{"id":227,"date":"2009-08-07T10:14:11","date_gmt":"2009-08-07T08:14:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.agchamaeleons.de\/?page_id=227"},"modified":"2016-06-23T12:41:37","modified_gmt":"2016-06-23T10:41:37","slug":"tagung2009","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.agchamaeleons.de\/en\/tagungen\/tagung2009\/","title":{"rendered":"Tagung 2009"},"content":{"rendered":"<h1>Bericht von der Jahrestagung der AG Cham\u00e4leons 2009<\/h1>\n<p>Nun schon zum 10. Mal fand unsere Tagung in der Stadtverwaltung der sch\u00f6nen Stadt Boppard am Mittelrhein statt. Und auch in diesem Jahr fanden sich bereits am Freitagabend viele der insgesamt knapp 80 Teilnehmer zum gemeinsamen Essen, Trinken und Diskutieren in einer Gastst\u00e4tte auf demMarktplatz zusammen, bevor dann am n\u00e4chsten Morgen ab 9:30 Uhr der offiziele Teil der Tagung begann.<\/p>\n<p>Einleitend begr\u00fc\u00dfte Dr. Peter Sound die Teilnehmer. Er hob anl\u00e4sslich dieses kleinen Jubil\u00e4ums die unkomplizierte Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren hervor und betonte, dass die Aktivit\u00e4ten der AG mit gro\u00dfem Interesse bis auf Ministerumsebene verfolgt werden und schon manche Argumentationshilfe geliefert haben. Im Anschluss \u00fcberreichte er Ulrike Walbr\u00f6l und Rolf M\u00fcller als Konktaktperson einen Blumenstrau\u00df und eine Flasche Wein, die diese stellvetretend f\u00fcr die gesamte AG gerne entgegennahmen. Auch wir m\u00f6chten uns an dieser Stelle erneut f\u00fcr die Vermittlung der R\u00e4umlichkeiten, die freundliche Aufnahme und das problemlose Miteinander bei Peter und der Stadt Boppard bedanken.<\/p>\n<p>Das Vortragsprogramm er\u00f6ffnete Dirk Theis mit seinen &#8220;Langj\u00e4hrigen Erfahrungen zur Haltung und Nachzucht des Jemencham\u00e4leons&#8221;. Neben der Bauweise verschiedener Terrarien, die speziell f\u00fcr die Zimmerhaltung (Aluminiumstecksystem), Au\u00dfenhaltung (Holz\/Gazeterrarien) und sogar f\u00fcr eine stundenweise Bestrahlung der Jungtiere mit nat\u00fcrlichem Sonnenlicht (umgebaute Kunststoffbeh\u00e4lter) konzipiert wurden, erl\u00e4uterte er die Einrichtung, Beleuchtung und Bew\u00e4sserung der verwendeten Beh\u00e4lter. Viele Technische L\u00f6sungen zur optimalen technischen Steuerung wurden vom Vortragenden auf die Praxistauglichkeit \u00fcberpr\u00fcft und optimiert, so dass er uns ausgereifte Ergebnisse vorstellen konnte.<br \/>\nAuch Bemerkenswerte Beoachtungen aus der Haltung und langj\u00e4hrige Aufzeichnungen zur Inkubation der Eier von <em>Chamaeleo calyptratus<\/em> wurden dem Publikum vorgestellt. So konnte Dirk z.B. feststellen, dass seine Tiere dicht bewachsene Terrarienbereiche eher mieden und erst nach einem R\u00fcckschnitt der Pflanzen nutzten, ein Weibchen eine Ablagegrube mit zwei Ein- bzw Ausg\u00e4ngen anlegte und Fersensporne geringer Gr\u00f6\u00dfe auch bei einigen Weibchen auftreten (vgl auch CHAMAELEO Nr 35, 37).<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend f\u00fchrten Rolf M\u00fcller und Thomas Hildenhagen unter dem etwas kryptischen Titel &#8220;Zeigt her eure F\u00fc\u00dfchen&#8221; in die Lokomotion von Cham\u00e4leons ein. Der Schwerpunkt lag dabei auf eigenen Untersuchungen zu Strukturen der Sohlenfl\u00e4chen und der Unterseite des Schwanzes, die einige neue und \u00fcberraschende Erkenntnisse erbrachten. (Siehe CHAMAELEO Nr 38).