e4ge zur n\u00e4chsten Tagung zur Diskussion. Entweder das Wochenende vom 21.05-22.05.2011 oder das vom 28.05.-29.05.2011. Eine Kl\u00e4rung seitens Leitung und Ansprechpartner der Stadtverwaltung Boppard sollte folgen.<br \/>\nAls letzten Punkt stellte Dirk Theiss den diesj\u00e4hrigen Kassenbericht vor. Da zum Jahresabschluss nur ein \u00dcberschuss von 175 Euro zur Verf\u00fcgung stand, wurde dieses mal darauf verzichtet den Betrag Tier-\/Artenschutz- oder wissenschaftlichen Projekten zur Verf\u00fcgung zu stellen.<br \/>\nIm Anschluss an den formellen Teil dieses Wochenendes berichtete Benny Trapp \u00fcber das Chamaeleo africanus Projekt. Aufgrund besonderer Ereignisse wurde dieser Teil kurzfristig mit in das Tagungsprogramm aufgenommen.<br \/>\nNach einer kurzen Vorstellung eines Teil des Teams folgten Informationen aus dem Abschlussbericht 2009. Tobias Machts wurde w\u00e4hrend seiner Zeit als Helfer 16 und hatte zwei neue Arten entdeckt. Im Gebiet entstanden 5 neue Tavernen, wobei die Populationen enorm gestiegen sind. Verschiedene Ma\u00dfnahmen wie das Einz\u00e4unen der D\u00fcnen und die Verwendung von Pollern halfen wohlm\u00f6glich, dass in diesem Jahr eine Z\u00e4hlung 350 adulte Tiere ergab. Im Vergleich zum Vorjahr waren es lediglich 83.<br \/>\nDie Zahl der Stra\u00dfenopfer reduzierte sich von 10{9650e7ef01ddde147d85a2e1103cd63b0d685a329689ed7b46966048c12e7c63} auf 4{9650e7ef01ddde147d85a2e1103cd63b0d685a329689ed7b46966048c12e7c63} und bei den Schlupferfolgen zeigte sich, dass Jungtiere bereits sehr gro\u00df zur Welt kamen.<br \/>\nDer gr\u00f6\u00dfte Erfolg war jedoch, dass 169 Nester gefunden und gesichert werden konnten. Dies sei der gr\u00f6\u00dfte Erfolg des Projekts seit 10 Jahren!<br \/>\nEine beunruhigende Entwicklung wurde uns jedoch im Anschluss mitgeteilt, dass im nahe liegendem Gebiet ein Ferienkomplex errichtet werden soll. Dieser Komplex umfasst elf 5 Sterne Hotels mit mehr als 3000 Wohneinheiten, 1000 Villen, 4500 Betten, 7 Golfpl\u00e4tzen, 6 Thalasso Therapiezentren uvm.. Des weiteren wurde direkt im Gebiet eine Strandbar er\u00f6ffnet, welche auch Veranstaltungen gegen s\u00e4mtliche Auflagen versto\u00dfend durchf\u00fchrt.<br \/>\nZu dem l\u00e4rmenden Betriebs der Strandbar im Schutzgebiet kam ebenfalls ein M\u00fcllproblem durch die Besucher hinzu. Der Strandabschnitt musste mehrfach durch die Projektmitglieder ges\u00e4ubert werden, da der M\u00fcll einfach nach den Feierlichkeiten zur\u00fcckgelassen und auch nicht von den Betreibern entsorgt wurde. Gegen den Betrieb der Strandbar gab es keine Handhabe.<br \/>\nVerschlimmernd f\u00fchrte zudem die Selbsternennung des Direktors zum Projektleiter und einer Umstrukturierung des gesamten Projektteams, zu einem vorzeitigem Ende des Projektes. Dies war die Hiobsbotschaft f\u00fcr uns alle.<br \/>\nBenny Trapp schilderte weiter \u00fcber die Degradierung aller Teammitglieder durch den Direktor und das Beschwerden \u00fcber diesen an die Beh\u00f6rde zensiert wurden.