<\/p>\n<p>Nach dem gemeinsamen Mittagessen und dem obliatorischen Gruppenfoto wurde das Programm mit der allj\u00e4hrlichen Mitgliederversammlung fortgesetzt. Das Leitungsteam stellte die T\u00e4tigkeiten des Jahres 2008 kurz vor und verlas den Kassenbericht. Zum Zeitpunkt der Tagung stand erneut ein \u00dcberschuss von \u20ac600,- zur Unterst\u00fctzung von Tier-\/Artenschutz- oder wissenschaftlichen Cham\u00e4leonprojekten zur Verf\u00fcgung. Die Mitglieder entschieden dieses Jahr jeweils \u20ac300,- dem Schutzprojekt &#8220;<em>Cham\u00e4leo africanus<\/em> in Griechenland&#8221; sowie f\u00fcr die Sequenzierung eines vermutlich neuen CHam\u00e4leontaxon aus der Chamaeleo dilepis-Gruppe von der Insel Pemba durch Oliver Hawlitschek zu spenden. Als n\u00e4chster Punkt stand die Vergabe der diesj\u00e4hrigen Buchpreise f\u00fcr den gelungenstenn Artikel des Jahrgangs 2008 unserer AG-Zeitschrift CHAMAELEO an. Die Mitglieder hatten sich f\u00fcr den Beitrag von John Measey aus Kapstadt &#8220;Das Taita-Zweihorncham\u00e4leon &#8211; Auf der Suche nach Cham\u00e4leons in ihrem nat\u00fcrlchen Habitat&#8221; entschieden. der Gewinner konnte leider nicht pers\u00f6nlich anwesend sein. Die Urkunde sowie der Buchgutschein werden ihm zugesandt. Die Gewinner des Wettbewerbs &#8220;Das sch\u00f6nste Cham\u00e4leonfoto 2008&#8221; &#8211; Joachim wittgen, (1.; Jahresabo SAURIA, gestiftet von Mirko Barts), Michael Schwarz (2.; &#8220;Chamaeleo calyptratus, Das Jemencham\u00e4leon&#8221;, gestiftet von Wolfgang Schmidt) und Thomas Althaus (3.; &#8220;Stummelschwanzcham\u00e4leons der Gattung <em>Rieppeleon<\/em>&#8220;, gestiftet von Rolf M\u00fcller) &#8211; konnten hingegen ihre Preise pers\u00f6nlich in Empfang nehmen. Wir bedanken uns herzlich bei den Spendern der Sachpreise. Zus\u00e4tzlc wurden im 20., &#8220;Lebensjahr&#8221; der AG besonders langj\u00e4hrige und verdiente Mitglieder geehrt: Klaus Tamm, Wolfgang Schmidt, und Achim Flamme konnten ihre kleinen Pr\u00e4sente unter gro\u00dfem Beifall vor Ort \u00fcberreicht werden, Veronika &amp; Harro Maass, Wolfgang B\u00f6hme, Siegfried Walther und Rolf Leptien werden diese bei sp\u00e4terer Gelegenheit \u00fcbergeben oder zugestellt.<\/p>\n<p>Vor der nun anstehenden Wahl eines neuen Leitungsteams wurde das bisherige einstigmmig entlastet. Als \u00fcberraschende und sch\u00f6ne Geste bedankten sich die AG-Mitglieder mit individuell ausgesuchten Geschenken und einer Urkunde, die stellvertretend durch Marco Beck \u00fcberreicht wurden, beim bisherigen Team f\u00fcr die gleistete Arbeit sowie die \u00fcbrigen Leitungsmitglieder bei Ulrike Walbr\u00f6l und ihrem Partner Rolf M\u00fcller f\u00fcr das jahrelange Engagement.<br \/>\nDiesen Dank gaben die geehrten gerne an die gesamte AG zur\u00fcck und betonten, dass dies alles nat\u00fcrlich nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4re ohne die Mitarbeit und den Einsatz der Mitglieder &#8211; Ihr seid schon eine tolle gro\u00dfe Familie!