<br \/>\nDie willk\u00fcrliche K\u00fcndigung der ehemaligen Projektleiterin bedeutete den Zusammenbruch des Projektes. Folgen waren u.a. dass die n\u00f6tigen Schutzarbeiten durch Notl\u00f6sungsversuche und nicht qualifiziertes Ersatzpersonal durchgef\u00fchrt wurden und vermutlich im folgenden Jahr nicht mehr so viele Erfolge nachzuweisen sein werden wie in diesem.<br \/>\n\u00dcber den weiteren Verlauf und Entwicklung ist sich Benny derzeit noch nicht sicher, jedoch wird er nicht aufgeben. Seine wichtigsten Ziele seien die Wiederherstellung der Glaubw\u00fcrdigkeit von H.O.S durch R\u00fccktritt des Direktors, Schlie\u00dfung der Strandbar und Wiedereinstellung der ehem. Projektleiterin.<br \/>\nWir hoffen, Benny erh\u00e4lt die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung und Kraft diese zu erreichen!<\/p>\n<p>Es folgte Patrick Sch\u00f6necker mit seinem herpetologischen Streifzug durch S\u00fcdafrikas<br \/>\nRegenwald, W\u00fcste und Fynbos.<br \/>\nVon Kapstadt der Nationalstrasse Richtung Namibia entlang, bot sich viel agrargepr\u00e4gtes Land, welches beinahe europ\u00e4isch wirkte. Zwischen den Felsen wurden bei einem Stopp Cordylus spec. in gro\u00dfen Mengen gesichtet. Das erste Etappenziel war Springbock und die dortige Lodge bot mit eigenem Land eine sehr hohe Tierdichte. W\u00e4hrend der D\u00e4mmerung k\u00f6nnten viele Skorpione, Spinnen und Geckos entdeckt werden. Beim Besuch des benachbarten Parks konnten neben einer Vielzahl verschiedener Sukkulenten und Aloen auch Schildkr\u00f6ten der Art Chersina angulata und ebenfalls verschiedene Skinke und Agamen gesichtet werden. Bei einem Halt am Olifants (Fluss) wurden Chondrodactylus bibroni in hoher Dichte sowie Spinnen und Tausendf\u00fcssler gefunden. In den umliegenden Felsspalten befanden sich Cordylus cataphractus. Als weiteres Etappenziel bot das De Hoop Reservat aufgrund st\u00e4rkerer Vegetation eine Vielzahl herpetologischer Leckerbissen. Die Heidelandschaft gleichende Umgebung bot Lebensraum f\u00fcr Bradypodion gutturale, B. pumilum, Agamen und ebenfalls Schildkr\u00f6ten der Art Chersina angulata und Cordylus cordylus in hoher Bestandsdichte.<br \/>\nAuf dem R\u00fcckweg Richtung Tafelberg \/ Kapstadt, konnte sogar noch Homopus areolatus am Wegesrand entdeckt werden.<br \/>\nBevor wir jedoch in die Pause gingen spendete Andreas B\u00f6hle handgeschnitzte Cham\u00e4leons aus Madagaskar. Gegen eine freiwillige Spende konnten die Teilnehmer eine Figur erwerben. Der Erl\u00f6s dieser Aktion sollte im Anschluss gespendet werden.<\/p>\n<p>Gegen 18:30Uhr folgte der Vortrag von J\u00fcrgen Stelzer &amp; Michael Schwarz: Die Haltung von Bradypodion spp. im speziellen Fall von Br. setaroi<br \/>\nDas Verbreitungsgebiet von B. thamnobates erstreckt sich von Nottingham Road \u00fcber Fort Nottingham bis Howick. Das Setup zur Haltung gestaltet sich wie folgt:<br \/>\n35W HQIs + Sylvania UV-R\u00f6hren \u00fcber Vollgazebecken. Derzeit wird die Unterbringung in den neuen ReptiBreeze von Zoomed erprobt. Bei diesen Becken kommen 20W HQIs sowie 35W Varianten zum Einsatz. Ganz neu wurden erste positive Erfahrungen mit den Solar Raptor Strahlern sowie der Sylvania Reptistar UVB gesammelt. Nach einer Vielzahl sehr sch\u00f6ner Aufnahmen der unterschiedlichen Farbvariationen dieser Art wurde B. setaroi vorgestellt. Das Verbreitungsgebiet von B. setaroi liegt bei St. Lucia, die dortigen Temperaturen befinden sich im Bereich von 20\u00b0C-38\u00b0C am Tage. Die Haltung dieser Art ist demnach etwas leichter wie B. thamnobates. Auch hier wurden sehr sch\u00f6ne Aufnahmen der einzelnen Tiere gezeigt.<br \/>\nZum Schluss wurde kurz B. damaranum vorgestellt, dessen Verbreitungsgebiet um George liegt und Temperaturen bei Nacht um 10\u00b0C-12\u00b0C und tags\u00fcber bei 20\u00b0C bietet.<br \/>\nDemnach w\u00e4re eine k\u00fchlere Haltung notwendig.<br \/>\nBei der anschlie\u00dfenden Besprechung des Vortrags konnten noch einige Fragen zur Haltung, Pflege und Unterbringung gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Anstrengend, aber empfehlenswert! So lautet der Titel des Vortrags von Andreas B\u00f6hle \u00fcber eine viert\u00e4gige Wanderung im Andringitra-Gebirge die er zusammen mit Nina Schindewolf und Daniel Bartsch im Dezember 2009 unternommen hatte. Bevor die Tour durch die beeindruckende Bergwelt im s\u00fcdlichen Teil von Madagaskar startete, legte die Reisegruppe noch einen Zwischenstop im Ranomafana-Nationalpark ein. Leider musste die Reptiliensuche in der Nacht auf die R\u00e4nder entlang der Stra\u00dfe durch den Nationalpark beschr\u00e4nkt werden, da seit gut einem Jahr die Nachttouren in den madagassischen Nationalparks nicht mehr erlaubt sind. Insbesondere die Suche nach nachtaktiven Geckos der Gattung Uroplatus und selbstverst\u00e4ndlich auch die Suche nach Cham\u00e4leons wird somit immens erschwert. Dank des engagierten Guides \u201eDiamond\u201c konnten dann aber mit Anbruch der Dunkelheit einige Cham\u00e4leons im Gestr\u00fcpp und in den B\u00e4umen am Stra\u00dfenrand gefunden werden. Um f\u00fcnf Uhr am n\u00e4chsten Morgen konnten die Tiere dann noch an bzw. in der N\u00e4he ihrer Schlafpl\u00e4tze wiedergefunden werden und mussten eine Fotosession \u00fcber sich ergehen lassen. Andreas konnte uns Bilder von Calumma crypticum, C. glawi und C. oshaughnessyi pr\u00e4sentieren. Des weiteren konnte Andreas Bilder von Brookesia superciliaris zeigen, die er bei der Suche nach Uroplatus phantasticus zwischen Laubansammlungen in Astgabeln gefunden hat. Au\u00dferdem haben Daniel und Andreas mit Hilfe von Diamond auch C. gastrotaenia und C. nasuta am Wegrand gefunden. Somit stellt Ranomafana auch mit Nachttourverbot ein lohnenswertes Cham\u00e4leongebiet an.