<\/p>\n<p>Als Wahlleiter eines neuen Leitungsteams wurde Wolfgang Schmidt benannt und durch Mitgliedervotum best\u00e4tigt. Von den zahlreich vorgeschlagenen Kandidaten erkl\u00e4rten sich vier zur \u00dcbernahme eines Amtes bzw. einer Funktion bereit. D er Wahlleiter schlug deshalb eine Blockwahl per Handzeichen vor. Dieser Vorschlag wurde ebenfalls einstimmig angenommen.<br \/>\nAls neues Team wurden ohne Neinstimmen bei f\u00fcnf Enthaltungen gew\u00e4hlt:<br \/>\n-Dirk Theis, Wuppertal<br \/>\n-Marcus Furtmayr, Jetzendorf<br \/>\n-Timo Wei\u00df, Gro\u00dfkrotzenburg<br \/>\n-Robert Wendlinger, Steinh\u00f6ring<br \/>\nNach einer kurzen pers\u00f6nlichen\u00a0 Vorstellung lie\u00df das neue Team als erste &#8216;Amtshandlung&#8217; die Mitglieder \u00fcber den Termin f\u00fcr die Jahrestagung 2010 abstimmen, sie findet am 12.\/13. Juni 2010 in Boppard statt- Bitte schon jetzt vormerken.<\/p>\n<p>Nach diesem eher formellen Teil konnte Dieter Lilge mit &#8220;Biochemischen Grundlagen und praktischen Hinweisen zur Ern\u00e4hrung insektovorer Echsen&#8221; wieder zum Vortragsprogramm \u00fcberleiten. Fundiert stellte er uns unterschiedliche chemische Formen verschiedener f\u00fcr die F\u00fctterung unserer Tiere relevanter Mineralstoffe und Vitamine vor und wies auf die wichtige Bioverf\u00fcgbarkeit dieser Spurenelemente sowie, f\u00fcr Viele wahrscheinlich ein bisher vernachl\u00e4ssigter Aspekt,\u00a0 der angebotenen Proteine hin. Nach den Erfahrungen des Vortragenden kommt man bei der Ern\u00e4hrung seiner Pfleglinge unter Beachtung dieser Grundlagen weitestgehend ohne ein Best\u00e4uben der Futterinsekten aus, indem man diese selber sinnvoll anf\u00fcttert (&#8216;gutloading&#8217;).\u00a0 Als Abschluss dieses interessanten Vortrags stellte er uns von ihm selbst entwickelte Rezepte f\u00fcr eine Futtermischung zum Anf\u00fcttern der Beutetiere und eine Mineralstoff-Vitamin-Mischung vor.<\/p>\n<p>Im Anschluss konnten sich die Tagungsteilnehmer in einer kurzen Kaffeepause st\u00e4rken, bevor Andreas B\u00f6hle &#8220;\u00dcber die Farbformen beim <em>Panthercham\u00e4leon Furcifer pardalis<\/em>&#8220;. Andreas z\u00e4hlt zu den regelm\u00e4\u00dfigen Besuchern Madagaskars und konnte uns deshalb Aufnahmen von Original-Fundorten im Norden der Insel pr\u00e4sentieren. Er schickte voraus, dass sein Vortrag keinesfalls Aufkl\u00e4rung \u00fcber strittige Zuordnungen von Farbformen des Pantercham\u00e4leons bringen k\u00f6nne und solle, sondern vielmehr den Stand seiner Kenntnisse aus zahlreichen Reisen darstellte. So lie\u00dfen sich viele Charakteristika bei Tieren unterschiedlicher Regionen finden. Sie korrespondierten zum Teil eher mit Stimmung, Jahreszeit und Umfeld der Tiere als mit einem spezifischen Fundpunkt.<\/p>\n<p>Den Abschluss des samst\u00e4glichen offiziellen Programms bildete dre von Leif K\u00e4mpfer (Prenzeltropic, Berlin) produzierte Film &#8220;Cham\u00e4leonmekka Madagaskar&#8221;. Auch Leif hat auf dem &#8216;achten Kontinent&#8217; beeindruckende eigene Aufnahmen machen k\u00f6nnen und sie extra f\u00fcr unsere Tagung auf eine L\u00e4nge von ca 45 Minuten neu zusammen gestellt. In diesen Bewegten Bildern zeigte sich erneut, warum Madagaskar eines der Hauptziele vieler