<br \/>\nNach dem Abstecher reiste die Gruppe weiter nach S\u00fcden zum Andringitra-Gebirge. Die erste Station, das \u201eMeva-Camp\u201c konnte noch per Allrad-Fahrzeug erreicht werden und liegt auf ca. 950 \u00fc. NN. Hier konnte Andreas Furcifer oustaleti in der degradierten und ausged\u00f6rrten Kulturlandschaft entdecken. Bei einem kleinen Spaziergang in einen kleinen, von riesigen Felsbrocken strukturierten Sekund\u00e4rwald konnte die Reisegruppe eine Familienbande der bekannten Ringelschwanzlemuren, die beiden Leguanarten Oplururs quadrimaculatus und O. grandidieri sowie den unscheinbaren Taggecko Phelsuma mutabilis auf den Felsbl\u00f6cken beobachten. Die kommenden drei Tage f\u00fchrten \u00fcber verschiedenste Bergk\u00e4mme bis auf 2050 m \u00fc. NN. Dabei durchwanderte die Gruppe Kultur- und Grasland, Ger\u00f6llfelder, Sekund\u00e4r- und Prim\u00e4rw\u00e4lder bis \u00fcber die Baumgrenze in eine einzigartige Alpinlandschaft und konnte dabei unterschiedlichste Pflanzen- und Tierarten finden. Zu den Highlights geh\u00f6rte neben dem unglaublichen Panorama der Fund verschiedener endemischer Palmen-, Orchideen- und Sukkulentenarten und bei den Reptilien die Funde von Brookesia nasus Furcifer lateralis und F. campani sowie des montan lebenden Taggeckos Phelsuma barbouri. Auch verschiedenste spektakul\u00e4re Insekten und zwei Arten der madagassischen Tenrekarten wurden in den unterschiedlichen Biotopen w\u00e4hrend der anstrengenden Wanderung gefunden und abgelichtet. Am letzten Tag der Wanderung musste eine Wegstrecke von 2050 m zur\u00fcck auf 950 m \u00fc. NN. zur\u00fcckgelegt werden. Die Wanderung war f\u00fcr Andreas die anstrengendste aber auch beeindruckenste Reise, die auf seiner nun schon achten Reisen nach Madagaskar erlebt hat. Bis zu zehn Stunden t\u00e4glich ist die Gruppe gewandert um diese einzigartige Bergwelt in vier Tagen zu erkunden.<\/p>\n<p>F\u00fcr den geselligen Teil an diesem Wochenende war ein gemeinsames Abendessen im Schinderhannes &amp; Julchen geplant. Leider war der dortige Gastronom nicht in der Lage, uns mit einer ver\u00e4nderten Gruppenst\u00e4rke zu bewirten, so dass wir uns wieder einmal aufteilen mussten. Im folgenden Jahr ist ein gemeinsames Essen beim Italiener geplant, welcher uns bisher auch noch nach den eigentlichen \u00d6ffnungszeiten gerne bedient.<\/p>\n<p>Mit seinem zweiten Vortrag startete Andreas B\u00f6hle den Sonntag der diesj\u00e4hrigen Tagung. Unter dem Titel \u201eDie Variationsvielfalt des Panthercham\u00e4leons\u201c berichtete er \u00fcber seine Erfahrungen und Beobachtungen aus mehrfachen Besuchen in verschiedenen Habitaten von Furcifer pardalis. Dabei konnten die Unterschiede in der F\u00e4rbung und der Biotopwahl des allseits beliebten Panthercham\u00e4leons aufgezeigt werden, die er w\u00e4hrend seiner Reisen an der Ostk\u00fcste Madagaskar zwischen Maroansetra und Sambava, im Norden um Antsiranana und auf der Route National 6 weiter in Richtung S\u00fcdwesten vorgefunden hat. W\u00e4hrend die Farbformen an der Ostk\u00fcsten von Maroansetra, Antalaha und Sambava keine signifikanten Unterschiede aufweisen, l\u00e4sst sich f\u00fcr die Region um Ambanja im s\u00fcdlichen Teil des Nordwestens sagen, dass hier vermutlich bedingt durch gro\u00dfe Fl\u00fcsse und Gebirgsz\u00fcge, weitl\u00e4ufige hei\u00dfe und trockene Grasfl\u00e4chen sowie gro\u00dfe Mangrovenfl\u00e4chen eine Verinselungen der Populationen von Furcifer pardalis entsteht, die zu Auspr\u00e4gung lokaler Unterschiede f\u00fchrt \u2013 \u201eEvolution live\u201c sozusagen.