Cham\u00e4leon-Liebhaber ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr den geselligen Teil musstenwir uns leider auf verschiedene Restaurants und Gastst\u00e4tten verteilen, da kein gastronomischer Betrieb in der Lage war, die Anzahl der Teilnehmer komplett unterzubringen und zu bewirten. Die neue Leitung versucht aber bereits f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr, einen ausreichend gro\u00dfen Raum zu buchen. Dennoch war die Stimmung gut und wir konnten bis in die Nacht Erfahrungen austauschen, essen, trinken und viel Spa\u00df haben, so dass es wohl eine gute Entscheidung war, das Sonntagsprogramm erst um 10:00 beginnen zu lassen.<\/p>\n<p>Den Auftakt machte Tobias Machts mit &#8220;Ein Besuch beim <em>Chamaeleo africanus<\/em> Projekt in Griechenland&#8221;. Er hatte im Vorfeld einige Wochen als Helfer im Schutzebiet gearbeitet und konnte uns den Stand der Dinge so aus der Perspektive eines vor Ort Aktiven schildern. Nach einem \u00dcberblick \u00fcber das Gebiet und die dort vorkommende Flora und Fauna berichtete er \u00fcber die immer noch vorhandenen Probleme wie wildes Camping, \u00fcberf\u00fcllte M\u00fcllbeh\u00e4lter, die Entsorgung von Unrat im Gel\u00e4nde und die hohe Quote der durch Stra\u00dfentod verendeten Tiere. Leider ist u.a. dadurch die Populationsgr\u00f6\u00dfe der zweiten europ\u00e4ischen Cham\u00e4leonart nach wie vor Schwankunen unterworfen und auch die Bedrohung des gesamten reichhaltigen Biotops, der auch vielen anderen Spezies als Heimat dient, weiterhin existent. Spenden sind f\u00fcr einen nachhaltigen Schutz als o auch in Zukunft n\u00f6tig und willkommen (z.B. durch eine Patenschaft, vgl. Chamaeleo Nr 35)! &#8211;<\/p>\n<p>Nach einer Kaffeepause hielt Rolf M\u00fcller dann den letzten Vortrag der diesj\u00e4hrigen Tagung &#8211; &#8220;Rieppeleon brevicaudatus &#8211; Einstieg in die Pflege von Stummelschwanzcham\u00e4leons&#8221;. Neben systematischen Anmerkungen ing der Vortragende auch auf die vertikale und horizontale Verbreitung dieser kleinen Cham\u00e4leons und die Differenzierung innerhalb der Gattung ein. Und nat\u00fcrlich wurde \u00fcber Erfahrungen aus der Haltung und Nachzucht informiert. Mit bemerkenswerten Bildeern, z.B. vom Zungenschuss oder von Balz und Paarung, konnte Rolf nicht nur zeigen, dass auch diese Zwerge recht farbenpr\u00e4chtig und im Verhalten interessant sein k\u00f6nnen, sondern hat sciher auch dem einen oder anderen Lust auf eigene terraristische Erfahrungen mit dieser Art gemacht.<\/p>\n<p>Im Anschluss bedankte sich (zum letzten Mal) das &#8216;alte&#8217; Leitungsteam bei Helfern, Vortragenden und Besuchern f\u00fcr diese abermals gelungene Tagung und verabschiedete alle bis zum n\u00e4chsten Jahr.<\/p>\n<p>Dankenswerterweise erkl\u00e4rte sich Hilmar Hufer erneut bereit, am Sonntagnachmittag noch eine Pr\u00fcfung f\u00fcr den VDA\/DGHT-Sachkundenachweis durchzuf\u00fchren, die erfreulicherweise von allen Teilnehmern (o.k., genaugenommen war es diesmal auch nur genau eine Teilnehmerin) bestanden wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von der Jahrestagung der AG Cham\u00e4leons 2009 Nun schon zum 10. 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