<br \/>\nDie Bilder der verschiedenen Lokalformen von Ambilobe, Beramanja, Ambanja, Ankify und s\u00fcdlich von Ambanja (Djangoa) und aus dem s\u00fcdlichsten Verbreitungsgebiet der Panthercham\u00e4leons an der Nordwestk\u00fcste in Ankaramy, scheinen dies zu belegen und f\u00fcr etwas Klarheit zu sorgen. Allerdings pr\u00e4sentierte uns Andreas auch ein Schaubild auf dem er Tiere der Populationen aus Ambanja, Ankify und Djangoa in unterschiedlichem Alter und unterschiedlicher Stimmung gegen\u00fcber gestellt hat, und schon waren die farblichen Kriterien zur Bestimmung der Lokalformen nicht mehr eindeutig. Die Thematik der Lokalformen wird also weiterhin f\u00fcr eine Menge Diskussionsstoff und auch weiterhin f\u00fcr Verwirrung sorgen.<\/p>\n<p>Den Abschluss f\u00fcr dieses Jahr bildete Michaela J\u00f6tzlaff mit ihrem Vortrag \u00fcber die Haltung und Vermehrung von Tr. hoehnelii. Die Haltung der Tiere erfolgte in artgerecht umgebauten Terrarien. Die durchschnittliche Gr\u00f6\u00dfe der Becken betrug 60 x 70 x 100cm f\u00fcr die dauerhafte Unterbringung eines Paares. Zu Problemen in der Haltung kam es bei zu dicht angebrachten UV-Lampen, hierbei entwickelten die massive, jedoch reversible Augenprobleme. Zu Fressen gab es die g\u00e4ngigen Futtertiere. Besonders wichtig f\u00fcr die erfolgreiche Haltung von Tr. hoehnelii ist eine ausreichende Nachtabsenkung. Dadurch wird gleichzeitig f\u00fcr eine Erh\u00f6hung der Luftfeuchtigkeit gesorgt. Die Temperaturabsenkung wurde teilweise mit K\u00fchlakkus erreicht. Um dem hohen Trinkbed\u00fcrfnis der Tiere gerecht zu werden, erfolgte ein regelm\u00e4\u00dfiges Tr\u00e4nken der Tiere. Hatten sie davon genug reagierten sie mit deutlichem Kopfnicken. W\u00e4hrend die paarweise Haltung stets harmonisch verlief, erfolgte eine Trennung der Geschlechter in der Sp\u00e4tphase der Tr\u00e4chtigkeit. Im Schnitt wurden pro Wurf 6-9 Jungtiere abgesetzt. Die Aufzucht erwies sich als gr\u00f6\u00dftenteils problemlos, allerdings verwies Michaela auf gro\u00dfe Vorsicht bei der Verwendung von zu grobem Untergrund. Ein Tier schoss auf diesen und erstickte dadurch. Nach durchschnittlich 5 Monaten wurden die Nachzuchten geschlechtsreif.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagungsprogramm Freitag, 11. Juni 2010 19:30 Treffen der bereits Angereisten, gemeinsames Abendessen Samstag, 12. Juni 2010 09:00 Eintreffen in der Stadtverwaltung 09:30 Begr\u00fc\u00dfung 10:00 Thomas Hildenhagen: Bestien, Chim\u00e4ren, Erdl\u00f6wen &#8211; Cham\u00e4leonliteratur aus drei Jahrtausenden Pause 11:30 Dr. Nikola Pantchev: Parasitenbefall bei Cham\u00e4leons in Menschenobhut. 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